Denk mal drüber nach, man spricht von Fundmunition und nicht von gestohlener Munition
Die Formulierung ist in dem Fall reine Augenwischerei. Hier glaubt doch hoffentlich niemand ernsthaft (Insbesondere nicht die gedienten Foristen ...), dass KSK-Soldaten mal eben tausende Schuss Munition und obendrein auch noch das eine oder andere Sprengmittel versehentlich in der Tasche hatten und irgendwann zu Hause merkten, dass die Ehefrau das Zeug immer vor dem Wäschewaschen aus den Taschen geklaubt und summarisch im Garten vergraben hat, weil die Kramkiste für unvollständige Sockenpaare sonst immer so schnell voll war.
Das ist Entwendung mit Vorsatz. Und wenn ich Grundwehrdienstleistende, weil
einer aus der Chaotentruppe 'ne Ü-Patrone als Andenken einsacken wollte,
kollektiv bis zum Schwinden des Lichts durch die Pampa scheuche, bis das Ding auf wunderbare Weise wieder auftaucht, kann (und muss) ich sehr wohl KSK-Kompanien kollektiv disziplinieren, wenn dort
wiederholt von mehreren Soldaten vorsätzlich größere Mengen an Kampfmitteln zu dubiosen Zwecken entwendet und gehortet werden.
Das primäre Anliegen in diesem Fall ist es nicht und sollte es auch für den Kommandeur nicht sein, lediglich das Zeug zurück zu bekommen. Die Bundeswehr kann den rein materiellen Verlust verkraften, und da KSK-Soldaten anzunehmenderweise damit sicher hantieren können, besteht keine Eigen- oder
unabsichtliche Fremdgefährdung.
Sprich, es wäre herauszufinden,
wer es entwendet hat und mit
welcher Absicht. Und dafür sind anonyme Sammelboxen mit Amnestieversprechen der grundfalsche Weg. Hier ist - den strafrechtlichen Aspekt noch gar nicht berücksichtigt - nicht das mildeste, sonder das schärfste Mittel zu wählen, dass die Dienstvorschrift hergibt. Das ist der wesentliche Unterschied zum zivilen Umgang mit Vergehen: Je höher der Dienst- und/oder Ausbildungsgrad, desto höher die Verantwortlichkeit.
Sprich, als Vorgesetzter lasse ich dem dämlichen Grundwehrdienstleisten, der am Wochenende seinen Kumpeln eine gezockte Patrone vorzeigen wollte, die Option, das Ding klammheimlich wieder ins Arsenal zurückzuführen und sich ertappt zu fühlen; notfalls unter dem Druck der Kameraden, die ebenfalls unter dem Fehlverhalten zu leiden haben.
Angehörigen von Spezialeinheiten, die sich nicht mit Ahnungslosigkeit herausreden und mit den entwendeten Kampfmitteln tatsächlich vorsätzlich und ernsthaft Schaden anrichten könnten, mache ich dermaßen Feuer unterm Hintern, dass ihnen zwei zusammengelegte Touren Hindukusch ohne Unterstützung und mit Diarrhö wie Urlaub erscheinen.