Dazu kann sicherlich jeder eine andere Meinung haben, aber meine persönlich ist: Ein Speicherausstattung von 2020 ist 2025 nicht mehr so viel wert, wie sie es 2020 mal war. Dementsprechend rechtfertigt für mich die Vergrößerung des Speichers nach einem halben Jahrzehnt keine neuen Preisdimensionen, sondern würde bei einem regulären Preisverfall allenfalls die Rückkehr zum 3090-Preis rechtfertigen, unter den die bestehenden xx90 längt hätten gefallen sein müssen. Das sie das diese noch immer viel teurer sind, entschuldigt in meinen Augen nicht, dass die 5090 noch einmal teurer ist.
Alles komplett nachvollziehbar; mich stört dabei nur die Vokabel "neue Preisdimension". Als Nvidia den Preis beim Übergang von 3080 zu 4080 von $699 auf $1199 angehoben hat, war das in der Tat eine neue Preisdimension. Wenn eine 90er-Karte von $1599 auf $1999 oder von €1949 auf €2329 steigt, sehe ich das einfach nicht. Aber gut, hat halt jeder sein eigenes dimensionales Verständnis.
Aber ja, du hast recht: Wer sich daran stört, dass eine Grafikkarte das frei verfügbare Einkommen etlicher Monate verschlingt, für den ist diese wohl wirklich das grundsätzlich falsche Produkt. Oder ich habe einfach den falschen Job. Aber das ist hier ist halt die Meinung der Woche der Redakteure – wer sich daran stört, für den ist das hier der grundsätzlich falsche Artikel.
Nee, stören tut die mich gar nicht, ich habe ja lediglich meine abweichende Meinung zur Formulierung "Aufschlag von 1,5 Preisklassen" kund getan. Witzigerweise gab es ja genügend Apokalyptiker, die eine 5090 sogar unbedingt bei $2500 bzw. €3000 aufwärts sehen wollten. Dann hätten wir einen Aufschlag von 3-4 Preisklassen gehabt.
Diesen Effekt gibt es ganz unabhängig von Preisen: Man ist von den eigenen Entscheidungen überzeugt und sieht abweichende Ansichten als Irrlehre, die es zu bekehren gilt.
Du hast aber ein sehr negatives Bild von deinen Mitmenschen. Meiner Beobachtung nach sind die Leute, denen es vollkommen klar ist, dass die Entscheidung, ob man Preis x für Produkt y zahlt, eine rein persönliche und individuelle ist, immer noch klar in der Mehrzahl, auch und selbst in Foren wie diesen. Und die wollen auch niemanden bekehren. Das Problem ist eher - wie so häufig - die laute Minderheit, die das anders sieht. Bekehren macht in diesem Kontext ja auch überhaupt keinen Sinn, weil mein Kauf auf andere überhaupt keine Auswirkungen hat (auch wenn es Traumtänzer gibt, die ernsthaft der Meinung sind, eine 4060 würde billiger werden, wenn die Leute massenhaft auf den Kauf einer 4090 verzichten). Den von dir beschriebenen Bekehrungseffekt sehe ich eher in einem Kontext, wo mich die Entscheidungen anderer tatsächlich betreffen, z.B. im politischen Kontext bei Diskussionen wie Wirtschaftswachstum vs. Klimanachhaltigkeit o.ä.
Ungewöhnlich bei Luxus-Produkten und deren Preisen ist, dass diese schon vor dem Kauf verteidigt werden
"Ungewöhnlich" ist, dass man überhaupt in die Situation kommt, den Kauf eines Luxusprodukts verteidigen zu müssen oder zu sollen - seltsamerweise immer nur in den deutschsprachigen Foren, in denen ich unterwegs bin, niemals in den englischsprachigen. Scheint wohl ein Kulturding zu sein.
und sogar in Fällen, in denen u.a. wegen dem Preis nie ein Kauf geplant ist.
Anders herum wird ein Schuh draus: Die Hauptkritik und der Hauptrechtfertigungsdruck kommt häufig und ausgerechnet von genau den Leuten, die aus ganz prinzipiellen Gründen das kritisierte Produkt sowieso niemals kaufen würden, und damit überhaupt nicht zur Zielgruppe gehören. Aus derart unterschiedlichen Richtungen kommend, ist eine gedeihliche Diskussion natürlich schwierig bis unmöglich - und im Prinzip auch sinnlos, weil eine gemeinsame Grundlage fehlt.