Da ich derzeitig kein Referat usw dazu schreiben muss würde mich mal eure Meinung zu diesem Thema interessieren.
So gesehen ist es ja eine Schuld der Deutschen, dass dieser "Aberglaube" sich so weit verbreitet hat
Meine Meinung zum Kommunismus:
Tolle Theorie. Leider fehlt es an den passenden Menschen.
Damit Kommunismus funktioniert, müssen alle mitmachen. Bereits sehr wenige Störenfriede, die sich z.B. kapitalistisch verhalten, reichen aus, um das System zu fall zu bringen, so dass unterm Strich alle weniger (statt mehr) haben. Wie man aber unschwer an diesem Thread hier sehen kann, ist es eine quasi unbewältigbare Aufgabe, jeden davon zu überzeugen, dass eine selbstmotivierte Teilnahme am Kommunismus das beste für alle wäre. Der Kapitalismus ist da eindeutig im Vorteil, er lässt dem Individuum nur die Wahl, mitzumachen oder zu verrecken - in großem Maßstab hat er deswegen auch alle kommunistischen Versuche überdauert.
Zur Praxis bzw. dem real existierenden Sozialismus:
Da ist schief gelaufen, was nur schief laufen könnte. Anfgefangen damit, dass die Revolutionen in Staaten stattgefunden haben, die sich nicht annähernd auf dem Niveau derjenigen befanden, mit denen sie sich später verglichen haben. Zweiter Fehler: Es waren in aller Regel gewaltsame Revolutionen und die gleichen Personen, die sehr gut darin waren, alles kaputt zu machen und zu unterjochen, hätten die neue, freie und bessere Gesellschaft errichten müssen. Wie in ähnlichen Fällen (z.B. französische Revolution) waren sie aber nur auf dem ersten Gebiet Experten und haben die gleichen Prinzipien auf das zweite übertragen...
Zum Schluss kam dann die weiter oben erwähnte Feststellung, dass die Menschen einfach nicht reif für den Kommunismus sind. Anstatt es mit einem sanften Einstieg und Aufklärung zu versuchen, hat man das mit Bevormundung zu kompensieren versucht. Ergebniss war eine Gesellschaft, in der die Menschen vom Staat zum richtigen Verhalten gezwungen wurden, was im Durchschnitt eher ein Rückschritt gegenüber dem Kapitalismus war, in dem der Zwang von jedem gegen jeden ausgeübt wird. Die Idealvorstellung des Kommunismus, in dem sich jeder selbst zum richtigen Verhalten zwingen müsste, war so unerreichbar.
Statt dessen hatte man alle Nachteile des theoretischen Kommunismus (z.B. langsamere Entwicklung, weil es sich eben verbietet, andere Länder oder Schichten zum eigenen Vorteil auszubeuten), alle Nachteile eines Überwachungsapparates (geringe Gesamtproduktivität, weil viel Arbeitskraft in sinnlose Tätigkeiten verschwendet wird, mehr ineffiziente) Schattenwirtschaft und alle Nachteile eines 100%ig zentralisierten Systems einschließlich Planwirtschaft (die hochgradig fehleranfällig ist und im echten Kommunismus nicht nötig wäre, wohl aber in einem erzwungenen "Sozialismus"). Und mit diesem von Nachteilen überfrachteten System hat man dann versucht, die kapitalistischenen Staaten zu überholen, die nicht nur von Anfang an einen Vorsprung hatten und auf einen wesentlich größeren Teil der Welt zugreifen konnten, sondern auch schlichtweg besser gelegen waren.
Ergebniss: Jetzt kriegt man die Leute erst recht nicht mehr vom Kommunismus überzeugt, weil sie als erstes sibirische Strafgefangenenlager vor Augen haben, wenn sie das Wort hören.
Verstaatlichung von Banken is der größte Müll... damit hat der Staat viel zu viel Macht, er kann sagen: Nö, dich mag ich nicht, du bekommst kein Kredit. Beim derzeitigen System gehst du einfach zur nächsten Bank.
Mit dem Ergebniss, dass jede Menge Leute einen Kredit erhalten, die definitiv nie einen hätten kriegen sollen. Weder bei Betrachtung ihres eigenen Wohls (Privatkonkurse,...) noch bei Betrachtung des Allgemeinwohls (Wirtschaftskrise, Staatsverschuldung)
Achja und der Staat würde das ganze Risiko tragen, obwohl er eh schon hoch verschuldet ist.
Ich weise ausdrücklich daraufhin, dass sich die Staatsverschuldung in den letzten Monaten um einen ansehnlichen Betrag gesteigert hat, weil der Staat so oder so das Risiko tragen muss.
Und der Staat soll nicht den Markt beeinflussen, ausser mit marktkonformen MItteln (Marktkonformitätsprinzip). Banken zu beteiligen, duch "Sterbenlassen im Notfall" oder eine Bankenabgabe ist dagegen sehr sinnvoll. Der Staat ist aber kein Unternehmer, sondern schafft die Rahmenbedingungen.
Ist er nicht, manchmal wäre es aber von Vorteil, wenn er es wäre. Denn zur Schaffung angemessener Rahmenbedingungen ist er offensichtlich weder im vorraus noch im nachhinein in der Lage, da es ihm sowohl an notwendiger Durchsetzungskraft fehlt, als auch an der Fähigkeit, langfristige Entscheidungen zu treffen. (nicht zuletzt aufgrund des Einflusses, den Medien und Lobbyverbände auf Politik und Wählermeinung haben)
Die Fähigkeit, kurzfristig effektiv gegenzusteuern, fehlt ihm ohne direkte Beteiligung aber auch.
Guck dir doch die DDR an: Die Altlasten tragen wir noch heute, unsere Rentenkassen sind leer.
Randnotiz: Rund die Hälfte der Staatsverschuldung stammte aus der BRD.
(zum eingeschränkten Zusammenhang zwischen theoretischen Kommunismus und Scheitern des real existierenden Sozialismus: s.o.)
Dabei ist der "American Dream" auch in Deutschland möglich, wenn man es nur will.
Der "American Dream" stellt aber nur die Konzentration von Werten auf eine Person dar. Damit mag er als Ziel für einzelne geeignet sein, aber nicht als Gesellschaftskonzept, denn es muss zwangsläufig auch Verlierer geben. Mehr Konkurrenzkampf gegeneinander kann die Gesamteffizienz nicht steigern, dass kann nur Kooperation.
Aus Wirtschaftsmodellen und Psychologie ist zu erkennen, dass Menschen generell "Assis" sind (überspitzt gesagt), wenn es drauf ankommt (z.B. Geld). Das ist halt so
Es gibt wohl kaum einen beliebteren Satz, um jeglichen Fortschritt im Keim zu zerstören, als "Das ist halt so". Könnte es nicht auch anders sein?
Natürlich könnte es das. Man muss es nur wollen. "Einfach" nur jeder für sich. Wenn niemand mehr darauf bestehen würde, die Fehler von heute zu erhalten, dann wären sie morgen weg.
Wieso stecken wir unsere Kinder nicht von Anfang an in Anrbeitsheime? Wenn sie nie Freizeit hatten, werden sie die ja auch nicht vermissen? Wieso gestehen wir ihnen überhaupt noch Rechte zu? Wenn sie von Anfang an keine haben, werden sie die auch nicht vermissen und alles ist gut? Nur weil sich die ehemaligen Jugoslawen ähnlich wie beim Stockholm-Syndrom mit ihrer Unfreiheit und ihren Unterdrückern abgefunden haben und ihnen jegliche Perspektive fehlte, heißt das noch lange nicht, dass Kommunismus da gut war. Vielmehr hat sich doch gezeigt, dass der Kaptialismus sich durchgesetzt hat, weil die Menschen ihn wollen.
Ist nicht genau dass der Grundgedanke moderner kapitalistischer Erziehung?
Wieso sollte das Kind im Kindergarten rumtoben, wenn es doch seine Karrierechancen mit einem Chinesichkurs für Vorschulkinder verbessern kann?
Sport? Prima geeignet, um Kontakte zu knüpfen und Karrierenetzwerke aufzubauen.
Ganztagsschulen? Toll, heutzutage muss man jede Minute "Kindheit" zum lernen nutzen, sonst hat man "später keine Chance" (
gegen...)
Und der Witz ist: Diesemal handelt es sich um kein Stockholmsyndrom. Wer später eine real 50+ Stundenwoche durchzieht und zum Wohle der Firma auf 1-2 Wochen Urlaub verzichtet, der weiß womöglich, was ihm entgeht.
Aber im Kapitalismus gibt es keinen bösen Staat, der ihm das aufzwingt und gegen den man Rebellieren könnte. Es gibt nur "die anderen". Und die setzen sich durch, solange bis überall japanische Arbeitsmoral herrscht. Denn im gegenseitigen Vernichtungskampf gibt es nur Platz für einen, nicht für eine Gemeinschaft Gleichberechtiger.
(übrigens fand ich den Absatz nicht wesentlich polemischer, als den Rest deiner Äußerungen)
Natürlich dürfen Mods mitreden

Aber ich komme mit dem Lesen nicht hinterher. Das politische Themen immer so ausschweifend sind
Der "Thread schließen" Button hilft
Ich bin aus anderen Gründen dagegen. Wenn ich denn wirklich mal mein kleines Lädle aufmache um dort Hardware zu verkaufen und mir dann noch einen Angestellten einstelle (wir sind mal größenwahnsinnig), warum sollte ich dann das gleiche verdienen wie dieser. ICH trage das Risiko mit meiner ganzen persönlichen Habe (Geld wird wohl nicht für ne GmbH reichen, von einer AG fangen wir gar nicht erst an zu sprechen) und nicht er. Wenn ichs mir nicht mehr leisten kann ihn zu bezahlen kann er zum Arbeitsgericht laufen und mir Haus und Hof wegklagen. Wenn ich kein Geld zu sehen bekomme, bin ich im großen und ganzen der Gelackmeierte. So ist das nunmal. Wer Verantwortung übernimmt, der sollte auch entsprechend entlohnt werden.
Ergebniss:
Du machst keinen Laden auf, du beschäftigst niemanden (sondern belegst im Gegenzug einen anderen Arbeitsplatz) und die Leute in der Umgebung deines Nicht-Ladens müssen weiterhin ohne Service auskommen.
Da hätte ein System, dass auf der Gesellschaft und nicht auf dem Individuum basiert und in dem geringe Chancen auf Verdienststeigerung ein ebenso geringes persönliches Risiko gegenübersteht, doch durchaus seine Vorteile. Da wäre es möglich, einfach den benötigten Laden zu öffnen, anstatt sich große Gedanken über potentiell existenzbedrohende Konkurrenzkämpfe zu machen.