Inflation - oder: Wie rette ich mein Geld, Wo kann ich sparen?

  • Ersteller Ersteller warawarawiiu
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Du meinst die hätten eine Inflation bewußt provoziert wegen der hohen Schulden? Damit die Schulden quasi nicht mehr soviel wert sind? Und diese kleineren Zinserhöhungen sind nur Täuschungsmanöver?

"Täuschungsmanöver" nicht, sondern Korrekturmaßnahme da eine zu rasante Entwicklung allgemein schlecht für die Wirtschaft wäre. Aber Inflation bewusst herbeizuführen um, das Konzept "Staatsverschuldung" lauffähig zu halten, steckt schon in den Grundüberlegungen drin. Das Wirtschaftswachstum der Eurozone liegt im jährigen Mittel bei vielleicht 1% und es reichen ein paar Zehntel darüber hinaus, damit Geld nicht unbegrenzt gebunkert wird. Das heißt bereits das 2%-Ziel ist auf zusätzliche Inflation angelegt.


Ist nur doof wenn die Armut weiter wächst und Banken und große Firmen gerettet werden.
Das dann die Gerechtigskeitfrage aufkommt ist eigentlich klar.
Und irgendwann ist es auch nicht nur mehr die Frage oder der Unmut in der Bevölkerung.
Dann könnte es Proteste und schlimmstenfalls Aufstände geben.

Tjo. Darüber hätten sich die Wähler ruhig mal Gedanken machen können, während/kurz nachdem die Banken auf Kosten der Allgemeinheit gerettet wurden und im weiteren Verlauf noch diverse Konzerne folgten. Scheint die Mehrheit aber geil gefunden zu haben, denn die gleichen Politiker wurden fleißig wiedergewählt und heute, wo die Gewinne erfolgreich privatisiert sind und der Staat die Schulden hat, ist umsteuern tatsächlich schwierig.
 
Das letzte Mal als die Inflation in Deutschland außer Kontrolle geraten ist haben die Leute danach angefangen eine gewisse braune Partei zu wählen nachdem Adolf ne Runde geputscht hatte. :-(
Wollen wir mal hoffen, dass es dieses mal nicht SO schlimm kommt aber du hast schon recht, dass Armut/Rezessionen/Krisen immer auch das Risiko von politischen Abartigkeiten erhöhen.

Wenn du das so erwähnst, solltest du beachten wer diese Partei unterstützt hat und wem sie diente.
Hitler hat seine Reichweite enorm erhöhen können, nachdem ihm zB die Lufthansa ein Flugzeug zur Verfügung stellte und er viele Spenden durch Teile der Industrie erhielt.
Ohne entsprechende Hilfe, wäre ein Hitler nie an die Macht gekommen.

ZB. https://de.wikipedia.org/wiki/Reichspräsidentenwahl_1932

Eine Parole der KPD lautete: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg.“

Diese Schwurbler hatten sogar recht.




Wer Geld hat, sollte vielleicht Gold kaufen?


Inflation gewollt, gewünscht?
Glaube ich nicht. Nur wenige VW in Europa hatten zu niedrige Zinsen. Deutschland gehörte dazu, aber vielen halfen die niedrigen Zinsen überhaupt über die Runden zu kommen.
Gerade im Süden kann den Ländern einiges um die Ohren fliegen, weil alleine schon did Zinsen für die Staatsverschuldung ordentlich steigen und damit Geld für vieles fehlt.

 
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Wer Geld hat, sollte vielleicht Gold kaufen?
Zumindest anteilig an seinen Vermögenswerten sind Edelmetalle nie eine schlechte Idee. Alles jetzt in Gold zu parken ist auch gefährlich (da Gold auch sehr volatil reagieren kann) aber im Rahmen der Diversifizierung (was grundsätzlich immer ne gute Idee ist) sollte vielleicht der Goldanteil etwas höher als gewöhnlich ausfallen.

Normalerweise (in ruhigen Zeiten) halte ich etwa 5% meines Geldes in Gold. Mitte 2019 hab ich angefangen den Anteil zu erhöhen da ich Inflation und Rezession früher erwartet hatte (und niemals gedacht hätte dass wir noch Pandemie und krieg bräuchten ums auszulösen...).
Aktuell bin ich bei knapp 18% Goldanteil - was mehr ist als ursprünglich geplant... als Folge davon, dass der Goldpreis seitdem stark gestiegen ist. Das erste Stückchen hab ich gekauft als das Kilo Gold ~35K Euro kostete, jetzt waren wir vor kurzem schon bei 60K das Kilo.
 
Auch da hast du Recht. Zu dem Mut gehört dann aber auch zu sehen, dass in solchen Situationen nunmal der Wohlstand der Normalbevölkerung stark leidet und man nicht alles und jeden retten kann auf Kosten der Allgemeinheit. Natürlich kann eine Finanzpolitik der Zentralbanken diese probleme nicht lösen... aber mir würde es schon reichen, wenn sie nicht ständig noch weiter Öl ins Feuer kippen würde.
Sie kippt noch kein Öl ins Feuer, sondern reagiert vorsichtig. Das Feuer brennt aber in der Ukraine und das Feuer löscht man nicht mit Geldmarktpolitik. Und ja, Kriege sind meistens nicht gut für den Wohlstand der Bevölkerung. Aber die Bevölkerung zahlt am Ende immer die Zeche.
Wir können uns über Die Rettung der Banken oder von Firmen aufregen, aber am Ende ist die Alternative auch nicht schön. Denn ein Bankencrash trifft nicht nur reiche Großanleger - sie trifft es sogar wesentlich weniger, weil die noch Gold im Safe haben und Grundstücke, Firmen und Immobilien besitzen. Das gilt bei der Rettung von Firmen ebenso, denn für die Aktionäre ist es meist nur ein Teil des Portfolios, für die Arbeiter ist es das einzige Einkommen.
 
Das Feuer brennt aber in der Ukraine und das Feuer löscht man nicht mit Geldmarktpolitik.

Glaube mir das dies nicht der alleinige Grund ist. Unsere Globalen Verhältnisse ändern sich massiv. Länder die sich früher willig ausbeuten ließen, agieren immer selbstbewusster und aggressiver bei der Durchsetzung ihrer Ziele und Pläne.
Das ließe sich nur durch eine gerechtere Verteilung aller Ressourcen ändern.
Ökologisch, ökonomisch und auch politisch.
 
Sie kippt noch kein Öl ins Feuer
Sie macht das seit 2015 ohne Pause.
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Die Bilanzsumme ist in den letzten paar Jahren um 6 Billionen Euro angewachsen. Also etwa 2x das BIP von Deutschland (oder fast die Hälfte des mittleren BIPs der ganzen EU!) an neuem aus dem nichts erschaffenen Giralgeld. Wer hätte ahnen können, dass das zu Inflation führt. :ugly:
Und NOCH IMMER steigt diese Bilanz. Denn NOCH IMMER "druckt" die EZB Geld - auch wenn die Zinsen jetzt auf 0 sind statt -0,5. Das meine ich mit Öl ins Feuer schütten.
 
Aktuell bin ich bei knapp 18% Goldanteil - was mehr ist als ursprünglich geplant... als Folge davon, dass der Goldpreis seitdem stark gestiegen ist. Das erste Stückchen hab ich gekauft als das Kilo Gold ~35K Euro kostete, jetzt waren wir vor kurzem schon bei 60K das Kilo.

Was eine saubere Formulierung für "eigentlich zu spät" ist. In dem Moment, wo bereits Gegenmaßnahmen gegen Inflation ergriffen werden, bestehen durchaus Chancen, dass man schon über die Hälfte hinter sich hat und gerade der Goldpreis ist die letzten Monate deutlich angestiegen. Die professionellen Spekulanten nehmen solche Entwicklungen schließlich vornweg und bereits letzten Monat waren wir auf 0,1% Inflation runter - nach 0,9% im Mai, 0,8% im April, 2,5% im März und nochmal 0,9% im Februat laut statistischem Bundesamt. Sollten die knapp 8% gegenüber Vorjahr sich bis 2023% nur auf z.B. 10% steigern, der aktuell sehr gesunde Goldpreis aber um 3-4% nachgeben, kann man da auch gut im Minus landen.
 
Für Gold habe ich leider kein Geld über.
Aber wenn es knallt in Deutschland nützt einen das auch nichts mehr.
 
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Sie macht das seit 2015 ohne Pause.
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Die Bilanzsumme ist in den letzten paar Jahren um 6 Billionen Euro angewachsen. Also etwa 2x das BIP von Deutschland (oder fast die Hälfte des mittleren BIPs der ganzen EU!) an neuem aus dem nichts erschaffenen Giralgeld. Wer hätte ahnen können, dass das zu Inflation führt. :ugly:
Und NOCH IMMER steigt diese Bilanz. Denn NOCH IMMER "druckt" die EZB Geld - auch wenn die Zinsen jetzt auf 0 sind statt -0,5. Das meine ich mit Öl ins Feuer schütten.
Ich hätte das ein anderes Feuer genannt. Bis zum Krieg in der Ukraine hatten wir trotz dieser Geldmarktpolitik der EZB noch keine starke Inflation.
 
Was eine saubere Formulierung für "eigentlich zu spät" ist.
Naja... ich hab einen Teil Gold bei 35K/kg gekauft und die zweite Tranche etwas später bei 44K/kg. Also gemittelt rund 40K/kg. Wenn der Goldpreis in Euro bei 60K/kg steht hab ich damit 50% Rendite gemacht - zumindest in Euro, in Dollar ja deutlich weniger....

Natürlich wäre noch weit mehr drin gewesen wenn ich früher und mehr gekauft hätte, aber als Teil des Portfolios das eigentlich nur ein "Sicherheitsasset" sein soll ist die Performance da schon verdammt gut bzw. besser als fast alles andere was ich in der Zeit hatte^^

Ob man dagegen jetzt da noch dick einsteigen sollte hab ich ja oben schon in Frage gestellt. Da kommts sehr auf den Zeithorizont an. Wer sich jetzt nen Goldklumpen unters sprichwörtliche Kissen legen will und ihn da jahrzehntelang liegen lassen will macht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anlagetechnisch nichts falsch (was so für breite Aktienpakete ja auch gilt). Blöd ist halt nur (was oft ausgeblendet wird bei den "Aktien steigen langfristig immer!!!-Tipps), dass man, sollte man das Geld mal spontan brauchen weil irgendwas unerwartetes im Leben passiert ist, man je nach Zeitpunkt ganz blöd in die Röhre schauen könnte.

Ich weiß, um auf den Threadtitel zurückzukommen, auch nicht wie man sein Geld am besten "retten" kann. Meine persönliche Strategie ist seit ein, zwei Jahren, alles an Investitionen auszugeben was nötig ist (= der Inflation zuvorkommen), also nen Satz neue Fenster fürs Haus + Fassade gemacht, uralten Polo meiner Frau durch was weniger klappriges ersetzt usw.) - und was dann noch übrig bleibt zu verteilen in Edelmetalle, ein paar (defensivere) Aktien und nen Rest an Bargeld. Ne bessere Strategie habe ich nicht.
Das ist bei mir jetzt noch weniger "schlimm" weils insgesamt keine besonders hohen Beträge sind - oder anders gesagt ich habe nicht so schrecklich viel an Erspartem zu verlieren verglichen mit meinem Einkommen so lange der Staat nicht an die Immobilien geht (das einzige wirklich wertvolle was ich besitze ist die Bude in der ich wohne + das Stückchen Land auf der sie steht).

Bis zum Krieg in der Ukraine hatten wir trotz dieser Geldmarktpolitik der EZB noch keine starke Inflation.
Ja. Aber wie gesagt dass die Inflation kommt war sicher bei der extremen Geldmengenausweitung (nein, ich glaube nicht an MMT^^). Wann und in welcher Form und durch welchen Auslöser war die Frage - jetzt wars halt ein Krieg. Es hätte auch jeder andere "schwarze Schwan" sein können wie Börsianer das nennen.
 
@Incredible Alk : Was hälst du eigentlich von Prof. Rieck?

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Der ist irgendwie "Spieltheorie" Experte. Aber ich finde den etwas komisch. So hektisch... der mach einen nervös. :ugly:
 
Rieck bietet manchmal ne interessante andere Sichtweise/Ansatz um aktuelle Themen zu betrachten, sollte aber meiner Meinung nach eher bei seinen Kernthemen bleiben als Spieltheorie zwingend auf alles anzuwenden was gerade modern ist (was zufällig natürlich positiv auf Klicks und Abonnenten wirkt).

Ich habe mir vor einiger Zeit sein 36-Strategeme-Buch gekauft was mich leider darin bestätigt hat dass es Herrn Rieck wohl eher ums Geld geht denn um Inhalt. Das Buch für Größenordnung 20€ handelt zwar die beworbenen 36 Strategeme ab, tut das aber in sehr kurzer und oft oberflächlicher Form ("Der Chinese hat xy geschrieben das bedeutet wahrscheinlich z und wäre heute sowas wie abc, kommen wir zum nächsten Strategem") - da hätte man viel mehr draus machen können und für den Buchpreis auch müssen, oft nur drei, vier Seiten über ein Strategem zu schreiben ist einfach zu wenig.
Und selbst der Druck des Buches ist minderwertig (manche Seiten sind leicht verschmiert... schwer zu erklären, ich würde ein Bild davon zeigen aber das Buch liegt in meinem Büro^^). Hat für mich insgesamt alles den Beigeschmack von "einfaches Geld generieren".
 
Was passiert eigentlich mit einen Staat wenn der bankrott ist?
Holen sich dann die Anteilseigner vom Staat Teile zurück? Diejenigen welche Staatsanleihen besitzen?
Also umgekehrte Enteignungen? :ugly:
 
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Was passiert eigentlich mit einen Staat wenn der bankrott ist?
Holen sich dann die Anteilseigner vom Staat Teile zurück? Diejenigen welche Staatsanleihen besitzen?
Also umgekehrte Enteignungen? :ugly:

Entweder das oder nicht-Anteilseigner holen sich einfach von irgendwem irgendwas, wenn die staatliche Ordnung komplett zusammgenbrochen ist...
 
Was passiert eigentlich mit einen Staat wenn der bankrott ist?
Das ist nicht klar im Voraus festgelegt - aber praktisch alle Optionen die offenstehen sind keine erfreulichen. Das letzte Mal als wir pleite waren wurden wir in 4 Besatzungszonen aufgeteilt und verwaltet. Das vorletzte Mal als wir pleite waren hatten wir Hyperinflation und nen Diktatorputsch.
Man muss dazu sagen dass die Dinge ja alle Ergebnis eines verlorenen Krieges waren. Eine Pleite ohne (militärischen) Krieg sieht vermutlich anders aus - aber massive Unruhen, Chaos und Leid in der Bevölkerung dürfte auch in diesem Fall gesetzt sein.
 
Das vorletzte Mal als wir pleite waren hatten wir Hyperinflation und nen Diktatorputsch.

Falls du den Putschversuch Hitlers 1923 meinst, der war aber alles andere als auch nur nahe daran Erfolg zu haben. Da ist selbst der Lüttwitz-Kapp Staatstreich von 1920 noch näher daran gewesen zu gelingen und selbst der ist noch vergleichsweise kläglich gescheitert.

Man muss dazu sagen dass die Dinge ja alle Ergebnis eines verlorenen Krieges waren. Eine Pleite ohne (militärischen) Krieg sieht vermutlich anders aus - aber massive Unruhen, Chaos und Leid in der Bevölkerung dürfte auch in diesem Fall gesetzt sein.

Sicherlich war das Vertrauen in den Staat, durch die gesellschaftlichen Umweltzungen und den gerade erst zurückliegenden Ersten Weltkrieg, noch zusätzlich geschwächt, was Umsturzversuche gegen den sehr jungen Staat begünstigte.

Völlig ausschließbar, das es heute bei einer Staatspleite und zudem einhergehender grassierenden Inflation, nicht zu Umsturzversuchen gegen die Regierung kommen könnte, kann man leider trotzdem absolut nicht, nur weil hier ein Krieg schon länger zurück liegt und die Demokratie heute etwas gefässtigter ist, als noch in der Weimarer Republik.

Letztlich hängt sowas ja auch immer nicht zuletzt davon ab, wie geordnet / strukturiert und stark potenzielle Gegner der aktuellen Ordnung dann sind und wie sehr sie es auch schaffen eine solche Krise für sich nutzbar zu machen.
Das kann sich während einer solchen durchaus auch noch sehr schnell hocheskalieren, je nachdem wie auch Stimmungslage in der Bevölkerung ist.
Vor allen wie stark und in wie weit Teile der Bevölkerung leiden und wie sehr die aktuelle Regierung als inkompetent und handlungsunfähig wahrgenommen wird und dem gegenwirkende Kräfte dann den Raum lassen sich zu entfalten.

Hoffen kann man natürlich nur, das wir den Härtetest dafür nicht noch mal irgendwann machen müssen...
 
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Was passiert eigentlich mit einen Staat wenn der bankrott ist?
Holen sich dann die Anteilseigner vom Staat Teile zurück? Diejenigen welche Staatsanleihen besitzen?
Also umgekehrte Enteignungen? :ugly:
Im Grunde genommen passiert das nicht, solange das Land politisch stabil ist.

Du als Privatperson kannst pleite gehen, weil du eine Lebenserwartung hast. Also du stirbst irgendwann.
Da man aber davon ausgeht das Staaten nicht aufhören zu existieren, bekommen sie auch immer neue Kredite. Und im Extremfall einen Schuldenschnitt.
 
Was passiert eigentlich mit einen Staat wenn der bankrott ist?
Holen sich dann die Anteilseigner vom Staat Teile zurück? Diejenigen welche Staatsanleihen besitzen?
Also umgekehrte Enteignungen? :ugly:
Dann gibt es den Schuldenschnitt und das Guthaben ist weg, ebenso die Schulden. Gewinnen tun dann, wie immer, die Besitzer von Boden und Produktionsmitteln, da diese weit schwerer zu verstaatlichen sind.
 
Nachdem der EZB-Rat im Juli erstmals seit elf Jahren die Leitzinsen erhöht hatte, lässt er sie nun sprunghaft steigen. Die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde erhöhen den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent und reagieren damit auf die Rekordinflation im Euroraum.

Experten kritisierten die EZB in den vergangenen Monaten immer wieder: Zu zaghaft, ja fast schon blind gegenüber der Realität sei sie gewesen. Zentralbanken weltweit hatten in den vergangenen Wochen bereits mit starken Leitzinserhöhungen reagiert. In den USA liegen die Leitzinssätze bereits bei mehr als zwei Prozent. Die kanadische Zentralbank hatte den Leitzins auf 3,25 Prozent angehoben. Auch Großbritannien erhöhte den Leitzins stark.

Silke Tober, Leiterin des Referats Geldpolitik am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), sieht jedoch die Erfolgsaussichten für niedrige Preise skeptisch.

"Die EZB zielt mit den angekündigten weiteren Zinsschritten auf eine Eindämmung der Inflation, erklärt aber zugleich, sie habe keinen Einfluss auf die Energiepreise, die der wesentliche Treiber der Inflation sind."

Die hohe Inflation sei ein Resultat des Preisschocks bei den Energieträgern und den dadurch höheren Produktions- und Transportkosten. Der Handlungsbedarf liege bei den Regierungen. Vor allem die Bürger müssten weiter entlastet werden, sagt die Inflationsexpertin.
Quelle: Das Comeback des Zinses

Naja, aber die Inflation hat sich ja schon vor dem Ukraine-Krieg angekündigt. Bzw. war da schon zu beobachten. Sie wurde aber jetzt wohl durch die Energieknappheit verstärkt.
 
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