Kurz was zu dem Thema: Wenn man den Multi erhöht, gibt das Board von sich aus eine höhere Vcore an den Prozessor - und VIDs im Allgemeinen.
Als ich meinen 2600K zum ersten Mal in Betrieb nahm, lief er brav auf seinen Standardeinstellungen, also unter Last auf allen Cores mit 3,5 GHz.
Okay.
Die VID unter Last betrachtet, auch okay.
Die war zwar höher als die reale Spannung, aber das darf man ja nicht so ernst nehmen und außerdem ist da ja noch Vdroop.
Die Last-VID wurde natürlich als höchste VID betrachtet. Klar, so war das noch bei den guten, alten Sockel 775-CPUs.
Beim zweiten Start bin ich gleich in die Vollen und auf einen Multi von 42 gegangen.
So weit so gut, aber die Spannungsanzeige im Setup stieg prompt von unter 1,2 V (so 1,18-1,19 V) auf 1,274 V an.
Das fand ich recht gewaltig.
Zuerst dachte ich, das käme vom Board. Aber eigentlich ist das Board zu doof dazu und man muss, falls vorhanden, solche Automatiken normalerweise erst aktivieren. Außerdem brachte eine Steigerung des Multis auf 46 keine Steigerung des Vcores mit sich - der blieb bei 1,274 V.
Die mehr oder weniger intelligenten OC-Automatiken ziehen in der Regel nach oben mit.
Das Board wars schonmal nicht.
Ein bisschen Recherche im Netz brachte zu Tage, dass die Mehrzahl des Sandy-Jünger daran glaubt, dass die CPU bei geöffnetem Multi sich selbst einen Schluck aus der Spannungspulle gönnt. Kein schlechter Glaube, für mich zuerst einigermaßen plausibel.
Aber glauben heißt nicht wissen, also auf zum Vergleich:
Gelockter 2600K unter reeller Last (nix synthetisches - x264.exe beim kodieren eines Videos ins h.264/AVC-Format)auf Multi 35 (die krummen letzten Stellen beim Takt kommen vom BCLK auf 100.8).
Gegenprobe mit "aufgemachtem" Multi, manuell auf 35. Praktisch identisches Ergebnis mit gleicher Spannung. Der manuelle Multi allein bringt es also nicht.
Dann ein Lauf mit meinem Lieblingstakt von 4333 MHz.
Uiiiih, das gibt schon mehr Spannung und eine dramatisch gesteigerte VID.
1,360 V wären das laut Tabelle. CoreTemp ist bei der letzten Stelle immer etwas schlampig.
Aber eine zweite Meinung ist nie verkehrt: CPU-Z zeigt die gleiche VID an.
Bis dahin dachte ich, die höchste VID wäre die, welche man unter normalen Bedingungen sieht, die ändert sich ja auch nicht beim Übertakten. Falsch gedacht, es ist eine dynamische VID, die nicht beim offiziellen gelockten Höchsttakt aufhört. Ich würde ja gerne wissen, wie die beim offiziellen Höchstmulti von 57 aussieht - das dürfte dann auch die offizielle höchste VID sein. Aber dafür war ich dann doch zu feige.
Kurze Probe, ob die VID bei 4,333 GHz nicht einfach eine VID aus niedrigeren Multistufen ist, die nicht weiter erhöht wurde.
Bei 3,9 GHz gibt es eine deutlich niedrigere VID, wie man sieht: 1,345 V (nach Tabelle, auch hier ist CoreTemp wieder schlunzig).
Am Ende noch just for fun ein Lauf mit Prime95. Man achte auf die Leistung (Power) im Vergleich zum anderen 4,333 GHz Screenshot. Prime95 zieht weniger Leistung als eine normale Anwendung.
Na, sehr zuverlässig wäre ein erfolgreicher 24-Stunden-Durchlauf als Stabilitätsprüfung mit Prime95 also nicht.
So, das wars erstmal zur gefälligen Beachtung.
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Unnötig zu sagen, dass die CPU trotz der recht gierigen VID natürlich nicht bekommt, was sie verlangt. Das Board scheint die Anforderung eher zu blocken. Denn wie gesagt, 1,274 V sind ohne manuellen Eingriff das Höchste, was es ausspuckt.
Wer mehr geben will, muss zumindest beim Asrock-Board auch per Offset mehr spendieren.