Wir haben es eigentlich mit zwei Phänomenen zu tun.
Technisch gesehen reden wir zunächst über ein neurales Filter-System, welches Topographie einfach grobianisch überschreibt. Für digitale Schöngeister mit Anspruch eine katastrophale Ansage an die Zukunft der Computergrafik.
Auf sozialer Ebene hingegen haben wir es mit hochinteressanten Wahrnehmungsveränderungen bei Konsumenten zu tun. Auf einmal sehen sich potentielle Filter-Geniesser als Verteidiger des Hypes und reagieren ausfallend auf vermeintliche "Hater". Immerhin bedurfte es ca. zwei Dekaden des social media Groomings, damit Leute wie du und ich bei teils beliebiger Form von Kritik plötzlich ausfallend werden ("Mob") . Dabei steht es zunächst doch jedem frei, Dinge für hässlich oder schön zu befinden.
Das Nvidia Gier über alles stellt steht hoffentlich ausser Frage.
Ich wiederhole mein Kernargument: Die Zukunft ist (gleichgeschaltet)hässlich, wenn Filter so aggressiv in einem call künstlerisch hart erstellte Topographie ausradieren und durch ein kleinstes, gemeinsames Schönheitsideal ersetzen. Seit euch bitte im Klaren darüber, dass KI gnadenlos retouchiert und keine grossen Zusammenhänge oder Subtilitäten erkennen kann. Grob gesprochen haben wir jetzt immer den gleichen Künstler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, absoluten Massengeschmack zu bedienen.
Zweitens führt dieses Verfahren zu einer billigen Neuausrichtung des inhouse Workflows, weil man auf modeling Ebene dem Filter genausogut grobe Meshes zukommen lassen kann. Es wird eh "gut aussehen". Wofür wochenlang den eigene Artstyle austüfteln? Ein winziges Indie game wird mit Umsonst-Modellen von der Stange auf den ersten Blick "besser aussehen" als eine sorgfältig designte Welt.
Hier sollten Fachredakteure wirklich mal für den künstlerischen Anspruch einstehen.