Aber dieser Hybride, den man nun auf einem klassischem PC zu sehen bekommt, ist meiner Meinung nach die schlechteste Variante. Wer keinen Touchscreen hat, sollte das klassischen Startmenü mit klassischem Desktop und Icons auswählen würfen und wer einen Touchscreen besitzt hätte meiner Meinung nach mehr "ModernUI" vertragen können, nahezu Windows Phone 7/8 gleich, nur eben mit x86 kompatiblen Programmen und nicht nur Apps. Ich zumindest hätte es mir gewünscht.
Und damit habe ich fertig.
Den Absatz unterschreibe ich mal.
Aber ich fasse meine Erfahrung auch zusammen:
Erstmal: Ein Metrozwang existiert nicht.
Wer seinen Rechner nicht nur als Spielzeug benutzt und seinen eingespielten Workflow weiter betreiben möchte, wird wohl das Metro-Zeug erstmal ignorieren und sich zwischendurch herantasten, wenn man Zeit und Nerv dazu hat.
Das Startmenü habe ich nicht vermisst (außer für's Runterfahren/Neustart zuerst

) - denn es hat schon in Win7 deutlich an Attraktivität verloren, weil man im Vergleich zum XP-Startmenü schon mindestens eine Klickebene mehr hatte, um an die Programme/Programmordner zu kommen - der Platz auf der Hauptebene ist schließlich eingeschränkt, da kann man nicht alles hinkleben.
Aber kein Problem - ich habe mir schon unter Vista einen Applauncher geschnappt und den immer schön mit Programmen nach Kategorie geordnet und gepflegt. Pfeif aufs Startmenü.
Der läuft auch unter 8. Wunderbar - da muss man sich nicht umgewöhnen.
Die eigentliche GUI und deren Fenster finde ich auch nicht wirklich schön - okay.
Ansonsten ist sie aber eine Verbesserung zu Vista/7 bei den Ordnerfenstern - die sind einfach schlanker und man kann sie ähnlich wie bei XP mit zusätzlichen Funktionsbuttons ausrüsten.
Aber man kann sie kaum noch an persönliche Vorlieben anpassen.
Inzwischen habe ich es zwar geschafft, von den Fensterfonts bis zum Fensterrahmen - auch die Icon-Abstände auf dem Desktop. Das geht aber entweder nur mit Fremdtools - und die gibt es nicht für Alles, da ist dann wirklich Handarbeit in den Tiefen der Registry angesagt.
Aber als GUI an sich lässt die Desktop-Umgebung im Vergleich zu den Vorgängern nichts vermissen - klassischer Desktop mit klassischen Icons.
Das nicht alle meine Programme laufen, ist persönliches Pech - aber damit muss man mit einem neuen Windows immer irgendwo rechnen - war beim Umstieg von Vista auf 7 auch nicht anders.
Zurück in die Zukunft mit Windows 8 - Hallo XP!
War zumindest mein Gedanke, als ich mit dem WMPlayer eine schlichte MPEG2-Datei abspielen wollte.
Ging natürlich nicht - wie damals.

Ohne WMC keine Kekse - oder extra Codec-Sammlung für 32 und 64 Bit.
Also noch mehr Handarbeit.
Manche Einstellungen sind etwas umständlicher geworden - z.B. die erweiterten Sicherheitseinstellungen - wenn man da für die Admistratorengruppe ein Objekt in Besitz nehmen will, ging das unter 7 noch komfortabel, weil man den aktuellen Benutzer und seine Gruppe schon in einem Auswahlfenster hatte und zum Besitzwechsel nur darauf klicken musste - in 8 ist das weg und man muss wirklich die Bezeichnung - z.B. "Administratoren" - von Hand eintippen. Keine Ahnung, ob das nur schlampig ist oder zur Strategie gehört, Normaluser davon fern zu halten.
An der Oberfläche läuft soweit alles rund - der Eindruck hat sich aber geändert, als ich mal in die Ereignisanzeige geschielt habe.
Erstaunlich viele dubiose Warnungen - subjektiv recht viel für meinen Rechner, der nur als Grundsystem lief (keine Extrahardware außer Onboardzeugs und Soundkarte - keine Grafikkarte, weil die zur Grundreingung entfernt wurde, nur iGPU - kein OC versteht sich), was aber nicht viel bedeuten muss - unter 7 gab es das auch, wenn man dann bei MS nachgeforscht hatte, waren viele der Warnungen eher bedeutungslos.
Allerdings wollte ich nach 20 Stunden Laufzeit eine Datenträgerbereinigung der Winpartition machen - die zeigte mir dann an, dass die Fehlerberichtsdatei zum Senden an MS läppische 120 MB groß war. Aber hallo!
So richtig reif im Vergleich zur Startversion von 7 ist Win8 noch nicht - ist aber verzeihbar bei der doch recht großen Umstellung, die beim Wechsel von Vista auf 7 nicht wirklich vorhanden war. Das bekräftigt aber wieder die gängige Vorsichtsmaßnahme, ein neues Windows erst nach dem ersten Servicepack ernsthaft zu nutzen.
Da sich die Rangelei hier im Grunde auf die Diskussion um Metro reduzieren lässt: Dann lasst einfach die Finger davon.
Alles was davon noch bleibt, sind die diversen Systemmeldungen im Metrolook - okay, das ist aber eine rein kosmetische Sache, ob das einem gefällt oder nicht. Und das leidige Startmenü - Himmel, (Vorsicht: Opa erzählt vom Krieg!) früher hatten wir das auch nicht und konnten gut ohne leben.

Win 8 bietet schon einiges - mein nächstes Projekt wäre dann, Hyper-V auszutesten - einen XP-Modus gibt es ja nicht mehr. Okay - es ist kein Problem darunter ein XP neu zu installieren - das soll sogar auch seamless gehen wie der XP-Modus unter 7. Aber ich möchte nicht neu installieren, ich möchte das fertige und eingerichtete XP des XP-Modus weiter verwenden.
Mein Fazit: Win 8 bietet viel (Jetzt neu: Mit zwei Auslagerungsdateien!

) Interessantes, wenn auch (für mich im Vergleich zum Vorgänger) kaum praktisch umsetzbare Vorteile im Normaleinsatz auf dem klassischen Desktoprechner.
Es ist auf jeden Fall eine schöne Spiel- und Trainingswiese, muss nur noch etwas reifen.
Wer darauf angewiesen ist, weil es schon auf einem Rechner installiert ist und nicht auf Win7 downgraden möchte, kann aber damit leben - auch ohne Startmenü. Man muss nur ein wenig den Kopf frei machen und flexibel bleiben.
Und wer wirklich nicht ohne Retrokrücke Startmenü leben kann - die Alternativen sind bekannt und sogar Start8 läuft inzwischen rund (kann ja jeder selbst austesten vor dem Kauf).