AW: sind die H4 sätze zu niedrig ?
Im Regelfall koennen Betriebsraete Kuendigungen "normaler" Arbeitnehmer nicht blockieren - nur die von Angehoerigen des Betriebsrates (der Arbeitgeber hat dann aber immer noch die Moeglichkeit, die Zustimmung des Betriebsrates durch eine gerichtliche ersetzen zu lassen).
Sehr wohl kann er aber die Kuendigung von Mitarbeitern verteuern - widerspricht er (begruendet) einer Kuendigung, der Arbeitgeber kuendigt trotzdem und der entlassene Arbeitnehmer erhebt Kuendigungsschutzklage, erhaelt dieser bis zur Verhandlung weiter seine Bezuege. In der Praxis wird es dazu zwar eher selten kommen, aber der Arbeitgeber wird dem entlassenen Arbeitnehmer ein ueber dem ueblichen Niveau von 1/2 Monatslohn pro Jahr Betriebszugehoerigkeit liegendes Angebot machen, um einen "langen Tod" zu vermeiden. Auf eine Verhandlung wartet man an manchen Arbeitsgerichten naemlich einen Monat ...
Eine nicht gerechtfertigte Kündigung landet bei gewerkschaftlicher Unterstützung i.d.R. vor dem Arbeitsgericht und wie du ganz richtig feststellst, überlegt es sich der Arbeitgeber dreimal, ehe ein Jahr lang für nichts Gehalt zahlt
Aber danke der näheren Ausführung, was unter "blockieren" zu verstehen ist.
Streiken ist ein Gewerkschaftsprivileg; Betriebsraete unterliegen aus gutem Grund der Friedenspflicht, sie duerfen zu keinerlei Arbeitskampfmassnahmen aufrufen und strenggenommen nicht einmal fuer die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft werben.
Gesetzlich geregelte Streiks mit all ihren Annehmlichkeiten sind Gewerkschaftsprivileg.
Einfach nicht zur Arbeit kommen, kann jeder. Das mag in den meisten Fällen nicht der beste Weg für alle Beteiligten sein, aber wenn sich die Belegschaft einig ist, ist es ein Weg, gegen den der Arbeitgeber i.d.R. machtlos ist.
Das mag für große Firmen mit entsprechenden Belegschaften sicher zutreffen, aber wie sieht der kleine Florisladen um die Ecke aus, wo 8 Leute arbeiten und der Stundenlohn 5,50€ beträgt?
Im mir bekannten Fall handelte es sich um eine KFZ-Werkstatt mit <20 Angestellten, die nach einer Betriebsratkündigung erfolgreich Kündigungen von unbeliebten Mitarbeitern verhindert hat.
Da gründet jetzt einen einen Betriebsrat und fordert dann 7€ Stundenlohn.
Der Chef kriegt also Schiss und zahlt die 7€, weil ja einer einen Betriebsrat gegründet hat?

Der Typ wird demnächst gefeuert, weswegen auch immer, geht ja heute schnell, wie man gesehen hat, und wenns nur ein Mettbrötchen von einer Betriebsfeier ist, dass man gegessen hat.
Der Chef mag den Lohnforderungen ohne weiteren Druck (organisierter Streik, etc.) nicht nachkommen, aber wenn ihm seine Geschäft lieb ist, dann wird er denjenigen nicht feuern, nur weil der den Mund aufmacht. Zum einen gewinnt er bei einem brauchbaren Betriebsrat dadurch nichts (denn der Vertritt die Forderung aller Arbeitnehmer), zum anderen verliert er eine Arbeitskraft - zahlt aber (s.o.) weiterhin deren Lohn oder kriegt richtig Ärger.
In wie weit die Forderung nach mehr Lohn am Ende durchsetzbar ist, hängt von den Beteiligten und der wirtschaftlichen Lage ab. Es gibt letztendlich zwei Möglichkeiten: Man einigt sich auf ein akzeptables Lohnniveau, oder die Firma geht Pleite. Beide Seiten haben in der Praxis die Möglichkeit, letztes herbeizuführen, aber dürften ersteres bevorzugen.
(in meinem obigen Beispiel ist die Werkstatt übrigens Pleite gegangen - was aber eher an vorrangeganger Misswirtschaft und Fehlplanung seitens der Geschäftsführung lag, der die Folgen der Abwrackprämie dann den Todesstoß versetzt haben)
Du meinst aber dann nicht für Polo und Co. sondern eher für Skoda und Seat, oder?
Nein. Ich meine die Marke VW, nicht die gesamte Volkswagen AG. Golf/Jetta waren (zweifelhaften, aber ich bin zu faul, weiter zu gogglen, Quellen zufolge) die meistbezuschußten Autos, auf Platz 3 folgt der Polo. Dazwischen Skoda Fabia und danach Corsa und Astra. (Zusammen schon über 25% aller gekauften Autos)
Das VW bei den prozentualen Zugewinnen schlechter dasteht, liegt nur daran, dass sie vorher schon einen hohen Marktanteil hatten.
Nun ja, immerhin ist der Markt an Neuwagen erst mal gesättigt und daher wird der Neuwagenverkauf eben in diesem Jahr einbrechen, was aber egal ist, denn die nächsten Bundestagswahlen sind ja erst in 3 Jahren und bis dahin ist noch viel Zeit ein paar andere Steuergeschenke auszugraben.
Mal abwarten, was 2013 wieder abgewrackt wird.
Es sind nicht nur die ausbleibenden Neuwagenverkäufe - die treffen wenigstens diejenigen, die jetzt profitiert (und, wenn sie schlau waren, Reserven angelegt) haben. Das untere Spektrum der Gebrauchtwagenhändler sitzt ohne Verkaufsmaterial da, weil vollkommen intakte Autos, die noch problemlos 10-20 Jahre gefahren wären, jetzt ein Würfel Blech sind. Die Werkstätten haben große Einbrüche, weil deutlich weniger Wartungsarbeiten anfallen.
Ne. Muss ich nicht. Es reicht mir was ich im TV Sehe, fast jeder Interviewter H4'ler hat n-e plasmaglotze an der wand und ein fetten rechnerOb der freie Markt von 4 Millionen H4 Empfänger Abhängig ist, lasse Ich mahl so Stehen.
Ich hoffe, du ergänzt diese einseitige Informationsquelle mit regelmäßigen BILD-Konsum, damit du umfassend informiert bist?