AW: LG enthüllt größtes und flachstes OLED-Fernsehgerät mit 55 Zoll Diagonale
Die OLED Fläche ist quasi nur Hintergrundbeleuchtung, die durch Farbfilter läuft, und LG brüstet sich dann auch noch mit großem Farbraum.
Falsch. OLED wird zwar nicht für die Erzeugung der Farben genutzt, aber es weitaus mehr als eine Hintergrundbeleuchtung:
Es ist auch die komplette Ansteuerung - und darauf kommt es, gerade im Multimediaeinsatz, an.
Sicher: Den Farbraum erweitert das nicht ganz so stark, wie eine farbige Lösung, aber afaik haben weiße OLEDs schon einen weiteren Farbraum, als die weißen LEDs, die für LED-Hintergrundbeleuchtungen eingesetzt werden. Und das zusätzliche weiße Subpixel trägt ebenfalls zu einer erweiterten Farbpalette pektrum bei - nur halt nicht gleichmäßig, sondern auf (helle - wobei man die Gesamtbandbreite ja auch wiederum stauchen kann, um mehr in den dunklen Bereich zu legen) Mischfarben beschränkt. Bildbearbeiter mag das stören, aber für Filme ist es wiederum kein Nachteil, denn da treten extreme Primärfarbtöne eh kaum auf. (und außerdem hat man de facto eine 16 Bit Graustufenwiedergabe. S/W-Filme FTW

)
Kritischer dürfte wohl eher die Ansteurung werden, denn da hatten afaik bislang alle "+white" Lösungen Probleme mit...
(deshalb versucht LG hier wahrscheinlich auch mit "natürlichen" Farben zu werben, seid der Smartphone Debatte weiß man ja, dass viele Menschen scheinbar grauschleirige Farben auf Displays aus Gewohnheit für natürlicher halten obwohl ein ordentlich kalibriertes OLED Display alles ausstechen dürfte wenn es um die Natürlichkeit der Farben geht)
Das Problem ist, dass viele Wiedergabegeräte mit erweitertem Farbraum nunmal nicht ordentlich kalibriert sind

Handydisplays sowieso nicht und die günstigeren LCDs erst recht nicht. Dazu kommt die Ansteuerung mit maximal 8 Bit. Wenn man auf so einem Gerät dann sRGB-codierte Bilder wiedergibt (und das ist nunmal der Farbraum, für den 99% der Medien vorliegen), dann sind die Farben in der Tat nicht natürlich, sondern eben über einen i.d.R. 20-30% größeren Farbraum gestreckt - auch wenn die dort liegenden Farben gar nicht ins Motiv gehören.
und von den Farbwerten erwarte ich nichts anderes, der beste Farbfilter ist kein Ersatz für selbstemmitierendes Farblicht solange dies eine gewisse Reinheit besitzt, was bei den modernen OLEDs durchaus der Fall ist.
Aber leider nicht für unbeschränkte Zeit...
Der größte Witz ist am Ende sowieso dass der TV und Blu-Ray verwendete Farbraum deutlich kleiner ist als die Farbräume von BEIDEN TVs (Samsung und LG) womit zumindest das Thema auch wieder nur auf Farb-Kontrast dezimiert werden kann und dort wird Samsung weit vorraus sein.
Siehe oben: Schön wärs. In der Praxis steht zu befürchten, dass auch bei diesem Gerät der verwendete, beschränkte Farbraum über den gesamten für die Ausgabe zur Verfügung stehenden gestreckt wird -> Bonbonwelt.
In den letzten 2 Jahren gab es so viele Innovationen und dennoch benutzt keiner von beiden Anbietern die Kenntnisse daraus obwohl Samsung sich sogar einige der besten Innovationen samt der dazugehörigen Forschungsfirma/abteilung... einverleibt hat.
Zwischen einer Innovation und einem Serienreifenprodukt vergehen oftmals Jahre. Erst recht, wenn man mit aufwendig herzustellenden Kohlenstoffmodifikationen eine Preisreduzierung erreichen will.
Etwas das in den nächsten 10 Jahren auf jeden Fall mit OLED als neuem Standard überdacht werden sollte sind die derzeitigen TV und Blu-Ray Standards. OLED packt selbst Adobe-RGB ohne Probleme und mehr Graustufen wären auch drinn, mann muss jetzt endlich mal anfangen die Technik die man hat wirklich auszunutzen.
Henne/Ei.
Man bräuchte 10-12-16 Bit Kameras mit Sensoren, die den erweiterten Farbraum angemessen abbilden. Dann bräuchte man Medienformate, die ihn speichern und passende Abspielgeräte, die ihn ausgeben. Für die Ausgabe bräuchte man erstmal einen Anschlussstandard (okay - das wäre nur ein Spec-Update für DP. Aber da fängts ja schon ab: Den nutzt man im Multimediabereich nicht und HDMI hat nicht die Bandbreite, um bei gleichbleibender Auflösung die bislang definierten iirc 10 Bit Formate zu überschreiten) - und zu guter letzt braucht man natürlich ein Ausgabegerät, dass das auch alles rüberbringt.
Jeder einzelne dieser Schritte kostet Geld (VIEL Geld) und bringt ohne die anderen nichts (und selbst dann: Versuch im Media Markt mal mit dem Argument "Qualität" was zu verkaufen) - und alle müssen auf einen gemeinsamen Standard gebracht werden.
Ich würde so schnell nicht damit rechnen. Seit dem Ende der Röhre (analog hätte es geklappt - da wurde im PC-Bereich in den letzten Atemzügen ja auch noch schnell mit 10 Bit Kanälen experimentiert) kann sowas imho höchstens noch von oben durchgedrückt werden. Aber die Regisseure haben ja schon Jahrzehnte gebraucht, um jetzt endlich mal von 24p wegzukommen und man kann froh sein, dass sie 4k adaptieren. Ehe da ein erweitertes Farb- und ggf. sogar Helligkeitsspektrum ansteht, wird viel zeit vergehen.
Du weißt schon, dass OLED seit 10 Jahren in dem Medien besprochen wird, und es damals schon hieß in 5 Jahren?
Vor 7 Jahren hieß es sogar 1-2 Jahre (zumindest für kleine. Die >25" Klasse gehörte damals ja noch SED). Vor 6 Jahren waren es 1-2. Vor 5 Jahren war es eins, ggf. zwei. Vor vier Jahren so irgendwo zwischen 1 und 2. etc
