Mh? Ich verwies ja gerade auf die Nachteile von liberalen Marktlösung und auf aktuelle ungleiche Gesellschaftsverhältnisse, die durch Neoliberalismus geprägt sind.
Und links ist hingegen nicht per se autoritär. Links funktioniert innerhalb der Demokratie. So linke Politik eine Mehrheit hat, kann sie demokratisch beschlossen werden. Die beschlossenen Reformen sind im besten Fall austariert und würden zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen, dass bspw. Reiche stärker als Arme belastet würden.
Dass andere Gesellschaften mehr Gleichheit als Deutschland erreichen können, ist Fakt. Dass dies besser und erstrebenswert ist, darin stimme ich mit Dir überein. Selbst Österreich zeigt, dass es in Teilen gerechter zugehen kann. Leider können Rechte und Konservative in Deutschland aktuell viele Menschen auf ihre Seite ziehen und ihre Politik zum Schaden der Mehrheit (auch der meisten der eigenen Wähler:innen) durchdrücken. Es ist zu hoffen, dass es nicht soweit wie in den USA kommt.
Das andere wäre die Einsicht, dass die moderne Lebensweise die Lebensgrundlagen zerstört und diese entsprechend stark verändert werden muss. Und klar, sollte so langsam mal die Erkenntnis einsickern, dass Wachstum auf einem endlichen Planeten nicht unendlich möglich ist und auf Naturwissenschaftler:innen gehört werden, dass die Biokapazitäten überlastet werden. Kapitalismus, mit seinem Wachstumszwang, muss also in Frage gestellt werden.
Auf individueller Ebene kann mensch anhand Bio ein bisschen mehr für Artenvielfalt tun, da Pestizideinsatz wesentlich geringeren negative Auswirkung hat. Bezogen auf Einsparung von Treibhausgasaustoß ist der Effekt nicht so stark. Konsum/Erzeugung von Bio-Käse, -Butter, -Rindfleisch würde immer noch vergleichsweise hohen Treibhausgasaustoß bedeuten. Aber Reduzierung des Tierproduktkonsums ist wesentlich wirkungsvoller bezüglich Klimaschutz (aber auch bezüglich Erhalt der Artenvielfalt, da weniger landwirtschaftliche Fläche benötigt würde). Ein geringerer Tierproduktkonsum ist auch nicht teurer. Diesbezüglich könnten bereits Ärmere (noch) mehr für das Klima tun, als sie es zwangsläufig aufgrund ihres geringen Einkommens eh schon tun. Auch mit wenig Geldeinsatz könnte mensch also einen (kleinen) Unterschied machen.
Für Bürokratieabbau wäre ich auch, aber zu entscheiden, welche Regeln genau man jetzt absägen kann und sich darauf zu einigen, ist halt ziemlich schwierig
Ich wäre bei der Unterstützung nach Bürokratieabbau vorsichtig. "Bürokratieabbau" ist ein beliebter Begriff von Rechteren, den diese versuchen weiter positiv aufzubauen bzw. dessen positive Zuschreibung zu erhalten. Der kann mittlerweile als politischer Kampfbegriff gesehen werden. Am besten schauen, was konkret abgebaut werden soll. Teils geht es tatsächlich um bspw. Abbau von Umweltschutz(Auflagen)
- die doch erstmal positiv zu werden sind.
Bereits jetzt gibt es politische Projekte, bei denen Regeln/Bürokratie quasi umgangen worden sind, Zumal es laufend politische Projekte gibt, bei deren Umsetzung, Umwelt/Versorgungsaspekte unberücksichtigt geblieben sind, was zu kritisieren und problematisieren ist - bspw. die Tesla Fabrik im Wasserschutzgebiet in Brandenburg - und dass, wo durch Klimaerhitzung die Region häufiger von Dürren bedroht ist bzw. sein wird und die Trinkwasserversorungslage weiter verschärfen wird. Das ist Wahnsinn hinsichtlich Erhalt der Lebensgrundlagen und der Natur!
Die "Reformen" in den USA sind gerade ein abschreckendes Beispiel für Bürokratieabbau. Darunter leiden zuerst die Armen und Großteil der Verbraucher:innen ...
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