AW: Die SPD in der Krise - das Ende der großen Koalition?
Herr Borjan und Frau Esken leben genauso wie klein Kevin in einer absoluten Scheinwelt und leider nicht in der Realität, genauso wie die Leute die ihre Forderungen unterstützen!
Bei diesem Thema kann ich auf Grund eines Aufsichtsratsposten in einer Wohnungsgenossenschaft mal die harte Realität schildern. Keine einzige Kommune im hiesigen Ballungsraum um eine Großstadt in Deutschtland möchte selber bauen, sondern es werden Bebauungspläne angepasst und neues Bauland für Investoren ausgeschrieben. Dabei gibt es verschiedene Investitionshilfen über die KFW, allerdings ist die Investitionshilfe die wirklich zu preiswerten Wohnraum führt (hier gibt es die größten Förderungen von der KFW), selbst bei uns Genossenschaften völlig indiskutabel, da sie beinhaltet, dass die Kommune 30 Jahre lang die Mieter dieser neugebauten Wohnungen bestimmen kann, ohne eigene Mitsprache des Investors. Nach allen gezeigten Erfahrungen bedeutet das, eine Vollsanierung nach dem Ablauf dieser 30 Jahre, worauf sich weder private Investoren, noch wir als Genossenschaft einlassen werden, weil sie wirtschaftlich ein nicht zu kalkulierendes Risiko bedeutet.
Unsere Genossenschaft liegt momentan unter dem hiesigen Mietspiegel mit seinem teilweise vollsanierten Bestand und wird von einem ehemaligen SPD Bürgermeister geführt, der mehr als 20 Jahre im Bürgermeisteramt war, der angepeilte Neubau mit allen Investitionshilfen, bei dem wir die Mieter selbst bestimmen können, wird im günstigsten Fall 2,50€ pro Quadratmeter mehr an Miete kosten, als unser teilweise voll sanierter Bestand, im schlechteren Fall 3-3,50€ pro Quadratmeter. Wir selber kalkulieren im Moment mit 3€ plus. Das macht bei 50 Quadratmetern 150€ mehr Kaltmiete und bei 70 Quadrametern sind wir schon bei 210€ mehr Kaltmiete im Vergleich zum Bestand.
Rechnet man jetzt noch die Forderung der neuen SPD Spitze dazu, werden wir auf gar keinen Fall bauen, sondern gar nichts machen, weil es weder den meschlichen noch finanziellen/wirtschaftlichen Aufwand lohnt, da wir schon bei der derzeitigen Kalkulation hart an dem Limit sind, den wir als Verantwortliche für die Genossenschaft vertreten können. Dazu käme das eine Mietdifferenz von 4€ pro Quadratmeter und mehr, weder wünschenswert noch wirklich vor einzelnen Genossen vertretbar wäre.
Das Problem lässt sich über kurz oder lang nur lösen, wenn die Komunen selber bauen, was aber nach meiner persönlichen Erfahrungen von keinem Stadtrat in der näheren Umgebung partout gewollt wird.
Über eine Bodenwertzuwachssteuer kann ich nur sehr sehr laut lachen, da sie völlig realitätsfremd ist!
Die Kosten werden sofort auf die Mieter umgelegt, wenn das verboten wird und zusätzlich ein Mietpreisdeckel, wird gar nicht mehr privat als Investor gebaut, plus die Mieten des derzeitigen Bestandes werden bis zum gesetzlich erlaubten hochgeschraubt werden.
Was eine solche Steuer für die Millionen an Eigenheimkäufer der letzten niedrigen Zinsdekade bedeutet bei der Folgefinanzierung, kann sich jeder ausrechnen, der das kleine Einamaleins beherrscht, jede Zinserhöhung im 1% Bereich wird dann sehr drastische Auswirkungen haben und gerade die treffen, die ihren Eigenheimkauf spitz auf Knopf kalkuliert haben, also eher die eigentliche Klientel der SPD!