AW: sind die H4 sätze zu niedrig ?
Das liegt nicht an der Bahn, sondern daran das es Beamte oder Personen in beamtenähnlichen Beschäftigungsverhältnissen waren. Daran ist einzig und allein die verkorkste Personalpolitik des Staates schuld.
Mit den Beamten hast du auch recht, ich meinte aber eigentlich Entlassene, die jetzt von HartzIV dahin vegetieren. Deren Lebenserhaltungskosten zahlt der Staat heute genauso, wie als die Bahn noch ein Staatsbetrieb war. Sie tauchen nur nicht mehr in der Bilanz der Bahn auf - selbige sieht damit schöner aus, aber für Deutschland tut sich wenig. (netto etwas weniger Staatsausgaben, vermutlich nicht viel weniger, wenn man Qualifizierungsversuche, Lehrgänge, Verringerunger der Durchschnittskaufkraft und den HartzIV-Verwaltungsapperat berücksichtigt. Dafür gehts den Entlassenen schlecht, weil sie kaum noch Kohle haben und den nicht-Entlassenen, weil sie entsprechend mehr Arbeit bewältigen muss. Und den Kunden, weil letztere es an irgendwem auslassen. Wenn man mal berücksichtigt, dass der Staat dafür sorgen soll, dass es allen gutgeht, wäre es mal interessant, dass z.B. gegen staatliche gefördete Unterhaltungsprogramme gegenzurechnen)
Welcher das Geld über kurz oder lang über die Gewinnausschüttung wieder reinbekommt.
Um nur bei Stuttgart 21 zu bleiben:
3,5 Milliarden € der 2008 von der BW-Regierung geschätzten Kosten übernimmt nicht die DB AG. Im Vergleich zu
1,5 Milliarden Gesamtgewinn (Schätzung 2009) wird die Bahnhofverbuddelei also doch eine sehr erhebliche Gewinnsteigerung bringen müssen, um sich noch in diesem Jahrhundert für den Staat zu rentieren.
Aber es ist ja nicht nur dieses eine Projekt, dass vom Staat finanziert wird - und, wesentlich schwerwiegender: Es dürften dauerhaft keine 1,5 Milliarden Gewinn sein. Selbst der Bundesrechnungshof äußert mitlerweile massive Kritik am Kaputtsparen der Bahninfrastruktur (und damit ist nicht der Bahnverschuldete quasi-Zusammenbruch des Nahverkehrssystems unserer Hauptstadt gemeint, sondern das gesamte Netz). Da werden mittelfristig deutlich höhere Ausgaben nötig sein.
Ich fahre selber oft genug mit der Bahn und ich weiß nicht welche Serviceleistungen du meinst, die vom Kunden selber erbracht werden müssen.
Das Bezog sich auf die Post.
Früher bin ich in der Stadt vielleicht 0,5-1km zur nächsten Filiale gelaufen (und ich hab ziemlich genau mittig zwischen beiden gewohnt), hab *was auch immer* auf den Schalter gepackt und nen kleinen Preis bezahlt. Ein paar Tage fand es jemand anders bei sich zu Hause vor.
Heute such ich mir die passenden Tarife raus, drucke meine Ettikierung aus, gehte 2km in irgend ein Einkaufszentrum, stehe 30 Minuten in der Schlange und kann ordentlich latzen. Ein paar Tage später findet jemand, der den ganzen Tag zu Hause war, ein "sie waren nicht zu hause..."-Kärtchen im Briefkasten, latscht seinerseits 2km in einen Schreibwarenladen und steht eine Stunde in der Schlange.
Ob das so noch akzeptabel ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Imho ist es aber ziemlich deutlich, dass die Post nur unwesentlich effizienter geworden ist, sondern einfach weniger bietet und mehr nimmt, um auf ihre bessere Bilanz zu kommen.
Bezüglich der Bahn ist der Service zweischneidig: Früher konnte ich bei meiner Oma zum S-Bahnhof gehen, mir Verbindungen raussuchen lassen und mir jede x-beliebige Fernfahrkarte am Schalter kaufen. Zwischenzeitlich konnte ich hingehen und wieder weggehen, was zum da machen gab es nichts. Jetzt kann ich hingehen und mir die meisten Karten aus dem Automaten ziehen (wenn ich vorher Online nachgucken konnte, was ich überhaupt brauche). Meine Oma kann lieber zu Hause bleiben. Der Staat kann den Unterhalt der gefeuerten Schaltermitarbeiter bezahlen.
Wiederum ist streitbar, wie schlimm das alles ist, aber: Es ist definitiv für niemanden gut - außer für die Bilanz der Bahn.
(weitere Beispiele gibt es zu 10tausenden)
Nö. Soetwas wie das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit ist dir hoffentlich ein Begriff?
Ist es. Genauso wie die Finanzierung auf Kosten des Staates.
Kannst du mir ein vergleichbares Projekt nennen, dessen Kosten in der ach-so-schönen Bilanz der DB AG verrechnet werden?
Achso, Preiserhöhungen sind natürlich ein Tabuthema. Wenn die Bahn Miese macht, muss halt der Steuerzahler einspringen.
Es ist kein Tabuthema. Aber es muss berücksichtigt werden, wenn es um die Bewertung von Staatsbetrieben geht:
Ob ein privatisierter Staatsbetrieb seine Bilanz darüber ausgleicht, dass er den Bürgern das Geld über die Preise abnimmt, oder ob ein nicht privatisierter Staatsbertrieb den Bürgern das Geld über den Haushalt und die Steuern abnimmt, ist letztlich eine Randfrage mit Blick auf die von der Politik gewünschte Steuerungswirkung. Was unterm Strich zählt und bei der Bewertung einer Privatisierung berücksichtigt werden muss ist, was der Betrieb der Bevölkerung für einen Nutzen gibt und was er ihr dafür abnimmt. (und ob diese Rechnung in Zukunft aufrechterhaltet werden kann, oder ob sie auf Kosten/zu Gunsten künftiger Generationen zu stande kommt)
Das ist nicht die gleiche Rechnung, die man in einer Unternehmensbilanz findet.
genau
war gerade bei Schwigereltern, und dort war eine Bekante von ihnen, und ich wurde gebeten mal nach dem Rechner dieser zu schauen.
Sie hat noch nie gearbeitet, ist nun 48 hat aber 3 Kinder. ( alle schon Verheiratet)
Sie hatte immer Sozialhilfe, und nun H4.
In ihrer wenn auch kleinen Bude von 42qm ist es deshalb nicht unluxeriös.
Ledersofa (echtleder und recht neu)
Echtholz Parkett, kein Billiglaminat.
ein 82er Full HD Samsung (4 Monate alt)
WII und XBox 360!
4! PCs, zwei für sie, und zwei für die Enkel.
Der kleinst hatte zu meinem erstaunen ( wurde aus ihren immer anfallenden altteilen gebaut) einen 7750BE und 8800GTS SLI mit 4GB RAM!!!
sie hat massig "alte" HDDs im Regal von denen sie mir mal eben zwei geschenkt hat, eine 320GB und eine 500GB !!!
sie hat in jedem Rechner mindestens eine 1TB HDD!
in ihrem Download PC hat sie 3x 1,5TB !!!
dazu noch mehrere Extrene HDDs voll mit Daten (was wohl)
als ich da wieder raus war, und ihren I7 mit der 5870 zum laufen hatte, war ich neben Irritiert auch etwas sauer!
Nachdem ich wieder bei Schwiegereltern war, und sie weg, habe ich mal mit Swiegereltern gesprochen, und auch diese kennen ihren Wohlstand, und kenne auch den weg dahin.
Sie bekommt nicht nur H4, nein sie verdient sich was dazu, und zwar hat sie in dem Wohnblock ( Hochhaus mit etwa 100 Wohnungen ) sollen zwei etwas ältere Rentner sein, die sie ab und an mal besuchen, und dann etwas Spendabel sind.
So soll einer ihr gerade den neuen PC "Spendiert" haben.
also bei sowas, da kommt mir die galle hoch, die gehört mit der Peitsche zur Arbeit getrieben !
Zwei Dinge solltest du bedenken:
1. Was du hier verurteilst, ist, dass jemand von Geschenken profitiert. Willst du Geschenke verbieten? (falls ja wirds schwierig, denn i.d.R. sind diejenigen, die z.B. hohe Erbschaftssteuern fordern, auch diejenigen, die HartzIV nicht kürzen wollen

)
2. Wie soll das zur-Arbeit-treiben deiner Meinung nach in der Praxis und bevölkerungsweit funktionieren? Du hast, um das Wissen für diese Einschätzung zu erlangen, die Wohnung "durchsucht", Bekannte "ausgehorcht" und müsstest -damit das rechtskräftig brauchbar wäre- noch die Renter als Zeugen befragen. Hättest du nicht das Glück gehbat, dass deine Schwiegereltern die Privatangelegenheiten der Verwandten "ausspioniert" hätten, wärst du noch immer nicht schlauer.
Lassen wir solche Dinge wie "Privatsphäre", "Verhältnissmäßigkeit",... mal außen vor, HartzIVer haben ja eh keine Grundrechte

:
Um eine vergleichbare Grundlage für alle Hilfeempfänger zu haben, müsstest du bei jedem einzelnen eine Hausdurchsuchung (unangekündigt, d.h. ggf. mit Tür aufbrechen samt Folgekosten) durchführen. Das im Abstand von 6-12 Monaten, um sicherzustellen, dass sich nichts ändert. Da die Leute vermutlich erfreut, enventuell aber sportlich sind, sollten aus Sicherheitsgründen mindestens 2x2 Mann an einer Durchsung beteiligt sein. Mit Fahrstrecken (mehrere Wohnungen in einem Block macht keinen Sinn, das wäre nicht mehr unangekündigt) schafft ein so ein ein Team vielleicht 20-30 Durchsuchungen pro Woche, im Jahr vielleicht 1200 (Krankheitsfälle, etc.). 2008 gab es knapp 3,6 Millionen Bedarfsgemeinschaften = Haushalte.
Das heißt allein für die benötigten Durchsuchungen wären 12000-24000 Leute nötig. Dazu kommen noch einmal vielleicht 1000 Leute, die das alles koordinieren und auswerten. Preisfrage: Um die Kosten für 20.000 Leute reinzuholen, wieviele HartzIV-Betrüger musst du überführen?
Wenn du dann mal jemanden findest, der "zuviel" hat (viel Spaß bei der juristischen Definition) musst du anfangen, sein Umfeld nach der Ursache abzusuchen, sprich: Aushorchen, beobachten, abhören. Die meisten Leute werden dir aber nichts sagen (oder gar nicht da sein), neue Anschaffung gibt es nicht täglich zu beobachten,... -> Vielleicht 2 erfolgreiche Klärungen pro Schnüffler und Monat? Verrechne das mit der Zahl der zu findenden Betrüger.
Ich denke, es sollte klar werden, dass Stasi-Methoden nicht nur aus moralischen Gründen (die man als "nie" Betroffener ja gern ignoriert) kein Fortschritt sind.
(man könnte sich auch mal überlegen, wieviele Milliarden hinterzogene Steuern man finden könnte, wenn man den gleichen Personalaufwand und die gleichen Grundrechteeinschränkungen auf die oberen Gehaltsklassen loslässt)
Ich habe letztens von einem Metzger gehört der hat weniger als er noch gearbeitet hat. Nun ist er arbeitslos und hat unterm Strich mehr "über". Darf das so sein?
"Gehört" haben viele von solchen Fällen, vor allem BILD-Betrachter und Stammtischbesucher. Hast du auch handfeste Informationen oder Quellen?
Hier mal ein kleines Rechenbeispiel:
359€
- 50€ Strom
- 50€ Telefon/Internet/Handy
-150€ Lebensmittel
Übrig bleiben dann noch ca 109€ von denen dann aber alles bezahlt werden muss: Zigaretten, Klamotten, Medikamente, öffentliche Verkehrsmittel, Zeitungen/Zeitschriften, sonstige Anschaffungen und Reparaturen. Sollte dann mal die Waschmaschien oder der Fernseher kaputt gehen, dann gute Nacht!
Ich glaube, es ist einfacher, wenn man sich mal ausrechnet, was man die letzten 1-2-3 Jahre an Lohn/etc. erhalten hat und dann mal gegenrechnet, wieviel man pro Monat einsparen müsste, hätte man stattdessen nur HartzIV. Dann noch einen Monat alle Ausgaben festhalten und den nächsten versuchen, mit der entsprechend niedrigeren Summe auszukommen und einen gewissen Lebensstandard zu halten. (fortgeschrittene probieren es ein Quartal, Experten ein halbes Jahr. HartzIVer übrigens für den Rest ihres Lebens)
Ich würde mich nicht wundern, wenn einige hier kaum noch genug zu essen zusammenkriegen würden.
edit: das Post ist noch zu kurz
Öhm, 50 Euro für Strom?
Was macht er denn, mit Strom heizen?
Wenn man mit einem Elektrodurchlauferhitzer gesegnet ist, geht das ganz schnell. Ich achte sicherlich nicht wenig aufs Stromsparen, komme aber mit zwei Personen auch auf 54€ Abschlag im Monat. (und der berechnet sich noch nach Zeiten, als die kWh bei 19,90 lag)
Waschmaschine hat er nicht (geht in Waschsalon, ist zwar langfristig teurer aber er kann das Geld für eine Waschmaschine nicht zusammensparen und auf Raten kaufen geht nicht).
Wäre auch riskant. Geht die Maschine dann kaputt, bevor er abgestottert hat, kann er schnell von HartzIV auf Privatkonkurs wechseln
