News Gen Z hat Angst vor KI: Stehen ihre Jobs auf der Kippe?

Kriegen ja nicht mal Flächendecken Glasfaser gebacken in dem Land mit über eine Billion Steuereinnahmen.
Meinst Du etwa so was oder das oder dies oder jenes oder auch hier ... ? "Kuh-Working-Space"?? :lol:

Sorry, für das Off-Topic. Manche Themen sind einfach zu grausam ... :motz:

PS Vielleicht ist obige Vorgehensweise quasi eine präventive Strategie Deutschlands dem womöglich drohenden Arbeitsplatzabbau durch KI zu begegnen. So geplante (und ausgeführte) Arbeit kommt dem Begriff "Bullshitjob" auf eine andere Art schon sehr nahe.
 
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Befürchtungen von Perspektivlosigkeit und Existenzbedrohung sind durchaus berechtigt.
Ist aus meiner Sicht primär ein Einstellungsproblem. Aktuell haben wir sehr viele offene Stellen in der Industrie, dem Gewerbe, dem öffentlichen Dienst, der Bundeswehr, ...
Wer da nirgendwo was findet, ist entweder ernsthaft krank (das gibt es definitiv, ist aber nur ein kleiner Teil) oder Veränderungsresistent (Ort, Job, Aufgaben, ...).

Das sich aus dem letzteren Kreis jemand von Veränderungen bedroht fühlt, kann ich verstehen.

Fakt ist, die Arbeitswelt hat dich schon immer geändert, wird sich auch immer ändern.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet ist mehr Arbeit als Arbeitskräfte da, sonst bräuchten wir nicht Nettozuwanderung in D in Höhe von 300-400 Tausend Menschen im Jahr.

KI wird bestimmte Berufe zurückbringen, dafür entstehen neue.

Die Zeiträume, wo sich das wandelt, sind in Arbeitsleben betrachtet absolut problemlos abbildbar. Wer noch 10 Jahre zur Rente hat, kommt wahrscheinlich ganz drum rum.
Alle anderen können sich drauf einstellen, wenn sie wollen.
Es gibt ja noch mehr Probleme. Bspw. sind Rollstuhlfahrer*innen auch nicht erkannt worden. Die Realität und Geschehnisse in Stadt und Land sind komplex.
Und Unfälle für autonome Fahrzeuge müssen im Vergleich zu solchen mit menschlichen Fahrern bei 0 liegen?
 
Ja. Das sollte sie.
Ein Mensch kann Fehler machen, menschlicher Faktor.
Eine KI muss fehlerfrei arbeiten, ansonsten kann man auf sie verzichten.
Dann musst du auf alles verzichten.
Kein System dieser Welt arbeitet fehlerfrei, egal was.
Naja, wenn in einer "idealen" Verkehrswelt ALLE Fahrzeuge miteinander vernetzt wären und zumindest auf den großen Straßen niemand mehr Hand anlegt (z.B. wenn Handsteuerung auf der Autobahn einfach verboten würde), dann würde ich auch erwarten, das die Unfallquote auf nahe null zurückgeht. Aber solange es die FDP und den ADAC gibt, wird das in eh Deutschland nichts. ;)
 
Ja. Das sollte sie.
Ein Mensch kann Fehler machen, menschlicher Faktor.
Eine KI muss fehlerfrei arbeiten, ansonsten kann man auf sie verzichten.
Das erklärt, wieso du an einem/mehreren Einzelfallbeispielen diskutierst. Unfälle haben aber mit Statistik und Wahrscheinlichkeit zu tun...
Mir langt es, wenn die Wahrscheinlichkeit relativ betrachtet deutlich geringer wird.
 
Also zumindest die bei VW scheinen nicht die Autos zu bauen, welche die Kunden gerne kaufen würden.^^

Ok, vielleicht habe ich mich nicht genug damit beschäftigt, aber wenn z.B. ein Kind zwischen zwei parkenden Autos innerhalb der Bremszone hervorgelaufen kommt, könnte ich mir schon vorstellen, das man es z.B. schaffen kann auf die Gegenfahrbahn auszuweichen... nur wenn da ein Auto kommt hat man halt die Wahl zwischen Pest und Cholera... *keinplan*

Jein. Mercedes hat inzwischen einen Assistenten, der auf der Autobahn im Stau komplett selbstständig fahren darf:

In einem Stau hat man per Definition ein Auto vor sich, das Mercedes wie beschrieben zur Orientierung nutzt. ;-)
Mittlerweile ist das System übrigens auch bis 95 km/h verfügbar, also außerhalb von Staus, aber eben nur wenn es ein vorausfahrendes Fahrzeug gibt, dem die Automatik folgen kann. Vollständig autonom die Bedingungen und sämtliche möglichen Hindernisse zu beurteilen klappt offensichtlich weiterhin nicht zuverlässig. Man setzt auf andere Menschen, deren erfolgreiches Vorausfahren beweist, dass z.B. die Spur frei von kleinen/schlecht sichtbaren Hindernissen ist und auch in großer Entfernung (noch) nichts sichtbar wird, was Sorgen bereiten müsste. Funktional könnte man die aktuellen Level-3-Systeme auch als Kombination aus Level-2-Assisstenten (das Auto navigiert, lenkt und bremst selbständig, aber der Fahrer muss ständig überwachen, ob es das alles richtig macht/nichts übersieht und notfalls sofort eingreifen) und universeller elektronischer Deichsel bezeichnen. (Nur der Fahrer im vordersten Auto einer Kolonne muss aufpassen.)

Es gibt doch schon selbstfahrende Taxis in Kalifornien, ich meine L.A. oder San Francisco:
Allerdings scheint das wirklich noch ein "Test" zu sein.

Exakt. Waymo & Co fahren überall nur mit Sondergenehmigung als "Experiment" rum. Die haben im Prinzip mit reinem Level 2 mit Überwachungsfahrer angefangen, irgendwann auf Level 3 mit Backup-Fahrer eskaliert und schließlich letzteren Remote ins Callcenter ausgelagert, welches mit fortschreitender Entwicklung immer seltener eingreift. Aber zu keinem Zeitpunkt wurde die Frage nach einer allgemeinen Zulassung gemäß Level 4, also einem tatsächlich autonom von A nach B fahrendem Auto, gestellt, geschweige denn beantwortet. Wenn diese Taxis nicht mehr weiterwissen, melden sie "Mensch: Sofort übernehmen" respektive halten an, wenn das nicht schnell genug geschieht – genauso wie die Staupiloten aktueller BMW oder Mercedes. Und wenn man sich den tragischen Fall anguckt, in dem auch nach einem (fremdverschuldeten) Unfall "rechts ran", also weiter-, gefahren wurde, obwohl das automatisch steuernde Fahrzeug dabei eine Frau mitschleifte und weitere schwere Verletzungen verursachte, dann wird auch deutlich, wie weit die aktuelle Technik von dem nötigen Situationsverständnis für autonome Entscheidungen entfernt ist.

Und Unfälle für autonome Fahrzeuge müssen im Vergleich zu solchen mit menschlichen Fahrern bei 0 liegen?

Es wäre jedenfalls wünschenswert. Denn menschlichen Fahrern wird nach einer schweren Verfehlung für gewöhnlich die weitere Teilnahme am Straßenverkehr untersagt. Diesen Maßstab wird man hoffentlich auch an autonome Fahrzeuge stellen und diese nicht nach erwiesener Fehlerhaftigkeit weiter durch die Gegend fahren lassen. Daraus ergibt sich eine Pflicht zur Perfektion: Wenn die gleiche Software 100.000 Busse steuert, dann darf die einfach nicht ausfallen, so wie das bei 1 von 100.000 Busfahrern noch verschmerz- respektive ausgleichbar wäre.

Das ist halt die Kehrseite der Zuverlässigkeit von Maschinen: Ein Mensch kann einen Unfall verursachen, wenn/weil er zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht die ihm maximal möglichen Qualitäten als Fahrer umgesetzt hat. Aber eine Maschine hat diese Qualitäten entweder immer oder nie. Also ist sie entweder perfekt oder unbrauchbar. Als Zwischenzustand gibt es nur: "Sie ist wegen vorhandener Fehler eigentlich unbrauchbar, aber wir haben diese Fehler bislang übersehen." Was das für Folgen bei einer hinreichend großen Verbreitung der jeweiligen Maschine haben kann, beweist die Luftfahrtindustrie immer mal wieder – siehe Boing Max und Konsorten.

Naja, wenn in einer "idealen" Verkehrswelt ALLE Fahrzeuge miteinander vernetzt wären und zumindest auf den großen Straßen niemand mehr Hand anlegt (z.B. wenn Handsteuerung auf der Autobahn einfach verboten würde), dann würde ich auch erwarten, das die Unfallquote auf nahe null zurückgeht. Aber solange es die FDP und den ADAC gibt, wird das in eh Deutschland nichts. ;)

Selbst auf Autobahnen müssen Fahrer mit sich unkontrolliert auf der Fahrbahn bewegenden Objekten umgehen können, z.B. in Form von Wildtieren oder den Insassen eines liegengebliebenen Fahrzeugs. Die sollten zwar nicht da sein, aber wenn sie es doch sind, kann man nicht einfach drüber fahren. (Das gibt doch Beulen oder schlimmeres!)
 
Zuletzt bearbeitet:
Welche Fehler machen denn Roboter in der Industrie, wenn sie z.B. ein auto bauen?
Falsche Punkte anfahren, schlechter Schweißpunkt, schlechter Auftrag von Klebemittel, schlechte Dosierung der Farbe beim lackieren.
Reicht das?
Es können immer Fehler auftreten, sei es durch Verschleiß, schlechte Wartung oder weil ne Spinne meint ihr Netz vor nem Sensor zu machen.
 
In einem Stau hat man per Definition ein Auto vor sich, das Mercedes wie beschrieben zur Orientierung nutzt. ;-)
*argh*, das hatte ich übersehen.

Exakt. Waymo & Co fahren überall nur mit Sondergenehmigung als "Experiment" rum. Die haben im Prinzip mit reinem Level 2 mit Überwachungsfahrer angefangen, irgendwann auf Level 3 mit Backup-Fahrer eskaliert und schließlich letzteren Remote ins Callcenter ausgelagert, [...]
Ah, die haben quasi Piloten irgendwo im Büro sitzen, die notfalls eingreifen können, spannend.

Es wäre jedenfalls wünschenswert. Denn menschlichen Fahrern wird nach einer schweren Verfehlung für gewöhnlich die weitere Teilnahme am Straßenverkehr untersagt. Diesen Maßstab wird man hoffentlich auch an autonome Fahrzeuge stellen und diese nicht nach erwiesener Fehlerhaftigkeit weiter durch die Gegend fahren lassen. Daraus ergibt sich eine Pflicht zur Perfektion: Wenn die gleiche Software 100.000 Busse steuert, dann darf die einfach nicht ausfallen, so wie das bei 1 von 100.000 Busfahrern noch verschmerz- respektive ausgleichbar wäre.

Das ist halt die Kehrseite der Zuverlässigkeit von Maschinen: Ein Mensch kann einen Unfall verursachen, wenn/weil er zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht die ihm maximal möglichen Qualitäten als Fahrer umgesetzt hat. Aber eine Maschine hat diese Qualitäten entweder immer oder nie. Also ist sie entweder perfekt oder unbrauchbar. Als Zwischenzustand gibt es nur: "Sie ist wegen vorhandener Fehler eigentlich unbrauchbar, aber wir haben diese Fehler bislang übersehen." Was das für Folgen bei einer hinreichend großen Verbreitung der jeweiligen Maschine haben kann, beweist die Luftfahrtindustrie immer mal wieder – siehe Boing Max und Konsorten.
Das sehe ich anders. Es kann ja gut sein, das "in der Theorie" der Computer super fährt, auch in verkehrstechnischen Ausnahmesituationen.
Aber Technik ist halt Technik. Es ist nicht die Frage OB an einem technischen Gerät etwas ausfällt, sondern nur WANN. (Ja auch bei Kernkraftwerken die "nur" alle paar tausend Jahre einen Supergau haben, heisst das nicht IN tausenden Jahren, sondern irgendwann innerhalb dieses Zeitraumes, das kann auch morgen sein. Siehe Tschernobyl, Fukushima, usw.)
Klar, Fahrzeuge die vollautomatisch fahren, werden alles mögliche redundant an Board haben, so das bei einem Ausfall eines Computers ein anderer übernehmen kann und der redundante Computer dann sofort das Fahrzeug sicher abstellt. (Das will ich doch zumindest hoffen, das das so funktioniert.) Ein Ausfall einzelner Sensoren sollte hoffentlich weniger problematisch sein.
Aber auch Redundanz kann gleichzeitig ausfallen.
Ein Fahrzeug könnte durch äußere Umstände z.B. auf einen Schlag einen Großteil seiner Sensoren z.B. nach vorne verlieren. Das ist zwar SEHR unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. (Plötzliche Dreckaufbringung durch andere Fahrzeuge, zufälligerweise Vogel/Insekteneinschlag auf mehrere Sensoren einer Seite, Schnee.)
Und hier kommt auch noch dazu, das wir über Fahrzeuge reden, die millionenfach auf den Strassen fahren werden und an denen (Aktien-)Unternehmen Geld verdienen wollen. Die werden also vermutlich versuchen zu sparen wo es nur geht, solange sie die Richtlinien (offiziell) einhalten. Das erhöht natürlich die Wahrscheinlichkeit für Probleme/Ausfälle.
 
Ist aus meiner Sicht primär ein Einstellungsproblem. Aktuell haben wir sehr viele offene Stellen in der Industrie, dem Gewerbe, dem öffentlichen Dienst, der Bundeswehr, ...
Wer da nirgendwo was findet, ist entweder ernsthaft krank (das gibt es definitiv, ist aber nur ein kleiner Teil) oder Veränderungsresistent (Ort, Job, Aufgaben, ...).

Das sich aus dem letzteren Kreis jemand von Veränderungen bedroht fühlt, kann ich verstehen.

Fakt ist, die Arbeitswelt hat dich schon immer geändert, wird sich auch immer ändern.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet ist mehr Arbeit als Arbeitskräfte da, sonst bräuchten wir nicht Nettozuwanderung in D in Höhe von 300-400 Tausend Menschen im Jahr.

KI wird bestimmte Berufe zurückbringen, dafür entstehen neue.

Die Zeiträume, wo sich das wandelt, sind in Arbeitsleben betrachtet absolut problemlos abbildbar. Wer noch 10 Jahre zur Rente hat, kommt wahrscheinlich ganz drum rum.
Alle anderen können sich drauf einstellen, wenn sie wollen.
Da haben wir offenbar unterschiedliche Sichtweisen. Dein individualisierter Fokus ("Dornige Chancen"?) lässt die strukturellen Bedingungen außenvor, die aber maßgeblichen Einfluss auf das Handeln und Perspektive des Menschen haben.

Und Unfälle für autonome Fahrzeuge müssen im Vergleich zu solchen mit menschlichen Fahrern bei 0 liegen?
So im Testverlauf ein autonomes Fahrzeug/ Auto Fehler macht, Problemlagen, wie @Threshold es beschreibt, entstehen können, ist es nicht zu zulassen. Menschen erhalten auch keinen Führer*inschein, wenn sie bei der Prüfung Fehler machen. Und ja, im Laufe des späteren Lebens sollten auch Menschen Tests machen müssen und bei ungenügender Fahrsicherheit und Wahrnehmungschecks sollten sie ihren Führer*inschein abgeben müssen. Allgemein müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Stadt und Land sicherer (gesünder und umweltfreundlicher) zu machen bspw. durch niedrigere Tempolimits. Weil Menschen so und so viele Unfälle machen, ist autonomen Autos kein Blauschein für Risiko X einzuräumen. Schließlich sollt es um das Senken von Risiken gehen.
Es gibt auch bedenkenswerte Unfälle und Urteile, wie diesen Fall. Dort verließ sich ein angetrunkener Fahrer auf das Fahrassistenzsystem des Teslas, das allerdings das Fahrzeug von der Spur anbrachte infolge das Auto einen Unfall hatte, bei dem der Fahrer starb und der Beifahrer verletzt wurde. Tesla gewann den Prozess. Der Fahrer, ironischerweise ein Tesla-Mitarbeiter, hätte nicht betrunken sein dürfen und eingriffsbereit sein dürfen, obgleich das Assistenzsystem auf full serving eingestellt war. Schon zynisch, wenn dann Tesla damit wirbt, dass die Fahrassistenz mehr Sicherheit bedeuten würde und sich dann noch aus der Mitverantwortung klagt.
 
Als Zwischenzustand gibt es nur: "Sie ist wegen vorhandener Fehler eigentlich unbrauchbar, aber wir haben diese Fehler bislang übersehen." Was das für Folgen bei einer hinreichend großen Verbreitung der jeweiligen Maschine haben kann, beweist die Luftfahrtindustrie immer mal wieder – siehe Boing Max und Konsorten.
Dann ist im Zweifel ne ganze Flotte gegroundet. Passiert immer wieder. Doch mit demselben abstrusen 0 Fehler Anspruch würde kein einziges Flugzeug fliegen, kein Autofahrer einen Führerschein bekommen, kein Roboter in Fabriken arbeiten und keine Software geschrieben werden. Auch keine Rakete fliegen und kein Kernkraftwerk aber auch kein anderes Kraftwerk betrieben werden, keine Brücke oder sonstige Bauwere existieten, kein medizinisches Produkt Anwendung finden und kein einziger Mensch von A nach B kommen.
Aber autonome Fahrzeuge müssen 0 Fehler haben? Ist gar nie möglich, niemals. Nichts hat 0 Fehler, gar nichts.

Und die Menge an Toten oder schwer Verletzten, die Menschen im Straßenverkehr produzieren, wird komplett ignoriert. Ich halt das für irrsinnig, zu akzeptieren, dass Menschen in Deutschland Tausende andere Menschen im Straßenverkehr umbringen, aber einer komplett autonomen Flotte, die dann um den Faktor 10 weniger Tote produzieren muss, 0 Tote vorzugeben. Ok, dann lassen wir die Menschen halt weiter Tausende umbringen, bis autonome Fahrzeuge absolut fehlerfrei sind (nie). Das ist natürlich viel besser.
Weil Menschen so und so viele Unfälle machen, ist autonomen Autos kein Blauschein für Risiko X einzuräumen. Schließlich sollt es um das Senken von Risiken gehen.
Aber das sage ich doch die ganze Zeit, wenn das Risiko mit autonomen Fahrzeugen deutlich kleiner ist, dann zulassen. Sonst natürlich nicht. Aber kleiner ist ungleich 0. Und alle Einzelfälle, die hier angesprochen wurden, sind mit menschlichen Fahrern ebenso oder so ähnlich möglich. Nur das da jeder Mensch individuell draus lernen muss, Maschinen aber kollektiv gepachtet werden können. Das ist es, was deren Fehler im Vergleich zum Menschen so gut reduzierbar macht.
Schade um die vielen unnötigen Verkehrstoten durch menschliche Fahrer.
 
Das sehe ich anders. Es kann ja gut sein, das "in der Theorie" der Computer super fährt, auch in verkehrstechnischen Ausnahmesituationen.
Aber Technik ist halt Technik. Es ist nicht die Frage OB an einem technischen Gerät etwas ausfällt, sondern nur WANN. (Ja auch bei Kernkraftwerken die "nur" alle paar tausend Jahre einen Supergau haben, heisst das nicht IN tausenden Jahren, sondern irgendwann innerhalb dieses Zeitraumes, das kann auch morgen sein. Siehe Tschernobyl, Fukushima, usw.)
Klar, Fahrzeuge die vollautomatisch fahren, werden alles mögliche redundant an Board haben, so das bei einem Ausfall eines Computers ein anderer übernehmen kann und der redundante Computer dann sofort das Fahrzeug sicher abstellt. (Das will ich doch zumindest hoffen, das das so funktioniert.) Ein Ausfall einzelner Sensoren sollte hoffentlich weniger problematisch sein.
Aber auch Redundanz kann gleichzeitig ausfallen.
Ein Fahrzeug könnte durch äußere Umstände z.B. auf einen Schlag einen Großteil seiner Sensoren z.B. nach vorne verlieren. Das ist zwar SEHR unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. (Plötzliche Dreckaufbringung durch andere Fahrzeuge, zufälligerweise Vogel/Insekteneinschlag auf mehrere Sensoren einer Seite, Schnee.)
Und hier kommt auch noch dazu, das wir über Fahrzeuge reden, die millionenfach auf den Strassen fahren werden und an denen (Aktien-)Unternehmen Geld verdienen wollen. Die werden also vermutlich versuchen zu sparen wo es nur geht, solange sie die Richtlinien (offiziell) einhalten. Das erhöht natürlich die Wahrscheinlichkeit für Probleme/Ausfälle.

Auch ein von Menschen gesteuertes Fahrzeug kann auf einen Schlag einen Großteil seiner Sensoren nach vorne verlieren. Da reicht ein Stück Eis, dass sich vom voranfahrenden LKW löst und die Windschutzscheibe in Milchglas verwandelt. Bei technischen Systemen kann man wenigstens für Redundanz sorgen – wenn (wenn!) man die Steuerungssysteme doppelt verbaut und eins "Vollgas" meldet, während das andere "10 Prozent" verlangt, kann die Motorsteuerung den Widerspruch wenigstens erkennen und "ausrollen" anordnen. Bei drei Systemen könnte sie sogar das defekte aussortieren und mit den anderen weitermachen, bis das Ziel erreicht ist. Wenn dagegen ein nur einmal vorhandenes Gaspedal stecken bleibt, dann legt der Motor halt los.

Gefahr geht, meiner Meinung nach, von der Software oder dem allgemeinen Sensorsystem aus. Beim Kontrollsystem "Mensch" für das Gerät "Auto" gab es da anfangs beispielsweise auch so absurde Konzepte wie "ich lasse einen Stab aus der Lenksäule ragen und wenn den jemand runterdrückt (oder sich versehentlich daran abstützt), dann fährt die Kiste voller Leistung los; bei kritischen Lenkmanövern lässt er sich gar nicht bedienen" (Ford T). Da hat das "Kontrollsystem" aber direkt Feedback gegeben: "Das muss sicherer werden" und man konnte systematisch daran arbeiten. Trotzdem dauerte es nach den ersten kommerziellen Autos 5-6 Jahrzehnte, ehe alle Systeme und auch das Fahrertraining auf einem Niveau waren, dass den Anforderungen in allen Lebenslagen weitestgehend gewachsen war.

Algorithmen geben keine derartigen Rückmeldungen. Die melden nicht "du, diese Kameras können große Bleche weit weg über der Fahrbahn ("Schilder") kaum von großen Blechen nah dran dicht über der Fahrbahn ("LKW") unterscheiden und das Radar hat gar keine Höhenerkennung." Das hier Untauglichkeit für eine bestimmte Fahrsituation vorliegt, weiß man erst, wenn man es ausprobiert hat und sich Dach sowie Kopf des Teslas/-fahrers ein paar Meter jenseits von Karosserie/Körper befinden. Erst wenn man alle noch so exotischen Situationen durchprobiert, kann man sich sicher sein, dass kein kapitaler Fehler vorliegt. Und dafür haben die Entwickler bei komplett neuen Fahrzeugen 5-6 Jahre, bei neuen Sensormodellen 5-6 Monate und bei neuen Software-Iterationen vielleicht 5-6 Wochen, im Falle von Bugfixes eher 5-6 Tage Zeit, aber bestimmt keine 5-6 Jahrzehnte.

Dann ist im Zweifel ne ganze Flotte gegroundet. Passiert immer wieder.

Und hat jedes Mal schwerwiegende Folgen. Dabei werden Flugzeuge nur selten benötigt und arbeiten in einem x-fach parallelen System mit überlappenden, globalen Netzen dutzender Anbieter, die Redundanz für Fehler bei einigen bieten. Für die tagtägliche Mobilitätsgrundversorgung in einer Stadt mit nur einem ÖPNV-Anbieter müssen dessen 2-3 aktuelle Bustypen viel sorgfältiger konstruiert sein, um die Anforderungen zu erfüllen – zu einem Bruchteil der Kosten, die Flugzeughersteller aufrufen.
 
Für die tagtägliche Mobilitätsgrundversorgung in einer Stadt mit nur einem ÖPNV-Anbieter müssen dessen 2-3 aktuelle Bustypen viel sorgfältiger konstruiert sein, um die Anforderungen zu erfüllen

Außer es gibt ne Grippewelle, es wird gestreikt, oder ne Demo blockiert den Straßenverkehr.

Bedenken first, opportunities second.

Wie gesagt, ich bin mir sehr sicher, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht als erstes bei uns vorhanden sein werden. Eher so ganz am Ende, wenn es überall woanders schon längst benutzt wird.
Und darum auch woanders damit Geld verdient wird.

Auf den Aspekt weniger Verkehrstote als durch menschliche Fahrer bist du ja auch nicht eingegangen.
 
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