Wie wärs mit der Linken? Der NPD? Denke schon.
Die Linke würde ich überhaupt nicht nennen. Die meisten politisch interessierten Jugendlichen, die ich kenne (zugegeben: die sind eigentlich auch nicht mehr jugendlich) waren entweder so realistisch, dass sie sich von der Linken nicht verarschen ließen (was nicht alle davon abhält, sie als "kleinstes Übel" der Bundestagsparteien anzusehen) oder soweit links, dass sie aus Prinzip MLPD oder gleich APPD gewählt hätten. Man muss auch einfach sagen, dass sich die Wahlkampfthemen der Linken weiterhin primär an Arbeiter und neuerdings auch an HartzIVer richten, mir wäre aber keine gezielte Jugendarbeit bekannt.
NPD ist ein besseres Beispiel und die Grünen sowieso (wobei ich da den Eindruck habe, dass sie sich die Hälfte der Arbeit sparen können, weil politisierte Jugendliche sich naturgemäß von alleine ein paar Gedanken zur Zukunft machen), aber auch wenn beide größere Zahlen junge Wähler haben (bei ersteren würde ich von "erschreckend viel" sprechen), ist das imho nichts im Vergleich zu der Masse an Jugendlichen, denen Politik mal sowas von egal ist.
Jedem steht es frei, die "Musik" zu hören, die im gefällt, aber dann sollen die Leute doch auch bitte so sozial sein, sich zu ihren 800 € Handys Kopfhörer für 20 € dazuzukaufen anstatt unschuldige Mitmenschen damit zu terrorisieren.
Das hat nichts mit dem Besitz von Kopfhörern, sondern mit gemeinsamen Musikhören zu tun. Selbst wenn die Dinger umsonst beilagen wird trotzdem die Umgebung genervt. Imho das gleiche, wie voll aufgedrehte Autoradios, nur dass man auf die erst in einem Alter Zugriff hat, in dem viele wenigstens ein bißchen Rücksicht nehmen.
Warum man eine Kappe schräg, oder überhaupt verkehrt aufsetzen muss hat sich mir noch genau so wenig erschlossen, als warum ein Paar Schuhe verschiedenfärbige Schubänder haben muss, die z.T. gar nicht mehr zugebunden werden.
Und um noch einmal auf die Kappe zurückzukommen: Dass Mitteleuropa eine niederschlagsreiche Region ist, sollte weitläufig bekannt sein, aber dass so viele Jugendliche offenbar derartige Zweifel an der Dichtheit der Gebäudedächer haben, dass sie ihre Kappen sogar in Innenräumen aufbehalten müssen, ist für mich auch nicht nachvollziehbar.
Nachvollziehbar ist das für mich genausowenig, wie oversized Hosen im usedlook mit antifit (früher hieß das "Altkleidersammlung). Aber fairerweise muss ich sagen: Das geht mit mit Kleidungsstücken, die nur aus Nieten, Löchern und Aufnähern bestehen genauso und ich verstehe auch, warum einige Leute Batik nicht wirklich hübsch finden.
Das fällt für mich dann einfach unter "Stil" und solange es nicht schlichtweg ekelerregend ausfällt (ich forder weiterhin eine minimales höhen/breite Limit für Tops, damit man entweder hoch genug für den eigenen Bauchumfang ist oder das Top zwangsweise bis zur Hose geht) oder eine Geruchsbelästigung generiert (sei es durch mangelnde Pflege oder weil Turnschuhe und Hochsommer eine schlechte Kombination sind), sollte das imho jedem selbst überlassen bleiben. Auf alle Fälle ist es kein spezifisches "Problem" der aktuellen Jugend, diesen Konflikt mit den Vorstellungen Älterer kann man bequem bis zu den Halbstarken der 50er zurückverfolgen. (und mit Aufwand vermutlich noch weiter)
Ich wuerde mich dem Kreis politisch Interessierter und gesellschaftlich Aktiver zurechnen - aber ich koennte Dir nicht sagen, wer die Landesvorsitzenden von Linke, NPD und Piraten in meinem Bundesland sind.
Soweit wollte ich auch nicht gehen (könnte ich auch nicht) - ich meinte tatsächlich "2 Politiker", nach Wahl des Befragten. "Merkel, Bundeskanzler" kriegen vermutlich die meisten gerade noch hin (ggf. soger "-kanzlerin"), aber ich würde mich nicht wundern, wenn ein erheblicher Teil der Jugend nicht einen einzigen aktuellen Minister nennen kann.
schlicht, schrill, entertaining. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wieviele Lady Gaga waehlen wuerden.
Solange sie dafür das Haus verlassen müssen: Vermutlich wenige.
Online sähe es anders aus
Etwa das hat wohl auch ein Aussenminister gemeint, als er von spaetroemischer Dekadenz sprach - anstrengungslosen Wohlstand auf gesamtgesellschaftlichem Niveau. Abseits der schwuelstigen Formulierung hat er damit eigentlich nur eine recht zutreffende Lagebeschreibung abgeliefert.
Hmm. Ich hatte da den Eindruck, dass er mit dieser Formulierung nur die Ansichten oder gar nur die Forderungen eines eingeschränkten politischen Spektrums meinte und keine gesamtgesellschaftliche Kritik, die sich auch gegen seine eigenen Wähler gerichtet hätte.
Passend war der Ausdruck imho aber so oder so nicht, da die spätrömische Dekadenz in erheblichen Anteilen den Machtmissbrauch einer Minderheit beinhaltete. Falsche Wertvorstellungen einer Mehrheit sind ein ganz anderes -und innerhalb einer Demokratie wesentlich größeres- Problem, falsches Verhalten/falsche Zielvorstellungen einer großen Gruppe ebenfalls.