AW: Playstation 4: Plant Sony eine Technologie, welche den Handel von gebrauchten Spielen unmöglich macht?
Auf den momentan erhältlichen Spielekonsolen werden nur digital erworbene Spiele an einen Account gebunden und trotz des angemeldeten Patents von Sony, gehen die wichtigsten Branchenanalysten davon aus, dass sich daran auch mit der Next Gen nichts ändert wird, einfach weil die Wii U gebrauchte Spiele erlaubt und Sony und Microsoft extrem viele Marktanteile an Nintendo verlieren würden.
Sony Computer Entertainment America President Jack Tretton hat vor kurzer Zeit selber gesagt, dass er von einer Gebrauchtspielsperre überhaupt nichts hält, da die Gebrauchtspielkäufer in der Regel gegen Ende des Lebenszyklus einer Konsole einsteigen und man als Hersteller in diesem Zeitraum genau an diese Kundschaft eine Konsole mit Gewinn verkaufen kann. Ausserdem gibt es in Japan einen riesigen Markt für Gebrauchtspiele. Gebrauchtspielkäufe haben dort richtig Tradition und Sony würde mit so einer Technologie keine Chance gegen Nintendo haben.
Das einzige was kommen könnte, das wurde von Sony bereits angedeutet, ist ein PSN-Pass:
Konsolenhersteller bauen in der Regel ziemlich teure Hardware in eine Konsole ein, verzichten dann aber in den ersten Jahren nicht nur komplett auf die Marge, sondern übergeben die Konsole mit einem Verlust an den Großhandel. Im Falle der PS3 hat Sony im ersten Jahr beispielsweise $200 pro Konsole verloren, Microsoft hat an jeder XBox360 im ersten Jahr $125 Verlust gemacht. Dieses Geld holen sie sich dann dadurch wieder, dass sie an jedem verkauften Spiel rund 15% mitverdienen. Kaufst du dir also ein PlayStation Spiel für 50€, gehen davon 7,50€ an Sony. Wenn du dir ein 20€ PlayStation Spiel kaufst, bekommt Sony logischerweise nur noch 3€.
Sony hat laut darüber nachgedacht, eine Freischaltungsgebühr für gebrauchte Spiele zu beanspruchen. Die PlayStation erkennt also (zB aufgrund einer Technologie wie in diesem Patent), dass du ein gebrauchtes Spiel verwendest. Sony kann dann beispielswiese sagen, okay, du darfst dieses gebrauchte Spiel spielen, aber vorher möchte ich dafür 2,50€ (Betrag ist frei erfunden). Es wurde aber auch darüber nachgedacht, dass gebrauchte Spiele dann teilweise freigeschaltet werden, also zB der Single Player Modus ohne Gebühr funktioniert, man den Multiplayer aber freischalten muss. Diese Idee ist prinzipiell eine Win-Win Situation für den Konsolenhersteller und den Spieler: Der Spieler kriegt das Spiel selbst mit Gebühr erheblich günstiger als wenn er es im Laden kauft und der Konsolenhersteller kann ihm gleichzeitig leistungsfähigere Hardware zur Verfügung stellen.
Ob so was kommen wird ist sehr, sehr schwer zu sagen, was vor allen Dingen daran liegt, dass viele Analysten davon sprechen, dass Spiele in Zukunft anders Vertrieben werden. Michael Pachter geht beispielsweise davon aus, dass Multiplayer und Singleplayer eines Spiels getrennt vertrieben werden, also das man dann für den Singleplayer 20€ bezahlt und der Multiplayer Free2Play in Kombination mit Itemshop ist. Viele Analysten gehen auch von einer kompletten Free2Play Umstellung aus, also mit DLCs und Itemshops für jedes Spiel. Sony ist übrigens bekennender Gegner dieses Free2Play Vertriebs.
Wegen diesen ganzen Diskussionen die da gerade laufen, ist es unmöglich jetzt schon vorherzusehen, inwiefern dieses Patent zum Einsatz kommt und ob es überhaupt zum Einsatz kommt. Ich wiederhole mich gerne noch mal: Wer aufgrund dieses Patents eine finales Urteil fällt und behauptet, auf der PS4 könne man keine gebrauchten Spiele mehr spielen, der nutzt seinen Grips nicht (oder ist einfach nur sehr miserabel informiert...).