Flughafen Berlin-Brandenburg - Ist das nicht schon peinlich?

"verplempert" würde da gar nichts werden, wenn die Politik entsprechende Qualitätsstandards und vor allen Dingen -garantien einfordern würden. Lediglich dass Steuergelder ins europäische Ausland gezahlt werden, könnte man als Nationalist kritisieren - aber das ist eben DER Kerngedanke der EU: Eine eng vernetzte, grenzüberschreitende Wirtschaft, in der jedes Unternehmen eine Chance hat, egal wo es sitzt. Das kann man ebenfalls schlecht finden, aber zumindest die deutsche Wirtschaft findet das ziemlich gut und dem deutschen Steuersäckel schadet es dadurch auch nicht unbedingt.

Das Grundproblem, dass Politiker unmögliche Preiskalkulationen in den Ausschreibungen verlangen und dann Angebote erhalten, in denen das volle Risiko bei der Politik belässt (die es dann beliebig klein beziffern kann), ist jedenfalls kein EU-Problem. Vermutlich gäbe es auch in Rumänien ein halbes Dutzend Bauträger/-firmen, die den BER vor einem Jahr in vollkommen zufriedenstellender Qualität hätten einweihen können. Aber nicht zu den kleingerechneten Preisen von Union&SPD.

Imho bräuchte es allgemein ein Gesetz, dass staatlichen Institutionen nur noch Bauaufträge zum Festpreis erlaubt - und das nicht einmal mit größeren Vorrauszahlungen, so dass man bei Versagen der Baufirma einfach aussteigen und den bisherigen Baufortschritt zu einem angemessenen Preis übernehmen kann. Wer sich auf so eine Ausschreibung noch bewerben würde, würde vermutlich auch Planungen vorlegen, die durchgezogen werden können. (Aber z.B. bei S21 hätten dann gleich die 5-6 Milliarden dran gestanden, die unabhängige Prognosen vorrausgesagt hatten, die die Realität bestätigt hat und die auf Jahre hinaus niemand bewilligen würde)
 
"verplempert" würde da gar nichts werden, wenn die Politik entsprechende Qualitätsstandards und vor allen Dingen -garantien einfordern würden. Lediglich dass Steuergelder ins europäische Ausland gezahlt werden, könnte man als Nationalist kritisieren - aber das ist eben DER Kerngedanke der EU: Eine eng vernetzte, grenzüberschreitende Wirtschaft, in der jedes Unternehmen eine Chance hat, egal wo es sitzt. Das kann man ebenfalls schlecht finden, aber zumindest die deutsche Wirtschaft findet das ziemlich gut und dem deutschen Steuersäckel schadet es dadurch auch nicht unbedingt.

Aber sicher schadet das dem deutschen Steuersäckel.

Das Problem liegt darin, dass ein Generalauftragsnehmer den Zuschlag erhält, welcher die Ausschreibung weiter zerstückelt.

Dieser beauftragt dann mehrere Subunternehmen europaweit, diese geben das weiter an ein Sub-Sub-Unternehmen z. Bsp. in Rumänien.
Somit wird ein Geflecht an Firmen aufgebaut, wo im Endeffekt keiner mehr richtig durchsieht.

Und der Fiskus schon gar nicht mehr.

Das Ende vom Lied, wenn das Teil irgendwann mal fertig ist,
und es treten Garantieansprüche auf, zahlt der Steuerzahler, weil der größte Teil
dieser Sub- bzw. Sub-Sub-Unternehmen im Ausland längst dicht gemacht worden sind.
 
"verplempert" würde da gar nichts werden, wenn die Politik entsprechende Qualitätsstandards und vor allen Dingen -garantien einfordern würden. Lediglich dass Steuergelder ins europäische Ausland gezahlt werden, könnte man als Nationalist kritisieren - aber das ist eben DER Kerngedanke der EU: Eine eng vernetzte, grenzüberschreitende Wirtschaft, in der jedes Unternehmen eine Chance hat, egal wo es sitzt. Das kann man ebenfalls schlecht finden, aber zumindest die deutsche Wirtschaft findet das ziemlich gut und dem deutschen Steuersäckel schadet es dadurch auch nicht unbedingt.

Wichtig wäre vor allem mal, dass keine unerfahrenen, inkompetenten Amateure bei der Planung von solchen Großprojekten wie S21 oder BER beteiligt sind, sondern gestandene Profis, die von vorn herein die Kosten besser einschätzen können.
Dann braucht es außerdem eine bessere Koordinierung der Kosten, jemand der den Überblick über den ganzen Wulst von Sub- und Sub-Sub- Unternehmern behält. Die Verträge müssen dann so ausgehandelt werden, dass die Unternehmen die Verantwortung tragen, wenn sie pfuschen und sich an den Kosten der Beseitugung beteiligen. Dann wird auch mehr auf Qualität geachtet.

Aber leider wird es das wohl nie geben. Der Steuerzahler steht ja immer zur Verfügung. Daher muss man auch keine Rücksicht auf die Kosten nehmen. Wenn sie aus dem Rahmen laufen, kommt einfach das Argument, dass ein Baustopp teurer wäre, als den ganzen Murks fertigzupfuschen. Der Bürger hat das dann zu schlucken.

Das Grundproblem, dass Politiker unmögliche Preiskalkulationen in den Ausschreibungen verlangen und dann Angebote erhalten, in denen das volle Risiko bei der Politik belässt (die es dann beliebig klein beziffern kann), ist jedenfalls kein EU-Problem. Vermutlich gäbe es auch in Rumänien ein halbes Dutzend Bauträger/-firmen, die den BER vor einem Jahr in vollkommen zufriedenstellender Qualität hätten einweihen können. Aber nicht zu den kleingerechneten Preisen von Union&SPD.

Falsch! Das Risiko liegt beim Steuerzahler und nicht bei den Politikern. Die beschließen einfach irgendeinen Mist und der Steuerzahler muss es dann ausbügeln, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen. Die Politiker können doch jeden Mist anordnen, ohne dafür belangt zu werden, wenn etwas schief geht. Berlin und Wowereit sind ja das beste Beispiel dafür.

Die Ausschreibungspraxis ist eigentlich fast schon Heuchelei. Es heißt man müsse das günstigste Angebot nehmen, um den Steuerzahlern unnötige Kosten zu ersparen. Dabei ist es eigentlich immer so, dass genau das Gegenteil dann der Fall ist. Kaufe billig und du bezahlst doppelt und dreifach. Die Firmen unterbieten sich gegenseitig mit den Preisen und der billigste Anbieter bekommt dann den Zuschlag. Wie dieser Dumpingpreis dann zu stande kommt, interessiert die Politiker dann nicht mehr. Es wird am Material gespart, man setzt Hilfsarbeiter statt Facharbeitern ein, man kalkuliert alles kurz und klein, nur um den Preis zu drücken. Und am Ende vom Lied bezahlt dann der Steuerzahler den ganzen Pfusch am Bau.

Imho bräuchte es allgemein ein Gesetz, dass staatlichen Institutionen nur noch Bauaufträge zum Festpreis erlaubt - und das nicht einmal mit größeren Vorrauszahlungen, so dass man bei Versagen der Baufirma einfach aussteigen und den bisherigen Baufortschritt zu einem angemessenen Preis übernehmen kann. Wer sich auf so eine Ausschreibung noch bewerben würde, würde vermutlich auch Planungen vorlegen, die durchgezogen werden können. (Aber z.B. bei S21 hätten dann gleich die 5-6 Milliarden dran gestanden, die unabhängige Prognosen vorrausgesagt hatten, die die Realität bestätigt hat und die auf Jahre hinaus niemand bewilligen würde)

Naja, das dürfte nicht so einfach werden. Versuch mal bei einem Großprojekt wie S21 die Baufirma zu wechseln. Da muss der Nachfolger dann erst mal die ganzen Planungen des Vorgängers studieren und sich reinarbeiten. Das dauert und kostet wieder sehr viel Geld.

Richtig ist, dass keine Baufirma einen Festpreis anbieten wird, wenn es um Großprojekte geht, die Milliarden Euro verschlingen. Gerade bei einem Vorhaben wie S21 könnten die Kosten noch mehrmals in die Höhe schießen, etwa durch massiv steigende Kosten für die Arbeiten unter Tage. 5 bis 6 Milliarden waren da eigentlich schon immer sehr optimistisch geschätzt. Wegen des für Tunelbohrarbeiten sehr schlecht geeigneten Untergrunds, könnten sich die Kosten am Ende auf 9 bis über 15 Milliarden belaufen.

Hätte die Politik von Anfang an diese Summe genannt, wäre es politischer Selbstmord gewesen, dieses Projekt zu beschließen. Es wäre wohl nie dazu gekommen, mangels Akzeptanz in der Bevölkerung. Und es wäre auch gut und richtig gewesen. Aber man hat die Bürger ja nachweislich belogen, in dem man die Kosten kleingerechnet hat, wo es nur ging. Auch jetzt noch, denn wie gesagt, diese 5, 6 Milliarden sind längst nicht das Ende der Fahnenstange. Das war sozusagen erst die Spitze des Eisbergs.


Im Übrigen halte ich die Europäische Union für gescheitert. Die EU ist nichts weiter, als eine überflüssige Maßregelungsbehörde, die uns unnötig Steuergelder kostet und uns bevormundet, wo es nur geht. Es reicht schon, wenn wir vom eigenen Staat bevormundet werden. Dafür brauchen wir nicht noch die EU!
 
Zum Teil gibt es sowas. Kenne jetzt kein Beispiel aus Deutschland - aber z.B. die Finnen waren so schlau, ihren EPR schlüsselfertig zum Festpreis zu ordern. Ergebnis: Auf den realen Kostne für ein modernes AKW wird AREVA wohl sitzen bleiben :D

Und ja, ein Firmenwechsel kann richtig viel Kosten. Aber es ist immer billiger, als von Null anzufangen => Der Trick besteht darin, vor der Fertigstellung maximal (günstige, aber von externen Bürgen abgesicherte) Kredite rüberzuschieben, aber keine Zahlungen. Wenn der ursprüngliche Bauträger dann seine Zusagen nicht einhält, ist er seinen Job los - aber der Staat noch keinen einzigen €. Die können samt und sonders für den Fertigstellungsauftrag verwendet werden.
(ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass sich dieses Problem bei entsprechenden Ausschreibungen überhaupt ergeben würde. Bauträger dieser Größe sind selten dämlich und würden entweder die Finger von der Sache lassen, oder mit ausreichenden Reserven kalkulieren. Problematisch wird es für die Politik, überhaupt noch eins ihrer Prestigeprojekte zu starten, wenn von Anfang an ein realistischer Preis drunter steht...)



@Adi1:
Lies nochmal meinen ersten Satz...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganz einfache Lösung.

Berlin komplett abbauen und um einen funktionierenden Flughafen wieder aufbauen. Glaube das wird günstiger als das Ding fertig zu bringen :what:
 
Ganz einfache Lösung.

Berlin komplett abbauen und um einen funktionierenden Flughafen wieder aufbauen. Glaube das wird günstiger als das Ding fertig zu bringen :what:

Der Witz ist auch schon ausgelutscht :D Kürzlich hab ich im ZDF oder wo es auch war was gesehen, da sollte BER als Unesco-Weltkulturerbe vorgeschlagen werden. Das wäre doch auch was :ugly:
 
Oder wenn man schon billig will, einfach mal die Chinesen einstellen.

Die hätten dir einen Flughafen in 4 Jahren für den Preis hochgezogen (und wer mal in letzter Zeit in China war, weiß das die Chinesen auch mittlerweile locker die Qualität hinbekommen).
 
Was soll ich erst als Berliner dazu sagen? Ich meine da haben einfach zu viele die Finger im Spiel
 
@Kaaruzo

Die Chinesen stellen Dir so einen Flughafen innerhalb von 24 Stunden hin, aber bestimmt besser als das was wir da haben :lol::lol::lol:
 
"verplempert" würde da gar nichts werden, wenn die Politik entsprechende Qualitätsstandards und vor allen Dingen -garantien einfordern würden. Lediglich dass Steuergelder ins europäische Ausland gezahlt werden, könnte man als Nationalist kritisieren -

Natürlich gehen dem Staat da auch etliche Steuergelder durch die Lappen, die deutschen Arbeiter würden von ihrem Gehalt ja noch Lohnsteuer usw. bezahlen und auch mehr von ihrem Geld in Deutschland konsumieren, wodurch der Staat auch wieder Geld einnimmt. ;)

Von daher finde ich diese europaweite Ausschreibung ziemlichen Blödsinn, da ein Rumäne aus oben genannten Gründen nicht unbedingt billiger arbeitet. Zudem sollte bei solchen Projekten immer die Qualität im Vordergrund stehen. :daumen:

Ich nehme mal den Atlantikwall als Beispiel, der wurde in relativ kurzer Zeit auf tausenden KM errichtet und war trotzdem schneller fertig als der Berliner Flughafen:lol: und er steht heute noch. :D zumindest teilweise.
 
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