Inflation - oder: Wie rette ich mein Geld, Wo kann ich sparen?

  • Ersteller Ersteller warawarawiiu
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Was habe ich persönlich davon, wenn meine selber genutzte Immobilie im Preis steigt? Mein Plan ist hier so lange zu wohnen bis ich entweder heraus getragen werde oder ins Pflegeheim muss. Im 2. Fall zahlt der Staat für mich, wenn ich kein eigenes Vermögen habe.

Ich kann nichts dafür, dass du planst, auf Wertee von mehreren 100000 € zu hocken, bis du feststellst, wieviele Taschen das letzte Hemd hat.
Wer sowas verflüssigt, ehe er abkratzt, hat auf alle Fälle was davon. Und mittlerweile gibt es durchaus auch Modelle, wo man lange vor Abgabe verkauft. Oder man probiert mit dem Haus als Sicherheit einen Kredit zu bekommen, den man gar nicht abzubezahlen sondern zu verprassen gedenkt. Oder man verkauft es halt, um die anschließende Pfelge & Heim auf hohem Niveau zu bezahlen.

Der Kleinanleger soll ja auch nicht spekulieren sondern sein Geld langfristig investieren.

Auch eine langfristige Spekulation ist eine Spekulation und Aktien in einer Rezession schlecht geeignet, ein Vermögen zu erhalten.
 
Wie schon länger erwartet:

Die Europäische Zentralbank erhöht angesichts der Rekordinflation erstmals seit elf Jahren die Zinsen im Euroraum. Der Leitzins steigt unerwartet kräftig von Null auf 0,50 Prozent, der Negativzins für geparkte Gelder entfällt.

Angesichts der deutlich gestiegenen Inflationsrate hat die Europäische Zentralbank (EZB) nun reagiert und erstmals seit 2011 die Leitzinsen für die Eurozone erhöht. Die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde beschlossen, den sogenannten Hauptrefinanzierungssatz um einen halben Punkt auf 0,5 Prozent zu erhöhen. Dieser Zinssatz gilt, wenn sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld für einen längeren Zeitraum leihen. Auch der sogenannte Einlagensatz wurde angehoben, und zwar von minus 0,5 Prozent auf 0,0 Prozent. Banken müssen somit nicht mehr draufzahlen, wenn sie überschüssiges Geld über Nacht bei der EZB parken.

Die Wende der EZB gilt als historisch: Sie folgt auf eine Ära der ultra-lockeren Geldpolitik. Doch die Rekordinflation im Euroraum bewegte die Zentralbank nun zu dem ungewöhnlich kräftigen Straffungsmanöver: Erstmals seit dem Jahr 2000 hoben die Währungshüter die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte an. In ihrer vorangegangenen Sitzung hatte die EZB lediglich eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte angekündigt. Doch das wurde bereits in den vergangenen Tagen vielfach als nicht ausreichend eingeschätzt in Anbetracht der Rekordinflation von zuletzt 8,6 Prozent in der Eurozone.

"Der EZB-Rat gelangte zu der Einschätzung, dass im Zuge seiner Leitzinsnormalisierung ein größerer erster Schritt angemessen ist als auf seiner letzten Sitzung signalisiert", teilte die Notenbank nach ihrer Entscheidung mit. Zugleich machte sie deutlich, dass in den nächsten Monaten weitere Zinserhöhungen folgen werden. Bei den kommenden Sitzungen werde eine weitere Normalisierung der Zinssätze angemessen sein. Der EZB-Rat werde zu einem Ansatz übergehen, bei dem Zinsbeschlüsse von Sitzung zu Sitzung gefasst würden. "Der künftige Leitzinspfad des EZB-Rats wird weiterhin von der Datenlage abhängen und dazu beitragen, dass das Inflationsziel des EZB-Rats von zwei Prozent auf mittlere Sicht erreicht wird."
Quelle: EZB erhöht Leitzins auf 0,5 Prozent

Die EZB will die hohe Inflationsrate nicht weiter hinnehmen.
 
Wenn die EZB die Inflationsrate nicht hinnehmen wollte ständen die Zinsen (wie bei allen anderen großen Banken außer der EZB und der BoJ) schon bei Gegend 2% Tendenz steigend.

Die EZB hat nun den Plan "0,25% im Juli und 0,5% im September anheben" nur geändert in "0,5% im Juli und 0,25% im September anheben". Das Ergebnis ist dasselbe. 0,25% Einlagezins Ende des Jahres (kommend von -0,5%).

Mit 0,25% Habenzinsen eine Inflation von dann garantiert >10% bekämpen wollen ist ein schlechter Witz - und das wissen die auch. Es hat ja einen Grund, warum Lagarde die Unsicherheit in Person war bei der Pressekonferenz (alles vom Teleprompter ablesen und immer noch stottern) und man die Kommentare mal vorsorglich deaktiviert hat - der Shitstorm wäre ja ein safe call gewesen.

Was da grade passiert wurde hier ganz gut zusammengefasst:

--> wer noch nennenswerte Mengen an Euro hat sollte diese vielleicht in andere Güter (oder Devisen) tauschen bevor die Abwertung zu extrem wird. Das "was soll ich kaufen" ist schwer zu beantworten, vor allem in Zeiten wo auch nahezu alle anderen Assets fallen weil nunmal Krise ist. Aber Euros zu halten dürfte wahrscheinlich über die nächsten Jahre eine ziemlich schlechte Entscheidung sein.
 
Wenn die EZB die Inflationsrate nicht hinnehmen wollte ständen die Zinsen (wie bei allen anderen großen Banken außer der EZB und der BoJ) schon bei Gegend 2% Tendenz steigend.

Die EZB hat nun den Plan "0,25% im Juli und 0,5% im September anheben" nur geändert in "0,5% im Juli und 0,25% im September anheben". Das Ergebnis ist dasselbe. 0,25% Einlagezins Ende des Jahres (kommend von -0,5%).

Mit 0,25% Habenzinsen eine Inflation von dann garantiert >10% bekämpen wollen ist ein schlechter Witz - und das wissen die auch. Es hat ja einen Grund, warum Lagarde die Unsicherheit in Person war bei der Pressekonferenz (alles vom Teleprompter ablesen und immer noch stottern) und man die Kommentare mal vorsorglich deaktiviert hat - der Shitstorm wäre ja ein safe call gewesen.
Naja, da steht auch:
"Der EZB-Rat gelangte zu der Einschätzung, dass im Zuge seiner Leitzinsnormalisierung ein größerer erster Schritt angemessen ist als auf seiner letzten Sitzung signalisiert", teilte die Notenbank nach ihrer Entscheidung mit. Zugleich machte sie deutlich, dass in den nächsten Monaten weitere Zinserhöhungen folgen werden. Bei den kommenden Sitzungen werde eine weitere Normalisierung der Zinssätze angemessen sein. Der EZB-Rat werde zu einem Ansatz übergehen, bei dem Zinsbeschlüsse von Sitzung zu Sitzung gefasst würden. "Der künftige Leitzinspfad des EZB-Rats wird weiterhin von der Datenlage abhängen und dazu beitragen, dass das Inflationsziel des EZB-Rats von zwei Prozent auf mittlere Sicht erreicht wird."
Es wird also noch weitere Zinserhöhungen geben und das langfristige Ziel sind 2% Inflationsrate.
 
Klar, was sollen sie auch sonst schreiben.
Das problem ist, dass das was sie tun nicht im geringsten wiederspiegelt was sie sagen. Dass wir eine sehr hohe Inflation haben ist seit einem halben Jahr bekannt. Dass die noch ein gutes Stück weiter steigen wird ist ebenfalls seit Monaten bekannt (weil die Erzeugerpreisinflation, die ein Vorbote der "Endkundeninflation" ist, bei über 30% liegt!). Und die EZB redet ein halbes Jahr lang von Spreads, Klimazeug, Anleihekäufen, Stresstests und erhöht dann die Zinsen um Minimalstbeträge die praktisch keinen Einfluss haben (ob 0 oder 0,25% Zinsen ist bei 10% Inflation dann auch wurscht).

Es gibt für dieses Verhalten nur zwei mögliche Ursachen:
1.) Die EZB ist komplett inkompetent
2.) Die EZB verfolgt ein anderes Ziel als sie öffentlich angibt

Ich unterstelle jetzt mal, dass die vielen Hundert studierten EZB-Mitarbeiter nicht alle komplett blöd sind und sehr wohl wissen was da abgeht. Also ist Punkt 2 die einzige logische Möglichkeit - und auch naheliegend: Wir haben die größte Schuldenkrise aller Zeiten. Wenn man die Leute nicht direkt zahlen lassen kann/will (hätte nette Reaktionen zur Folge wenn Staaten hingehen würden und Leute zwangsenteignen) muss mans eben indirekt machen über Inflation und Währungsverfall. Das hat zwar den gleichen Effekt (die Schulden werden weniger wert und das Volk ärmer) aber man kann den Schwarzen Peter halt abschieben (auf Corona, Putin, was auch immer) und muss nicht zugeben, dass die superlockere Geldpolitik der letzten 10 Jahre krachend scheitern wird/gescheitert ist.
 
Wir haben aber keine Inflation wegen der Geldpolitik, wir haben eine Inflation aufgrund einer Verknappung der Rohstoffe.

Hohe Zinsen verändern diesen Fakt nicht, sie beschleunigen sogar die Entwicklung eher.
 
Wir haben Inflation weil die Nachfrage höher ist als das Angebot.
Ob der Grund dafür eine sehr hohe Nachfrage ist oder (wie jetzt) ein zu knappes Angebot ist egal.

Zusätzlich:
Dadurch dass die EZB die Zinsen praktisch nicht anhebt fällt der Eurokurs zum Dollar massiv ab. Rohstoffe kauft man auf der Welt aber halt in Dollar... ;-)

Immer das Argument "für die Ölpreise kann die EZB ja nix"... stimmt aber sie kann was für den Wechselkurs zur Währung in der man Öl kauft. 20% Verlust zum Dollar = 20% höherer Ölimportpreis.
 
Hmm, ob ich dann meine Bafög Schulden jetzt abzahlen sollte.
Würde ein riesiges Loch in meine Ersparnisse reißen, und das wollte ich eigentlich vermeiden, da die nächste Nebenkostenrechnung wohl nicht ohne sein wird...
 
Wir haben Inflation weil die Nachfrage höher ist als das Angebot.
Ob der Grund dafür eine sehr hohe Nachfrage ist oder (wie jetzt) ein zu knappes Angebot ist egal.
Doch das ist ein Riesenunterschied. Wir haben nämlich nur eine Inflation bei bestimmten Dingen wie Energie oder Nahrungsmitteln. Wir haben keine Inflation bei anderen Produkten oder Dienstleistungen.
 
Wir haben nämlich nur eine Inflation bei bestimmten Dingen wie Energie oder Nahrungsmitteln.
Und was meinst du, was dann in ein paar Monaten bei all den anderen Produkten und Dienstleistungen passiert die mit Energie hergestellt werden von Menschen, die Essen müssen...? :rollen:

Kannst ja kurz zu den USA rüberschauen, die sind ein paar Monate früher dran als wir. Da sind auch am Anfang "nur" Energie/Rohstoffe und Nahrung teurer geworden. Mittlerweile sind die Dienstleistungen auch bei fast 10%. Der tertiäre Sektor hängt halt zeitlich hinterher (bei uns zusätzlich dadurch dass Lohn-/Preis bei uns langsamer ist als bei den Amerikanern da wir viel Tarifbindung haben und weniger hire&fire). Kommt alles noch in der EU. Im Herbst isses bei uns auch soweit.
 
Zuletzt bearbeitet:
In unserem Fall sehe ich zumindest der Zinserhöhung positiv entgegen.
Zur Erklärung, wir wohnen in einer Stadt mit ca. 23000 EW, und die Umgebung ist "strukturschwach".
Wir suchen seit knapp 1 Jahr ein Haus, und bisher waren sämtliche Angebote unrealistisch. D.h Wertegutachten werden/wurden einfach verdoppelt. Aber selbst diese überteuerten Dinger gingen weg, weil der Zins günstig war.

Nun sitzen Leute z.t. in Häusern welche für 5 bis 10 Jahre vollfinanziert (also ohne Eigenkapital), bei einer Tilgung von max 1% damit die Rate schön günstig ist.
Jetzt steigt zusätzlich noch der Gaspreis um da x-fache.
Somit hoffen wir das ein befreundeter Makler Recht behält......"Wartet noch 2 Jahre, dann brechen hier die Preise weg und es gibt viel zu ersteigern...."
Für die Leute die sich finanziell verhoben haben natürlich eine Katastrophe, aber für uns eine Chance.
 
Es gibt für dieses Verhalten nur zwei mögliche Ursachen:
1.) Die EZB ist komplett inkompetent
2.) Die EZB verfolgt ein anderes Ziel als sie öffentlich angibt

Ich unterstelle jetzt mal, dass die vielen Hundert studierten EZB-Mitarbeiter nicht alle komplett blöd sind und sehr wohl wissen was da abgeht. Also ist Punkt 2 die einzige logische Möglichkeit - und auch naheliegend: Wir haben die größte Schuldenkrise aller Zeiten. Wenn man die Leute nicht direkt zahlen lassen kann/will (hätte nette Reaktionen zur Folge wenn Staaten hingehen würden und Leute zwangsenteignen) muss mans eben indirekt machen über Inflation und Währungsverfall. Das hat zwar den gleichen Effekt (die Schulden werden weniger wert und das Volk ärmer) aber man kann den Schwarzen Peter halt abschieben (auf Corona, Putin, was auch immer) und muss nicht zugeben, dass die superlockere Geldpolitik der letzten 10 Jahre krachend scheitern wird/gescheitert ist.
Du meinst die hätten eine Inflation bewußt provoziert wegen der hohen Schulden? Damit die Schulden quasi nicht mehr soviel wert sind? Und diese kleineren Zinserhöhungen sind nur Täuschungsmanöver?
 
Du meinst die hätten eine Inflation bewußt provoziert wegen der hohen Schulden?
Bewusst provoziert nicht - aber bewusst laufen lassen bzw. erst geleugnet, dann als vorübergehend bezeichnet, dann als nicht so schlimm und jetzt nen Minizinsschritt machend nachdem der Euro (und Yen) abgeschossen wurde an den Weltmärkten.

Irgendjemand muss halt die ganzen Billionen an Schulden (siehe auch Target2) mal zahlen. Die Staaten sind unfähig das zu leisten weil deren Einnahmen nicht annähernd dafür ausreichen groß was zu tilgen und keine Partei der Bevölkerung hohe neue Steuern oder sonstige Enteignungen aufdrücken kann/will. Die einzige andere Art die Schulden zu "tilgen" wenn man das Geld nicht zurückzahlt ist, den Wert des Geldes zu verringern. Und genau das passiert grade.

Fairerweise muss man auch sehen was die andere Möglichkeit wäre: Anhebung der Leitzinsen auf 4, 5, 6%. Dann ist die Inflation nach kurzer Zeit Geschichte - und alle Südstatten der EU plus Frankreich bankrott (weil sie die dann hohen Zinsen auf Staatsschulden nicht mehr tilgen können) und die Währungsunion Geschichte plus die EU in einer harten (bzw. noch härteren) Wirtschaftskrise. Das wäre das sprichwörtliche "Ende mit Schrecken" (die Länder und leute die sich überschuldet haben fliegen raus). Der aktuelle Plan ist halt eher Schrecken ohne Ende (wir vergemeinschaften alle Schulden und jeder Bürger zahlt per Inflation für alles und jeden ohne absehbares Ende).
 
@Incredible Alk: Ich erinnere mich wieder. Ich glaube das hatten wir schon mal hier im Thread besprochen.
Das du da noch ein Überblick hast... ich blicke durch die ganzen wirtschaftlichen Zusammenhänge schwer durch.
Aber durch deine Erklärungen auf jeden Fall schon deutlich mehr. :daumen:
Du hättest auch Volkswirt werden können.;)
 
Ganz sicher nicht. :ugly:

Ich interessiere mich grundsätzlich für das Thema (also Währungen, Banken, Börse, Wirtschaft usw.) weil es mich nunmal direkt betrifft und man durch grundlegende Zusammenhänge einfacher Entscheidungen treffen kann oder nicht ganz so unter die Räder kommt wie der Großteil der Leute die sich da gar nicht drum kümmern und gefühlt ein Jahr später merken dass sie ihren Kredit nicht mehr zahlen können.
Dazu muss man kein Volkswirt werden, es reicht gelegentlich mal ne Vorlesung von Sinn zu schauen (hatten wir wie du sagst oben schon) oder, was ich sehr empfehlen kann, ab und zu mal ein Kurzvideo von Fugmann (finanzmarktwelt YT-Kanal). Wer das tut ist wahrscheinlich schon viel besser informiert als 99% der Leute in dem Thema - und kann ggf. manche Entscheidung früher/besser Treffen als die breite Masse - ich bin beispielsweise zu dem Zeitpunkt als die FED die Zinsen angehoben hat aus Tech-Aktien raus weil klar ist, dass Wachstumswerte sofort Probleme kriegen wenn das Geld teurer wird. Man muss kein Genie sein um solche großen/langfristigen Zusammenhänge zu sehen, ein bisschen informieren reicht, um gegenüber dem größten Teil der Bevölkerung im Vorteil zu sein.
 
Hans Werner Sinn mag ich nicht. Der hat sich schon öfter merkwürdig geäußert.
Obwohl er ja selber aus einer Arbeiterfamilie kommt und sein Vater wohl SPD Mitglied war.
 
Bewusst provoziert nicht - aber bewusst laufen lassen bzw. erst geleugnet, dann als vorübergehend bezeichnet, dann als nicht so schlimm und jetzt nen Minizinsschritt machend nachdem der Euro (und Yen) abgeschossen wurde an den Weltmärkten.

Irgendjemand muss halt die ganzen Billionen an Schulden (siehe auch Target2) mal zahlen. Die Staaten sind unfähig das zu leisten weil deren Einnahmen nicht annähernd dafür ausreichen groß was zu tilgen und keine Partei der Bevölkerung hohe neue Steuern oder sonstige Enteignungen aufdrücken kann/will. Die einzige andere Art die Schulden zu "tilgen" wenn man das Geld nicht zurückzahlt ist, den Wert des Geldes zu verringern. Und genau das passiert grade.

Fairerweise muss man auch sehen was die andere Möglichkeit wäre: Anhebung der Leitzinsen auf 4, 5, 6%. Dann ist die Inflation nach kurzer Zeit Geschichte - und alle Südstatten der EU plus Frankreich bankrott (weil sie die dann hohen Zinsen auf Staatsschulden nicht mehr tilgen können) und die Währungsunion Geschichte plus die EU in einer harten (bzw. noch härteren) Wirtschaftskrise. Das wäre das sprichwörtliche "Ende mit Schrecken" (die Länder und leute die sich überschuldet haben fliegen raus). Der aktuelle Plan ist halt eher Schrecken ohne Ende (wir vergemeinschaften alle Schulden und jeder Bürger zahlt per Inflation für alles und jeden ohne absehbares Ende).
Das Problem ist aber, dass bei einer echten systematischen Inflation, die haben wir noch nicht, die Zinsen automatisch steigen. Staatsschulden entstehen aus Staatsanleihen und wenn deren Ertrag mehr als 3-5% unter der Inflationsrate liegt, werden die auch nicht mehr in den nötigen Mengen gezeichnet.

Man muss evtl. mal den Mut haben und erkennen, dass wir gerade einen großen Krieg inklusive Energiekrise in Europa haben, das erste Mal seit 1945. Wer glaubt die Auswirkungen davon mit Geldmarktpolitik regulieren zu können, der vertut sich - meiner Meinung nach.
 
@RyzA
Ja, ist ja auch nur ein Beispiel. Es gibt ja viele Volkswirte die solche Dinge schnell und präzise erklären können. Das ist ja das Kuriosum: Ausnahmslos jedem renommierten Volkswirt (abseits der MMT-Verfechter) ist seit Ewigkeiten klar, dass eine massive Inflation kommen wird - einfach weil das die letzten Jahrhunderte IMMER so war wenn die Geldmenge viel schneller steigt als die Wirtschaftsleistung bzw. Probleme wie Finanzkrisen, Pandemien usw. einfach nur immer mit frischem Geld zugeschüttet werden. Unklar war nur, wann das passiert. Ohne Corona und Krieg hätts vielleicht nochn Jahr zwei länger gehalten aber DASS das passiert war klar.

Und ebenso klar ist auch, dass die EZB die Zinsen nicht nennenswert anheben KANN, egal wie hoch die Inflation wird, einfach weil der Euro dann auseinanderfliegt da fast alle Teilhaber bis über beide Ohren verschuldet sind. Die politische Entscheidung ist seit vielen Jahren offensichtlich, dass wenn die Gemeinschaftswährung scheitert (was übrigens ausnahmslos alle Gemeinschaftswährungen verschiedener Wirtschaftsräume in der Menschheitsgeschichte sind - so gesehen war das Schicksal des Euro an sich klar nachdem man alle Regularien die das verhindern sollten schon umgangen hat) man den Weg über Geldentwertug statt Währungsreform gehen möchte. Denn wie gesagt - die Alternative zur "Liraisierung" des Euro ist Euro weg, Landeswährungen wieder her.

Das Problem ist aber, dass bei einer echten systematischen Inflation, die haben wir noch nicht, die Zinsen automatisch steigen. Staatsschulden entstehen aus Staatsanleihen und wenn deren Ertrag mehr als 3-5% unter der Inflationsrate liegt, werden die auch nicht mehr in den nötigen Mengen gezeichnet.
Stimmt - aber nur so lange es keine Zentralbank gibt, die das beschriebene Prinzip (was ein "Markt" wäre!) künstlich unterdrückt. Die EZB nennt das Spread Control bzw. hat wieder nen tollen Namen dafür den sich keiner merken kann, aber im Wesentlichen bedeutet das "wenn italienische Anleihen höhere Zinsen abwerfen wollen [weil deren Risiko vom Markt eingepreist werden will] verkaufen wir deutsche Anleihen und kaufen italienische [und senken damit unsere Qualität bzw. werden zur bad bank] um den Zins zu drücken".
Wenn niemand mehr die Anleihen zeichnen will was normalerweise in dem Falle so ist... tja dann kauft die EZB wieder alles auf. Mit neuem Geld. QE bis zum umfallen.

Man muss evtl. mal den Mut haben und erkennen, dass wir gerade einen großen Krieg inklusive Energiekrise in Europa haben, das erste Mal seit 1945.
Auch da hast du Recht. Zu dem Mut gehört dann aber auch zu sehen, dass in solchen Situationen nunmal der Wohlstand der Normalbevölkerung stark leidet und man nicht alles und jeden retten kann auf Kosten der Allgemeinheit. Natürlich kann eine Finanzpolitik der Zentralbanken diese probleme nicht lösen... aber mir würde es schon reichen, wenn sie nicht ständig noch weiter Öl ins Feuer kippen würde.
 
Auch da hast du Recht. Zu dem Mut gehört dann aber auch zu sehen, dass in solchen Situationen nunmal der Wohlstand der Normalbevölkerung stark leidet und man nicht alles und jeden retten kann auf Kosten der Allgemeinheit. Natürlich kann eine Finanzpolitik der Zentralbanken diese probleme nicht lösen... aber mir würde es schon reichen, wenn sie nicht ständig noch weiter Öl ins Feuer kippen würde.
Ist nur doof wenn die Armut weiter wächst und Banken und große Firmen gerettet werden.
Das dann die Gerechtigskeitfrage aufkommt ist eigentlich klar.
Und irgendwann ist es auch nicht nur mehr die Frage oder der Unmut in der Bevölkerung.
Dann könnte es Proteste und schlimmstenfalls Aufstände geben.
 
Und irgendwann ist es auch nicht nur mehr die Frage oder der Unmut in der Bevölkerung.
Dann könnte es Proteste und schlimmstenfalls Aufstände geben.
Das letzte Mal als die Inflation in Deutschland außer Kontrolle geraten ist haben die Leute danach angefangen eine gewisse braune Partei zu wählen nachdem Adolf ne Runde geputscht hatte. :-(
Wollen wir mal hoffen, dass es dieses mal nicht SO schlimm kommt aber du hast schon recht, dass Armut/Rezessionen/Krisen immer auch das Risiko von politischen Abartigkeiten erhöhen.
 
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