Das Internet hat meinen Text geschluckt, deswegen fehlt einiges was ich schon geschrieben hatte. Kurz der Leserbrief ist schlecht verfasst und hat wenige Belege. Die Antwort von PCGH ist genauso mies. Ich habe im übrigen nichts mit dem Verfasser des Leserbriefs gemein.
Meine Vorwürfe will ich zudem an ein paar Belegen fest machen.
Auf Seite 20 der PCGH 06/2014 wird Arbeitsspeicher für besagten "günstig" nicht billig Rechner empfohlen. Zur Auswahl stellt der Artikelschreiben den
Crucial Ballistix Tactical DIMM Kit und den
TeamGroup Vulcan Series gold. Hier im Forum, welches ich seit einiger Zeit betrachte, wegen einer Neuanschaffung wird den Lesern nahezu einstimmig das
Crucial Ballistix Sport DIMM Kit 8GB, DDR3-1600, CL9-9-9-24 nahegelegt. Mit der Aussage in der Ausgabe 06/2014: "vor dem Kauf einen Blick in den PCGH-Preisvergleich zu werfen", macht es sich der Artikelschreiber einfach! Die beschriebenen Arbeitsspeicher haben nämlich unterschiedliche Preisverläufe.
Im 3 Monatszeitfenster hat das Teamgroup Vulcan Kit einen Maximalpreis von 67,49 € und einen Minimalpreis von 59,85 € erreicht. Im Einmonatsfenster lag es zwischen 62,17 € und 61,76 €. Stichtag heute 11.05.2014 kostete das Kit 61,76 €.
Im 3 Monatszeitfenster hat das Crucial Ballistix Tactical Kit einen Maximalpreis von 71,90 € und einen Minimalpreis von 63,00 € erreicht. Im Einmonatsfenster lag es zwischen 64,49 € und 63,00 €. Stichtag heute 11.05.2014 kostete das Kit 64,49 €.
Im 3 Monatszeitfenster hat das Crucial Ballistix Sport Kit einen Maximalpreis von 60,85 € und einen Minimalpreis von 54,71 € erreicht. Im Einmonatsfenster lag es zwischen 55,95 € und 54,71 €. Stichtag heute 11.05.2014 kostete das Kit 55,95 €.
Was sehen wir den Werten nun an. Zum einen die empfohlen Ram-Kits lagen zwischenzeitlich über den angegebenen 65 € im 3 Monatsvergleich (Die Preisschwankung wird mit Hinweis auf den PCGH Preisvergleich deutlich). Im 1 Monatsvergleich, der realistisch betrachtet für den Zeitraum seit Themenaufnahme zu betrachten wäre bis zur Drucklegung des Artikels in der 06 2014 Ausgabe der PCGH lagen beide Kits unter den angegebenen 65 Euro. ABER günstiger als 55,95 Euro war keines der beiden Kits. Preiswerter ist das Ballistix Sport Kit durchgängig gewesen mit einem Minimalpreis von unter 55 Euro im Vergleich zu den abgedruckten Einstandskosten a 65 Euro ist hier eine Differenz von 10 € zu werten.
Fazit für das Arbeitsspeicherbeispiel: Der günstige Gamer PC von einem Leser der PCGH-Zeitschrift zusammengestellt würde einige Euro mehr Kosten, als der eines Mitglieds dieses PCGH-Forums. In Anbetracht, dass es sich hier um das Zeitschriften eigene Forum handelt, würde man meinen die Redaktion als auch der Artikelschreiber wollen den Leuten teuerere Hardware andrehen als nötig wäre. Beziehungsweise ist unersichtlich, warum die PCGH Redaktion nicht ihre Foren im Auge hat und gerade bei einem solchen Artikel es sich nicht zum Anlass nimmt den hier im Forum empfohlenen Arbeitsspeicher zu testen und dann als Beispiel für den günstigen Rechner zu verwenden! Das dann solche Vorwürfe wie der erhobene "Bestechlichkeit" wie im Leserbrief kommen, ist nicht verwunderlich. Schließlich ist die Empfehlung der beiden RAM-Kits mit 64,49 € oder 62,17 € seit Themenbearbeitung (1 Monatszeitraum) zu 55,95 € ein Unterschied. Der Artikelschreiber nennt sogar Zahlen 60 bzw. 65 Euro für besagte Kits. Der einfach heit halber nehmen wir an für 55€ hätte der Artikelschreiber den hier im Forum oft genannten Arbeitsspeicher im Preisvergleich vorgefunden. Damit ergeben sich 18% Unterschied zum Tactical und 9% zum Teamgroup. Ein nicht zulässiger aber durchaus machbarer Rückschluss, dass es sich bei allen Komponenten so verhält würde zu einem Rechner führen der dann ebenfalls 10 oder vielleicht auch 20 Prozent über dem günstigen liegen dürfte. Jetzt ist es nicht mehr weit zum Vorwurf, dass etwa Komponenten empfohlen werden aufgrund von Absprachen und nicht etwa weil sie günstig sind. Diese Unterstellung muss nicht zutrefen. Auch andere Punkte wären denkbar, wie Gedankenlosigkeit des Artikelschreibers, welcher einfach nicht sich nochmal informiert hat (zuerst im Hauseigenen Forum) order schlicht fortschrieb, was an Tests schon verfügbar war, um Zeit zu sparen oder es sich schlicht einfach gemacht hat und Mehraufwand scheute. Egal was die Beweggründe waren, es bleibt hängen das etwa 1/10 Günstigkeit verschenkt wurde. Und um zurück zu kommen auf den Leserbriefschreiber macht 1/10 bei 435€ mitunter einiges aus.
In eurer Antwort steht die Aussage:
"Sämtliche vergebene Wertungen sind grundsätzlich unabhängig vom Preis – allein schon deshalb, weil aufgrund der (Preis-)Dynamik des Hardware-Markts bereits getestete Produkte regelmäßig eine neue Wertung erhalten müssten." - Dennoch gebt ihr an Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Maus für 35 oder 30 Euro hat kein "sehr gutes" Preisleistungsverhältnis. Eine
Maus mit USB, 8000dpi, mindestens 8 Tasten, Scrollrad die erst seit 2014 im Handel erschienen ist gibt es schon ab 21,90 Euro (Stichtag heute 11_05_2014). Mal davon abgesehen das es auch Mäuse für 10 Euro und noch weniger gibt. Eine solche 20+ Euro Maus zu testen wäre für ein "günstiges" Gamining Rechner Spezial eine Aufgabe gewesen und nicht die 10 oder 15 Euro teureren Produkte mit dem Label "sehr günstig" aus welchen Gründen auch immer abzudrucken.
Zur Aussage im Leserbrief.
"Mittlerweile wurde ich eines Besseren belehrt, ich sehe euch nur noch als Preistreiber der Hardware-Industrie."
Auch hierzu ein Erklärungsversuch wie man tatsächlich sagen kann das es so ist. Auch anhand des Beispielrechners wird gesagt Zitat:
"Kaum ein Upgrade bringt unter Windows einen so hohen Geschwindigkeitsschub wie eine SSD. Die flotten Flashspeicher waren einmal sehr teuer, sind inzwischen aber stark im preis gesunken: Wir empfehlen mindestens 240 GB, die Crucial M500 ist schon ab ungefähr 90 Euro erhältlich." Die Aussagen dieses Textschnipsels auf Seite 22 sind: a) eine SSD ist eine Verbesserung. b)Sie ist die höchste Verbesserung. c) Es gab einen Preisverfall. d) Empfehlung von 240 GB. e) Preisbeschreibung der Crucial M500.
Zu a) und b) Es ist ein Fakt unbestreitbar, allerdings hätte man sich auch das Adjektiv "hohen" sparen können oder solche Beschreibungen wie "flott". Das ist natürlich dem Artikelverfasser obliegend.
Zu d) Diese Empfehlung hat keine Relevanz. 240 GB mag aus Preisleistungssicht (GB/€) tragbar sein, ist aber beim Endpreis nicht "günstig" so wie der Artikel den Anschein vorgibt. Eine 120 GB Version oder noch kleiner würde auch den Zweck erfüllen und wäre für das Betriebssystem und zusätzliche Programme ausreichend, wobei diese Variante vielleicht nicht die selbe Leistung erreicht. Billiger jedoch wäre es als eure Empfehlung und damit bei einem günstigen Rechner unter diesen Umständen meiner persönlichen Meinung nach angebrachter.
Zu c) Mit Worten wie "sehr teuer" und "stark gesunken" nimmt man eine Wertung vor. Das UVP meist außerhalb dessen liegt, was tatsächlich als Preis ausgeschildert wird im Handel ist klar. Die in den Preisen enthaltenen Aufschläge jedes Zwischenglieds, um bei diesem Gewinne zu realiseren, sind ein zusätzlicher Preistreiber in der Kette. Herstellungs + Vertriebskosten und tatsächlicher Verkaufspreis liegen weit auseinander selbst im Konkurrenzkampf der Elektronikindustrie. Zudem mit Onlineshops man keine Rabatte aushandeln kann sondern deren Preisgestalltung ausgeliefert ist. Die Hardwarewelt ist da nicht anders wie der WSV in der Modewelt. Es gibt Einführungspreise. Preisreduktionen. Rabataktionen. Aber Ein T-Shirt das für 20€ im S-Olivershop verkauft wird und für weniger Euros woanders hergestellt wurde hat erhebliche Gewinnspannen. Nicht zuletzt ist das ersichtlich beim Austausch der Kollektion zur Winter/Sommerzeit. Genauso ist es mit der Hardware. Wo für Markennamen zusätzlich bezahlt wird. Hier kommt mit neuen Chipgenerationen auch ein Ausverkauf der Vorgänger zustande und erst da fallen die Preise auf die Marge die für Händler und Hersteller gerade noch akzeptabel ist um eben keinen Verlust zu machen, zuletzt also auf den Wert der der Herstellung nahzu entspricht. Was zu e) führt.
Zu e) Eine Preisangabe sollte mit Bedacht gewählt werden. Die PCGH ist eine etablierte Zeitschrift für Hardware. Die Angabe eines Preises führt zu Preisbindung. Den dem Argument nach, warum sollte ein Händler den Preis günstiger wählen und das Produkt vertreiben als euere Preisbeschreibung! Ihr gestaltet indirekt auch Preise. Diese beschriebene SSD etwa war vor der Ausgabe unter 90 Euro zu haben, mit eurem Artikel habt ihr den weiteren Preisverfall vielleicht nun begrenzt oder zumindest ein Signal gesendet, dass der Preis OK sei und ihn damit etabliert. Es ist ein zweischneidiges Element Preise zu nennen. Zum einen wollt ihr die Leser informieren, aber andererseits macht ihr genau mit solchen Aussagen unbedarft einen Strich, der womöglich zur Preisbindung führt. Einen Preiskorridor zu nennen oder etwa die Prozentuale Senkung in einem Zeitraum + Ausblick hätte weit weniger Konsequenz behaftet.
Allein in diesen wenigen Worten auf nur acht Zeilen kann also eine Menge stehen. Nicht zuletzt hilft da vor allem der sparsame Gebrauch von adjektiven und Superlativen, um zum einen Objektiv zu bleiben und so eine neutrale Bericht zu erstellen und zum anderen keine Signale zu senden die falsch verstanden werden könnten. Da euer Magazin ein Bindeglied zwischen Konsument und Handel darstellt habt ihr hier eine Verantwortung, welcher ihr euch nicht entziehen solltet.
MFG