1) Schrittweise Zusammenfassung der diversen Sender, wobei man weniger auf direkte Kündigungen setzt (was unfair gegenüber "unschuldigen" Angestellten wäre), sondern den Weg über die Nicht-Neubesetzung von offenen Stellen geht. Irgendwann ist man dann natürlich an einem Punkt wo z.B. ein Produktionsteam für eine Sendung nicht mehr ausreichend besetzt ist. Da müsste man vielleicht schauen ob man die "Verbliebenen" in anderen Positionen unterbringen kann, also eine Art Konsolidierung. Denn 20 Nachrichtensendungen zur gleichen Zeit die sich nur durch ein paar kleine Regionalthemen unterscheiden sind mMn weit mehr als der Auftrag der ÖR erfordert.
2) Kombinieren könnte man das mit einem zweigeteilten Bezahlmodell.
Ein paar wenige Sender als "Basistarif" den jeder zahlen muss und auf denen Werbung grundsätzlich tabu ist. Die Höhe der Beiträge wie gesagt prozentual abhängig vom (Haushalts-)Einkommen mit evtl. Deckelung, damit Besserverdienern nicht gleich ein kleines Vermögen dafür blechen müssen. Sollte ja schon irgendwie in Relation bleiben. Durch diese wenigen Sender könnten eben die grundlegenden Bedürfnisse (Nachrichten, Dokus, besondere Sportveranstaltungen wie Olympia/Weltmeisterschaften, ein wenig Unterhaltung, usw.) abgedeckt werden. Das entspräche wohl eher dem eigentlichen Auftrag als das derzeitige Ungetüm.
Zusätzlich zu diesen Basissendern könnten die ÖR eben ihre Zusatzangebote (evtl. mit etwas Werbung wie jetzt ja auch schon) anbieten, die je nach Gunst der Zuschauer eben mehr oder weniger Beiträge einnehmen würden. Netter Nebeneffekt: Die würden sich mal anstrengen um für Ihr Geld auch was Ordentliches zu bieten.

Wer das möchte, könnte dann z.B. seinen "Ganztages-Kindersender" buchen um seine Brut davor zu parken. [Nein, ich halte das nicht für besonders klug, ist aber traurige Realität.] Oder halt einen Sportsender auf dem dann z.B. auch die Pokal-/CL-Spiele in voller Länge laufen. Oder wie wärs mit einem für die eher ältere Bevölkerungsschichten mit Musik, Kochshows, ...? Analog auch einen mit Konzerten, Spielereviews, usw. für Jüngere.
Keine Ahnung wie genau da die Zusammenstellungen aussehen könnten, aber ich denke die Richtung ist klar.
Ob die Zusatzangebote dann wirklich als eigener Sender im TV erscheinen (= eher Sender für die ältere Zielgruppe) oder z.B. reine Online-Angebote sind (= eher jüngere Zielgruppe) könnte man ja auch jeweils einzeln festlegen. Das müsste man halt alles dann genauer analysieren und ausarbeiten.
3) Anpassung der Gehälter und zukünftiger Pensionen (rückwirkend wird das wohl juristisch schwierig). Ganz klar finde ich auch beim ÖR muss niemand zig Millionen im Jahr verdienen, egal ob er Max Mustermann heißt oder Thomas Gottschalk. Da kann die Bevölkerung zumindest bei den Basissendern für meinen Geschmack auch mit einem "B-Klasse" Entertainer vorlieb nehmen, wenn Herr XY sich zu fein ist um für einen "angemessenen" Betrag zu moderieren.
4) Neue Konzepte anwenden anstatt ewig an alten Mustern festzuhalten. Wieso nicht für manche Extrasender die dann z.B. rein online angeboten werden mal ein wenig Interaktion wie bei Twitch mit reinbringen? Von mir aus gerne auch mit "Zuschauerspenden" oder Abos. Oder wie wär's statt Vollbild-Werbung z.B. mit einem kleinen Laufband am unteren Rand auf dem sich zum aktuellen Sendungsthema passende Firmen eine Einblendung Ihrer Webadresse + Ein-Satz-Beschreibung besorgen könnten? Produktionskosten kann man auch prima durch Crowdsourcing & User Generated Content einsparen und schafft damit gleichzeitig eine bessere Bindung der Zuschauer an den Sender/die Sendung.
Denke mit all den technischen Möglichkeiten kann man sich da ein paar passende Konzepte zurechtbasteln, wenn man denn nur will. Nicht umsonst hab ich das Thema Crowdsourcing + Medienbetriebe in meiner Abschlussarbeit behandelt.
5) Die Verwaltung entschlacken. Wieso muss jeder Scheiß bei den ÖR durch 20 verschiedene Hände gehen, bevor es beim eigentlichen Zuständigen ankommt? Einfach völlig veraltete Strukturen, viele Anträge/Dokumente/Dienstwege/... die nach heutigen betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen total überholt sind.
6) Entkopplung der ÖR von den Politikern. Es ist einfach eine Unverschämtheit, dass manche Herren gleich in mehreren Aufsichtsräten/Vorständen/... sitzen (dürfen). Die haben da absolut nichts verloren. Schon gar nicht in einer Mehrheit um auch noch Entscheidungen alleine durchdrücken zu können, während sie gleichzeitig für nichts direkt haftbar gemacht werden können aufgrund ihrer politischen Immunität. Auch die Positionsstrukturen innerhalb der Sender gehört dringend überarbeitet. Ein Intendant sollte nicht von Politikern berufen werden, sondern hauptsächlich durch die Senderangestellten + evtl. ein paar direkte Bevölkerungsvertreter + von mir aus noch einem Vertreter der Politik/Wirtschaft.