Neuronale Netze sind doch nicht programmiert, sondern haben sich eben anhand von Daten-Inputs trainiert. Genauso wie ein Lebewesen aus Daten-Inputs lernt.
Die Wikipedia-Kriterien finde ich ehrlich gesagt komplett unbrauchbar.
wikipedia schrieb:
Bewusstsein als „belebt-sein“ oder als „beseelt-sein“ in verschiedenen Religionen oder als die unbegrenzte Wirklichkeit in mystischen Strömungen.
Rein theologische Begriffsbedeutung. Nicht anwendbar, nicht prüfbar.
wikipedia schrieb:
Bei Bewusstsein sein: Hier ist der wachbewusste Zustand von Lebewesen gemeint, der sich unter anderem vom Schlafzustand, der Bewusstlosigkeit und anderen Bewusstseinszuständen abgrenzt. In diesem Sinn lässt sich Bewusstsein empirisch und objektiv beschreiben und teilweise eingrenzen. Viele wissenschaftliche Forschungen setzten hier an; insbesondere mit der Fragestellung, auf welche Weise Gehirn und Bewusstsein zusammenhängen.
"Bewusstsein = ist nicht bewusstlos"? Offensichtlich nicht für Diskussionen über KIs gedacht. Hab die aber noch nie schlafen sehen

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wikipedia schrieb:
Bewusstsein als phänomenales Bewusstsein: Ein Lebewesen, das phänomenales Bewusstsein besitzt, nimmt nicht nur Reize auf, sondern erlebt sie auch. In diesem Sinne hat man phänomenales Bewusstsein, wenn man etwa Schmerzen hat, sich freut, Farben wahrnimmt oder friert. Im Allgemeinen wird angenommen, dass Tiere mit hinreichend komplexer Gehirnstruktur ein solches Bewusstsein haben. Phänomenales Bewusstsein wurde in der Philosophie des Geistes als Qualiaproblem thematisiert.
Komplett nutzlos: Man weiß ausschließlich von sich selbst, ob man etwas "erlebt" oder nicht. Auf andere Entitäten als einen selbst ist diese Definition also nicht anwendbar, eingentlich nicht einmal auf andere Menschen. Man muss immer erst "Annahmen" machen - aber dann kann man auch gleich frei nach Schnauze annehmen "hat ein Bewusstsein" oder "hat kein Bewusstsein".
Zugriffsbewusstsein: Ein Lebewesen, das Zugriffsbewusstsein besitzt, hat Kontrolle über seine Gedanken, kann Entscheidungen treffen und koordiniert handeln.
Hier verstehe ich nicht einmal, was gemeint sein soll: Man hat doch immer Kontrolle über das, was man "denkt". Sonst würde man es "träumen" oder "phantasieren" nennen.
Abgesehen davon gilt erneut: Satz ist nur einen selbst anwendbar, nicht auf andere/s.
Bewusstsein als gedankliches Bewusstsein: Ein Lebewesen, das gedankliches Bewusstsein besitzt, hat Gedanken. Wer also etwa denkt, sich erinnert, plant und erwartet, dass etwas der Fall ist, hat ein solches Bewusstsein. In der Philosophie des Geistes wurde es als Intentionalitätsproblem thematisiert.
Dito. Komplett egozentriert. Und außerdem redundant zum vorangehenden Satz. Statt der beiden könnte man auch einfach "ich denke, also bin ich" schreiben. Aber funktioniert halt nicht mit "denkt ChatGPT?".
Bewusstsein des Selbst: Selbstbewusstsein in diesem Sinne haben Lebewesen, die nicht nur phänomenales und gedankliches Bewusstsein haben, sondern auch wissen, dass sie ein solches Bewusstsein haben.
Noch Egozentrierter: Wie soll man von außen erkennen können, ob der Gegenüber über seine eigenen Gedanken nachdenken kann? Man könnte höchstens fragen, aber Antworten auf die Frage "was denkst du über dich selbst?" konnten schon extrem primitive Chatbots geben.
Individualitätsbewusstsein besitzt, wer sich seiner selbst und darüber hinaus seiner Einzigartigkeit als Lebewesen bewusst ist und die Andersartigkeit anderer Lebewesen wahrnimmt. Man trifft es beim Menschen und andeutungsweise im Verhalten einiger anderer Säugetierarten an.
"[citation needed]" sage ich da mal: Woher bitte schön weiß der Autor dieser Zeilen, wie das Selbstbild eines anderes Säugetieres aus sieht? Und woher weiß er, dass das eines Krakes anders ist? Oder das einer KI, sofern vorhanden?
Allgemein fällt noch auf, dass außer der ersten Begrifflichkeit sich jede einzelne nur auf "Lebewesen" bezieht. Wenn man dieses Wort in seiner korrekten, biologischen Bedeutung nimmt, sind KIs also von vorneherein ausgeschlossen, da sie keine Lebewesen sind. Genauso gut hätte man auf dem Höhepunkt des kolonialen Rassimus jemandem fragen können, ob "Schwarze Intelligenz haben". Wäre von einigen allein auf der Grundlage abgestritten worden, dass sie Personen anderer Hautfarbe schon das Menschsein abgestritten haben.
Imho wird die Frage über "Bewusstsein ja/nein", genauso wie früher die zu "Intelligenz ja/nein", "Seele ja/nein", "freier Wille ja/nein" und noch einiges mehr, heute überwiegend zur Abgrenzung und Selbstüberhöhung genutzt:
Man nimmt ein Wort, für das niemand auch nur eine allgemein anwendbare, überprüfbare Definition hat. Man überfrachtet dieses Wort mit Bedeutung indem man z.B. alle möglichen Rechte daran knüpft (im Falle von "Bewusstsein" z.B. den Anspruch auf eine artgerechte Haltung und Schmerzfreiheit - für Säugetiere "mit Bewusstsein" gibt es Vorschriften, Insekten "ohne Bewusstsein" darf man die Beine einzeln abreißen). Und dann spricht man willkürlich oder anhand willkürlich getroffener Annahmen einigen Entitäten zu, [Wort] zu haben und anderen nicht. "Die anderen" haben dann verschissen, "Ketzer" "ohne Seele" durfte man z.B. abschlachten, einer KI "ohne Bewusstsein" darf man den Stecker ziehen. Aber "sich selbst" "mit Seele", "mit Bewusstsein", etc. definiert man zur wortwörtlichen Krone der Schöpfung, die über allem steht.
Eine rationale, objektiv prüfbare Grundlage dafür gibt es aber nicht.