AW: Gerücht: Wechselbare Intel-Prozessoren sterben aus - Haswell-Nachfolger Broadwell nur im BGA-Format?
Kann ich mir persönlich aber auch nicht so recht vorstellen.
Ansonsten würden doch sehr viele Leute aufgrund der Aufrüstbarkeit zu AMD rüber gehen.
Ich würde schätzen, dass >90% der Mainboards nie eine zweite CPU zu Gesicht bekommen. Abgesehen von den ganzen Arbeits-/Bürosystemen, wo es quasi nie einen Sinn macht, gehen 50% des Marktes an Laptops (wo es aufgrund des Kühlsystems z.T. gar nicht möglich ist und eher Fortschritte im Bereich Laufzeit, Gewicht und/oder Grafik zur Neuanschaffung führen, den mangelnde CPU-Leistung zur Aufrüstung) und von den verbleibenden Desktop-Heim-PCs, die vielleicht 25% des Marktes ausmachen, stehen dann noch 50% in Haushalten, in denen sich niemand trauen würde, die CPU zu nutzen (oder überhaupt den Rechner zu öffnen), 30% in Haushalten, in denen niemand einen Sinn darin sieht, die CPU zu wechseln ("der reicht doch noch") und 16% in Haushalten, in denen man zu dem Schluss kommt, dass 400 € für einen "neuen" Prozessor beim letzten Händler, der ihn noch führt, weniger sinnvoll sind, als ein Plattformwechsel. (Gebrauchtkäufe zähle ich mal nicht mit. Zum einen ist Nachrüsten via eBay auch oft arschteuer, zum anderen ist das kein Markt für Intel)
Bleiben 1% der Systeme, für die es eine Rolle spielt. Ich denke, selbst wenn die geschlossen zu AMD gehen, wäre es Intel egal.
Warum gibt es eigentlich keine CPU-Steckkarten mehr?
Stelle ich mir praktischer vor.
Zu teuer, zu schlechte Signalqualität, unnötig. Bei einer Neu-Einführung käme das Problem inkompatibler Kühler hinzu.
Slot-CPUs wurden nur solange gebaut, wie man keine andere Möglichkeit hatte, alle Funktionen schnell genug anzubinden. D.h. nur in dem kurzen Zeitfenster, in dem der L2-Cache nicht mehr über den FSB angebunden wurde, es aber noch zu teuer gewesen wäre, ihn mit aufs DIE zu passen und ebenfalls zu teuer, ein entsprechendes MCM (z.B. Pentium Pro) zu fertigen. Heute gibt es kaum noch was zu integrieren und wenn doch (z.B. Northbridge bei Clarkdale, vorrausichtlich VRAM bei Haswell), man hat etablierte MCM-Technik, um es im günstigeren Sockelformat mit kürzeren Signalwegen abzuliefern.
Wie? Das wäre ja der Todesstoß für fast die gesamte Mainboard-Industrie. Holy Shit.
Die Mainboardhersteller würden an solch einer Plattform genauso verdienen, wie jetzt an Atom und Bobcat: Gut, sehr gut. Schließlich müssen Leute, die die falsche CPU gewählt haben, dann auch das Board tauschen
Also ich sehe es noch nicht mal so tragisch wenn die CPU nicht direkt auf das MB gelötet wird, sondern eine Steckkarte wie früher und dann über eine schnelle Punkt zu Punkt Verbindung mit dem MB verbunden wird, so kann man länger die Mainboards behalten auch beim späteren CPU Tausch, der dann nicht mehr PIN Kompatibel wäre wie heutzutage, so kann man auf der Steckkarte alles unterbringen was die CPU braucht wie die Spawas, nur das mit der Kühlung wäre ein Thema, da muss dann noch ein passendes Design her.
So ein Design steht aber nicht zur Diskussion

Davon abgesehen bestände das Mainboard dann nur noch aus einer Backplane, die die mechanischen Slots mit dem "CPU"-Modul verbindet, auf dem quasi alle anderen Funktionen integriert wären. Vielleicht verbleibt noch ein I/O-Chip auf der Platine, aber da schreitet die Integration ja auch immer weiter voran.
Das ist leider kein Nonsens. Die japanische Quelle wird selbst von Heise seriös eingeschätzt:
Wann sterben wechselbare PC-Prozessoren aus? | heise online
Das Thema liest sich dort auch etwas anders. "Wann sterben wechselbare PC-Prozessoren aus?", als wäre das nur eine Frage der Zeit?
Es gibt einige Seiten, die lassen auch gleich noch das Fragezeichen weg. Aber keine davon, einschließlich Heise, scheint mit in der Lage zu sein, die Quellenlage nachvollziehen zu können. Das einzige, was wir wissen ist, dass die Roadmaps von PC-Watch.jp recht oft recht nah an der Wahrheit liegen. Aber zum einen stammen die sonst meist von Hiroshige Goto, der Wahrheitsgehalt könnte diesmal also geringer sein, zum anderen lag auch der schon mal daneben. Oder hat hier z.B. jemand einen Nehalem mit FSB für den Sockel 771 gekauft?
Da Intel selber Mainboards vertreibt könnten sie genau so gut nur ihre eigenen Mainboards mit den fix aufgelöteten CPU`s anbieten.
Dann schauen die anderen Mainboardhersteller durch die Finger.
Intel hat weder die Kapazitäten das umzusetzen, noch hatten sie bislang Interesse an einem Großteil der Märkte. Wie schon mehrfach erwähnt: BGA ist längst auf dem Markt, die Frage ist nur, ob Alternativen wegfallen.
Wie willst du >1500 Kontakte mit einer Steckkarte realisieren?
Von den längeren Signalwegen ganz zu schweigen.
Der Pentium 2/3 mit Steckkarte hatte lächerliche 242 Kontakte.
Eine Sockel 1155 CPU hat 256 Datenleitungen zum RAM und 80 Datenleitungen für PCIe und DMI. Ich weiß nicht genau, wieviel FDI und die zusätzlichen Leitungen zur Ansteuerung haben, aber mehr als 100 würden mich überraschen. Alles andere sind Redundanzen (vor allem Massepins) und die Stromversorgung, d.h. untereinander verbundene Kontakte. In einem Sockel musst du damit arbeiten, um die Gesamtkontaktfläche groß genug zu bekommen, aber auf einer Steckkarte könntest du sehr einfach unterschiedlich große Kontakte in geringer Anzahl verwenden und das gleiche erreichen. Z.B. Blade-Module haben auch maximal die Stromversorgung extra per Kabel (wäre hier auch kein Problem) und die gleiche Zahl an I/O-Kanälen wie Steckkartenkontakt realisiert.