Organspende - Neuer Gesetzentwurf von Jens Spahn und Prof. Karl Lauterbach

Manche sind halt schon zu Lebzeiten Hirntod. Da muss man sich nur mal die ganzen Nazis anschauen, die letzten Sommer durch Chemnitz gelaufen sind.
 
Wie bitte will man denn noch mehr aufklären? Man wird doch seit den frühen Neunzigern damit überall konfrontiert, beziehungsweise hat jedwede Möglichkeit sich zu informieren. Wer von den Anwesenden hier hatte schon mal die Zeit sich bei Youtube Trailer, reviews, oder how to's anzusehen? Der hätte also auch die Zeit gehabt sich zu diesem Thema zu informieren. An mangelnder Aufklärung liegt es sicher nicht, sondern eher an den faulen, oder selbstsüchtigen Menschen die keinen Grund verspüren sich mal Gedanken zu machen.

Ich finde diesen Vorschlag super, weil er die Menschen zwingt sich mit den Thema wenigstens einmal kurz auseinanderzusetzen. Ich fände eine Verzichtserklärung für Menschen die das Spenden ablehnen aber auch legitim. Also nach dem Motto, wer nichts geben mag bekommt auch nichts. Das ist zum Wohle vieler selbstsüchtiger Menschen aber nicht vorgesehen.
 
Das geht doch auch heute schon. Man kann auf dem Organspende-Ausweis auch die Spende untersagen.

Oder halt einzelne Teile, wie z.B. Augen ausnehmen.
 
Das ist ja das tolle. Auch wenn dieser Vorschlag in Kraft tritt, man hat noch immer sämtliche Möglichkeiten.man kann jederzeit alles abwählen, bestimmtes, oder gar nichts. Der Bürger hat weiterhin die Wahl. Nur muss er sich eben einmal! Gedanken machen was er will.

Mal ein Beispiel aus meinem Freundeskreis.
Ein Mann der mir die Freundschaft gekündigt hatte. Warum? Weil ich ihn darauf hingewiesen habe dass seine Eltern inzwischen alt und krank sind. Er selbst hatte immer betont dass seine Oma noch fitter sei als alle anderen in der Familie und diese eben alle überleben würde. Vor ein paar Jahren ist ihr Mann gestorben, also der Opa meines Freundes, den das laut eigener Aussage völlig unvorbereitet traf. Auf die Frage wie alt er denn gewesen sei, antwortete er: 93. Ich fragte: "93! und das hat du nicht kommen sehen? Was hast du denn gedacht, dass er ewig lebt? Von mir bekommst du dafür kein Mitleid. Mach dir lieber mal Gedanken über deine Eltern. Mutter und Vater schon lange arbeitsunfähig und Herzkrankheiten. Beide nur noch mit viel Tabletten und Ruhe und sie sind beide schon Mitte sechzig. Du solltest davon ausgehen dass die beiden auch jederzeit, bzw. in den nächsten Jahren abtreten können." Dann war Sendepause...
Nach dem Tod ihres Mannes verlor die Oma alle Lebensgeister und wurde kränker und schwächer. Inzwischen hängt sie an Maschinen aber keiner mag die Verantwortung tragen und den Stecker ziehen, obwohl die Frau schon lange Essen und Trinken verweigert hat und nicht mehr leben wollte. Nur eine Erklärung hat sie nicht aufgesetzt.
Hätte sie eine Erklärung abgegeben müssten die Angehörigen keine Angst haben eine falsche Entscheidung zu treffen. Warum hat sie keine? Weil sie sich nie damit auseinander gesetzt hat. Selbst die Angehörigen die ja der Meinung waren sie seinen in schlechterer Verfassung haben das noch immer nicht getan. Das darf doch wohl nicht wahr sein!?

Inzwischen hat mein Freund sich wieder beruhigt und mir Recht gegeben, aber weiter möchte er sich nicht mit dem Thema befassen. Jetzt schweigen wir das tod.
Verstehen kann ich diese Einstellung aber nicht.

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Mir gefällt der Vorschlag.
Diejenigen, denen es bisher so egal war, dass sie nichts (weder dafür noch dagegen) gemacht haben, machen danach bestimmt genau so viel.
Wie groß ist wohl der Rest, der tatsächlich, aktiv, irgendwas dagegen hat? :huh:

Mich würden ja mal Gründe interessieren. Also was nach "nö, will ich nich", dem Skandal alle Jubeljahre, den ganzen Gruselgeschichten oder religiösem was auch immer übrig bleibt.
Es ist eine sehr persönliche Entscheidung mit der sich jeder auseinandersetzen muß.
Macht aber keiner und wenn doch, dann finden die zu dem Thema bestimmt nur Skandale oder obskuren Hokuspokus. :rollen:

Die meisten verdrängen das im Alltag und haben sich noch nie richtig Gedanken darüber gemacht.
Das bestätigen auch Umfragen.
Bestätigen die seit Jahrzehnten nicht auch, dass von den Befragten zumindest sehr viele dafür sind? Aber frag bloß nicht, wer tatsächlich einen Ausweis hat.

Aber finde mehr Aufklärung würde auch reichen anstatt diese Widerspruchsregelung einzuführen.
Das kostet €€€ und bringt ???. Neu ist das Thema ja wirklich nicht.
 
Ich hab mir gerade die Frage gestellt welchen Einfluss die aktuelle Diskussion wohl hat. Holen sich gerade mehr Leute einen Spenderausweis weil wieder darüber geredet würde oder schläft das gerade vollkommen ein weil ja eh bald die Wiederspruchslösung kommt?
 
Die Frage die ich hier noch nicht gelesen habe (oder ueberlesen, dann verzeihung): Wer profitiert wirklich von diesen Neuregelungen?

Wer würde denn überhaupt profitieren außer diejenigen welche Organe brauchen?
Ist ja nicht so das man die in den Kühlschrank legt oder großartig quer durch die Welt schiffen kann(soweit ich weiß) :ka:
 
Macht aber keiner und wenn doch, dann finden die zu dem Thema bestimmt nur Skandale oder obskuren Hokuspokus. :rollen:

Bestätigen die seit Jahrzehnten nicht auch, dass von den Befragten zumindest sehr viele dafür sind? Aber frag bloß nicht, wer tatsächlich einen Ausweis hat.
In den Umfragen sind 80% dafür. Aber gleichzeitig haben sich die wenigsten mit dem Thema ernsthaft auseinander gesetzt.

Das kostet €€€ und bringt ???. Neu ist das Thema ja wirklich nicht.
Neu ist es nicht. Aber wirklich präsent war es in den Medien kaum.


Ich hab mir gerade die Frage gestellt welchen Einfluss die aktuelle Diskussion wohl hat. Holen sich gerade mehr Leute einen Spenderausweis weil wieder darüber geredet würde oder schläft das gerade vollkommen ein weil ja eh bald die Wiederspruchslösung kommt?
Gute Frage. Jetzt ist es gerade in den Medien. Lange Zeit war es schon fast in Vergessenheit geraten.
 
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Ich finde diesen Vorschlag super, weil er die Menschen zwingt sich mit den Thema wenigstens einmal kurz auseinanderzusetzen. Ich fände eine Verzichtserklärung für Menschen die das Spenden ablehnen aber auch legitim. Also nach dem Motto, wer nichts geben mag bekommt auch nichts. Das ist zum Wohle vieler selbstsüchtiger Menschen aber nicht vorgesehen.

Dann wäre es aber keine Organ"spende" mehr, denn eine Spende ist etwas freiwilliges ohne Gegenleistung. Weiter würde dein Vorschlag unser Solidaritätsprinzip untergraben. Man kann natürlich darüber diskutieren wo Solidarität anfängt und aufhört, aber das steht ja aktuell nicht zur Debatte.
 
Dann wäre es aber keine Organ"spende" mehr, denn eine Spende ist etwas freiwilliges ohne Gegenleistung. Weiter würde dein Vorschlag unser Solidaritätsprinzip untergraben. Man kann natürlich darüber diskutieren wo Solidarität anfängt und aufhört, aber das steht ja aktuell nicht zur Debatte.
Das ist nicht mein Vorschlag gewesen, sondern stammt aus der Sendung hart aber fair.
MMn ist dieser Vorschlag genau wegen unserem Solidaritätssystem vertretbar. Denn wer nicht bereit ist zu geben, lehnt ja prinzipiell dieses System ab und hat demnach auch keinen Grund zu fordern/nehmen.

Allgemein fehlt mir bis jetzt auch noch eine Begründung von den Ablehnern dieses Vorschlags was denn eigentlich gegen eine Organentnahme nach dem Tode spricht. Also ich frage mich warum man das ablehnen könnte. Irgendwie will mir immer Alltag niemand auf diese mMn wirklich simple Frage antworten.

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Bei einer Obduktion werden auch alle Organe entnommen. Da haben die Angehörigen überhaupt kein Mitspracherecht. Es könnte schließlich der Mörder darunter sein.
 
Organspende mit einer Obduktion gleichzusetzen ist schon ein kleiner Spagat.

Was nach dem Tod passiert, ist mir persoenlich egal.
Ich hab ein kleines Problem damit, wie bei der Organspende der Tod definiert wird.

Dann aber auch eher weniger bei mir selbst als bei Angehoerigen bzw. der Person die mir am wichtigsten ist.
Wenn da entschieden wird, das eben diese Person jetzt tot ist und ausgeschlachtet wird weil irgendjemand definiert hat das es so ist.
Da wird einem komplett die Hoffnung genommen, einfach so.
Rational gesehen ist es wahrscheinlich egal. Der Missbrauch dahingehend verschwindend gering.

Nur wie schon erwaehnt, weis ich nicht wie ich damit umgehen koennte.
Es bleibt noch immer das: was ist wenn sich der Arzt / Aerzte taeuschen, was ist wenn ein Missbrauch stattfindet.
Und diesen Punkt kann man eben nicht ganz eliminieren.


Zu dem Punkt mit der Solidaritaet: wo faengt sie an, wo endet sie?
Wieso wird das ganze dann nicht zu einer Zweckgemeisnchaft umfunktioniert.
Jeder der potentiell ein Organ mal bekommen moechte, muss sich dazu verpflichten selbst zu spenden.
Wie sieht das dann mit den Kosten fuer Aerzte usw. dafuer aus? Wieso soll das dann von der Allgemeinheit ueber Steuern und Krankenversicherungsbeitraegen getragen werden?
Was macht einer der also moeglicher Organspender nicht in Frage kommt, weil Krankheiten oder was weis ich?

Wenn man das bei diesem Thema so eingefuehrt hat, wieso dann nicht auf andere Gebiete ausweiten?

Wenn man versucht das alles von ein paar Seiten zu betrachten, ist es nicht einfach so schwarz weiß.
 
Allgemein fehlt mir bis jetzt auch noch eine Begründung von den Ablehnern dieses Vorschlags was denn eigentlich gegen eine Organentnahme nach dem Tode spricht. Also ich frage mich warum man das ablehnen könnte. Irgendwie will mir immer Alltag niemand auf diese mMn wirklich simple Frage antworten.
So simpel ist die Frage gar nicht mal. Nicht jeder möchte das sein Körper als Ersatzteillager herhält und ausgeschlachtet wird.
Es kann auch religiöse Gründe haben, das man wünscht dass sein Körper unversehrt bleibt, bis er beigesetzt wird.
Und wenn man mitbekommen hat, wie Menschen in Armen Ländern ihre Organe an die Organmafia verkaufen, dann denkt man auch anders darüber.
Ich will nicht unterstellen das es in Deutschland mafiaartige Strukturen gibt in der Hinsicht.
Aber man ist da etwas skeptisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Sache ist eigentlich sehr simpel, wenn ich meine Organe nach dem Hirntod nicht spende, hat jemand anderer (auch mehrere) keine Chance auf ein lebensrettendes Organ.
Das meine Organe Futter für die Würmer werden statt einem anderen Menschen zu helfen ist blanker Egoismus.

Wenn es genug Spender gibt, dann gibt es auch keinen Schwarzmarkt.
 
Das ist doch dann gerade ein Pluspunkt! Wenn jeder hier eradezu damit um sich wirft, gibt es doch überhaupt keinen Markt für solche Geschäfte.
 
Die Sache ist eigentlich sehr simpel, wenn ich meine Organe nach dem Hirntod nicht spende, hat jemand anderer (auch mehrere) keine Chance auf ein lebensrettendes Organ.
Ja klar. Das ist einleuchtend!
Das meine Organe Futter für die Würmer werden statt einem anderen Menschen zu helfen ist blanker Egoismus.
Jein. Es kann wie gesagt auch religiöse Gründe haben.

Wenn es genug Spender gibt, dann gibt es auch keinen Schwarzmarkt.
Zumindest würde er schrumpfen.

Die Chinesen züchten z.B. Tiger in Farmen für ihre komische traditionelle Medizin, aber dennoch werden sie weiter gewildert.
 
Ganz schluessig ist die Logik nicht wirklich.
Wenn ausnahmslos jeder Organspender waere, wuerde ja der Markt nicht automatisch gesaettigt sein.
Oder gibt es genug Hirntode in Deutschland um den Bedarf an Ersatzteilen fuer Menschen zu decken?
Kenne da die Statistiken nicht.

Wenn ich zwar als Organspender registriert bin, mich aber ein ploetzlicher Tod ereilt, koennen ja meine Organe trotzdem nicht verwendet werden.

Selbst wenn der Zustand einer absoluten Deckung ueber Zeitraum X erreicht waere, wuerde es noch immer irgendwen geben, der der Meinung ist dringender ein Organ zu brauchen als der naechste auf der Liste, voila Bedarf fuer Schwarzmarkt wieder da.
 
Selbst wenn der Zustand einer absoluten Deckung ueber Zeitraum X erreicht waere, wuerde es noch immer irgendwen geben, der der Meinung ist dringender ein Organ zu brauchen als der naechste auf der Liste, voila Bedarf fuer Schwarzmarkt wieder da.
Den wird man auch nie ganz wegbekommen. Dafür gibt es zahlreiche andere Beispiele.
 
Wobei auch das Organ selbst passen muss. Da werden also schon Empfänger mit dem Spender abgeglichen.

Was macht einer der also moeglicher Organspender nicht in Frage kommt, weil Krankheiten oder was weis ich?

Das wird vor einer Entnahme eh getestet. Auch beim Blutspenden.
Die Bereitschaft zählt.


Edit:
Da es auch mit dem Thema selbstbestimmter Tod zutun hat, das BVefG verhandelt derzeit über den §217 StGB:
Verhandlung am BVerfG: Wer darf beim Suizid helfen?
SS 217 StGB: Es bleibt an den AErzten haengen
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bverfg-2bvr-2347-15-suizid-verwirklichen-assistenz-verhandlung-sterbehilfe-aerzte-grundrecht-freiheit-moral/ schrieb:
"Gesetzgeber muss den Rahmen schaffen, das Grundrecht auf Suizid zu verwirklichen"

 
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