Bloß wird das noch sehr lange dauern, bis es dort Frieden gibt und die Afghanen dort irgendwas fördern können.
Wenn jemand die Argumentation "Angriffskrieg zur Eroberung von Rohstoffen führt", geht er für gewöhnlich nicht davon aus, dass die angreifenden Militärs die Rohstoffe nur bei Förderung durch Einheimische unter friedlichen Bedingungen als nutzbar erachten. Eher vom Gegenteil. Damit kannst du diese Argumentationslinie also nicht entkräften. Die ist in sich schlüssig, der wunde Punkt sind die tönernen Füße unten drunter.
Ganz abgesehen davon, dass bislang jeder, der versucht hat, Afghanistan militärisch unter seine Kontrolle zu bringen, mit vollkommen falschen Prognosen einmarschiert ist. Nicht, weil es nicht genug fremde Fehler gegeben hätte, aus denen man hätte lernen können, aber das Militär zieht halt weder gezielt die hellsten noch die bescheidensten Köpfe an.
Ja aber die Taliban waren auch nicht der Verein wegen dem man nach Afghanistan ist.
Jein. Wäre nicht die Taliban an der Macht gewesen, wäre man nicht oder komplett anders reingegangen. So hat man sie wegen mangelnder Kooperation als Feind erachtet und den kompletten damals existierenden Staat angegriffen.
Natürlich verstehen die sich als Terrororganisation und nicht als Dachverband.
Das Selbstverständnis ist, glaube ich, nicht "Terrororganisation"

Aber ein Dachverband sind sie definitiv nicht, egal von welcher Seite man es betrachtet.
Ohne 9/11 hätte es keinen NATO Bündnisfall gegeben und 9/11 war ganz klar der Auslöser für diesen.
Außerdem muss man beobachten, dass die USA zuerst ohne große eigene Bodentruppen agiert haben.
Es gibt Geopolitische Interessen, aber das der Anlass war 9/11.
9/11 war der Grund dafür, dass man 2001 rein ist. Und nicht 1993 oder 2011. Aber der Bündnisfall hatte damit nichts zu tun und war nur nettes Beiwerk, die Bodentruppen kamen sobald die militärische Lage oportung erschien und die nötige Logistik am laufen war. Da Unterschied sich Afghanistan kein bisschen von den Golfkriegen oder anderen US-Einsätzen seit Einführung der verwendeten Waffensysteme. Interesse an der Region, ein Problem mit Al Kaida und die Bereitschaft zu militärischen Einsätzen gab es schon lange vorher, Bedarf an Unterstützung dagegen nicht. Die Hauptfront war sowieso die ganze Zeit über zu 70-90% amerikanisch und auf State Building und Sicherung der Zivilgesellschaft hätte Bush auch locker verzichtet, wenn es ihm niemand abgenommen hätte. Nö, 9/11 war bezüglich Afghanistan einfach nur ein Zündfunke, den man durch viele andere Dinge hätte ersetzen können.
Ist es erlaubt so blöde Fragen zu stellen?
Dummheit ist nicht verboten.
(Aber wiederholt die gleichen dämlichen Sachen zu äußern, kann als absichtlicher Spam oder Provokation im Sinne der Forenregeln gelten.)
Z.B. auch die ewige lächerliche Frage nach der Operationsbasis der Attentäter vom 9/11. Aber hier trotzdem nochmal die Antwort: Nein, die war nicht in Afghanistan. Sondern in Deutschland. Die USA hatten seinerzeit und haben strenggenommen bis heute keine Beweise für eine direkte Unterstützung oder gar Steuerung aus Afghanistan. Die Attentäter haben dort mal eine Grundausbildung erhalten (wie viele Islamisten) und ObL hat ihnen gratuliert. Das war und ist afaik, zumindest öffentlich, die einzige direkte Verknüpfung, die bis heute dokumentiert wurde. Die Finanzströme wurden iirc irgendwann mal bis nach Saudi Arabien zurück verfolgt, aber 2001 gab es dazu noch nichts offizielles und erst recht die eine Woche nach den Anschlägen, als die USA ObL zum Schuldigen ernannt, von der Taliban die sofortige Auslieferung gefordert und die Vorbereitungen für den Angriff gestartet haben. Der Krieg begann lange bevor die 9/11-Ermittlungen konkrete Informationen ausspucken konnten. (Zumindest solange wir VTs außen vor lassen, denen zu Folge man schon Monate vorher alles gewusst hat.)
Oh jetzt bringt man den bösen Russen ins Spiel.
Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass es in 95% der Fälle, in denen es eigentlich ein UN-Mandat geben müsste aber keins gibt, an einem (zu erwartenden) Veto Russlands oder der USA liegt. Und letztere hat garantiert nicht die Legitimation eines NATO-Einsatzes blockiert, im Falle Kosovo musst du nicht einmal google bemühen um zu wissen, dass Russland die Bremse war. Ob das nun "gut" oder "böse" ist, ist eine Bewertung, aber die Fakten sind klar.
Und du bist übrigens der erste/einzige, der Russland deswegen als "böse" bezeichnet hat, also solltest du dich vielleicht am allerwenigsten über deine eigene Aussage aufregen.