Sanktionen gegen Israel wären mal eine gute Idee. Aber ob Deutschland dafür "die Eier" hat?
Welche Partei sollte das schon haben?
Bislang ist Deutschland weit davon entfernt, auch nur eine nicht-unterstützende Position einzunehmen.
SPD, Grüne, Union und FDP bereiten gerade die zweite Bundestagsresolution in unmittelbarer Folge vor, die auf die IHRA-Definition aufbaut. Mit deren Hilfe regelmäßig jegliche Kritik an Israel als "Antisemitismus" gecancellt und komplette NGOs kaltgestellt werden.
Nach der Antisemitismusresolution legt der Bundestag mit einem Antrag zu Judenhass an Unis nach. Neben Kritik gibt es dieses Mal auch deutliches Lob dafür.
taz.de
Die Hisbollah und die Hamas können den Krieg sofort beenden.
Wie denn, außer durch Kollektivsuizid?
Hör doch einmal auf so zu tun als wäre das ein einseitiges Problem.
Auf der einen Seite haben wir eine israelische Regierung mit Ultrarechten (denen dürften die Vorwürfe sowieso im Grunde ziemlich egal sein), sowie einem Ministerpräsidenten bei dem man zunehmend den Eindruck gewinnen kann das er diesen Krieg nur in die Länge zieht weil er Angst hat was ihm persönlich danach blühen könnte.
Auf der anderen Seite haben wir mit Hisbolah und Hamas einen Haufen Terroristen sitzen, denen das Leben eines Israelis sowieso nichts Wert ist und die höchstens Deals eingehen, sofern es zum Vorteil gereicht und die andere Seite am besten auch benachteiligt.
Verlässlich sind solche Akteure auf beiden Seiten nicht und Leidtragende eben die, welche zwischen den Stühlen beider Seiten sitzen.
Moralische Defizite sind sicherlich beidseitig vorhanden und auf Seiten der Hamas sogar personnel besonders weit und tief verankert.
Die Möglichkeiten, seine Menschenverachtung auszuleben und umgekehrt sich vor dem Hass der Gegenseite defensiv zu schützen sind aber sehr ungleichmäßig verteilt: Nur eine der Kriegsparteien ist in der Lage, die Zahl unbeteiligter Opfer von Kriegshandlungen auf eigener Seite in den einstelligen Bereich pro Jahr zu drücken und umgekehrt 10000de Zivilisten der Gegner jährlich zu töten und das Leben Millionen weiterer auf Jahrzehnte zu ruinieren, sie für immer zu traumatisieren.
In einem Konflikt, in dem seit einem Jahrhundert über jeden Moment froh ist, in dem die Gewaltspirale nicht noch weiter eskaliert, ist ein Wechsel von aktiven Kampfhandlungen in großem Stil direkt zu perfektem Frieden absolut utopisch. Um das humanitäre Leid wenigstens etwas zu lindern, um denjenigen die helfen wollen wenigstens dies zu ermöglichen, wäre es ein erstes Zwischenziel, wenn z.B. jede Seite nicht mehr mehr als 100 unschuldige Menschen pro Tag in akute Lebensgefahr bringt. UNd die Änderungsaufforderung, die sich aus so einem Ziel im Abgleich mit der aktuellen Handlungsweise ergibt, die ist verdammt einseitig.
Netanjahu soll neue Forderungen haben, die aber nur spekulativer Natur sind. Israel will wohl auch die Grenze zu Ägypten kontrollieren, weil von dort neue Waffen für die Hamas geliefert werden.
Wobei Jerusalem jeder angebliche Forderung dementiert.
Häh? Die Forderung nach der Kontrolle über den Philadelphi-Korridor wird doch schon seit Ewigkeiten ganz offen erhoben. Die letzten Verhandlungen sind daran gescheitert, dass man zusätzlich auch noch einen militärisch besetzten Streifen gefordert hat, der den ohnehin winzigen Gazastreifen in zwei isolierte Hälften spaltet.