ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?
Millers Experimente passen nicht sonderlich gut zu unseren Kenntnissen über die Bedingungen auf der frühen Erde, aber das Grundprinzip ist das einzig logische. Ob man es nun an die Oberfläche packt und reaktionsfreudige Substanzen durch Blitze generiert oder ob man es einmal durch vulkanisches Gestein pumpt für das gleiche Ergebnis - für Hochrechnungen wäre das interessant, aber ich glaube nicht, dass wir jemals genug rekonstruieren können, um darüber zu entscheiden. Die heutigen Lebensgemeinschaften an den schwarzen Rauchern sind jedenfalls mit einer ganzen Reihe höherer Gruppen von Tieren verwandt und afaik stammen auch die Bakterien aus verschiedenen Lebewesen. Das heißt es handelt sich um Organismen, die nachträglich eingewandert sind und sich diese Lebensräume erschlossen haben, nicht um Überbleibsel des Ursprung des Lebens.
Spannender als die Entstehung der ersten organischen Verbindungen (Miller) finde ich ohnehin das herangehen von der anderen Seite: Wie könnte überhaupt das erste, einfachste sich selbst replizierende System ausgesehen haben? Die größte Annäherung, die wir heute an frühes Leben haben ist die RNA-Duplikation. Aber die ist schon viel zu komplex. Selbst wenn man den Code drastisch eindampfen würde bräuchte man mindestens ein halbes Dutzend z.T. sehr großer Moleküle. Von einzeln Aminosäuren bis dahin ist es ein sehr langer Weg.
Na aus der banalen Feststellung heraus, dass es eben einen gigantischen Raum gab, in dem Leben hätte entstehen können, aber dass das nur einmal geklappt hat. Über einen Zeitraum von mehrern 100 Millionen Jahren hätte jeder tropfen Urozean (oder alternativ jeder Krümel festen Landes) Leben hervorbringen können. Haben sie aber nicht. Logische Schlussfolgerung: Zusätzlich zu den nötigen Substanzen braucht man für die Entstehung von Leben eine enorme Portion Glück, denn es gibt knapp eine Oktilliarde Möglichkeiten, wie es schief geht.
Und das ist dein grundlegender Denkfehler:
Eine Wahrscheinlich ist immer ein Bruch und "extrem viel"(e Planeten) gibt nur den Zähler an. Aber jeder Bruch tendiert gegen null, wenn der Nenner deutlich größer als der Zähler ist. Und der Zähler könnte in diesem Fall noch weitaus größer sein. Du fällst auf die gleiche "Logik" rein wie Spielsüchtige die der Meinung sind, irgendwann den Jackpot zu gewinnen, wie sie "ganz viel" spielen: Der Ansatz ist richtig, aber man darf die relative Einstufung "viel" nicht auf den eigenen Alltag beziehen, sondern auf die Zahl der Möglichkeiten. Und die ist beim Glücksspiel "sehr, sehr viel mehr" und bei der Frage nach der Enstehung des Lebens für uns wortwörtlich "unermesslich".
Ich argumentiere nicht mit "möglich" und "unmöglich", sondern mit "leichter" und "schwerer" und mit den uns bekannten Naturgesetzen. Diese Rangfolge der Optionen, bei denen die Ausbeutung eines fremden Sternensystems die schlechtere Wahl ist, gilt !immer!, solange sich nicht jenseits der makroskopischen Grenzen der Relativitätstheorie bewegt.
Letztere kennen wir zugegebenermaßen auch erst seit kosmologisch kurzer Zeit, haben sie aber beim Blick auf astronomische Bewegungen entwickelt und diese damit erklärt. Das neuere Erkenntnisse diesen Wissensstand zum Thema Reisen im All grundlegend auf den Kopf stellen, wage ich zu bezweifeln - der wird genauso bestand haben, wie Newton auch heute immer noch alle alltäglichen Gravitations-Einflüsse erklärt und wie wir mit Kepler Auf- und Untergang von Mond und Sonne vorhersagen können.
Was hälst du von der "Ursuppen" Theorie von Stanley Miller? Der hat das doch im Labor nachgebaut und konnte Eiweißketten damit herstellen. Die Grundlage für Leben wie wir es kennen.
Es gibt da auch noch die "Black Smoker" Theorie. Wobei ich die von Miller vertretende noch wahrscheinlich halte, weil die Bedingungen dafür nicht ganz so extrem sind.
Millers Experimente passen nicht sonderlich gut zu unseren Kenntnissen über die Bedingungen auf der frühen Erde, aber das Grundprinzip ist das einzig logische. Ob man es nun an die Oberfläche packt und reaktionsfreudige Substanzen durch Blitze generiert oder ob man es einmal durch vulkanisches Gestein pumpt für das gleiche Ergebnis - für Hochrechnungen wäre das interessant, aber ich glaube nicht, dass wir jemals genug rekonstruieren können, um darüber zu entscheiden. Die heutigen Lebensgemeinschaften an den schwarzen Rauchern sind jedenfalls mit einer ganzen Reihe höherer Gruppen von Tieren verwandt und afaik stammen auch die Bakterien aus verschiedenen Lebewesen. Das heißt es handelt sich um Organismen, die nachträglich eingewandert sind und sich diese Lebensräume erschlossen haben, nicht um Überbleibsel des Ursprung des Lebens.
Spannender als die Entstehung der ersten organischen Verbindungen (Miller) finde ich ohnehin das herangehen von der anderen Seite: Wie könnte überhaupt das erste, einfachste sich selbst replizierende System ausgesehen haben? Die größte Annäherung, die wir heute an frühes Leben haben ist die RNA-Duplikation. Aber die ist schon viel zu komplex. Selbst wenn man den Code drastisch eindampfen würde bräuchte man mindestens ein halbes Dutzend z.T. sehr großer Moleküle. Von einzeln Aminosäuren bis dahin ist es ein sehr langer Weg.
Wenn man nach Miller geht dann kommt doch jeder mögliche Punkt an der Oberfläche des "Urozeans" dafür in Frage. Und der Urozean hatte fast die komplette (Ur) Erde bedeckt. Also sehr viel Raum für die Entstehung von Leben.
Das Leben an Punkt C enstanden ist und nicht an Punkt A ist Zufall. Wie du schon richtig festgestellt hast: es ist alles eine Frage der Zeit.
Über die Anzahl der Versuche bis Leben enstanden ist können wir keine Aussage machen!
Deswegen kann ich auch immer noch nicht ganz nachvollziehen wie du auf so eine kleine Wahrscheinlichkeit kommst.
Na aus der banalen Feststellung heraus, dass es eben einen gigantischen Raum gab, in dem Leben hätte entstehen können, aber dass das nur einmal geklappt hat. Über einen Zeitraum von mehrern 100 Millionen Jahren hätte jeder tropfen Urozean (oder alternativ jeder Krümel festen Landes) Leben hervorbringen können. Haben sie aber nicht. Logische Schlussfolgerung: Zusätzlich zu den nötigen Substanzen braucht man für die Entstehung von Leben eine enorme Portion Glück, denn es gibt knapp eine Oktilliarde Möglichkeiten, wie es schief geht.
Alleine die Tatsache dafür das es extrem viele sind reicht für mich aus.
Und das ist dein grundlegender Denkfehler:
Eine Wahrscheinlich ist immer ein Bruch und "extrem viel"(e Planeten) gibt nur den Zähler an. Aber jeder Bruch tendiert gegen null, wenn der Nenner deutlich größer als der Zähler ist. Und der Zähler könnte in diesem Fall noch weitaus größer sein. Du fällst auf die gleiche "Logik" rein wie Spielsüchtige die der Meinung sind, irgendwann den Jackpot zu gewinnen, wie sie "ganz viel" spielen: Der Ansatz ist richtig, aber man darf die relative Einstufung "viel" nicht auf den eigenen Alltag beziehen, sondern auf die Zahl der Möglichkeiten. Und die ist beim Glücksspiel "sehr, sehr viel mehr" und bei der Frage nach der Enstehung des Lebens für uns wortwörtlich "unermesslich".
Wenn die Zivilisationen uns ein paar tausend Jahre vorraus sind haben sie vielleicht Technologien entwicklet wovon wir heute sagen das ist unmöglich.
Man braucht sich ja nur die Entwicklung bei uns angucken. Seit Entdeckung der Elektrizität und Erfindung der Computer ging alles rasant schnell.
Ich argumentiere nicht mit "möglich" und "unmöglich", sondern mit "leichter" und "schwerer" und mit den uns bekannten Naturgesetzen. Diese Rangfolge der Optionen, bei denen die Ausbeutung eines fremden Sternensystems die schlechtere Wahl ist, gilt !immer!, solange sich nicht jenseits der makroskopischen Grenzen der Relativitätstheorie bewegt.
Letztere kennen wir zugegebenermaßen auch erst seit kosmologisch kurzer Zeit, haben sie aber beim Blick auf astronomische Bewegungen entwickelt und diese damit erklärt. Das neuere Erkenntnisse diesen Wissensstand zum Thema Reisen im All grundlegend auf den Kopf stellen, wage ich zu bezweifeln - der wird genauso bestand haben, wie Newton auch heute immer noch alle alltäglichen Gravitations-Einflüsse erklärt und wie wir mit Kepler Auf- und Untergang von Mond und Sonne vorhersagen können.


