Bei Zügen werden Türen mancherorts schon länger nicht mehr vom Fahrer überwacht. Das funktioniert, auch (oder gerade) ganz ohne KI. Das weitaus größere Problem für KI-Busse ist der Straßenverkehr. In Deutschland gibt es meinem Wissen nach weiterhin nur Pilotprojekte mit People-Movern in verkehrsarmen oder gar -freien Gebieten mit mittel bis stark reduzierter Geschwindigkeit – wenn die KI zum Teil wegen einem Löwenzahn eine Notbremsung anordnet, dann darf man eben maximal Schrittgeschwindigkeit fahren. Sonst wird das Verletzungsrisiko für die Insassen zu groß. Reguläre Bus-Routen, die immer auch Tempo-50-Bereiche und nicht selten sogar Schnellstraßen- oder Überland-Abschnitte mit 70+ enthalten, kann man damit nicht bedienen, von dem Gedrängel im Berufsverkehr ganz zu schweigen.
Global gilt Google (Waymo) derzeit als führend auf dem Weg zu autonomen Fahrzeugen, ist aber noch lange nicht am Ziel. Zwar fahren die Robo-Taxis normal schnell, weil sie dank angeschnallter Passagiere nicht ganz so vorausschauend bremsen müssen/später den Notanker werfen dürfen. Aber die Reduktion der Notstops hat man offensichtlich nicht durch KI-Fortschritte, sondern durch laschere Grenzen erkauft, sodass in unklaren Situationen auch schwere, gefährliche Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung resultieren und immer mal wieder kleinere Unfälle geschehen. Und das unter guten Bedingungen. Wenn es schlechter läuft, Stichwort Nebel in San Francisco, verursacht die kleine Testflotte durchaus auch mal ein großes Verkehrschaos, weil die KI gar nicht mehr zurechtkommt und die viel zu kleine Zahl menschlicher Überwacher die mitten auf der Straße liegengebliebenen Fahrzeuge eins nach dem anderen per Fernsteuerung weglotsen müssen.
Von einem ÖPNV, mit dem man auch bei Schnee und Eis zumindest etwas verspätet zur Arbeit kommt, scheint mit die heutige Technik noch weit entfernt. Jahrzehnte, um genau zu sein, wenn ich Bedenke dass Mercedes-Protoypen schon in den 90ern autonom auf der Autobahn und teils auch auf Landstraßen unterwegs waren. Vergleichbares in Serienfahrzeugen und mit Garantie/Haftung wird 30 Jahre später schon als große Innovation gefeiert – und die Erben der heutigen Prototypen können dann in 30 Jahren im Sommerhalbjahr aushelfen, wenn man Fahrzeugmehrkosten nur dafür akzeptiert?