Tja, größeres Display heißt nicht zwingend höhere Auflösung oder mehr Arbeitsfläche!
1.) Display
In der gewünschten Preiskategorie kann man die Hoffnung auf ein mattes Display fast aufgeben. Obwohl mir noch keiner untergekommen ist, der diese "Schminkspiegel" toll fand, scheinen sich die Hersteller einig zu sein, matte Displays nur noch bei höherpreisigen Notebooks anzubieten. Alternativ kann man sich dann eine passende Anti-Reflex-Folie (ca. 30 Euro) bestellen und draufkleben.
Im Mainstreambereich liegen die Auflösungen bei 11,6" - 13" Displays fast immer bei 1366x768 (manchmal bei 1200x800). Das ist schon ein großer Gewinn im Gegensatz zum 1024x600-Mäusekino in der 10"-Klasse. Allerdings zeigt das, daß man mit einem 13"er zwar ein größeres Bild hat aber nicht zwingend mehr sieht.
Wenn es 13" sein sollen und das Budget knapp ist, fällt mir zur Zeit nur das Lenovo Edge 13 ein. Kostet 399,- abzüglich 50,- Cashback. Für 350 Euro ein mehr als faires Angebot. Aber Vorsicht: Es hat kein optisches Laufwerk und bietet auch nicht die bekannte Lenovo/IBM-Qualität, wie sollte es auch zu dem Preis. Man erhält also "nur" das größere Display (aber eben auch nur mit 1366x768) und eine größere Tastatur. Achja, es ist auch ein besonderes Exemplar des AMD Neo K325 mit 1,5 anstelle 1,3 GHz verbaut. Dafür gibt's kein Betriebssystem dazu, was aber praktisch ist, wenn man eh schon eines hat.
2.) Prozessor
In der Klasse der "großen" Netbooks und "kleinen" Notebooks zwischen 350 und 500 Euro haben sich hauptsächlich 2 Varianten breitgemacht:
- Intel SU4100 mit 2 x 1,3 GHz
- AMD Neo L325 mit 2 x 1,3 GHz
Bezüglich Leistung und Stromhunger liegen beide sehr nahe beinander und sind auch beide empfehlenswert. Sie bieten in etwa die dreifache Leistung eines Atom Dual-Cores und reichen damit für alle wichtigen Anwendungsbereiche wie Office, Internet, kleine Spielchen und Audio/Video vollkommen aus.
Wenn man sich hauptsächlich mit nur einer Aufgabe gleichzeitig am Notebook beschäftigt (also Film gucken ODER surfen ODER spielen), kommt in meinen Augen auch noch der AMD Neo L125 in Frage. Der ist ein halbierter L325 (also ein Single-Core) allerdings mit 1,7 anstatt 1,3 GHz Taktrate. Hat man also eine rechenintensive Anwendung, die sich nur auf einen Kern stützt, kann der L125 durch die spürbar höhere Taktrate auch die bessere Wahl sein. Zudem sprt man hier in der Anschaffung noch ca. 50 Euro.
Meine persönliche Empfehlung: Finger weg vom Atom (auch wenn viele glückliche Atom-Besitzer schimpfen werden)! Die CPU ist gut für Navigeräte, BluRay-Player und automatische Kaffeemaschinen aber für richtige Computer einfach zu schwach.
3.) Grafikeinheit
Der Intel SU4100 wird i.d.R. mit der Intel HD4500-Einheit verbunden während die AMD-CPUs mit dem AMD HD4225 (manchmal auch mit dem HD3200) angeboten werden.
Dies GPUs (Intel wie auch AMD) bieten gute Leistung für alle 2D-Aufgaben, unterstützen Video bis Full-HD und bieten sogar genügend Leistung um ältere Spiele zu genießen, wobei im Spielebereich AMDs HD4225/3200 leichte Vorteile gegenüber der Intel-GPU bietet.
4.) Arbeitsspeicher
2 GB DDR-Ram sind Standard. Wichtig ist, ob noch ein 2. Ramslot für eine Erweiterung zur Verfügung steht und ob DDR2- oder DDR3-Ram verbaut wird. Leistungsmäßig tun sich beide in dieser Klasse nicht viel (zumal hier auch der DDR3 nur mit 800 MHz angesprochen wird) aber durch die niedrigere Betriebsspannung spart DDR3-Ram Strom und sorgt so für längere Akku-Laufzeiten.
Interessanterweise geben viele Anbieter Windows 7 Home Premium 64 bit zum Netbook dazu. Will man dies nutzen, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Ram-Aufrüstung auf 4 GB - Kostenpunkt ca. 50 - 70 Euro.
5.) Festplatte
Tja, 160 GB bis 320 GB gibt's in der Regel dazu. Man muß für sich entscheiden, wieviel Platz man braucht. Manche Hersteller (z.B. Dell) packen Platten mit nur 4500 U/min rein. Modelle mit 5400 U/min machen das arbeiten etwas angenehmer.
Im Idealfall baut man eh die Festplatte aus, packt sie in eine 10 Euro-USB-Gehäuse und nutzt sie fortan als externen Speicher. Mit einer SSD (100 - 200 Euro) bekommt jedes Net-/Notebook sofort einen anderen Charakter! Hoch-/Runterfahren geht blitzschnell, Programme starten ohne Verzögerung und die Lautlosigkeit vermittelt ein ganz besonderes Gefühl von Wertigkeit.
6.) Anschlüsse
Ja, hier hat sich endlich etwas getan! HDMI hat seinen Weg in die Netbooks gefunden und somit kann man die kleinen Racker nun an den heimischen TV zum HD-Gucken anschließen oder auch einen richtigen Monitor zum arbeiten anschließen. Mit Monitor, Maus und Tastatur kann so ein Net-/Notebook durchaus einen Arbeits-PC ersetzen.
Vorsicht beim Lenovo X100: hier haben die Jungs den HDMI-Anschluß dorch tatsächlich verpennt und damit verliert dieses (ansonsten gute) Netbook im Kreise seiner zahlreichen Konkurrenten seine Daseinsberechtigung.
Der Rest ist in dieser Preisklasse der übliche Standard. Bei fast allen Geräten finden sich noch 3 USB-Ports, Klinkenanschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer (manchmal sogar SPDIF-tauglich) und ein VGA-Anschluss für die Beamer-Verbindung. Manche Geräte haben Bluetooth, manche nicht - muß man eben nachlesen.
Für Edge/UMTS muß man 200 Euro mehr aus der Tasche ziehen.
Beim Budget sollte man noch beachten, daß die Hersteller in dieser Preisregion sehr knausrig bei den Beigaben sind. Will man das Netbook richtig nutzen, sollte man nochmal
- 50 bis 70 Euro für zusätzlichen Arbeitsspeicher
- 30 Euro für eine Displayfolie
- 20 bis 40 Euro für eine Tasche
- 50 Euro für ein externes DVD-Laufwerk
- 30 Euro für eine SDHC-Class10-Karte (die SSD des kleinen Mannes)
miteinrechnen.