Aber was hat denn der Spielinhalt bei einer sachlichen Bewertung mit dem Kopierschutz zu tun?
MfG
Wenn du das Spiel kaufst, kaufst du ja nicht *nur* das Spiel. Eine Bewertung hat das gesamte Produkt zu bewerten. Dazu gehört neben dem eigentlichen Spiel auch das Case, das Handbuch, der Zustand, in dem das Spiel abgeliefert wird (Bugfreiheit), und *Trommelwirbel* wie restriktiv das eingesetzte DRM ist. Man kann das Spiel nämlich nicht Spielen, ohne mit den genannten Punkten in Berührung zu kommen. Leider wird das in den meisten Test sträflichst vernachlässigt, mittlerweile kaufe ich deswegen auch keine Spielezeitschriften mehr.
Wenn du ein Auto kaufst, willst du auch wissen, ob du nur übers Dachfenster einsteigen kannst, oder ob man sich nach 10 Fahrten ein anderes kaufen muss, weil es der Hersteller so vorgesehen hat. Und wenn die Einschnitte bei den Rechten des Kunden halt so gravierend sind, dann gibt man die schlechtest mögliche Note. Und das sind sie. Würden die Einschränkungen, die einem mittlerweile bei einem Kauf eines Spiels vorgeschrieben werden, bei jedem x-beliebigen Alltagsgegenstand angewandt - niemand würde ihn mehr kaufen. Das äußert sich schon dadurch, dass Publisher Software als Dienstleistung oder Sache ansehen, je nach dem, was ihnen in der aktuellen Situation mehr Vorteile gegenüber dem Kunden bringt.
... und drittens ist mir jegliche Art von DRM egal, solange ich vernünftig spielen kann!
Hier ist der Knackpunkt. Durch den Kauf des Spiels sagst du den Herstellern "Bravo, weiter so", und diese fühlen sich bestätigt, noch restriktivere Maßnahmen einzusetzen - dem Kunden scheint es ja egal zu sein. Allerdings wird es irgendwann auch dir zu viel sein. Wie lange denkst du, hätte Ubi den Kopierschutz eingesetzt, hätte *jeder* ein einziges mal auf Assassins Creed verzichtet? Ohne ihn danach illegal zu ziehen? Da wäre Ubi sofort klar gewesen, dass die Kundschaft nicht alles mit sich machen lässt. Aber ich verstehe: auf Assassins Creed - obwohl zumindest der erste Teil abgrundtief schlecht ist - zu verzichten wäre ein einschneidender Moment in deinem Leben gewesen.
Bei den aktuelleren Vertretern der DRM-Systeme kannst du *jetzt* ungestört spielen. In ein paar Jahren vermutlich gar nicht mehr, da die Authentifizierungsserver abgeschaltet wurden - ohne die Spiele davon frei zu patchen. Aber hey - Hauptsache ich kann jetzt sofort spielen was ich will, wen interessiert denn, was in ein paar Jahren ist. Ein Gedankengang, den man mit Drogensüchtigen teilt.
Hätte ich vor zehn Jahren jemanden erzählt, dass einige Spiele nur noch 10 Installationen erlauben - die Person hätte mich geohrfeigt, und danach schallend ausgelacht. Jaja, so nachhaltig funktioniert unsere Welt. Und in der Tat nur wegen solcher Konsumzombies, die langfristige Nachteile liebend gern für kurzfristige Vorteile in Kauf nehmen. Ist ja nicht so, als würde das nur die Spielebranche betreffen...
Raubkopieren ist eine Art Freizeitsport. Ich kenne einige Leute, die sich aus Prinzip keine Spiele kaufen. O-Ton: "Warum etwas kaufen, wenn ich es auch umsonst bekomme".
100 Punkte, wenn du mir sagst, inwieweit ein Kopierschutz bei solchen Leuten dienlich ist.