AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?
Was meinst du konkret damit?
Damit meine ich, dass zentraler Bestandteil der Evolution die Produktion von wesentlich mehr Nachkommen ist, als für ein Fortbestehen der Art oder auch nur für die Kapazität des Ökosystems angemessen ist. Evolution ist in erster Linie "dying of the less fit". Das wird gerne vergessen und dann heißt es bei Zuständen stabilisierender Selektion schnell "es findet keine Evolution mehr statt", sobald keine externen Einflussfaktoren ersichtlich sind. Das die eigenen Artgenossen mitunter den größten Selektionsdruck aufbauen, wird oft nicht wahrgenommen.
Da Aussagen von Physikern bezüglich mathematischer Warscheinlichkeiten eher N24-Berichten mit "Dokumentation" oder der AFD mit Demokratie ähneln, musste man damals nunmal die Warscheinlichkeitsrechen-Genies aus den Kasinos zusammentrommeln damit sie das ausrechnen
In dem Satz fehlen irgendwelche wichtigen Worte. Ich verstehe ihn jedenfalls nicht. Möchte aber vorsorglich einwerfen, dass wir hier von unserem Universum und nicht von mathematischen Wahrscheinlichkeiten reden.
Die Annahme wird in erster Linie aus Beobachtungen am Himmel gewonnen. Wenn wir sehen dass die meisten Himmelskörper sich ähnlich verhalten je nach Distanz zu uns gehen wir folglich davon aus dass die Gesetzmäßigkeiten im unseren geschlossenen System somit überall gleich sein müssen. Ausgehend vom geschlossenem, exspandierenden Universum, macht auch nur das Sinn. Es gibt auch keinen Grund was anderes anzunehmen.
Warum nimmst du dann an, dass sich nicht im ganzen Universum von Natur aus die gleichen Gesetzmäßigkeiten herausbilden? Das ist das naturwissenschaftlich naheliegenste Erklärungsmodell und genau dieses wolltest du in deinem letzten Post noch angreifen.
Man geht halt davon aus, dass die dunkle Energie deutlich schwächer ist als die Gravitation. Daher kann die dunkle Energie nicht da wirken, wo die Gravitation wirkt.
Das ist genauso als wenn du vom Dach springst und dann damit rechnest, dass du nun bis zum Erdmittelpunkt beschleunigt wirst.
Da gibt es eine Kraft, die unfassbar viel stärker ist als die Gravitation und dich problemlos davon abhalten kann, bis zum Erdmittelpunkt beschleunigt zu werden.
So ist es eben auch mit der Gravitation und der dunklen Energie.
Nein, da gibt es keine Kraft. Sondern ein Hindernis. Das heißt eine plötzliche Interaktion, die direkten Kontakt voraussetzt.
Eine Kraft hingegen würde ich oben auf dem Hochhaus schon spüren und sie würde bis zum Erdmittelpunkt kontinuierlich (typischerweise exponentiell) stärker. Möglicherweise wäre sie ganze Zeit so stark, dass ich nicht fallen könnte, oder sie wäre es nie - das hängt von der Stärke der Kraft ab. Aber sie würde nicht plötzlich an einer Grenze anfange sehr intensiv zu wirken. Grenzflächen gibt es nur da, wo verschiedene Typen Materie aneinander grenzen. Aber genau das ist doch per Definition im Weltall nicht der Fall. Da gibt es nur kontinuierliche Übergänge und im leeren interstellaren Raum nicht einmal das.
Umgekehrt würde es doch auch keinen Sinn ergeben, dass sich die Expansion beschleunigt, wenn die Expansion von einer fixen Menge "dunkler Energie" ausgeht, die (zufällig?) nur im interstellaren Raum existiert. Wenn der sich ausdehnt, würde die Energie ja günstigensfalls feiner verteilt, schlimmstenfalls sogar umgewandelt werden. Das heißt ihre Wirkugn sollte langsam bis schnell ab-, aber nicht zunehmen.?