Es existiert ja genau genommen gar keine richtige Bewegung. ...
Diese Demos laufen wohl immer unter einer Vorgabe: „für alle offenen“. Deswegen gibt es da auch keine einheitlichen politischen Meinungen.
Ist es nicht reichlich bescheuert, "für" eine undefinierte Sache mit derartiger Vehemenz auf die Straße zu gehen? Wer ohne klare politische Richtung an "politischen" Demonstrationen teilnimmt, ist nichts weiter als Krawalltourist. Oder Krawall-Akteur.
Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass sich da nur zufällig Leute ohne gemeinsame Interessen zusammengefunden hätten. Ganz im Gegenteil, da gibt es einige sehr, sehr harte Botschaften und die Bereitschaft, diese über alles zu stellen/jeder mit dem man einen gemeinsamen Feind hat, als Freund zu akzeptieren...
Weder Bewegungen noch individuelle Einstellungen entstehen plötzlich oder aus dem Nichts. Wenn jetzt jemand, der nicht großartig mehr oder weniger einen an der Klatsche hat als der Bundesdurchschnitt, mit einem bestimmten, sie/ihn beschäftigenden Thema/Sorge das Gefühl bekommt, dass bei - was weiß ich, "dem Mainstream"? - nur auf ihr/ihm rumgehackt wird,...
Dann ist er wohl nicht mehr Durchschnitt, sondern meilenweit davon entfernt. Auf jemanden, der halbwegs in der Mitte der Gesellschaft steht, hacken nämlich normalerweise nur ein paar wenige Randgruppen rum. Das ist praktisch die Definition von "Mitte"...
wendet sich die Person anderen Gruppen zu. Um einen positiv-verstärkenden Resonanzboden zu finden, um nicht ausgegrenzt zu werden. Das pöse pöse Internet und insbesondere die "sozialen" Medien ist da bekanntlich zur schnellsten Anlaufstelle geworden. Hier finden die Leute nicht nur einen Resonanzboden, sondern die vielzitierte Echokammer. In der sie in kürzester Zeit viele vermeintliche Freunde, viel Zuspruch erhalten. Je absurder dabei das Thema, desto besser - weil sich so die Abgrenzung zum "Mainstream" noch effektiver gestalten lässt. So versteigt man sich dann halt in die wildesten Geschichten. Und weil sich das "gut anfühlt", ...
Kurz gesagt: Schneeflöckchen kann nicht damit leben, mal nicht Recht zu haben, verweigert jegliche Auseinandersetzung mit der Realität und flüchtet sich in eine Peer Group aus "alternativen Fakten" aka Lügen. Sehenden Auges. Weil ihm Selbstbeweihräucherung über alles geht, auch über Wahrheit und das Leben (anderer).
Soll ich jetzt Mitleid haben oder den Hammer holen?
Das scheint ein wichtiger Teil der Psychologie von auf Irrationalität gegründeten, gesellschaftspolitischen Bewegungen zu sein: der Ausgangspunkt ist, irgendwas fühlt sich "nicht gut" oder "nicht richtig" an. Also muss da ja irgendwas hinter stehen, man sollte seinem Bauchgefühl schon trauen! Wem kann man denn auch sonst noch glauben? Politiker sind ja eh korrupt, die Medien lügen doch nur, die Konzerne wollen uns versklaven! Zum Glück gibt es ja noch ein paar wenige, die das genauso sehen wie ich.
Ja, das ist ein immer wiederkehrendes Prozedere: KKK, Maoisten, NSDAP, Kreuzzügler,... haben alle auf das Prinzip "dir geht es scheiße? DA! DA! Ich sag dir DAS ist der Schuldige! Lass ihn uns lynchen!" gebaut bzw. deren Nachfahren machen das bis heute. Und finden bis heute reißenden Anklang bei all denjenigen Leuten, die nur zwei Sachen wissen und auch keinen Bock haben, irgendwas zwischen den Ohren anzustrengen, um einen dritten Fakt zu lernen. Deswegen bleibt es bei "Die Situation ist nicht wie ich sie mir wünsche" und "Ich bin perfekt, also kann der Fehler nicht bei mir liegen".
Viele Leute haben Fragen und Zweifel daran, dass die Corona-Politik ein absolutes Flickwerk ist, das mehr als nur dezent vor allem nach Wahlkampf riecht. Viele Leute fragen sich, was denn nun mit dem volkswirtschaftlichen Schaden sein wird, wer die Rechnung letztlich wird zahlen müssen, spätestens nach der Bundestagswahl. Warum Kleingewerbe plattgemacht wird, Großkonzerne aber unter z.T. hanebüchenen Konditionen gerettet werden. Warum auf den verschiedenen politischen Gliederungsebenen manchmal doch sehr leichtfertig mit der Einschränkung von Grundrechte um sich geworfen wird - was sich in einen allgemeinen Trend einfügt, der auch "vor Corona" schon bestand. Oder warum es plötzlich so schnell gehen kann mit einem Impfstoff, wenn es normalerweise mindestens viermal so lange dauert. Und und und und...
Ja, sehr viele berechtigte Fragen. Und niemand, der mehr als 5 Sekunden mit Verstand darüber nachgedacht hat, ist bei irgend einer Covidioten-Veranstaltung. Denn denen geht es nie um die überaus fragwürdigen Maßnahmen, mit denen Corona vorgegangen wird, sondern denen geht es darum, dass überhaupt gegen Corona vorgegangen wird.
Völlig Falsch !!!
Sachsen ist das Land, was am stärksten betroffen ist und die Gesundheitsverorgung bricht im Osten sowie im Erzgebirge zusammen.
Spar dir den Aufwand. Jemand, der selbst Zahlen postet, denen zu folge 1,2% der Bevölkerung erwiesenermaßen, also inkl. Dunkelziffer locker 2% mit einer tödlichen Krankheit infiziert wurden, gegen die es keine Gegenmittel gibt, und dann ein "nur" oder "nichts los" davor setzt, mit dem braucht man wohl kaum über Details weiter zu diskutieren.
Ich muss den Herrn auch nicht in Schutz nehmen... Mir gibt aber der Vorgang zu Denken. In meinen Augen herrscht im öffentlichen Diskurs in den letzten Jahren weniger eine Streit- als vielmehr eine Empörungskultur. Mir kommt es so vor als ob einzelne "Aufreger" und "die mehr oder weniger geschickte Reaktion darauf" wichtiger sind als der Wunsch und die Bereitschaft sich mit den tatsächlichen Hintergründen auseinanderzusetzen.*
Grüße
phila
*Vielleicht ist das aber auch schon immer so gewesen und ich bemerke es erst jetzt. Genau wie ich erst zu spät bemerkt habe, dass der Post der OP schon Jahre alt war
Ne, das war nicht schon immer so. Bis in die frühen 0er Jahre hinein zählten Hintergründe und Inhalte durchaus etwas, auch wenn ich da gegenüber den 90er Jahren eine Abnahme beobachtet habe, die vermutlich schon lange vorher begangen hat. Aber heute ist man halt bei praktisch null angelangt - und das trifft nicht nur einzelne, persönliche Skandale. Sondern absolut alles. Egal ob Klimawandel, Ausfälle von Popstars, das Agieren von Wirtschaftskonzernen, Gesetzesvorlagen oder aber eben die Lebensführung von Politikern: Es geht immer nur um Oberflächlichkeiten, nie um die Substanz dahinter. So werden Wahlen gewonnen, so werden Entscheidungen präsentiert, so laufen Markt und Regierung. Die einzigen die noch über die persönliche Nasenspitze hinaus mitdenken sind die großen Wirtschaftsstrategen in den Hinterzimmern (wobei deren Nasenspitze natürlich wegen Gewinnbeteiligungen auch ziemlich weit gefasst werden kann) - und die denken natürlich nicht unbedingt an das Wohl anderer. Ergebnis sieht man ja - egal ob Macht, Reichtum, Sicherheit oder sonst irgendwas begehrenswertes: Es mehrt sich bei denen, die noch mit Hirn agieren. Und das ist nicht die breite Masse.