Moderne Onboard LAN Karten können den Gigabit-Standard bereits gut ausreizen, Netzwerkkarten bringen hier keine Vorteile-mit wenigen Ausnahmen:
-Einige Netzwerkkarten besitzen zwei LAN Anschlüsse und unterstützen "Teaming" sodass über zwei paralelle Leitungen 2GBit/s möglich sind; die Gegenstelle muss das freilich auch unterstützen; es gibt auch Mainboards mit diesem Feature
-Einige Netzwerkkarten, etwa die Qualcomm/Atheros Killer NIC können u.A. TCP/IP Adressberechnungen in Hardware durchführen und so die CPU entlasten sowie eventuell geringfügige Vorteile bei der Latzenz herausholen
-Einige Netzwerkkarten besitzen Glasfaseranschlüsse für entsprechende Netzwerke
-Und dann gibt es noch -optisch und Elektrisch- 10GBit/s und 40GBit/s Ethernet und Infiniband mit 10GBit/s oder 20GBit/s
-Eine Netzwerkkarte bietet grundsätzlich einen
zusätzlichen Netzwerkanschluss...
Die Sinnhaftigkeit von 10GBit/s Ethernet im Heimbereich hält sich sehr in Grenzen: beim Zugriff auf einen NAS oder Homeserver begrenzt etwa in der Regel die Festplatte, nicht das Netzwerk (wobei dieses alte Argument langsam schwächer wird, aktuelle Festplatten sind teils doch etwas schneller, bis maximal ~1,5GBit/s, SSDs bis ~5GBit/s) und GBit/s LAN ist immernoch eine Größenordnung schneller als jeder gängige Internetanschluss.
Das -extrem teure- Infiniband bringt auch deutliche Latenzvorteile von denen man behaupten könnte, sie können auch in Spielen einen Vorteil bringen; der Vorteil bewegt sich aber in der Größenordnung von ~1ms und ist damit im Bezug auf Spiele fast völlig vernachlässigbar; er ist freilich auch nur im LAN relevant, im Bezug auf das Internet ist die Latenz im LAN sowieso lächerlich. Die Software muss auch darauf optimiert sein (was bei Spielen sicher nicht der Fall ist), sonst fällt der Latenzvorteil zu großen Teilen weg.
Lichtwellenleiter sind vor allem bei Kabellängen ab ~100m sinnvoll, insbesondere in Kombination mit 10GBit/s+ Ethernet, auch das ist in der Praxis wohl eher selten nötig.
Auserdem hab ich gelesen das es unterschiedliche Arten (Kategorien) von Netzwerkkabeln gibt die unterschiedliche Geschwindigkeiten und Frequenzen besitzen : CAT 3, CAT 5, usw.
Im wesentlichen gibt es folgende Kabelarten:
Twisted Pair Kabel:
Twisted Pair Kabel bestehen aus verdrillten Doppeladern (jeweils hin-und rückleitung); das elektrische Feld der verdrillten Hin-und Rückleitung hebt sich großteils auf sodass Übersprechen auf die anderen Adern reduziert wird.
Modernes Telefonkabel mit 2 Doppeladern: mit RJ45 Steckern zur Not bei nicht allzu langen Kabeln für 10BASE-T, 100BASE-TX oder 100BASE-T2 ausreichend
Cat-1: ungeschirmtes Telefonkabel mit 2 Doppeladern, maximal 10Mbit/s über kurze Kabel
Cat-2: ungeschirmtes Telefonkabel mit 4 Doppeladern, maximal 10Mbit/s
Cat-3: ungeschirmtes Kabel mit 4 Doppeladern (andere Verdrillung als Cat-2), 10Mbit/s oder 100MBit/s (100Base-T4, 100Base-T2; über kurze Kabel eventuell auch 100BaseTX oder sogar 1000BaseT)
Cat-4: ähnlich Cat-3
Cat-5: hochwertige, teils geschirmte (nicht zwingend) Kabel mit 4 Doppeladern bis 100Base-TX und 1000Base-T (GBit/s Ethernet); über kurze Kabel ist begrenzt auch 10GBaseT möglich
Cat-5e: erweiterte Cat-5 Norm, mittlerweile verwirrenderweise eingestampft (jedes aktuelle CAT-5 Kabel sollte CAT-5e entsprechen)
Cat-6: höherwertig als Cat-5, meist geschirmt, auch für 10GBase-T mit Kabeln bis 55m geeignet (RJ-45 Stecker sind aber nur begrenzt 10GBit/s tauglich!)
Cat-6a: erweiterte Cat-6 Norm
Cat-7(auch Cat-F bzw. Klasse-F): S-FTP Schirmung, neue, inkompatible Stecker; für 10GBaseT und sogar 40GBaseT geeignet
Auf Entfernungen <50m reichen Cat5 Kabel in praktisch jedem Fall voll aus; nur wer ernsthaft über 10GBit/s Ethernet nachdenkt, insbesondere bei Entfernungen über 10m sollte über bessere Kabel nachdenken. Nicht sinnvoll ist es jedenfalls kurze Anschlusskabel in der high-end Ausführung zu kaufen und bei längeren Kabeln zu sparen- denn längere Kabel sind naturgemäß störanfälliger...
Will man aus Gründen der Zukunftssicherheit auf Cat-7 setzen sollte man beachten, dass sie mit gewöhnlichen RJ-45 Steckern Cat-6 nicht überlegen sind. Allerdings kann man gegebenenfalls irgendwann später die Stecker tauschen.
Schirmung von Twisted Pair Kabeln:
UTP: Ungeschirmte Kabel; zum Teil auch noch bei Cat6 zu finden; prinzipiell in der Regel kein Problem solange es keine elektromagnetischen Störungen gibt
STP: die einzelnen Doppeladern sind jeweils mit Folie geschirmt
S/FTP: die einzelnen Doppeladern sind geschirmt, zusätzlich ist das gesamte Kabel geschirmt (bei Cat-7 im Standard vorgesehen)
SF/UTP: Gemeinsame Schirmung für das gesamte Kabel gegen äußere Störungen
Äußere Elektromagnetische Störungen können vor allem durch paralell verlegte Telefonkabel, andere ungeschirmte Netzwerkkabel oder etwa USB Kabel entstehen aber auch z.B. durch nahe, starke Funkanlagen in kritischen Frequenzbereichen (z.B. W-LAN oder Handys sollten aber kein Problem sein, Stromleitungen sind auch unproblematisch außer vielleicht in Kombination mit D-LAN)
Allgemein sollten äußere EM-Störungen nicht überschätzt werden.
Schirmung ist vor allem bei elektromagnetischen Störungen und längeren Kabeln wichtig; Kabel die der Norm entsprechen sollten prinzipiell auch ohne Schirmung funktionieren
Preis:
Für ein doppelt geschirmtes S/FTP Kabel sind etwa 30 Cent/m +1€ gerechtfertigt, für ein ungeschirmtes Kabel etwa 10 Cent/m +50 Cent.
Koaxialkabel:
Koaxialkabel eignen sich prinzipiell für Netzwerke bis ~1GBit/s, Kabelmodems lassen sich als Netzwerkadapter nutzen. In den 1990ern waren Koaxialkabel als Netzwerkkabel sehr beliebt (10Base-2 und 10Base-5), die damalige Hardware kann jedoch aufgrund der geringen Bandbreite von nur 10MBit/s heute nurnoch begrenzt eingesetzt werden.
Glasfaserkabel:
Glasfaserkabel gelten als der "Heilige Gral" der Netzwerktechnik, da sie prinzipiell fast beliebige Bandbreiten zulassen, auch über große Entfernungen. Lichtwellenleiter sind des weiteren auch nicht anfällig für elektromagnetische Störungen. Beachten muss man aber, dass es zahlreiche unterschiedliche, vielfach inkompatible Technologien und enorme Qualitätsunterschiede bei den Kabeln gibt. Ich möchte hier nicht weiter darauf eigehen, wenn man auf Glasfasertechnik setzen will sollte man sich jedenfalls genau überlegen, was man tut.
Probleme mit minderwertigen Kabeln:
Ethernet besitzt aufwendige Fehlerkorrektur und Fehlererkennungsverfahren, die auch bei einer hohen Fehlerquote mit einem gestörten Kabel eine stabile Verbindung ermöglichen; allerdings müssen dabei beschädigte Datenpakete eventuell erneut gesendet werden was zulasten der Bandbreite und der Latenz geht.