AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?
Ein Planet ohne Eigendrehung wäre hier eine Möglichkeit und würde flüssiges Wasser an der Grenze zur Sonnenseite ermöglichen.
Die extremen Strahlungsunterschiede auf den Planetenhälften würde aber entweder eine extrem dicke Athmosphäre oder extrem starke Winde benötigen, tendentiell beides (siehe Venus) mit den höchsten Intensitäten genau auf dem Terminator. Da würde dann möglicherweise die richtige Temperatur für flüssiges Wasser herrschen, es würde aber vermutlich wortwörtlich vom Winde verweht und auf der dunklen Hälfte als Eis abgelagert werden. Auch reichen die richtigen Temperaturen alleine nicht aus, man braucht auch eine Energiequelle. Und wenn von Leben an der Oberfläche diskutieren, wäre das wohl der Zentralstern - vorrausgesetzt er gibt Strahlung ab, die stark genug für die Versorgung von Leben ist, aber nicht so kurzwellig, dass sie komplexe Moleküle zerstört. Das schließt eine ganze Menge Sterne für die Enstehung von Leben aus, wenn wir die uns bekannten Biomoleküle annehmen – und wenn wir jenseits dieser Grenzen spekulieren, dann können wir uns auch gleich über die Limitierung flüssigen Wassers hinwegsetzen, es gibt schließlich auch andere polare Lösungsmittel.
Unabhängig hiervon ist erdähnliches Leben übrigens überall da möglich, wo es eine Wärmequelle und große Mengen metastabiler Verbindungen gibt - was in den Tiefen der Weltmeere klappt, kann auch auf Titan oder auf Planeten in der Umlaufbahn um viel zu schwacher Sterne oder in den Tiefen von Planeten auf einer Umlaufbahn um viel zu starke Sterne funktionieren. Bemerken werden wir mit unseren Methoden allerdings bestenfalls Leben auf Oberflächen.
So langsam habe ich das Gefühl das wir mit einer Wand diskutieren

Aber gut das du noch die Muße hast es weiter zu probieren, ich gebe es jetzt auf...
Ich kann dich beruhigen:
Zumindest mit diesem Account hast du seit Monaten mit niemandem hier diskutiert, brauchst also auch nichts aufzugeben.
Davon abgesehen würde ich die Wortwände rund um die Frage "Führt eine große, aber endliche Zahl an Planeten multipliziert mit einer beliebig kleinen Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben auf einem einzelnen Planeten immer zu einem Ergebnis deutlich größer als 1 oder nicht?" nicht als Diskussion beschreiben, das ist einfach nur Ignoranz gegenüber mathematischen Grundregeln (und biologischem Unwissen), bei allen anderen Aspekten klappt der Gedankenaustausch dagegen weitestgehend wandfrei.
Schau dir mal die Theorie der flachen Erde an. Eine flache, stillstehende Erde.
Die Beobachtung, dass die Sonne in einer Stunde 15 Grad zurücklegt und zwar unabhängig von der Position des Beobachters widerlegen die flache Erde ja schon.
Äh - schon mal ne Sonnenuhr gesehen? Von der Erd-/Scheibenoberfläche aus betrachtet legt die Sonne nicht annähernd 15° pro Stunde zurück, sondern ändert ihre scheinbare Winkelgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Höhe über dem Horizont. (Genau auf dem Äquator - wo auch immer der auf einer Scheibe ist

- könnte es vielleicht klappen, aber auch da müsste die Lichtbrechung in der Athmosphäre für leichte Unterschiede sorgen. Die flach stehende Sonne wird bekanntermaßen stärker gebrochen weil sie mehr Athmosphäre durchquert.)
Schwierig dürfte es für die Vertreter von
"Intelligent Geography" aber im Gegenzug sein zu erklären, wie die Sonne überhaupt einen Bogen von mehr als 180° beschreiben kann.
Dazu natürlich die Funktionsweise des Kreiselkompass oder wieso ein Wirbelsturm einen Drehimpuls hat. Alles Dinge, die die flache Erde nicht erklären kann (den Rest spare ich mir mal).
Die Coriolis"kraft" wirkt in allen sich drehenen Bezugsystemen, auf Scheiben genauso wie auf Kugeln. (Zugegeben: Ich hab keine Ahnung, ob sich die flache Erde überhaupt drehen soll. Hängt vielleicht davon ab, wie gut man die Elefanten füttert. Und es wäre auch ein Bisschen sinnlos, ein Instrument zur Bestimmung der Rotationsachsenrichtung zu bestimmen - auf einer Scheibe weiß man auch so, dass die von oben nach unten verläuft.)
Wie man anfangs glaubte, dass die Sonne eine große Kohlekugel ist, die glüht. Das hat sich im Nachhinein als nicht richtig erwiesen.
Wobei das nüchtern betrachtet viel näher an der Realität dran ist, als die Geschichte mit der platten Erde. Schließlich leuchtet der Teil der Sonne, den wir sehen, tatsächlich wegen Wärme von weiter innen - sie glüht also. Nur die Kohlenstoffkonzentration an der Oberfläche ist etwas niedriger, als in antiken Modellen angenommen
Ja, wenn man dieses "Wenn-man -die-Erde"-Stardard-Modell nimmt, dann ist es so.
Unter anderen Bedingungen könnte es aber ganz anders,
und auch schneller abgelaufen sein.
Solange wir gerade mal 5% der gesamten Materie kennen,
ist jetzt noch viel Raum für Spekulationen.
Da die Entstehung von Leben und ein wichtiger Bestandteil dessen Evolution der Zufall ist, kann man natürlich immer über einen schnelleren Ablauf spekulieren - wenn sich alle Moleküle gleich am ersten Tag zusammenfinden (und nicht erst nach einer gewissen Zahl von Versuchen, die hier abgstritten wird

) und anschließend in jeder Generation sofort die nächste tolle Mutation auftritt, kann man auch die Geschichte des irdischen Lebens auf ein paar Jahrmillionen verkürzen. Aber das ist schon sehr, sehr spekulativ und prinzipiell gilt immer und in allen Maßstäben: Veränderungen/Störungen schaden Ökosystemen. Leben muss sich erst an seine Umwelt anpassen, ehe es sich in gegenseitigem Wettlauf zu raumfahrenden, haarlosen Affen steigert. Ändert sich die Umwelt ständig, bleiben wenig Ressourcen für dieses Hochsteigern und wenn die Änderung sogar konstant in eine Richtung geht, die die chemische Stabilität der Grundbausteine in Frage stellt (z.B. der benachbarte Stern steigert seine Strahlungsintenstiät und -frequenz deutlich von Jahr zu Jahr), dann hat das Leben quasi gar keine Chance.
Hätte ich die Möglichkeit einmal ins All zu dürfen würde ich es auch ohne zögern zu machen, sowas wird man niemals in seinem Leben wieder vergessen und man ist einer von wenigen die so etwas jemals sehen durften

, vielen Menschen würde es ein wenig Demut beibringen, zu sehen wie klein wir doch tatsächlich sind

.
/sign. "Mut" sehe ich allenfalls bei Alexei Leonows erstem Weltraumspaziergang mit praktisch null Sicherheitsvorkehrungen und vielleicht noch bei der Mondlandefähre von Apollo 11, die nicht wirklich unter Einsatzbedingungen getestet werden konnte. Alles andere waren relativ klar kalkulierte (oder militärisch/politisch angeordnete) Risiken, die bei zweitweilig 1-2% Todeschance zwar ggf. einen Mangel an Respekt gegenüber den eigenen Angeöhrigen symbolisieren, aber keinen "Mut" erfordern. Das ist einfach nur geil und eine einmalige Gelegenheit und ich kann (mit Ausnahme des letztgenannten Grundes) niemanden verstehen, der nicht sofort JA ICH!! brüllen würde.
Wovor man aber z.T. Achtung haben kann, insbesondere bei den wissenschaftliche Astro/Kosmonauten: Ihr Know-How das der Grund dafür war, dass genau sie fliegen durften und nicht ein x-belibieger anderer wie du oder ich.
Ja das man praktisch nicht schneller als C reisen kann ist mir klar. Das war eine rein theoretische Annahme. Das wenn man schneller als C reisen würde, die Zeit dann rückwärts läuft.
Diese Verknüpfungen sollten man aber nicht als "man kann durch die Zeit reisen" zusammenfassen, sondern als "irgendwo haben unsere Theorien eine grundsätzliche Lücke". Afaik ergeben tatsächlich quasi alle unsere Gleichungen eine "gültige" Lösung, wenn man mehr als C oder eine rückwärtslaufende Zeit einsetzt. Nicht eine einzige Formel kann erklären, warum Zeit überhaupt "abläuft" und warum sie das gerade in diese Richtung und für eine gegebene Gravitation mit dieser Geschwindigkeit tut. Der Fakt, dass dem so ist, steht außerhalb unserer Theorien als unwiderstößliche Beobachtung, muss aber innerhalb der Konstrukte jedesmal dazugedacht/getrennt beachtet werden. Sonst erhält man derart irrationale/in der Realität (aber eben nicht in der Theorie) unmögliche Ergebnisse.
Kennt jemand dieses Gedankenexperiment
Hilberts Hotel – Wikipedia
Ich finde das genial!
Hmm - n => n+1 ist ein sehr basaler Beweisansatz der Mathematik und gezeigt wird nur, dass "unendlich" eben nicht eine weitere, feststehende Zahl, sondern eine deutlich anders geartete Eigenschaft ist.

Viel faszinierender fand ich in dem Link eigentlich den etymologischen Wahnsinn "abzählbar unendlich viel"
Zeitreisen in die Zukunft sind möglich.
Entweder du näherst dich C an oder aber du näherst dich einem Objekt mit enormer Gravitation, z.B einem der großen Schwarzen Löcher, hälst du dich neben einem Giganten mit 80 Milliarden Sonnenmassen auf vergeht die Zeit um ein vielfaches langsamer und es ist nahezu garantiert, dass du bei einem Aufenthalt von wenigen Tagen auf der Erde keinem Menschen mehr begegnen würdest.
Das ist aber keine Reise in die Zukunft eines Ortes, das ist nur eine Verlängerung des eigenen Lebens in dem man sich an einem Ort mit langsamer vergehender Zeit aufhält. Aus Sicht dieses Ortes sind dann vielleicht nur 13 und keine 15 Milliarden Jahre seit dem Urknall vergangen, aber wenn du in deine Heimat zurückkehrst warst du halt einfach lange weit weg, bist aber nicht durch die Zeit gereist. Jedenfalls nicht anders, als das jeder von uns macht - also nährungsweise +24 h pro Tag

Übrigens dürfte die extrem starke Raumkrümmung, die man dabei ausnutzt, ihrerseits dafür sorgen, dass alle größeren Objekte (z.B. Menschen) zerfetzt werden, weil sich unterschiedliche Enden ihres Körpers eben in Bereichen mit deutlich anderem Gravitations-Zeitniveau aufhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen relativistischen "kann man mit unserer Technologie nicht nutzen"-Effekten verhindert hier der angedachte Mechanismus selbst, dass so etwas auf makroskopischer Ebene eine nenneswerte Wirkung entfaltet. Elementarteilchen mit Interesse an Zeitreisen können aber loslegen

(Vergleiche auch anderes "cool aber nutzlos" wie z.B. Rechnungen zum Albuquerque-Drive, denen zu Folge sich die nötige Raumverzerrung mit XY Sonnenmassen erreichen ließe, wobei diese Massen aber außerhalb der Verzerrung angeordnet werden und sich somit nicht mitbewegen könnten.

)
Was? Ich glaube du hast zu viel Filme geschaut und nicht ich
Er hat mindestens einmal Planet der Affen zuwenig gesehen, sonst würde er das Prinzip kennen.
(Alternativ geht auch Interstellar. Aber der ist lang, schnarchig und erlaubt sich zugunsten von 1-2 effektvollen Szenen so lächerliche Fehler, dass ich eindeutig die Gummi-Affenmasken empfehle.)
Die allgemeine Relativitätstheorie ist irgendwo schon lustig und listig.
Masse krümmt den Raum. Der Weg wird länger -- wie man sich das auch immer vorstellen soll.
Da aber eben die Lichtgeschwindigkeit eine Konstante ist, muss die Zeit langsamer vergehen.
Andererseits ist der Raum im Sonnensystem doch recht flach, denn wir können ja ohne Probleme andere Planeten sehen.
Und die Raumzeitkrümmung kann man messen und inzwischen mit einer enormen Präzision. Schon erstaunlich.
Und trotzdem ist die Quantenphysik bis heute nicht in der Lage, die Gravitation zu erklären.
Sehen können wir nur in den ersten drei Dimensionen, die Krümmung erfolgt aber in eine(r) höhere(n), die wir optisch nicht wahrnehmen. Könnte man das alter der eintreffenden Photonen "sehen" (bei nicht alternden Elementarteilchen ein Ding der Unmöglichkeit), dann sollte man auch die Krümmung "sehen". Als 3D-fixierter Primat kann man sich das aber nicht mal vorstellen. (Jedenfalls nicht ohne Mittel einzunehmen, die die Gesundheit stärker einschränken als sie das Bewusstsein erweitern

)