AW: Erziehung & Schule - Was passiert mit der Jugend? Update: Kommentare von Usern im Startpost!
Wie meinst du das? Mein Lehrer liebt die Berichte in diesen Zeitschriften.
Nur weil ein Lehrer diese Zeitschriften liebt, heißt das ja nicht, dass sie gut/qualitativ hochwertig sind:
Die meisten Leute hier im Thread, denen traue ich zu, dass sie gelegentlich auch etwas tiefgründiges mit ihrem Kopf anfangen, und über vieles nachdenken.
Ich muss den ganzen Tag entscheidungen treffen, deren Folgen abschätzen, mich einlesen und informieren, mir selbst neue Fertigkeiten beibringen - sowohl für die Schule/Uni, als auch für die anderen Tätigkeiten denen ich nachgehe. Dann sind da noch viele Hobbies (neben PC Spielen will auch die Frau gerne was unternehmen, dann kommt "Kultur" ins Spiel

) usw.
Manchmal will man aber auch einmal was lesen oder ansehen, was nicht so niveauvoll ist - einfach um mal abzuschalten. Ich hab' irgendwann mal ein Faible für Actionfilme entwickelt, die einfach nur Unterhalten sollen, nicht belehren (wie viele andere gute Filme, Dokus usw): Rambo, Terminator, Stirb Langsam usw...
Aber nur weil ich an Schule/Uni und in einer Firma arbeite, heißt das ja nicht, dass die Filme deshalb gut/intelligent sind
Soweit ich weis hat eine Studie belegt das Zocker eine bessere Räumliche Vorstellung haben als nicht Zocker.
Ja kann ich bestätigen, wir haben ähnliche (langzeit)Studien durchgeführt. Auch Orientierung, reaktionsfähigkeit und Gefahrenabschätzung beim Autofahren (oder ähnlichen Dingen) wurden verschärft - umgekehrt aber die Aufmerksamkeitsspanne vermindert
Das Problem zu erfassen ist nicht all zu schwierig. Meine Englischlehrerin beginnt z.B. jede Stunde mit den Worten"what we had had last lesson". Und der Unterricht ist sehr Primitiv, trotz Grundkurs 11.Klasse. Die erste arbeit, die ich bei ihr geschrieben hab, war oberprimitiv(

). Wir mussten einfach nur die Wörter, über die wir uns die vergangenen 5 Stunden unterhlaten haben in ein Lückentext einsetzen(und die Wörter wurden sogar noch beschrieben, wie z.B. a small axe->hatchet). Was hat das mit English zutun? Alle Leute dieses Kurses finden den Unterricht langweilig und teilweise ziemlich sinnlos.10 Klasse war wesentlich anspruchsvoller und ich hatte bessere Noten. Aber was soll man da nun machen? Man kann sich ja nicht einfach so über eine alte Frau, die schon seit Jahrzehnten Lehrerin ist, beschweren.
Ich finde, die Lehrer sind teilweise viel zu alt und nichtmehr auf dem neusten Stand.
Was du über deine Englischlehrerin berichtest ist aber in keinem Fall eine leichte Problemerfassung: du beschreibst das Prinzip der Wiederholung, was bei Sprachen das absolut wichtigste ist. Ein anderes Beispiel, diesmal aus der Physik: am Anfang der Physikstunde wurde wiederholt was in der letzten Woche gemacht wurde, jeder durfte seine Unterlagen verwenden, für jede richtige Antwort gab es ein "Plus", bei 10 dieser Mitarbeitsplus (man konnte sich auch mehrfach melden pro Stunde) wurde der Notengrad um 1 verbessert, ausgehend von der Durchschnittsnote bei den Tests.
Was passiert ist ist folgendes: JEDER versuchte ein oder mehrere Plus bei den (SEHR LEICHTEN!) Stundenwiederholungen zu erhaschen, las immer mit/bzw las immer nach wenn die Frage gestellt wurde usw.
Am Ende der 10 Minütigen Wiederholung wurde der gesamte Stoff der letzten Einheit nicht nur LAUT wiederholt, sondern auch von jedem gelesen - Ergebnis war: gute Mitarbeit IM Unterricht, die Schüler kannten sich im Stoff aus was ihn automatisch interessanter machte - das beste jedoch kommt erst: durch das ständige Wiederholen, die guten Erklärungen des Lehrers usw war es nicht nötig auch nur irgendwie für den Test zu lernen - automatisch kam eine 1 oder 2 auf. Egal wie schwer der Lehrer versuchte den Test zu machen.
Ich habe in Physik auch Maturiert (sprich Abitur gemacht). Auch ohne zu lernen, ich wusste noch alles. Was du also als nicht so optimalen Unterricht beschreibst, kann beim richtigen Lehrer eben PERFEKT funktionieren.
Deshalb bringt es nichts, wenn ein Schüler vorschlagen würde, WIE unterrichtet werden müsste: eine Unterrichtsform muss erstens zum Fach passen, zweitens zum Vortragenden (denn wenn dieser sich mit dem Vortragsstil nicht identifizieren kann, fühlt er sich nicht wohl, es kommt beim Schüler nichts mehr an). Erst wenn der Lehrer die für sich selbst perfekte Unterrichtsform gefunden hat, kann er anfangen sie wiederum perfekt auf den Schüler auszurichten - DANN kann auch ein Schüler, der Frontalunterricht total hasst, enorm mitgerissen werden. Es gibt hunderte Tricks seinen persönlichen Vortragsstil zu verbessern. Das kann auch ein 100 Jahre alter Stil sein, solange er gut ausgeführt wird. Es braucht dazu keinen Beamer, Computer oder DVD Player inkl Fernseher.
Und falls es doch einmal neuere Methoden gibt, die alte Methoden auch wirklich alt aussehen lassen, fordere nie, dass alte lehrer diese neuen Methoden lernen. Das funktioniert zumeist nicht, sie müssten diese Methode nämlich Jahrelang anwenden und reflektieren, um sie gut zu beherrschen:
Beispiel Powerpoint:
Ist ein mächtiges Tool, kann aber so enorm falsch eingesetzt werden, dass es effektiver ist, der Lehrer bleibt bei der alten Methode: um Powerpoint zu beherrschen muss ein alteingesessener Lehrer eine Präsentation machen, diese Vortragen, das Mitfilmen und Feedback einholen sowie sich das Video ansehen und überlegen wie er es selbst besser machen könnte.
Ein beispiel wie es falsch läuft: Lehrer und Professoren an meiner Schule/Uni damals, die versucht haben alles über Powerpoint zu machen, nur standen da auf den Folien so extrem viele Wörter, das es unmöglich war sowohl dem Vortrag zu folgen, als mitzulesen usw. Es war anstrengender als das was diese Professoren/Lehrer wohl normal machten, also war es schlichtweg "nicht gut".
Deshalb: Schuster bleib bei deinen Leisten, oder: Lehrer bleibt manchmal bei alten Methoden, macht diese aber GUT und SPANNEND.
JUNGE Lehrer, die mit Powerpoint oder anderm AUFGEWACHSEN sind und schon seit Jahren ein Gefühl dafür entwickeln was sie daran stört, was gut und was schlecht daran ist, können mit dieser Technologie viel besser umgehen.
Aber ich verstehe dich: was macht man als SCHÜLER wenn der Unterricht nicht hinhaut. "Konstruktive Kommunikation" und gutes Feedback sind ein anfang, mit dem Lehrer versuchen ein gutes Gespräch zu finden und mit ihm über das Ändern und Ausprobieren neuer Methoden reden.
Macht selbst vorschläge, lest euch selbst ein: Welche Methoden würden euch helfen (nicht nur: welche würden SPASS machen, ihr sollt ja auch wirklich was lernen dabei).
Es gibt ja viele neue Modelle, die gut laufen.
Such mal nach "Kooperatives Lernen", "offenes Lernen" oder ähnlichem, das sind neue Arten des Gruppenunterrichts, wo die Schüler viel mehr in den Unterricht einbezogen werden. Das coole daran: der Lehrer hat nach einer einmaligen Vorbereitung einen deutlich weniger stressigen Job, kann sich mehr um die Schüler kümmern, die es etwas schwerer haben. Allerdings erfordert es viel Feingefühl bei der Gruppeneinteilung usw.
Wenn du mehr über solche Methoden wissen willst, kann ich da gerne einmal wenn Zeit ist ein paar vorstellen, die dem Lehrer helfen den Unterricht besser anzupassen an seine Persönlichkeit, oder einfach spannender machen, oder einfach mal ein wenig Abwechslung in den sonst so trockenen Unterricht bringen
Der Meinung bin ich auch. Spätestens in der Oberstufe ist jeder Schüler in der Lage, den Unterricht wenigstens in seiner Grundweise zu beurteilen.
Ich würde sogar so weit gehen und sagen, das das schon ab der 9. Klasse mehr oder weniger uneingeschränkt gegeben ist.
Sicher, wenn 1 Schüler sagt, es ist ein mieser Lehrer, dann ist es damit noch nicht getan, aber die gesamte Klasse

?
Dachte ich damals auch: ich wurde danach auch direkt in den Unterricht geschickt (ok fast...) um zu unterrichten: ich wusste ja, was guter und schlechter Unterricht ist, hab es ja immer wieder gesehen.
Doch was heißt es, wenn man als Schüler sagt, es sei etwas schlechter Unterricht?
Man kann es erst beurteilen, wenn man nicht nur jammert, DASS etwas schlecht ist, sondern Konkret sagen kann WIE etwas anders gemacht werden kann, damit es BESSER ist. Man muss auch wissen ob diese dann vorgeschlagene Methode zur jeweiligen Lehrperson passt oder nicht. Man stellt sich das als Schüler immer viel einfacher vor. Ansonsten kann man immer nur sagen der Unterricht ist nicht optimal, aber was es braucht damit er optimal wäre, weiß man nicht.
Mein Unterricht war zwar damals schon recht "gut", die Schüler mochten mich, wir hatten im Unterricht Spaß und es wurde auch vieles gelehrt und gelernt, ich war stolz, doch meine nebenbei laufende, Jahrelange ausbildung hat mir auch gezeigt: einiges übersehe ich noch: gehe ich genug auf zwischenmenschliche Beziehungen ein? Klassenkonflikte? Wer wird hinausgebissen? Was ist mit den schwächeren oder desinteressierten? Wie kann ich den Unterricht abwechslungsreicher machen? Wie bereite ich meine Materialien so vor, dass das WESENTLICHE schneller gelernt ist und was ist in welchem alter das WESENTLICHE (es bringt nichts wenn ich Detailwissen auswendig lernen lasse, was in 1-2 Wochen nicht mehr im Kopf ist und somit umsonst gelernt wurde). Ich muss mich also auf das Konzentrieren, was Jahrelang hängenbleiben soll und worauf aufgebaut werden kann. Der Rest soll von den Schülern zwar mal GEHÖRT worden sein, aber müssen sie wirklich immer alles wissen?
Es gibt auch tausende Untersuchungen: wie nimmt man Informationen am Besten auf?
Durch reines hören?
Beim reinen Unterrichten und beim Konzept dafür erstellen, spielte für mich diese Pyramide immer eine entscheidende Rolle:
http://it.pedf.cuni.cz/strstud/edutech/2006_Dale_Ovsenak/cone_of_learning_maly.jpg
Du siehst, man kann sich also viele Gedanken machen für den Unterricht und es sind hunderte, tausende Faktoren die einen guten Unterricht ausmachen können - auch die KLASSE selbst!
Bevor man immer auf Lehrer hinhakt, möchte ich auch eine Zahl einwerfen: in meinen ersten Berufsjahren in der Lehre habe ich locker 70-80 Stunden Pro Woche gearbeitet und auch in den Ferien, von denen Lehrer angeblich so viele haben. Bei einem Gehalt von knapp 1000€...
Manchmal muss man als Schüler auch etwas Rücksicht für die armen Lehrer haben
Einer unserer Lehrer hat auch Kreide auf die Schüler geworfen. Ein Freund von mir wurde öfter beworfen und ging zum Direktor. Er hat sich entschuldigt aber aufgehört hat er nicht! Danach hat er sich fast jede Stunde mit dem Lehrer angelegt! Tja geholfen hat es nichts. Dieser Lehrer ist normal in Rente gegangen. Eine andere Lehrerin um die 55-65 hat den Jungs beim Hauswirtschaftsunterricht öfter mal an den Hintern gefasst...wie sich herausgestellt hat hatte sie schon eine Anzeige wegen sowas...! Lehrer werden einfach leichter oder gar nicht bestraft. So habe ich das Gefühl.
Hm, schwieriger Punkt.
Lehrer werden nicht bestraft wie Schüler - stimmt, es sind ja auch die übergeordneten Verantwortlichen. Sie werden auf andere Art und Weise bestraft, aber natürlich nicht beim kleinsten Fehler.
Lehrer bestrafen sich meist selbst: langweiliger Unterricht? Ist für den Lehrer noch schlimmer als für den Schüler: der Schüler setzt sich hin und "erträgt" es, der Lehrer macht das ja den ganzen Tag, er brennt daran innerlich aus.
Verursacht der Lehrer schwere disziplinäre Verstöße, kann dies bei richtiger "behandlung" durch Schüler, Direktor, Bezirksschulrat usw die gesamte Existenz des Lehrers zerstören: es kann sein, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben darf... wie bei vielen anderen Jobs auch.
Klar gibt es die alten, pragmatisierten Lehrer. Das sind aber eine Aussterbende Rasse
Ich habe ja nicht gesagt das die Lehrer daran schuld sind aber es ist einfach nicht möglich so kleine Klassen zu haben.
1. Bräuchte man wieder viele neue Lehrer die einfach fehlen und 2. würde es eine Menge Geld kosten weil die räume dazu einfach fehlen.
Stimmt schon, je kleiner die Klassen, desto besser können Lehrer auf jeden einzelnen Schüler eingehen.
Geld ist dafür leider keines Vorhanden. Sowas wird viele Jahre dauern, bis alles umgestellt ist auf ein solches System mit Klassen von... sagen wir max 15 Schülern (wie es beim Informatikunterricht der Fall ist).
Viel eher aber die Frage die den Thread betrifft: Ist es überhaupt nötig, früher gings doch auch? Hat sich die Jugend verändert oder die Erwartungen an diese? Oder dürfen Lehrer einfach nicht mehr hart genug bestrafen (ein Lehrer darf eigentlich gar nichts mehr machen) und somit entgleitet bei hohen Schülerzahlen schnell mal die Disziplin...