AW: Die gegenwärtige Flüchtlings- und Asylproblematik
Klar sind wir unterschiedlich und wir werden weiterhin andere Leute in Schubladen stecken. Aber eine Sache ist es, darüber unlustige Witze zu machen, eine andere Sache ist es, diese Leute im Mittelmeer ertrinken zu lassen und sich danach zu freuen.
Der Wert eines Lebens ins unermesslich, und genau so sollten wir es behandeln. Keine Kollateralschäden, kein "nicht so gut gelaufen", kein "Auslända raus!".
Wir werden das Problem wohl nie ganz los. Aber wir müssen es wie ein Kapitalverbrechen behandeln und alles dafür tun, den Rassismus und die Diskriminierung aus allen möglichen Gründen zu bekämpfen.
Die Welt verändert sich, alles wird global. Lösen wir die Probleme nicht da wo sie entstehen, kommen sie ziemlich zügig zu uns. Und unsere Analytiker schreien dann wie immer: "Wir haben damit nicht gerechnet! Es wird doppelt oder drei Mal so schlimm!!!"
Wenn wir endlich zu einem Land werden, wo alle Leute friedlich miteinander leben, werden einige andere eventuell folgen.
Und ja, ich habe ernsthaft erwartet, hier keinerlei Rassismus anzutreffen, schon gar nicht öffentlich. Vor allem nicht in den Ländern die direkt vom 2. Weltkrieg betroffen waren. Da muss doch mal irgendwas klingeln das es nix gutes ist...
Wow cryo, machst du dir die Welt einfach...
Ab wann beginnt denn bei dir Rassismus?
Ich war auch viel unterwegs und habe teils gleiche, teils gegenteilige Erfahrungen gemacht. Ich bin hier in Deutschland nie wirklich mit Rassismus in Berührung gekommen, im nahen Osten und in Afrika jedoch schon. Sag mal beispielsweise zu einem Tschetschenien, Russe und warte auf die Reaktion. Auch gut waren zwei neue Kollegen. Der erste stellte sich vor als Bosnier, der andere sah ähnlich aus und klang vom Akzent auch so. Als ich ihn fragte ob er auch von dort käme ging er fast durch die Decke, weil er Serbe sei. Der regte sich schon auf, wenn wir über Urlaub in Kroatien gesprochen haben. Derartiges habe ich auch in Kasachstan, Kirgisistan, Bosnien und der Ukraine gemerkt. In vielen Regionen reicht es schon wenn man die Herkunft falsch einschätzt.
Die Welt ist so einfach. Alles andere denken wir uns aus, um sich besser und überlegener zu fühlen. Sieht man jemanden, sollte man einen Menschen sehen. Der muss genau so essen, schlafen und vögeln. Keine weiteren Argumente mehr, alle sind zufrieden.
Und ja, in vielen Ecken gilt es als Beleidigung wenn man jemanden zum feindlichen Land oder auch nur einer anderen Gruppierung zuordnet.
Ich würde auch durch die Decke gehen, wenn jemand sagt das ich aus Bayern kommen könnte. Ich baue deswegen aber keinen Zaun drum und zünde auch nix an.