Also zumindest die bei VW scheinen nicht die Autos zu bauen, welche die Kunden gerne kaufen würden.^^
Ok, vielleicht habe ich mich nicht genug damit beschäftigt, aber wenn z.B. ein Kind zwischen zwei parkenden Autos innerhalb der Bremszone hervorgelaufen kommt, könnte ich mir schon vorstellen, das man es z.B. schaffen kann auf die Gegenfahrbahn auszuweichen... nur wenn da ein Auto kommt hat man halt die Wahl zwischen Pest und Cholera... *keinplan*
Jein. Mercedes hat inzwischen einen Assistenten, der auf der Autobahn im Stau komplett selbstständig fahren darf:
In einem Stau hat man per Definition ein Auto vor sich, das Mercedes wie beschrieben zur Orientierung nutzt.

Mittlerweile ist das System übrigens auch bis 95 km/h verfügbar, also außerhalb von Staus, aber eben nur wenn es ein vorausfahrendes Fahrzeug gibt, dem die Automatik folgen kann. Vollständig autonom die Bedingungen und sämtliche möglichen Hindernisse zu beurteilen klappt offensichtlich weiterhin nicht zuverlässig. Man setzt auf andere Menschen, deren erfolgreiches Vorausfahren beweist, dass z.B. die Spur frei von kleinen/schlecht sichtbaren Hindernissen ist und auch in großer Entfernung (noch) nichts sichtbar wird, was Sorgen bereiten müsste. Funktional könnte man die aktuellen Level-3-Systeme auch als Kombination aus Level-2-Assisstenten (das Auto navigiert, lenkt und bremst selbständig, aber der Fahrer muss ständig überwachen, ob es das alles richtig macht/nichts übersieht und notfalls sofort eingreifen) und universeller elektronischer Deichsel bezeichnen. (Nur der Fahrer im vordersten Auto einer Kolonne muss aufpassen.)
Es gibt doch schon selbstfahrende Taxis in Kalifornien, ich meine L.A. oder San Francisco:
Selbstfahrende Autos dürfen in San Francisco jetzt auch ohne Fahrer durch die Stadt ziehen und kommerziell eingesetzt werden.
www.zdf.de
Allerdings scheint das wirklich noch ein "Test" zu sein.
Exakt. Waymo & Co fahren überall nur mit Sondergenehmigung als "Experiment" rum. Die haben im Prinzip mit reinem Level 2 mit Überwachungsfahrer angefangen, irgendwann auf Level 3 mit Backup-Fahrer eskaliert und schließlich letzteren Remote ins Callcenter ausgelagert, welches mit fortschreitender Entwicklung immer seltener eingreift. Aber zu keinem Zeitpunkt wurde die Frage nach einer allgemeinen Zulassung gemäß Level 4, also einem tatsächlich autonom von A nach B fahrendem Auto, gestellt, geschweige denn beantwortet. Wenn diese Taxis nicht mehr weiterwissen, melden sie "Mensch: Sofort übernehmen" respektive halten an, wenn das nicht schnell genug geschieht – genauso wie die Staupiloten aktueller BMW oder Mercedes. Und wenn man sich den tragischen Fall anguckt, in dem auch nach einem (fremdverschuldeten) Unfall "rechts ran", also weiter-, gefahren wurde, obwohl das automatisch steuernde Fahrzeug dabei eine Frau mitschleifte und weitere schwere Verletzungen verursachte, dann wird auch deutlich, wie weit die aktuelle Technik von dem nötigen Situationsverständnis für autonome Entscheidungen entfernt ist.
Und Unfälle für autonome Fahrzeuge müssen im Vergleich zu solchen mit menschlichen Fahrern bei 0 liegen?
Es wäre jedenfalls wünschenswert. Denn menschlichen Fahrern wird nach einer schweren Verfehlung für gewöhnlich die weitere Teilnahme am Straßenverkehr untersagt. Diesen Maßstab wird man hoffentlich auch an autonome Fahrzeuge stellen und diese nicht nach erwiesener Fehlerhaftigkeit weiter durch die Gegend fahren lassen. Daraus ergibt sich eine Pflicht zur Perfektion: Wenn die gleiche Software 100.000 Busse steuert, dann darf die einfach nicht ausfallen, so wie das bei 1 von 100.000 Busfahrern noch verschmerz- respektive ausgleichbar wäre.
Das ist halt die Kehrseite der Zuverlässigkeit von Maschinen: Ein Mensch kann einen Unfall verursachen, wenn/weil er zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht die ihm maximal möglichen Qualitäten als Fahrer umgesetzt hat. Aber eine Maschine hat diese Qualitäten entweder immer oder nie. Also ist sie entweder perfekt oder unbrauchbar. Als Zwischenzustand gibt es nur: "Sie ist wegen vorhandener Fehler eigentlich unbrauchbar, aber wir haben diese Fehler bislang übersehen." Was das für Folgen bei einer hinreichend großen Verbreitung der jeweiligen Maschine haben kann, beweist die Luftfahrtindustrie immer mal wieder – siehe Boing Max und Konsorten.
Naja, wenn in einer "idealen" Verkehrswelt ALLE Fahrzeuge miteinander vernetzt wären und zumindest auf den großen Straßen niemand mehr Hand anlegt (z.B. wenn Handsteuerung auf der Autobahn einfach verboten würde), dann würde ich auch erwarten, das die Unfallquote auf nahe null zurückgeht. Aber solange es die FDP und den ADAC gibt, wird das in eh Deutschland nichts.
Selbst auf Autobahnen müssen Fahrer mit sich unkontrolliert auf der Fahrbahn bewegenden Objekten umgehen können, z.B. in Form von Wildtieren oder den Insassen eines liegengebliebenen Fahrzeugs. Die sollten zwar nicht da sein, aber wenn sie es doch sind, kann man nicht einfach drüber fahren. (Das gibt doch Beulen oder schlimmeres!)