AW: Ist Need for Speed noch zu retten? - Die Geschichte der Rennspielserie von Hot Pursuit über Underground bis hin zu Most Wanted
... Das neue Hot Pursuit würde ich mir aufgrund der guten Berwertungen auch mal anschauen, aber erst, wenns das für 10€ gibt...
Diese guten Bewertungen wurden von den Usern aber ehr nicht bestätigt (Metacritic Presse 86%, User 6,2). Ich hab mir Hot Pursuit im September 2011 für 6,80 € bei Steam gekauft. Für den Preis ist es schon recht gut aber bei weitem keine 86% würde ich sagen.
Zunächst wurden meine verwöhnten Augen mit Pixelbrei begrüßt. Etwas zusätzliches AA über den Treiber und Downsampling haben das aber beheben können. Als es nach den Grafiktweaks dann das erste Mal auf die Piste ging, machte sich der "Steuerungsbrei" bemerkbar. Auf den Geraden hat man das Gefühl nie präzise geradeausfahren zu können, schlimmer wirds dann in den Kurven, die man eigentlich nur driftend gut bekommt. An dieser Stelle wirds dann wohl zwei Gruppen von Spielern geben, die, die sich damit abfinden und die, die direkt genug vom Spiel haben.
Da ich zu denen zähle, die sich mit der Steuerung abgefunden haben, gings weiter, wurde aber nicht unbedingt besser. Egal ob Polizei-Karriere oder Raser-Karriere, man bekommt immer ein Auswahl an Autos, die man bereits freigeschaltet hat oder direkt ein gestelltes Auto. Einen eigenen Fuhrpark gibt es nicht und Tuning schon gar nicht. Dadurch geht aus meiner Sicht aber schon einer der wichtigsten Aspekte solcher Spiele verloren. Dieses "Seht her! Das ist meine Werk! Ich hab es bemalt, getunt und ich mach euch damit platt!" ist so eine Sache, die Emotion und Bindung ins Spiel bringt. Statt dessen darf man gerade mal vor jeder Fahrt aus einer der fahrzeugtypischen Farben wählen und nicht mal der Klassiker mit dem Namen auf dem Kennzeichen ist drin. Die Präsentation der Autos ist ebenfalls "sparsam". Alles was da präsentiert wird, ist das virtuelle Fahrzeug und ein kurzer Text dazu. Wenn ich da an NfS 4 zurück denke, würde ich heute erwarten, dass es neben der Geschichte des Fahrzeugs, ein Datenblatt, Bilder und HD-Videos gibt, von mir aus auch nur optional installierbar/downloadbar. Für Traumautos sollte auf jeden Fall der Stoff zum Träumen da sein. Dafür würd ich mich sogar noch zu Spielen auf BluRay hinreißen lassen.
Doch auch nach den Autos, ist noch nicht das Ende des Meckerns in Sicht. Hat man sich mit der Steuerung erst einmal abgefunden, sind die meisten Rennen auf Anhieb und meist auch in unter 2 Minuten gewonnen. Durch die "Gummiband-KI" die immer so gut, oder so schlecht fährt wie man selbst kann man eigentlich nie wirklich davon fahren. Also eiert man gemütlich über die Strecke und hebt sich den Boost für die letzten Kilometer auf. Die großte Schwierigkeit bei den Rennen stellt somit meist die CrashCam da. Es ist zwar späktakulär anzusehen, wie es Gegener und Polizei in Zeitlupe zerfetzt nur geht das Rennen in diesem Moment ja weiter. Anfangs nervt auch das gewaltig, später legt man sich die Gegner so zurecht, dass man diese Zeitlupenzeit dazu nutzt schwierige Passagen einfach zu überspringen. Hier wäre weniger wohl mehr gewesen.
Wenn man dann wirklich an all diesen Unwegsamkeiten vorbei ist, fängt das Spiel an richtig Spass zu machen und man bekommt auch noch ein längeres Rennen, so wie man sich das vorstellt - Mit dem Supersportwagen quer durchs Land. Leider ist dieses lange Rennen dann auch schon das letzte Rennen und man fragt sich, wie ein Entwickler solch ein großes Potenzial so weg schmeißen kann. Ein halbes Jahr Entwicklung mehr und die angesprochenen Punkte wären ausgebügelt.
Auf diese Weise könnte man fast jedes der letzten NfS auseinander nehmen. Sei es die frei befahrbare Stadt in Undercover, die spielerrisch keinerlei Nutzen hat oder die nur leicht "driftenden" Autos in der Möchtegern-Simulation Shift mit einem eigenen Fuhrpark, den man dann aber zu selten nutzt.
Als Optimist könnte man dann noch hoffen, mit dem nächsten Teil wird alles besser, aber als Spieler, der seit dem ersten Teil dabei ist, weiß man inzwischen, was von EA zu erwarten ist und wird mit "The Run" auch wieder nur darin bestätigt. Leider geht es wohl nur noch darum, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele Spiele zu verkaufen, ohne wirklich Herzblut in die Sache zu stecken.
