@Incredible Alk
Interessanter Take von dir.
Der Typ "Mitarbeiter" den du da beschreibst ist bei uns im Amt die/der Angestellte und nicht die/der Beamte.
Ich bin aber generell bei dir, dass Minderleistung abgestraft gehört, egal in welchem "Arbeitsverhältnis".
Ich habe vorher selbiges aber auch etliche Jahre in der Privatwirtschaft erlebt, insbesondere in Bereichen, wo akuter Personalmangel herrscht. Da nehmen Firmen meist lieber einen Minderleister mit, statt niemanden zu haben.
Um mal halbwegs zurück zum Topic zu kommen:
Das wirkliche Problem, egal ob Windows/Linux/Fachanwendungen/Digitalisierung liegt in der BRD meiner Meinung nach ganz woanders. Föderalismus!
Und man verstehe mich nicht falsch. Der Föderalismus als Schutz vor Machtkonzentration ist eine super Sache.
Nur immer da, wo einheitliche Standards/Werkzeuge benötigt werden oder wo es um "bewegliches" geht ist das der absolute Hemmschuh.
Dies wird mit einer Gesetzgebung des Bundes gepaart, die sowohl sämtliche Aufgaben als auch Kosten und Aufwendungen inklusive Folgekosten etc. nach unten an die Kommunen weitergibt ohne diese ausreichend auszustatten während gleichzeitig der Datenschutz die Behörden untereinander nicht einmal sinnvoll miteinander kommunizieren lässt.
Diese Standards und Werkzeuge und finanzielle Ausstattung liefert der Bund jedoch für seine tollen beschlossenen zusätzlichen Aufgaben die er delegiert nicht von denen von Anfang an klar ist, dass das nur in die Hose gehen kann.
Wir haben dann also das Problem, dass jedes Land seine eigene Art der Umsetzung haben will und darauf aufbauend, wie das Land das gerne generell ausgestaltet haben will, kann dann jede Kommune den Mist in eigener Regie irgendwie lauffähig aufstellen. Und jetzt schaue man mal, wieviele es davon gibt in der BRD und stelle sich mal vor, mit was für einen Aufwand bzw. mit welchen absurden Kosten das ingesamt verbunden ist.
Jetzt steht der Bürger zurecht ab Stichtag X da und will seinen Anspruch positiv beschieden haben und beschwert sich zurecht, wenn Dinge ewig dauern.
Einfaches Beispiel:
Möchte eine bestimmte Nachbarstadt von mir eine Akte zu einem Fall haben, dann darf ich die digitale Akte erstmal schön drucken gehen und per Post versenden. Denn a) kann sie aufgrund unterschiedlicher Einstellungen in der gleichen Fachanwendung die Akte per digitalem Versand zwar empfangen aber schlichtweg nicht öffnen und im Programm verarbeiten und b) dürfen wir aufgrund von Datenschutzbedenken den Bums nicht über ne Cloud zur Verfügung stellen.
Anderes Beispiel hier "bewegliches" bezogen auf Menschen:
Jedes Bundesland hat eine Zuständigkeitsverordnung. Person X zieht von meinem Bundesland in ein anderes Bundesland. Gemäß meiner Zuständigkeitsverordnung ist das neue Bundesland zuständig. Gemäß der Zuständigkeitsverordnung des Bundeslandes mit dem Zuzug ist das Zuzugsbundesland nicht zuständig. Was macht also das Zuzugsbundesland zurecht? Abweisen mit dem Hinweis, dass unsere Zuständigkeitsverordnung keine Relevanz für deren Bundesland hat.
Es gibt etliche Planstellen in Behörden, die eingespart werden könnten und in Folge würde es für die Mitarbeiter dennoch weniger Belastung bedeuten und angenehmeres/effizienteres/schnelleres Arbeiten ermöglichen , wenn viele Dinge einfach grundsätzlich klüger geregelt werden und bundeseinheitliche Standards und Werkzeuge eingeführt werden würden.
EDIT:
@Incredible Alk den Kommentar danach erst jetzt gelesen. Ja da stimme ich zu, dürfte man aber glaube ich aus dem Anfang des Textes hoffentlich rausgelesen haben.