wenn ich mich nicht verrechne, nein!
105mm² IOD in 12nm von GF, 80mm² für ein CCD und nochmal 41mm² für den 3D Cache in N7 von TSMC gegenüber 209mm² in Intel 7. Intel 7 soll im Rahmen 90-100 Mio Transistoren je mm² abbilden, N7 relativ konstant 82Mio (also konstant im Sinne von die Quellen widersprechen sich da nicht); also bräuchte Intel mind. 220mm² (Cache ist da ja nicht so skalierbar) um in TSMCs N7 einen 12900K, also in etwa soviel wie AMD zusammen braucht, nur ist da die Hälfte 12nm GloFo (viel viel billiger als N7) und die Yield von 80mm² und 41mm² sind deutlich oberhalb von einem mit 220mm²; also ziemlich sicher wäre ein 12900k teurer gewesen, als ein 5800X3D.
Also 105 mm² von 226 mm² sind nicht die Hälfte und der entscheidende Teil, 121 mm² in N7 gegenüber 209 mm² in Intel 7 reicht schon für meine Rechnung. Spekulationen über den Yield (der nach drei Jahren Fertigung in 10-nm-ITRS-Nodes bei beiden nicht so schlecht gewesen sein sollte), unterschlägst du mal wieder TSMCs Gewinnspanne komplett. Zur Erinnerung: Von 45,5 Milliarden US-Dollar, die TSMC 2020 eingenommen hat, haben sie nur 27,8 wieder ausgegeben. Die anderen 17,7 Milliarden US-Doller waren Gewinn und den hat unter anderem AMD bezahlt. Wenn man die Gewinnspanne mal 1:1 auf N7 umlegt (N5 lief damals gerade an und wird noch größere Marge gehabt haben, hatte mangels Stückzahlen aber nur halb so viel Anteil am Umsatz wie 16 nm und der Löwenanteil war N7), dann musste AMD für 121 mm² funktionierendes Silizium also so viel Bezahlen, wie TSMC (oder, bei Annahme gleicher Fertigungskosten), für die Produktion von 198 mm² benötigten.
Wenn es beim anschließenden Abschleifen von CCD und V-Cache oder bei deren Vereinigung auch nur 5 Prozent der Chips unbrauchbar wurden, hatte AMD für den 5800X3D bereits reine N7-Kosten auf Augenhöhe mit Alderlake. Dazu kommen Mehrkosten für das Schleifen und CoWoS selbst, Mehrkosten für den GF12-IOD, Mehrkosten für das komplexere Substrat mit seinem Chiplet-auf-Monolithen-Sockel-Rerouting und Mehrkosten für die Zusammensetzung des Ganzen, etwaige weitere Ausfälle dabei, einhergehende Testes und die ganzen Transporte dazwischen.
Die genaue Höhe nahezu aller dieser Preisfaktoren sind geheim, aber es wäre ein verdammtes Wunder, wenn AMD trotz der ganzen Mehrkosten am Ende mit dem niedrigeren Stückkosten davon gekommen wäre.
Meiner Ansicht nach ist das zu einfach gedacht. Nur weil es große Nachfrage bei TSMC gibt heißt das nicht gleich dass größere Stückzahlen keinen Vorteil beim Preis bringen. Themen wie bspw. Rüstzeiten können bei zu geringen Stückzahlen unangenehm teuer werden und wenns ganz Blöd kommt fordert TSMC gar eine Mindestabnahmemenge damit die überhaupt Kapazitäten bereitstellen.
Berechtigter Einwand, aber verglichen mit anderen Kunden (die Prozessoren von Amazon und Google sind relativ zu vielen anderen TSMC-Nutzern schon Großbestellungen) dürfte AMD etwaige Mindestabnahmemengen locker allein durch die V-Cache-Epycs abgedeckt haben und auch die Rüstzeiten sind bei einer auf Jahre laufenden Produktion dieser Größe eher vernachlässigbar. Abgesehen von Apple- und Nvidia-Produkten dürfte es nichts in dieser Größe nehmen, was TSMC-Werke in größerer Stückzahl verlässt als AMD-Prozessoren.
Da lädt jemand ein 70 Minuten langes Video mit dem Thumbnail "What went wrong with ArrowLake" hoch, in dem Video geht es ganze 6 Minuten davon um das Thema und der einzige Inhalt der 6 Minuten, der nicht Gebrabbel von MLID selbst ist, ist "tjo schade dass die 8+32 Konfiguration gecancelled wurde damit hätten wir im MT den sicheren ersten Platz gemacht".
Da sehe ich die Zusammenfassung "MLID braucht Klicks" irgendwie naheliegender als "ARL ist hoffnungslos".
Ich habs damals nicht ganz gesehen aber was ich gesehen habe ist iirc ne reine Selbstdarstellung von MLID der gefühlt 80% der Redezeit hat (was genau andersrum sein sollte in Interviews) und der irgendwas erzählt, dem Intelmensch dann irgendwas hinwirft und der meist mit "hmmm year kindof couldbe" Nebelbomben antwortet. Sorry aber das Ding ist wirklich ziemlich inhaltslose Selbstbeweihräucherung.
Danke für das teilweise schauen und die Zusammenfassung; erspart mir Arbeit.^^
Soo schlimm sind die Prozessoren jetzt nicht:
Klar, in Spielen sind die neuen CPUs eine absolute Enttäuschung, wenn man 13. und 14. Generation als kaufbar ansieht. Ob die Mikrocodeupdates tatsächlich wirken wird man allerdings erst in ein paar Monaten sehen und bis dahin gibt es von Intel als Konkurrenz zu Arrow Lake in meinen Augen quasi nur non-Ks, wenn man nicht auf Glücksspiel steht und halt Alder Lake. Insofern lässt sich das als Wechsel von hohem Wellengang in ruhigeres Fahrwasser sehen.
In Anwendungen hingegen überzeugen die Prozessoren durchaus, wenn auch der Preis inklusive Plattform für das Topmodell deutlich zu hoch ist, wenn man nicht auf jeden Fall den Chipsatz zu nutzen weiß. Der 265k scheint hier das Vernunftmodell.
"Überzeugen"? Sie kommen, als nagelneues Produkt mit Technik, die AMD nicht vor Herbst 2025, ggf. 2026 nutzen dürfte, kaum an Ryzens aus 2022 vorbei. Je nach Anwendung und unter Berücksichtigung des Verbrauchs nicht einmal das. Der Abstand, auch zu Ryzen 9000, ist zwar klein genug, um ihn gegenüber Vorteilen an anderer Stelle zu vergessen – aber dafür müsste es diese geben. Einfach nur
fast aufzuschließen, ohne eigene Stärken zu beweisen, ist dagegen ein Totalausfall. Niemand braucht eine zweitbeste CPU, solange er auch eine erstbeste kaufen kann.