Der Pentium 4 EE hatte einen Multiplikator von 16 oder 17, für Sockel 775 gab es später noch das 266*13 Modell. Für *19 müsste man ein sehr seltenes unlocked-ES finden – aber selbst dann könnte man mit diesem Takt nicht benchmarken. Der riesige 3rd-lvl-Cache erlaubt keine "ganz leichte" Taktanhebung um 20 Prozent, für einige Gallatin-Versionen wären 4,2 GHz der neue absolute Weltrekord, LN2 inklusive. Der beste Cinebench-Run in der HWbot-Datenbank war mit Kompressorkühlung bei 4,0 GHz; stabile Taktraten haben in der Regel eine 3 vorne.
Ohne Übertaktung hat die allseits beliebte Zeitschrift für wirklich wichtige Fragestellungen™ das Thema aber schon in der 11/2016 abgehandelt. Mein Fazit damals: "It can run Crysis (1)", zumindest mit leicht reduzierten Einstellungen. Aber in neueren und/oder CPU-lastigeren Titeln (Anno 1701, Fallout 3) hat man keinen Spaß mit der alten Technik. Gallatin war seiner Zeit nicht voraus, sondern ein halbgarer Hybrid aus einer relativ kompakten und billig zu fertigenden, auf hohe Taktraten angewiesenen Architektur und einem riesigen, teuren Cache. Das Ergebnis war zwar um einiges besser als viele Spötter in Erinnerung behalten haben und stellt mit seiner extremen Auslegung eine technisches Kuriosum dar – aber nachtrauern braucht man diesem Produkt nicht.
Die Entstehungsgeschichte ist übrigens tatsächlich mit dem Core-i9-18-Kerner vergleichbar: Auch 2003 wurde Intel von einer unerwartet starken, neuen AMD-Plattform überrumpelt und hat kurzfristig für den Serverbereich bestimmte Kerne auch als Desktop-Modell in einer bis dato unüblichen Preisklasse veröffentlicht. Genau das erleben wir dieses Jahr wieder, nur dass sich diesmal nur der Aufdruck auf dem Heatspreader ändert, während der Pentium 4 Extreme Edition seinerzeit noch ein modifiziertes Package brauchte.