Na hier ging ja was ab. Und ich dachte, der Thread wäre zu gewesen...
Das ist wirklich hart. Wer dann noch denkt man sei freiwillig Arbeitslos, der hat echt einen leichten Realitätsverlust. Man kann nur annehmen das diejenigen, die freiwillig Arbeitslos sind (ich denke es wird schon ein paar schwarze Schafe geben), sich der Auswirkungen wohl nicht bewusst sind. Die Rente ist jetzt schon verdammt mickrig
Leute, die tatsächlich freiwillig auf HartzIV bleiben, haben sich nun einmal mit diesem erbärmlichen dasein eingerichtet. Denen kann die Rente erstmal egal sein (solange die Sozialsysteme nicht zusammenbrechen) - denn die würden von ALGII in Altersgrundsicherung wechseln und HartzIV gegen HartzIV mit weniger Sanktionen tauschen.
Solche Lebensweisen kann man imho nur bedauern und auch nicht wirklich etwas dagegen machen - viel problematischer ist es bei Leuten, die mit 50 ihren Job verlieren, insbesondere in manuellen Bereichen, wo sie niemand mehr einstellen wird. Die haben eigentlich mal für eine kleine Rente eingezahlt. Aber nach 1,5 Jahrzehnten ALGII-Vegetiererei macht das keinen Unterschied mehr, weil die Gesamtansprüche trotzdem zu niedrig sind.
Aber dieses Problem wollen die Politiker ja nicht auf die einfache und naheliegende Art lösen (Anrechnung reduzieren! Dann wären auch Selbstständigkeitsversuche wesentlich attraktiver für HartzIVer). Vermutlich weil "Mindestrente (unter Finanzierungsvorbehalt" und "Mütterrente (wenn wir es uns leisten können)" so gute Wahlkampfthemen sind...
Solange ich beinahe täglich von Sozialbetrug und unbesetzten Ausbildungs und Arbeitsplätzen in der Zeitung lese billige ich auch eine Überwachung der vom Staat gestellten Internetverbindung.
In diesem Fall wäre es das einfachste, wenn du aufhörst, Boulevardpresse zu lesen und auf Medien umsteigst, die wenigstens versuchen, einen objektiven Blick aufs Wesentliche geben. Denn bei Daumen*Pi 10 Millionen Beziehern von Sozialleistungen (Arbeitslose, Aufstocker, Weiterbildung&Maßnahmen, Sozialhilfe, Rentenzuschüsse, Wohngeld,...) wird es nie gelingen, wirklich jeden einzelnen zu schnappen, der dem System schadet und sich für eine Schlagzeile eignet. Das hat nicht einmal die DDR geschafft, obwohl die Stasi gefühlt 25% der Bevölkerung auf die Vergehen der anderen 75% angesetzt hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es solche Auswirkungen hat. Gerade da ich auch mit einigen Hartz 4-Empfängern Bewerbungsgespräche hatte und viele sagten sogar, dass sie nur kommen müssen (werden vom Arbeitsamt geschickt), aber an sich nicht arbeiten wollen. Die schienen ohne Arbeit ziemlich zufrieden zu sein.
Du musst unterscheiden zwischen Leuten, die entgegen von Anweisungen nicht arbeiten gehen und Leuten, die trotz es trotz Anweisungen vermeiden, einen Job zu bekommen. Wer sich dem Amt wiedersetzt, erhält wirklich drastische Strafen, wie sie oben beschrieben wurden.
Die paar, die ich kenne, die Jobangebote "ausschlagen" wollten (durchgängig einzelne Angebote, bei denen man das verstehen kann, bei anderen Angeboten haben sich diese Leute alle Mühe gegeben), haben sich deswegen als nicht-wirklich-einstellbar präsentiert. Du scheinst genau solche kennengelernt zu haben, wenn ich deinen konjunktiv bedenke: Die wollten nicht arbeiten, also hast du sie als Bewerber gleich abgelehnt. Damit haben die ihrerseit vermieden, die Arbeit ablehnen zu müssen. Hättest du sie eingestellt, hätten sie entweder gearbeitet - oder sie wären massiv sanktioniert worden.
Man muss aber auch ganz klar sagen:
Dieses Vorgehen kann nur so lange funktionieren, wie es wirklich nicht genug Arbeit gibt. Indem man sich als schlechtere Wahl darstellt, kann man sich nur vor Jobs drücken, die jemand anders haben will. Hätten obige Subjekte sich im Bewerbungsgespräch anders verhalten, wären sie vielleicht eingestellt worden. Aber dafür derjenige, der jetzt den Job hat, nicht. Es liegt vielleicht ein Missbrauch der Leistungen vor, aber es gibt dadurch keinen einzigen Arbeitslosen zusätzlich und du hast jetzt einen motivierteren Mitarbeiter, als wenn die arbeits-unwilligen ihr Unwollen verheimlicht hätten.
Daraus ergibt sich umgekehrt: Sollten sich tatsächlich einmal die utopischen Zustände ergeben, unter denen "Jeder eine Arbeitsplatz finden kann" (und nicht nur jeder die Chance hat, jemand anderem einen Arbeistplatz wegzunehmen), erledigt sich auch das Problem mit diesen Leuten.
Es gibt mit Sicherheit auch welche, die gerne eine Arbeit hätten. Das ist wahrscheinlich die Unterzahl. Zumindest was die jüngeren Menschen mit Hartz 4 betrifft.
Denen welche arbeiten, sich Gedanken machen und etwas haben, nimmt man was weg und die welche sich keinen Kopf machen und nichts tun, bekommen das umsonst.
Wie komsmt du auf "keinen Kopf machen"? Glaubst du, alle Leute, die keinen Job haben, sind assozialer Arschlöcher, die ihre Verwandten im letzten Lock verkommen lassen wollen oder was???
Es ist nun einmal so, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Chancen extrem ungleich verteilt sind. Sollen jetzt alte Leute verrecken, weil ihre Kinder auch mit noch-so-viel-Kopf-machen einfach keine Chance haben, sie zu unterstützen? Es ist schlimm genug, dass der Lebensstandard im Alter überhaupt von so etwas abhängt.
Wie gesagt: Informier dich, welche Qualität von Pflegeleistungen der Staat vollständig finanziert. Und dann guck noch mal genau, ob dass das gleiche ist, wie das, wofür du Vorsorge glücklicherweise Vorsorge betreiben kannst.
Miete wird übernommen
Strom kann man teilweise übernehmen lassen
Medikamentengeld kann man erhalten
Kan bekommt sogar noch haufenweise Geld in den Arsch wenn man Kinder bekommt
Man selbst bekommt bestenfalls genug, um den Kindern ein halbwegs erträgliches Leben zu ermöglichen. Faire Chancen auf eine gute Zukunft (die heutzutage nun einmal entscheidend davon abhängt, welche außerschulichen Aktivitäten und Unterstützungen das Elternhaus bieten kann) sind schon außen vor.
Und für die imho Lüge mit dem Strom hätte ich gerne mal eine Quelle gesehen.
Das einzige, was man für Elektrizität bekommen kann, sind 5 € extra bei elektrischer Warmwasserbereitung. Die locker mal 25 € verschlingt.
Die achsotolle Arbeitsagentur ist mittlerweile doch nur noch eine Verteilerorganisation für die ganzen Leiharbeitsformen. Ich schätze mal, dass rund 90% der Jobangebote auf der Jobbörse reine Leiharbeitsstellen sind.
Denen hat es die Politik ja sehr leicht gemacht. Bis vor ein, zwei Jahren sind diese Leiharbeitsfirmen wie die Pilze aus dem Boden gesprießt. Und die Unternehmen nutzen das natürlich aus, stellen zum Teil nur noch Leiharbeiter ein.
Dagegen sollte die Politik mal was unternehmen. Es kann auch nicht angehen, dass Leiharbeiter schlechter bezahlt werden, als Festangestellte.
Aber offenbar kümmert es die Politik mehr, ob ein Arbeitsloser bei eBay Zweieurofünfzig verdient, als ihm einen Job zu verschaffen. Es gibt ja nichts Wichtigeres
Am Arbeitsmarkt gibt es genug Ungereimtheiten, um die man sich mit Sicherheit dringender kümmern müsste, als darum, was Arbeitslose im Internet treiben!
Und dazu verdiente er sich noch bei eBay durch etliche Verkäufe schwarzes Zusatzgeld.
Und da soll man sich als ehrlicher Arbeiter nicht aufregen und das für schlecht empfinden?
Aufregen kann man sich da vollkommen zurecht. Aber nicht über HartzIV.
Sondern über Schwarzarbeit.
Ich finde alles sollte kontrolliert werden! Der internetanschluss wird vom Staat gezählt, ich als Zahlnder meines Internet Anschlusses würde genau so handeln.
Der Internetanschluss wird vom Hartzer bezahlt, genauso wie deiner von dir. Er kriegt das Geld dafür vom Staat - stimmt. Du kriegst deins von deinem Arbeitgeber (oder Auftraggeber/Kunden, falls selbstständig). Deiner Logik zu Folge hätte dein Arbeitgeber also das Recht, deine Internetnutzung zu überwachen.
Internet bekommt man auch im Arbeitsamt zum suchen von Arbeit.
Im hiesigen Jobcenter (zuständig für einen Stadtbereich mit ca 50.000 Einwohnern) gibt es einen nutzbaren PC. Der afaik nur Zugriff auf die Stellenbörse des Jobcenters gewährt.
Darüber sagt auch keiner was, zumindest ich nicht. Für alle die meine Beiträge als Menschenverachtend ansehen, keinesfalls ist das so gemeint. Man muss auch zwischen den Zeilen lesen,
Was nicht-menschenverachtendes findet man den "zwischen" den Zeilen, die die Tötung einer Person fordern?
Eine Definition, dass derartige Personen nicht als Mensch zählen und man sie deswegen verrecken lassen kann, ohne menschensverachtend zu sein?
Fehlt wirklich nur die vorrangehende Markierung mit gelben Sternchen
Und ich weiß nicht ob sich 30-40% der H4-Empfänger etwas dazu verdienen (woher hast du diese Zahl?), aber ich wette das sich ebensoviele Nicht-H4-Empfänger etwas dazu verdienen.
30% könnte knapp hinkommen. Es gibt iirc rund 5-6 Millionen mehr Bezieher von HartzIV, als es Arbeitslose gibt. Da sind natürlich auch Leute in Maßnahmen, Kinder, Sozialfälle und Rentern mit zu geringem Einkommen dabei, aber ein nenneswerter Teil werden Aufstocker sein, die von ihrem Job allein nicht über die Runden kommen können.
Die Bundesagentur für Arbeit hat doch mit den Hartz 4 Empfängern gar nichts mehr zu tun.
Zumindest ist das hier in Hessen und in den weiten Teilen Deutschlands so.
Hier sind ganz alleine die Kommunen der jeweiligen Kreisstädte zuständig.
Die Abwicklung ist in einigen Teilen Deutschlands wieder kommunal organisiert, aber die Regeln sind weiterhin von oben koordiniert. Nur kleine Punkte, z.B. nach welchen Kriterien eine Wohnung als unangemessen bewertet wird, werden wirklich regional entschieden.
Welche anderen Dinge wären das mit den paar Kröten im Monat?
Iirc waren es >40% der ALGIIer, die sich ehrenamtlich in Vereinen,... engagieren. Man kann zwar aus Geldmangel vieles nicht machen, aber ein bißchen was bleibt übrig. Die HartzIVer, die ihren Tag vor dem Fernseher verbringen, machen das nicht aus vollständigem Mangel an Alternativen, sondern würden vermutlich auch als Arbeitnehmer den Großteil ihrer Freizeit dort verbringen. (oder BILD lesen. In jedem Fall aber regelmäßig über HartzIV-"Schmarotzer" meckern

)
Ernsthaft jetzt, 10 Millionen?! Deswegen kacken die aufs Grundgesetz? Da hat das Umbenennen der Arbeitsagentur ja mehr gekostet ...
Über Nacht fiel mir aber noch eine schöner, bewährter Ausspruch zur totalen digitalen Überwachung Arbeitsloser ein, der wie die Faust aufs Auge passt: Arbeit macht frei.
Ich hab da mal an Regeln mitgeschrieben, die reine Zustimmungsposts als Spam definieren, aber da es hier keinen Triple-Like-Button gibt, muss das jetzt so sein:
/sign
Z3R0B4NG, wenn die Leute schon so schlau sind, und die Geschaefte ueber Verwandte und Bekannte abwickeln, damit sie vermeintlich nicht damit in Verbindung gebracht werden koennen, machen sich die anderen Beteiligten auch Strafbar. Wieso sollten sie dann nicht in die Ermitllungen mit einbezogen werden?
Es geht doch hier um die Leute, die das System zu ihrem Vorteil ausnutzen. Wieso wird das hier noch verteidigt?
Es geht hier nicht um gezielte Ermittlungen gegen Betrüger. Da hätte niemand etwas dagegen. Es geht um eine flächendeckende Überwachung aller. So als würde dem Finanzamt freien Zugriff auf alle Kontodaten aller Bürger gewähren, um gegen Steuerhinterzieher vorzugehen. Oder alle Festplatten nach Kinderpornos durchsuchen.
Finde ich nicht gut, teilweise kann ich es aber verstehen.
Es geht hier auch weniger um die arme mutti mit 2 kindern die bei ebay altes Geschirr für 20€ vertickt.
Es geht mehr um Aufdecken von echten Betrügern.
Nö. Das genau Gegenteil.
Es geht um Maßnahmen, die mehrheitlich arme Muttis mit 2 Kindern treffen werden, und nur zu einem winzigen Teil echte Betrüger.
Ich finde ehrlich gesagt diese Diskussion hier sehr amüsant.
Dabei finde ich bei beiden Seiten treffende Gründe für oder gegen eine solche Datenauswertung. Es geht nicht um die Erhebung sondern nur die Auswertung vorhandener Daten!
Es geht, laut BZ, ausdrücklich um Gesetze zur "Erhebung neuer Daten". Außerdem dürfen die Jobcenter schon jetzt Einkommensdaten vom Finanzamt abrufen. (was sie aber nur aus Bequemlichkeit machen. Denn sie können genauso Nachweise über sämtliche Kontoaktivitäten verlangen, so dass Einnahmen sofort ersichtlich werden. Macht nur mehr Arbeit, die durchzugehen.)
Meine Vermutung ist, dass man hinter Leuten her ist, dere eBay-Geschäfte so klein sind, dass sie als nicht-gewerblich abgetan werden, denn bei kleinen Summen prüft das Finanzamt für gewöhnlich eh nichts nach. Das Jobcenter würde dann wegen jeder einzelnen Veräußerung auf der Matte stehen.
Ich gehe jeden Tag bis zu 9 Stunden arbeiten, dazu kommen noch die 2 Stunden Fahrzeit mit dem Auto drauf und nur, wenn es gut läuft. Ich bin mit meinen noch jungen 30 Jahren chronisch krank (Autoimmunreaktion der Schilddrüse) und nicht auf dem Weg, der von einem normalen Leben sprechen würde. Nur ich sage mir eines, ich habe etwas geleistet. Ich habe meinen Beitrag zur Gesellschaft geleistet,
Ganz ehrlich:
Pass auf dich auf.
Der Gesellschaft ist nicht damit gedient, wenn du 20 Jahre einen mittelmäßigen Betrag einzahlst und dann die nächsten 40 Jahre jeden Monat ein vielfaches an Behandlungs- und Pflegemaßnahmen brauchst.
Aber sich dann beschweren, dass die Geburtenzahlen gering sind und kaum Nachwuchs an Fachkräften existiert, wenn man bildungsferne Familien fördert und mögliche bildungsnahe Familien bestraft!
Bildungsferne Familien werden mit dem Zeil gefördert, die Bildungsferne zu beenden. Bildungsnahe Familien werden offensichtlich von Arbeitgebern bestraft, sind aber nicht bereit, dagegen anzustinken. Für jede Person, die 6*12h die Woche ackert, entfällt ein Arbeitsplatz, der eigentlich hätte geschaffen werden sollen. Die Unternehmen freut das natürlich, denn die Arbeitslosigkeit des nicht-Arbeitenden müssen sie genausowenig bezahlen, wie die Behandlung des nach 1-2 Jahrzehnten arbeitsunfähigen Workaholic.