Anstatt Assad breit zu unterstützen um den Frieden zu bewahren (Realpolitik zu machen) und langsam Richtung Demokratie zu marschieren
Die heutige Situation in Syrien ist die Folge davon, dass man Assad Jahrzehntelang gestützt hat...
(zum Rest sage ich mal besser gar nichts)
"Bereitwillig" würde ich das nicht nennen. Sie spielen mit, weil sie formal außer durch drastische Lagemeldungen nicht viel Einfluss nehmen können. Als Mittel des persönlichen Protests besteht maximal die Möglichkeit, seinen Abschied zu nehmen oder wenigstens förmlich um Ablösung vom jeweiligen Posten zu ersuchen - mit allen persönlichen und beruflichen Konsequenzen. Manchmal funktioniert das sogar, aber selbst wenn man einen Richtungswechsel erzwingt und sowohl auf dem Posten als auch im Dienst verbleibt, hat man anschließend wenig Freunde in der Regierung, die grundsätzlich am längeren Hebel sitzt. Auch der ranghöchste Soldat ist und bleibt ein Befehlsempfänger. Und das ist - im Guten wie im Schlechten - so gewollt.
Im Falle von Afghanistan reden wir von mehr als genug Militärangehörigen, die längst aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind und ihre Meinung freier äußern könnten, auch ohne Geheimnisse zu verraten, und wir reden von einer nicht unerheblichen Zahl von Feierlichkeiten und öffentlichen Auftritten, die allesamt rein gar nichts mit der Aufgabe des Militärs zu tun haben und in denen das Geschehene rauf und runter gelobt wird. Aber wir du schon selbst sagst: Wenn man sich selbst der nächste ist und Leuten mit Entscheidungsbefugnis über die eigene Karriere den Arsch lecken möchte, macht man genau das.
Sowas kann ich aber schon bei normalen Verantwortungsträgern nicht ab und bei Militärs, bei denen dieses Verhalten den Tod anderer Menschen nach sich zieht erst recht nicht. Und da durch den fehlgeplanten Krieg in Afghanistan nicht nur unschuldige Zivilisten vorhersehbar ermordet wurden, sondern auch Soldaten vorherseh- und vermeidbar ihr Leben verloren haben, ist das nicht nur im Rahmen von "Bürger in Uniform", sondern auch im Rahmen der von Militärs selbst bei jeder Gelegenheit beschworenen Kameradschaft ein so hochgradig unmoralisches Verhalten, dass es nicht nur 1-2 Leute an der Spitze, sondern zumindest ein paar Hundert wissende trifft.
Die Gegenannahme, die ich (im Zweifel für den Angeklagten) weiter vorne geäußert habe, lautet: Diejenigen, die genug Informationen für einen selbstsicheren Lagebericht vorliegen hatten (das sind einige weniger) waren schlichtweg zu blöd/arrogant, die korrekten Vorhersagen zu treffen/Szenarien auszuarbeiten, die zahlreiche nicht-Militärs mangels vollständiger Informationen mit größerer Unsicherheit, aber rückblickend hoher Präzision vorgelegt haben.
Dann kommt - ich vereinfache bzw. überspitze es einmal - ein Schreiben zurück: "Vielen Dank für Ihr Mühe, dafür haben Sie etwas Ruhe verdient. General Brownnose wird Sie sofort / morgen / zum Ende der Woche ablösen." - Kurz, der prinzipientreue Kommandant wird dann durch einen folgsamen ersetzt. Und ob es das Beste für die Truppe und/oder die dortige Zivilbevölkerung ist, wenn verantwortungsbewusste Kommandeure provozieren, durch Karrieristen abgelöst zu werden?
Wenn verantwortungsbewusste Kommandeure, so deine Ausführungen, keinen Handlungsspielraum im Rahmen ihrer Befehle für deutliche Verbesserungen haben, kann es zumindest nicht schlechter werden. Und nach meiner Erfahrung haben Karrieristen es in einem Betrieb, bei dem Entlassungen beinahe und ein Konkurs gänzlich unmöglich sind, verdammt schwer in Gegenwart mitdenkender Untergebener, weil es so lächerlich einfach ist, sie auflaufen zu lassen, wenn "keine Fortschritte" ein akzeptables Ergebnis des befohlenen Handelns ist. Und Mr. Brownnose wird nicht in vorderster Front stehen und den Corporal Courage ins gegnerische Feuer schubsen, ebensowenig wird er seine Unterschrift unter ein glasklares Todesurteil setzen. Solange er der nächst niederen Ebene aber nur befiehlt, einen hoffnungslosen Auftrag bestmöglich auszuführen/die Möglichkeit für einen taktischen Rückzug offen lässt, solange ist die nächsttiefere Ebene nicht gezwungen, das Unmögliche zu versuchen.
Und ja, auch Soldaten sitzt oft das eigene Hemd am dichtesten, es sind halt auch nur Menschen und per Definition Ausführende, nicht Bestimmende. Warum sie jetzt eine höhere Bringschuld haben sollen, als die Zivilbevölkerung (der Souverän!) und gewählte Volksvertreter, müsstest du etwas klarer herausstellen.
Ich schiebe ihnen keine höhere Bringschuld zu als andere Leute mit Verantwortung für Leib und Leben, aber eben auch keine geringere. Beim Militär ist es allerdings sehr viel häufiger offensichtlich, dass Handlungen den Tod anderer zur Folge haben werden, und es gibt sehr viel seltener andere Aspekte, deren Abwägung diese Problematik überschatten könnten. Genaugenommen fallen mir genau 0 ein, die es überhaupt geben könnte:
Das einzige morlisch akzeptable Szenario für den Einsatz von Militär ist ein Verteidigungsfall, bei dem mit Krieg letztlich weniger Unschuldige sterben, als ohne Krieg. Wer bei so einer Planung am Ende mit vielen unschuldigen Toten dasteht, aber nicht einmal aktue Angriffe zu fürchten hatte, als in den Krieg einstieg (was bei USA vs. Taliban beides der Fall ist), der hat also wirklich alles falsch gemacht und kann sich, im Gegensatz zu einigen Chemiekonzernen und ähnlichen, die durch etwas-zu-viel-Einsparungen ähnlich viel Leid verursacht haben, nicht einmal mit "da müssen wir wohl was übersehen haben" rausreden.
An dieser Stelle noch die Anmerkung, dass die garantierte Gesamtbezahlung von Soldaten hochgerechnet auf die Gesamt/Lebensarbeitszeit arschgut ist und sich relativ zu den verlangten Qualifikationen selbst für niedere Ränge mit höheren Entscheidungsträgerpositionen in zivilen Jobs verglichen werden kann und das regelmäßig mit den hohen Anforderungen begründet wird. Nicht zu Unrecht, aber da sollte man dann auch nicht jammern, wenn hohe Anforderungen gestellt werden. Und damit meine ich nicht "hohe Tolleranz gegenüber Grashalmen an der Nase".
Und die Illuminati. Du hast die Illuminati vergessen. Und die Echsenmenschen aus dem Erdinnern sowieso.
Ich habs euch so oft gesagt, aber ich wiederhole es noch einmal:
Das ist alles nur Graswurzelmarketing der Alufolienindustrie.