IS(IS)

Naja das Problem ist eher, dass dort Nationalstaaten ohne Nationalismus sind.
Das Problem ist also zu viel Religion und zu wenig Nationalismus.
 
Hallo, ich habe jetzt nichts die bisherigen Beiträge gelesen,
aber hat noch wer den Eindruck als würde die Türkei auf Seiten ISIS stehen, zumindest halbherzig, weil sie selbst im Staat eine engere Anbindung der Religion wollen ?
 
Jop denke ich auch.
Zumindest die AKP Leute die das Erbe Atatürks besudeln.
Musst dir mal ansehen was der Gründer der Türkei über den Islam dachte.
 
Erdogan verhindert dadurch nur die Gründung eines Kurden Staates die die ganze Region noch weiter destabilisieren würde. Der macht das genau richtig. Die einzige Möglichkeit da Ruhe rein zu kriegen ist Religion weltweit abzuschaffen oder den kompletten mittleren und Nahen Osten atomar auszuglühen.

Die zweite Möglichkeit ist die einfachere...

Noch so einer :schief: Das Problem sind nicht die Religionen sondern das was die Menschen darauß machen, was ist daran so schwer zu begreifen?

Ein Kurdenstaat kann sich dort nicht von heute auf morgen einfach so gründen. Meinst du Syrien, Irak und der Iran lassen es einfach zu das man ihnen Boden "wegnimmt"? Erdogan nutzt die Chance um die eh geschwächte PKK/ YPG noch weiter zu schwächen. Außerdem hat Erdogan den Kurden bei seinen letzten Wahlkämpfen soviel versprochen, "verhandelte" sogar mit dem PKK-Führer Öcalan und gewann so fast den kompletten Osten der Türkei für sich um ihnen jetzt wieder in den Arsch zu treten.

Er macht sich zur Zeit sehr viele Feinde und sorgt für sehr viel Unruhe.

Hallo, ich habe jetzt nichts die bisherigen Beiträge gelesen,
aber hat noch wer den Eindruck als würde die Türkei auf Seiten ISIS stehen, zumindest halbherzig, weil sie selbst im Staat eine engere Anbindung der Religion wollen ?

Da bist du nicht alleine. Abgesehen davon dass viele ranghohe Mitglieder der AKP auf diversen Fotos mit führenden IS-Kämpfern abgelichtet wurden und auch die Verpflegung dieser Terroristen in türkischen Krankenhäusern kein Geheimnis mehr ist, vertreten der Kalif des IS genauso wie Erdogan die selbe Ideologie. Auch die Bombadierung der PKK finde ich genau zu diesem Zeitpunkt mehr als absurd. Wem wollen sie damit ein Zeichen setzen? Doch nicht etwa dem IS? :schief:

Musst dir mal ansehen was der Gründer der Türkei über den Islam dachte.

Schlimmes dachte er nicht, aber er war jemand der begriffen hatte dass Staat und Religion strikt getrennt zu sein haben, da dies der einzige Weg ist um einen demokratischen Staat gründen zu können. Was ja auch ziemlich gut funktioniert hat bis zu seinem Ableben.

Ich mein, was ist denn die Türkei? Was sind denn Türken? Viele Türken haben ganz andere Vorfahren.. Griechen, Armenier, Bulgaren, Zigeuner etc. pp. und er schaffte es diese Menschen unter einen Deckel zu bringen und einen Staat mit ihnen zu gründen. Warum? Weil er wusste wie man mit Staat und Religion umzugehen hat. Hast du zuviel Staat, werden die Leute aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert, hast du zuviel Religion werden Leute mit anderem Glauben diskriminiert, was man ja auch sehr gut nach seinem Ableben und der folgenden schleichenden Islamisierung/ Nationalisierung der Türkei gesehen hat (Diverse Massaker an Aleviten/ Schiiten), Diskriminierung der Kurden etc. pp.
 
@Beam39
Was haben Erdogan und Kemal gemeinsam? Beide sehen (bzw. sahen) in der kurdischen Nationalbestrebung eine der größten Gefahren für die Türkei.
Wann wurde das Massaker an den Aleviten mit ca. 60000 toten in Dersim verübt? Im August 1938 - als Kemal Staatspräsident war.
Und Kemal ist alles andere als ein Demokrat. Bestenfalls ein türkischer Putin (bzw. ist Putin ein russischer Kemal). Aber wir driften vom Thema ab.

B2T:
Eine Massaker an der Zivilbevölkerung in Form eines atomaren Angriffes um das Problem "zu lösen" ist absurd. Ebenso die Vorstellung weltweit Religionen abzuschaffen.
Wenn man die ISIS bekämpfen will, sollte man auch bereit sein Bodentruppen zu schicken und dies nicht einfach nur von anderen Staaten verlangen.
 
Das stimmt in gewisser Weise. Auch Atatürk machte den Kurden versprechen die er nie eingehalten hat. An den Massakern war er vielleicht nur bedingt beteiligt, denn diejenigen die das verübten waren dieselben die heute für den IS kämpfen. Obwohl man da wieder sagen könnte das seine Polizei und Feuerwehr tatenlos zugesehen haben. Auch seine Tochter war fleißig mit ihrem Jagdflugzeug.. Wie auch immer.

Selbst wenn man Bodentruppen schicken würde, es wird immer Leute geben die für den IS kämpfen werden, wenn sie dann aber größtenteils abgedrängt sind wirds in Selbstmordanschläge und IED-Anschläge ausarten wie in Afghanistan und im Irak.. Völlige Ruhe wird da nicht mehr so schnell einkehren.
 
Noch so einer :schief: Das Problem sind nicht die Religionen sondern das was die Menschen darauß machen, was ist daran so schwer zu begreifen?

Vieles. Diese Aussage impliziert, dass Religion Gott gegeben und unantastbar wäre. Als würde sie nur durch satanische Umtriebe missbraucht oder leider, leider, leider missverstanden. Um missverstanden zu werden, braucht es aber überhaupt erst eine klare Ansage. Die fehlt. Diffuse Textansammlungen, die sich alle paar Seiten widersprechen und im ungünstigsten Fall auch noch von Mördern und Menschenschindern als "volkommener Mensch" handeln, sind immer problematisch. Bestimmte Religionen werden immer ein Problem sein, weil die Kerninhalte ihrer Heiligen Schriften - egal wie man es dreht und wendet - kaum mit der heutigen Zivilisation in Einklag zu bringen sind. Mir erscheint die Säkularisierung der einzig sinnvolle Ausweg. Das hat damals schon Atatürk korrekt erkannt. Texte solange gegen jede Vernunft umzudeuten, bis irgendwer meint, dass sie so gemeint sind, ist mMn irre. Wenn etwas nicht taugt, gehört es in den Papierkorb. Selbst das fiktive Star Trek-Universum, das fast 50 Jahre lang mit über 700 Pre- und Sequels in Serienfolgen und Filmen aufgeplustert wurde, ist in sich sehr viel konsistenter und stimmiger als der Koran und andere Glaubensschriften.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das stimmt, aber wie will man sonst gegen diese Organisationen vorgehen? Sie für sich sind nur auf dem Papier Bürger deutschlands, eigentlich nur um die Vorteile nutzen zu können. Sie haben für sich schon lange eine Parallelgesellschaft gebildet. Sie lehnen die Demokratie und die deutschen Gesetze eindeutig ab, verletzen sie aber größtenteils auch nicht.

Das ist bei diversen Rechtsradikalen (und noch wesentlich zahlreicheren nicht-Radikalen/nicht-gewalttätigen!) nicht anders. Parallelgesellschaften kannst du nur austrocknen, in dem du ihnen den Nachwuchs entziehst. Im Falle des Islamismus ist das sogar relativ gradlinig, denn nach allem, was ich bislang gelesen habe, zieht er vor allem Kinder aus Familien an, die nach 2-3 Generationen eigener, nicht unterstützter Integrationsbemühungen immer noch als "Ausländer" gebrandmarkt und aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.


Ist es nicht möglich, die an Assad zu übergeben und, dass er die dann...
Wär das gegen unsere Geaetze die wegen den Verbrechen dort auszuliefern?

Ja. Deutschland liefert (aus gutem Grund) niemanden aus, wenn ihm die Todesstrafe droht. Manchmal stellen sich die Behörden zwar künstlich doof an und übersehen recht offensichtliche Risiken dieser Art, aber dieser Fall ginge definitiv zu weit. Ganz abgesehen davon, dass eine Auslieferungsvereinbarung -und sei sie noch so beschränkt- nicht so ganz in deutsche Position gegenüber Assad passen würde.


Was aber machen wir mit Menschen, die aus "Knast" nicht lernen wollen, und eine Gefahr für die Gesellschaft sind.......nicht mehr rauslassen? Sicherrungsverwahrung? Geht nicht.

Wenn nachgewiesen ist, dass eine anhaltende Gefahr von ihnen ausgeht, ist genau das vorgesehen.


Und genau das ist son Punkt.. Assad ist nicht gewollt gegen seine eigenen Leute vorgegangen. Die Aufständischen haben sich seit Beginn unter dem Volk versteckt und von dort aus operiert. Wieviel Optionen bleiben dir da offen? Entweder du attackierst Positionen an denen zivile Opfer unvermeintlich sind weil es die einzige Möglichkeit ist halbwegs Stand zu halten, oder du machst gar nichts und lässt die Terroristen in Ruhe ihr Ding machen.

Hätte er das nicht getan dann wäre Syrien heute in der Hand der IS-Terroristen, das ist ein Fakt.

Es soll Regierungsformen geben, die ganz einfach eine politische Opposition zulassen, so dass radikale Regierungsgegner eine unbedeunde Minderheit bleiben, mit der die Polizei ganz gut fertig wird...
Aber als armer, armer, machtsüchtiger Alleinherrscher hatte Assad diese Option natürlich :schief:


Ein Kurdenstaat kann sich dort nicht von heute auf morgen einfach so gründen. Meinst du Syrien, Irak und der Iran lassen es einfach zu das man ihnen Boden "wegnimmt"?

Iran: Nein, aber hat eh nur einen kleinen Anteil an den kurdischen Gebieten
Irak: So weit ich das nachvollziehen kann, ist die kurdische Autonomieregierung, die es bereits gibt, derzeit die größte Machtinstanz im Land. (Oder hat die Nationalregierung mittlerweile so etwas wie Einigkeit und eine Armee wiedergefunden?)
Syrien: Hat nach letzter Zählung überhaupt keinen Anteil an den kurdischen Gebieten mehr. Das, was mal dazu gehörte, wird entweder vollkommen selbstständig von den Kurden verwaltet oder ist unter IS-Kontrolle.

Fazit: Ohne IS fehlen nur noch ein paar Verhandlungen, um einen vereinigten kurdischen Staat in Ex-Syrien und Ex-Irak zu gründen und der würde >50% der kurdischen Gebiete ausmachen.
 
Das stimmt in gewisser Weise. Auch Atatürk machte den Kurden versprechen die er nie eingehalten hat. An den Massakern war er vielleicht nur bedingt beteiligt, denn diejenigen die das verübten waren dieselben die heute für den IS kämpfen.
[...]

Ich bezweifle sehr stark, dass das türkische Militär für die IS kämpft, auch wenn einige Verschwörungstheoretiker etwas anderes behaupten.
 
Nicht für, aber dass die Türkei grade nicht hilfreich ist vielmehr ein Hindernis ist klar.
 
Im Endeffekt geht es darum, wie diese kaputten Glaubenskrieger gestoppt werden können.

Mit diplomatischen Mitteln wird das nicht mehr klappen.

Letztendlich bleibt da nur eíne militärische Lösung. ;)
 
Nicht für, aber dass die Türkei grade nicht hilfreich ist vielmehr ein Hindernis ist klar.

Die Türkei hat nun mal andere Prioritäten. Wie ich schon erwähnt habe, stellt die kurdische Nationalbestrebung nach Ansicht von Erdogan (und sonst allen aktuellen und ehemaligen hochrangigen Politikern wie z.B. Kemal) eine der größten Gefahren für die Türkei dar. Somit ist für die Türkei die PKK (und alle anderen militanten kurdischen Gruppierungen) ein noch größeres Problem als die ISIS. Die Türkei wäre zwar bereit die ISIS zu bekämpfen, aber nicht wenn militante kurdische Gruppierungen dadurch gestärkt werden. Dass hierbei die Waffenlieferungen an diese Gruppierungen ebenfalls nicht hilfreich sind, ist auch klar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den Türken kann die Sache aber auch langfristig auf die Füße fallen wenn sie nichts macht und am Ende steht die IS dann vor Ankara.
 
Sollte es wirklich mal dazu kommen, dass die ISIS auf türkischem Boden agiert (damit mein ich nicht die Grenze, sonder schon weiter im Landesinneren), dann werden die NATO-Länder Truppen schicken müssen.
 
Schwer zu sagen wie die Rechtslage ist denn die IS ist ja kein anerkannter Staat.
Könnte also sein dass die Nato sagt dass das ein Problem der Türkei ist.
 
Al Kaida ist auch kein anerkannter Staat, Bin Laden noch viel weniger - trotzdem haben Vermutungen über ihre Taten gereicht, um einen Bündnissfall auszulösen. Feindliche Truppen, egal von wem, die die Grenze überschreiten, wären eine glasklare Verteidigungssituation. Da muss sich Erdogan keine Sorgen machen. Von einem IS-Staat drohen ihm "nur" Terroranschläge und politische Unterwanderung, aber ein militärischer Angriff wäre extrem dämlich.
 
Extremisten handeln aber nicht wirklich durchdacht in den Dingen die sie machen.
Noch überschreiten sie die Türkische Grenze nicht aber ich würde darauf wetten dass schon einige oder mehrere Sympathisanten in der Türkei operieren. In welcher Form lasse ich mal offen.
 
Verrückte handeln nicht durchdacht. Die erobern aber auch keine ganzen Staaten. IS scheint mir alles andere als ein unorganisierter Haufen zu sein und zumindest gegenüber der Zivilbevölkerung setzen sie ja sehr auf totale Kontrolle…
Mitläufer und Sympathisanten sind eine andere Nummer, aber ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass die derzeitigen Eroberungstruppen die türkische Grenze überschreiten. Bislang haben sie afaik nicht einmal nenneswert drüber geschossen - da waren selbst Assads Truppen unkoordinierter.
 
Laut Reuters soll die irakische Armee Gebiete von der ISIS zurückerobert haben. Die ISIS hat also momentan ganz andere Probleme. Die Türkei braucht sich also keine Sorgen wegen der ISIS zu machen.
 
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