Ich find auch die ganzen Atomkraft-Befürworter mit dem "Strom kommt aus der Steckdose" Argument lustig. Uran kommt scheinbar von der Zahnfee.
Atomkraft ist genauso abhängig wie Gas. 20% des europäischen Urans kommt aus Russland. Mit den "Einzugsgebieten" Kasachstan und Usbekistan sind wir bei 50%. Zählt man noch Niger dazu, dass heftig mit Russland verbandelt ist sind wir bei knapp 75%. Die einzig nennenswerten westlichen Quellen sind Kanada und Australien. Dazu sind die weltweiten Vorkommen auch begrenzt.
Dann hatte man im Sommer durch die niedrigen Wasserstände Probleme bei der Kühlung und musste auch zurückfahren.
Atomkraft ist auch sonst eine Sackgasse. Ähnlich wie Kommunismus in der Theorie gut, scheitert am Faktor Mensch. Bis wir einen 100% unfall- und abfallfreien Reaktor hinbekommen ist es nichts, worauf man bauen sollte.
Ich finde deinen Beitrag insgesamt ganz gut und im iwo nachvollziehbar. Details könnte man sich rauspicken, aber so geht es bei jedem Gespräch im Internet.
Diesen Satz möchte ich aber so nicht stehen lassen.
Erstmal geht es nicht per se um Uran. Uran kommt aus der Erde, wird also so wie Gold oder Kupfer ausgebuddelt, oder mit chemischen Prozessen befreit.
Du kannst allerdings kein reines Uran in einen Reaktor stopfen, es muss angereichert werden und so weiter.
Und deswegen machen deine Zahlen oben zwar Sinn, aber nicht wirklich.
URAN, der Rohstoff, kommt zu 40 % aus Kasachstan. Der Rest kommt aus Canada und Australien. Es gibt also sehr wohl "sichere" Uranquellen. Selbst Kasachstan halte ich für sicher, die haben sich nämlich nicht mit Putin liiert auch wenn sie zu der ehemaligen SU gehören.
Davon abgesehen gibt es quasi "unendlich" viel Uran, selbst im Meerwasser. Man könnte es ohne Probleme in EUROPA (ja !) fördern.
Das Uran, egal wo es nun herkommt, muss dann eingereichert werden. Das wird leider in Russland gemacht, allerdings haben da auch die Franzose und Europe die Finger im Spiel (Die Gruppe nennt sich Urenco und ist quasi das Gegenstück zum russischen Rosatom) -
Das war für Frankreich immer wichtig, weil es ja so auf Atomkraft baut. Das ist also ein Problem, allerdings kein so großes Problem wie eine 80%-ige Abhängig von Erdgas aus Russland.
Das also erstmal zum Uran als solches
Der entscheidende Punkt ist allerdings ein ganz anderer:
Sehr viele Leute können sich das nicht vorstellen, aber die Energiedichte von Uran, und damit von Kernkraftwerken, ist jenweis von gut und böse.
Ein Bagger muss eine TONNE Kohle aus Erde heben, um einen FINGERHUT Uran gleichzukommen.
Was ist da wohl nachhaltiger für die Umwelt... ?
Und weitergedacht, logisch:
Hier man die benötigte Fläche für Wind / Solar / Nuklearkraft um die gleiche Menge Strom zu generieren.
Das bedeutet also: Ich muss ERHEBLICH weniger Erde umbuddeln, um die Rohstoffe zu besorgen (auch für die Konstruktion, da konnte ich leider kein Bild finden), und darüberhinaus auch weniger Landmasse bereitstellen.
Bei diesen Zahlen frage ich mich, was denn ans Wind und Solar über "grün" sein soll. Wir zerstören die Umwelt 100x mehr, als es sein müsste, und zwar hier in Deutschland, als auch in Afrika.
Peinlich, die Zerstöerung der Natur gut zu finden auch noch als "grün" zu promoten.