Der "Naturwissenschaften" Thread

AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Der Begriff "Urknall" kam ja auch von jemanden, der die Idee des Urknalls ablehnte.
Schwarzes Loch ist an sich auch Unsinn.
Aber irgendwie muss man das halt nennen.
Ich sage auch nie, dass die Autobahn einen Mittelstreifen hat. Für mich ist das straßenbegleitendes Mehrbereichsgrün. :D
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Ja, das ist ja die Frage.

Ob man das als dunkle Materie oder Energie bezeichnet,
ist doch Wurst,

wir haben keinen blassen Schimmer davon,
was das überhaupt sein soll. :D

Naja, die Bezeichnungen stehen und die beiden Sachen sind vielleicht viel aber sicher nicht dasselbe.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Wie man das jetzt auch bezeichnen möge,

unsere physikalischen Erkenntnisse sind noch weit davon entfernt,

alles genau beschreiben zu können.

Sehr wahrscheinlich werden wir das auch niemals packen,

weil einfach unsere Zeit hier zu beschränkt ist,

um die richtige Technologie zu entwickeln.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Das liegt ja wieder daran, dass wir das so nennen.

Und genau darüber wunder ich mich ja ;). "Materie" und "Energie" haben typische Eigenschaften und zueinander eine enge Verwandtschaft. "Dunkle Materie" und "dunkle Energie" haben keine Verwandtschaft und zum Teil deutlich andere Eigenschaften. Wenn man will, kann man sie natürlich irgendwie und auch so nennen, aber intuitiv und systematisch würde ich das nicht nennen.

Dunkle Materie ist Masse, die ausschließlich durch ihre Schwerkraft wirkt und mit sonst gar nichts.
Dunkle Energie wirkt dort, wo die Schwerkraft nicht die Oberhand hat.
Was aber jetzt dunkle Energie ist, weiß kein Mensch und es gibt auch keine Theorie, die irgendwo sinnvoll wäre.
Dunkle Materie muss ja aus Materie bestehen denn nur Masse kann Schwerkraft ausüben.

Das ist in meinen Augen eine ziemlich willkürliche Einteilung in "muss sein" und "kann nicht sein". "Gravitation <= Masse" gilt für alle uns bekannten Gravitationsquellen, stimmt. Weil wir nur Materie kennen (okay - und Antimaterie). Für alle uns bekannte Materie gilt aber auch "Masse => EM-Wechselwirkung". Wenn wir jetzt Graviation ohne EM-Wechselwirkung beobachten, finde ich es ziemlich vermessen den Zusammenhang von Masse und EM-Wechselwirkung für nicht mehr allgemeingültig zu erklären, den Zusammenhang von Masse und Graviation aber für alternativlos. Vielleicht suchen wir nach einer Materie mit Masse, für die die Gesetze der EM-Wechselwirkung nicht gelten. Vielleicht gelten die aber doch und die Lösung für unser Problem ist vielmehr eine Gravitationsquelle ohne Masse?

Wir wissen ja noch nicht mal, ob es kalte oder warme dunkle Materie gibt, da sie ja keine Stahlung abgibt. Theoretisch -- also meine persönliche Meinung -- müsste dunkle Materie aber heiß sein. Denn sie muss direkt nach dem Urknall entstanden sein, als das Universum heiß war. Und da sie keine Strahlung abgeben kann, kann sie sich auch nicht abkühlen. Ergo müsste sie heiß sein.
Oder sie gibt Energie ab über eine Form von Strahlung, die nicht elektromagnetischer Natur ist sondern was völlig Neues ist.
Da muss einfach weiter und weiter geforscht werden.

Das gesuchte Ding gibt nicht nur keine Strahlung ab, es nimmt auch keine Strahlung auf. Und da wir hier von grundlegenden Teilchen reden, die für gewöhnlich nicht altern, sollte die ominöse gesuchte Masse auch während des Urknalls keine Energie aufgenommen haben und könnte somit kalt sein. Und für eine stabile Galaxie müsste sie das sogar, denn Wärme ist Bewegung und wenn die dunkle Materie noch die Temperatur und Teilchengeschwindigkeit des Urknalls hätte, dann würde sie die schwache Gravitation weit weg vom Zentrum der Galaxie problemlos überwinden. Damit sie uns bei der Erklärung der Galaxienbewegung weiterhilft, muss sie aber hier bleiben und einen (unsichtbaren) Teil der Galaxie bilden. Womit wir wieder bei der Frage wären, wie Materie von der fünfachen Masse der Galaxie einen Ring um uns bilden kann, ohne dass sie auch nur ein einziges Photon aufhält? Das Widerspricht allem, was wir über Massen wissen.

Ja, eben, außer ihrer Schwerkraftwirkung kennen wir nichts davon. Aber nichtsdestotrotz muss es ja Materie sein, denn was anderes wirkt nicht über die Schwerkraft. Du kannst noch so viele Photonen auf einen Haufen zusammendrücken. Da ist keine Schwerkraft.
Also muss es Materie sein. Die Frage ist eben, welche Art Materie das ist. Unsere Materie besteht letztendlich nur aus Up und Down Quarks, Elektronen und Neutrinos. Alles andere ist nicht stabil.
Dunkle Materie muss auch ein zentrales Elementarteilchen haben, aus das es besteht.

Tjo - das ist halt die Frage. Wir kennen nur Materie und haben etwas vor uns, dass sich definitiv anders verhält und für das es in unserem System keinen Anknüpfpunkt gibt. Aus den genannten Elementarteilchen lässt sich nichts zusammensetzen, was die Eigenschaften dunkler Materie hätte - aber trotzdem können wir postulieren, dass dunkle Materie den an diesen Teilchen beobachteten Regeln folgt? Sie macht das nachweislich in mindestens einem Punkt nicht, wir wissen nichts weiter über sie, glauben aber ihre Gesetzmäßigkeiten in allen anderen Punkten festlegen zu können?

Ja, das ist interessant und sicher Teil der Forschung. Sehe ich auch so. Wieso verteilt sich die dunkle Materie nur in einem Halo? Wieso ist sie nicht völlig homogen verteilt innerhalb des Universums?
Es muss ja einen Grund geben, wieso die dunkle Materie nach dem Urknall Blasen gebildet hat, in der die leuchtende Materie dann hineingefallen ist.
Und man muss sich schon was hinbiegen, damit das auch so passt.
Nur fixieren sich forscher ja nicht auf eine Sache. Es gibt unzählige Überlegungen. Es gibt Theorien, die ohne dunkle Materie auskommen (Lichtermüdung und so). Nur haben die anderen Theorien sich als bisher nicht richtig herausgestellt, da sie falsche Voraussagen gestellt haben, bzw. Beobachtungen nicht bestätigen konnten.
Derzeit ist die Dunkle Materie das beste Konzept, das es für das gibt, was wir beobachten und messen, das die Kosmologie derzeit zu bieten hat.
Ob es am Ende die richtige ist oder ob doch was völlig neues erdacht werden muss, wird sich zeigen.

Ich glaube, da wird sich noch einiges grundlegend ändern. Die anderen Theorien können einige kosmische Beobachtungen nicht erklären und sind demnach falsch - aber die Theorie der dunklen Materie passt ihrerseits nicht zu ganz irdischen Beobachtungen und ihren Aussagen über alle Teilchen ("Masse interagiert mit elektromagnetischer Strahlung") und ist demnach auch nicht allgemeingültig.
Ich persönlich vermute, dass wir eher einen Fehler in unseren Gravitationsbetrachtungen insgesamt haben: Dunkle Materie brauchen wir zur Erklärung der Galaxienbewegung nur, weil unsere Gleichungen zur Bewegung der sichtbaren Materie sonst nicht aufgehen. Aber wenn man eine dunkle Materieverteilung annimmt, die alle Bewegungen sichtbarer Materie erklärt, dann widerspricht diese Verteilung selbst allem, was unser Wissen um Gravitation zur Verteilung von Massen sagt. Das lässt in meinen Augen zwei Möglichkeiten:
a) es gibt einen mysteriösen Anti-Klumpfaktor und es gab/gibt einen Materie-dunkle-Materie-Sortiermechanismus und es gibt Massen mit EM-Tarnkappe
b) die Relativitätstheorie war nicht das letzte Wort zur Gravitation

Ehe ich an drei Gesetzmäßigkeiten zweifle, die zentrale Teilcheneigenschaften sind und somit eigentlich in irdischen Experimenten allgemeingültig belegt wurden, zweifle ich lieber an einer Gesetzmäßigkeit, deren Aussagen experimentelle Skalen bei weitem überschreiten und die somit in intergalaktischen Maßstäben genauso eine unzureichende Spezialfallbeschreibung sein könnte, wie es Newton auf interstellaren war und Kepler jenseits einzelner Sonnensysteme.


Der "Halo" wäre in der Theorie ein Ellipsoid mit einer Dichteverteilung p ~ 1/R². Das ist also keine Ellipsenschale oder sowas und die Dunkle Materie wäre auch innerhalb der Galaxie. Dabei muss man aber bedenken, dass die Gesamtmasse zwar groß ist, die Dichte aber gering und EM-Wechselwirkung wohl nicht gegeben - ein Nachweis oder eine Spürbarkeit im Maßstab eines Sonnensystems oder noch kleiner kann man da vergessen.

Doch die DM bewegt sich durch die Gravitation mit und die Bewegung ist auch durch den Gravitationslinseneffekt nachweisbar. Zudem hat man durch ein scheinbar gegenseitiges Bremsen eventuell ein Indiz für eine Wechselwirkung mit sich selbst gefunden.
Eine vollständig homogene Verteilung hättest Du btw. nur ohne jegliche Wechselwirkung. Aber das ist hier ja nicht so, von daher gibt es natürlich Häufungen.

Wenn man nur gewisse Wechselwirkungen zulässt, braucht man aber eine Erklärung warum der Wirkung beschränkt ist. Und dass Gravitation zwischen (dunklen) Teilchen nachläst, wenn sie sich zu einer gewissen (noch nicht klumpigen) Dichte angesammelt haben, ist schon merkwürdig - wenn auch nicht so merkwürdig wie die relativ saubere Sortierung in Materie und dunkle Materie. Ganz abgesehen davon, dass so ein Selektierungsmechanismus unvorstellbar ist: Was soll überhaupt der selektierende Faktor gewesen sein? Als einzige Wechselwirkung kommt Gravitation in Frage. Aber bei der Gravitation unterscheiden sich Materie und dunkle Materie gar nicht voneinander, das ist ja Sinn und Zweck der ganzen These. Also kann man sie darüber auch nicht nach innen und außen sortieren.


Dürfte doch auch nicht passieren, wenn zu wenig Dunkle Materie in zu viel Raum ist?

Aber wir kann es sein, dass es im ganzen beobachtbaren Universum XXXilliarden Fälle gab, in denen Materie dicht genug beieinander war, um zu sichtbarer Größe zu verklumpen, aber kein einziges Mal einen Fall, in dem das der 5-6 mal häufigeren dunklen Materie gelang?
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Die dunkle Materie bewegt sich nach aktuellem Wissenstand nicht.

Was hindert sie denn sonst daran ins Zentrum der Galaxien zu fallen, wenn nicht die Fliehkraft?

(sry für Doppelpost, da wurde zwischenzeitlich geantwortet während ich noch am tippen war. Wer will und kann soll die Posts verschmelzen.)
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Wie man das jetzt auch bezeichnen möge,

unsere physikalischen Erkenntnisse sind noch weit davon entfernt,

alles genau beschreiben zu können.

Sehr wahrscheinlich werden wir das auch niemals packen,

weil einfach unsere Zeit hier zu beschränkt ist,

um die richtige Technologie zu entwickeln.
Vielleicht wenn einer von uns von Ausserirdischen entführt wird. Ich lasse dir den Vortritt!:D

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AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Vielleicht wenn einer von uns von Ausserirdischen entführt wird. Ich lasse dir den Vortritt!:D

Alles klar Mulder. :D

Nee, mal ernsthaft.

Mit unseren beschränkten Mitteln werden wir halt nicht weiterkommen,
selbst Cern liefert da ungenaue Ergebnisse,
ein technischer Messfehler von 0,01%
würde die ganzen bis jetzt "sicheren" Erkenntnisse völlig auf den Kopf stellen.

Von daher sollten wir erstmal unsere irdischen Probleme lösen,
bevor wir richtig Kohle in die Wissenschaft investieren. :D
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Und genau darüber wunder ich mich ja ;). "Materie" und "Energie" haben typische Eigenschaften und zueinander eine enge Verwandtschaft. "Dunkle Materie" und "dunkle Energie" haben keine Verwandtschaft und zum Teil deutlich andere Eigenschaften. Wenn man will, kann man sie natürlich irgendwie und auch so nennen, aber intuitiv und systematisch würde ich das nicht nennen.

Mir schon klar, was du meinst und mit dem Begriff "Dunkle Energie" bin ich auch nicht einverstanden. Man hat das wohl so genannt, damit man es einer gleichen Sachen einordnen kann -- nämlich eine Sache, die wir nicht verstehen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die dunkle Energie rund 75% des Universums ausmachen soll.
Im Grunde genommen basieren alle Angaben darauf, dass es eine kosmologische Rotverschiebung gibt und man sie nur durch Ausdehnung des Universums erklären kann. Eben halt auch deswegen, weil andere Überlegungen (wie die Lichtermüdung) andere Beobachtungen wiederum nicht erklären können.
Aber in einem Punkt widerspreche ich dir schon. Dunkle Energie und dunkle Materie haben keine enge Verwandtschaft. Dunkle Materie wirkt als Schwerkraft und will die Materie zu einem Punkt verdichten. Die dunkle Energie macht genau das Gegenteil und will das Universum auseinander treiben.

Das ist in meinen Augen eine ziemlich willkürliche Einteilung in "muss sein" und "kann nicht sein". "Gravitation <= Masse" gilt für alle uns bekannten Gravitationsquellen, stimmt. Weil wir nur Materie kennen (okay - und Antimaterie). Für alle uns bekannte Materie gilt aber auch "Masse => EM-Wechselwirkung". Wenn wir jetzt Graviation ohne EM-Wechselwirkung beobachten, finde ich es ziemlich vermessen den Zusammenhang von Masse und EM-Wechselwirkung für nicht mehr allgemeingültig zu erklären, den Zusammenhang von Masse und Graviation aber für alternativlos. Vielleicht suchen wir nach einer Materie mit Masse, für die die Gesetze der EM-Wechselwirkung nicht gelten. Vielleicht gelten die aber doch und die Lösung für unser Problem ist vielmehr eine Gravitationsquelle ohne Masse?

Ja, schon klar. Aber genauso argumentiert man in dem Bereich. Wir wissen, was Masse macht. Masse krümmt den Raum. Es gibt also was, das den Raum krümmt. Was soll das sonst sein als Masse? Egal wie du es drehst und wendest, es kommt letztendlich immer das gleiche bei raus. Da gibt es etwas, das Masse anzieht.
Man muss sich ja nur das Zentrum der Galaxie anschauen. Da gibt es etwas, das die Sterne auf einer Kreisbahn hält. Setzt man die bekannten Gravitationsgesetze an -- andere haben wir ja nicht -- kann man berechnen, dass die Masse, die die Sterne auf eine Bahn hält, mindestes 3 Millionen Sonnenmassen schwer sein muss.
Jetzt gibt es eben die, die nicht an schwarze Löcher glauben und Einstein für einen Trottel halten, dass es eben kein schwarzes Loch ist sondern eine Materieform ist, die wir nicht kennen.
Du kannst nun mit mathematischen Formeln anrücken und das haarklein ausrechnen -- nach unserem Wissenstand von Relativitätstheorie und Co. dass es eben nur so sein kann, es wird aber trotzdem abgelehnt. Die Wissenschaft erklärt ja aber nicht, dass etwas richtig ist, sondern nur, dass etwas nicht falsch ist und bisher haben sich alle anderen Theorie, egal jetzt ob schwarzes Loch oder Dunkle Materie, als nicht korrekt erwiesen. Es gab immer Dinge, die nicht passten. Und die Gravitation kann ja nicht außerhalb der Galaxie eine andere sein als innerhalb der Galaxie.
Interessant finde ich ja, dass wir sogar in der Lage sind, die Anzahl der Photonen pro cm³ im Universum zu ermitteln. Und der Löwenanteil sind immer noch die Photonen, die vom Urknall stammen.

Das gesuchte Ding gibt nicht nur keine Strahlung ab, es nimmt auch keine Strahlung auf. Und da wir hier von grundlegenden Teilchen reden, die für gewöhnlich nicht altern, sollte die ominöse gesuchte Masse auch während des Urknalls keine Energie aufgenommen haben und könnte somit kalt sein. Und für eine stabile Galaxie müsste sie das sogar, denn Wärme ist Bewegung und wenn die dunkle Materie noch die Temperatur und Teilchengeschwindigkeit des Urknalls hätte, dann würde sie die schwache Gravitation weit weg vom Zentrum der Galaxie problemlos überwinden. Damit sie uns bei der Erklärung der Galaxienbewegung weiterhilft, muss sie aber hier bleiben und einen (unsichtbaren) Teil der Galaxie bilden. Womit wir wieder bei der Frage wären, wie Materie von der fünfachen Masse der Galaxie einen Ring um uns bilden kann, ohne dass sie auch nur ein einziges Photon aufhält? Das Widerspricht allem, was wir über Massen wissen.

Der Raum hat sich aber während des Urknalls mit Überlichtgeschwindigkeit ausgedehnt. Wie willst du da letztendlich Materie entwickeln? Meiner Meinung nach einfach schwer zu sagen, dennoch bin ich eben der Meinung, dass die dunkle Materie eher da gewesen sein muss als die leuchtende Materie.
Die größere Frage ist aber meiner Meinung nach die, ab wann die dunkle Energie auftrat.

Tjo - das ist halt die Frage. Wir kennen nur Materie und haben etwas vor uns, dass sich definitiv anders verhält und für das es in unserem System keinen Anknüpfpunkt gibt. Aus den genannten Elementarteilchen lässt sich nichts zusammensetzen, was die Eigenschaften dunkler Materie hätte - aber trotzdem können wir postulieren, dass dunkle Materie den an diesen Teilchen beobachteten Regeln folgt? Sie macht das nachweislich in mindestens einem Punkt nicht, wir wissen nichts weiter über sie, glauben aber ihre Gesetzmäßigkeiten in allen anderen Punkten festlegen zu können?

Na ja, es verhält sich ja an sich nicht anders. Es wirkt durch die Masse als Schwerkraft. Es verformt die Raumzeit und sorgt dafür, dass Galaxien nicht auseinander fliegen.
Das sind Punkte, die sich nicht von der Hand weise lassen, bzw. wenn es keine Materie ist, dass muss es etwas sehr komisches sein, das eben die Raumzeit krümmen kann.
Und die Gesetze, die wir erkannt haben, gelten nun mal überall. Müssen auch. die Gesetze des Elektromagnetismus, die unsere Sonne zum Plasmaball machen, gelten auch auf der Erde und woanders in der Galaxie. Und andere Galaxien haben ebenso Stern, die wie die Sonne auch aus Wasserstoff bestehen. Ergo müssen da die gleichen Prozesse ablaufen. Man kann also schon sagen, dass die Naturgesetze, die wir kennen, überall im Universum gelten.

Was hindert sie denn sonst daran ins Zentrum der Galaxien zu fallen, wenn nicht die Fliehkraft?

(sry für Doppelpost, da wurde zwischenzeitlich geantwortet während ich noch am tippen war. Wer will und kann soll die Posts verschmelzen.)

Dann müsste die dunkle Materie Gravitationswellen aussenden, aber bisher ist da nichts gefunden worden.
Die Dunkle Materie scheint eine Blase um eine Galaxie zu bilden, bzw. hat eine Blase gebildet, in der die sichtbare Materie hineingefallen ist.
Wieso und warum weiß schlicht keiner. Solange wir nicht verstehen, was dunkle Materie überhaupt ist, können wir das nicht beantworten.
Und meiner Meinung nach müssen wir die Dunkle Materie ermitteln, denn sonst verstehen wir die Gravitation an sich sowieso nicht.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Einstein hat ja nie Schwarze Löcher für existent gehalten. Rein theoretisch möglich, ja, aber er hat zu Lebzeiten nicht geglaubt, dass es sie auch tatsächlich geben könnte.

Zu der Dunklen Materie gab bzw. gibt es aber auch weit abenteuerliche Theorien. Ich habe an der Uni mal mit einem Typ geredet, der davon schwafelte, Dunkle Materie bestünde aus "zusammengeklebten", freien Quarks. Quakrs wurden aber einzeln noch nie beobachtet, laut einigen Vorstellungen der Großen vereinheitlichten Theroe müsste aber ein Proton irgendwann mal zerfallen. Hat man noch nie gemessen und würde länger dauern, als unser Universum alt ist.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Einstein hat ja nie Schwarze Löcher für existent gehalten. Rein theoretisch möglich, ja, aber er hat zu Lebzeiten nicht geglaubt, dass es sie auch tatsächlich geben könnte.

Einstein hat auch eine kosmologische Konstante in seine Formeln eingebaut, weil er nicht an ein expandierendes Universum geglaubt hat.

Zu der Dunklen Materie gab bzw. gibt es aber auch weit abenteuerliche Theorien. Ich habe an der Uni mal mit einem Typ geredet, der davon schwafelte, Dunkle Materie bestünde aus "zusammengeklebten", freien Quarks. Quakrs wurden aber einzeln noch nie beobachtet, laut einigen Vorstellungen der Großen vereinheitlichten Theroe müsste aber ein Proton irgendwann mal zerfallen. Hat man noch nie gemessen und würde länger dauern, als unser Universum alt ist.

Ja, Protonenzerfall. Angeblich sollen Protonen nach 10 hoch 99 Jahren zerfallen. Da es rund 10 Hoch 80 Protonen im Universum gibt, ist eben noch keins zerfallen.
Und freie Quarks gibt es halt nicht. Sie zerfallen praktisch sofort.
 
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So weit ich weiß, forschen sie in Japan immernoch daran einen Protonenzerfall zu beobachten. Sie sind aber seit den 90en nicht dahintergekommen.

Entweder sind Protonen tatsächlichs tabil oder haben eine extrem lange Lebenszeit. Sollten sie dennoch zerfallen, unterläge das aber einer schon ziemlich schwachen Wechselwirkung, die noch schwächer als die Gravitation wäre. Man könnte jetzt auch die Keule auspacken und behaupten, dass Quarks keine echten Elementarteilchen sind und sie wiederum selbst aus uns bisher noch unbekannten Elementarteilchen bestehen. Kein Experiment kann das nachweisen. Sobald man bei den Planck-Einheiten ankommt ist mit unserer bekannten Physik Schicht im Schacht.:ka:
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Steht bei Wikipedia

Das Proton ist das einzige stabile Hadron und das leichteste Baryon. Da ein Zerfall immer nur zu leichteren Teilchen führen kann, muss das Proton wegen der Baryonenzahlerhaltung nach dem Standardmodell stabil sein. Experimente am Kamiokande lassen auf eine Halbwertzeit von mindestens 10^32 Jahren schließen. Die Suche nach dem Protonenzerfall ist für die Physik von besonderer Bedeutung, da sie einen möglichen Test für Theorien jenseits des Standardmodells darstellt.
Quelle: Proton – Wikipedia

Halbwertszeit 10^32 Jahre. Das heisst doch das dann damit die Hälfte der geschätzen "Lebensdauer" erreicht ist, oder nicht?
 
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AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Aber in einem Punkt widerspreche ich dir schon. Dunkle Energie und dunkle Materie haben keine enge Verwandtschaft. Dunkle Materie wirkt als Schwerkraft und will die Materie zu einem Punkt verdichten. Die dunkle Energie macht genau das Gegenteil und will das Universum auseinander treiben.

Sorry, missverständlich ausgedrückt: Energie und Materie sind eng verwandt. Deswegen würde man das gleiche von Dingen annehme, die "dunkle Energie" und "dunkle Materie" genannt werden. Ist aber nicht der Fall, weswegen mindestens einer der Namen schlecht gewählt ist - aber darin sind wir uns ja schon einig ;)

Ja, schon klar. Aber genauso argumentiert man in dem Bereich. Wir wissen, was Masse macht. Masse krümmt den Raum. Es gibt also was, das den Raum krümmt. Was soll das sonst sein als Masse? Egal wie du es drehst und wendest, es kommt letztendlich immer das gleiche bei raus. Da gibt es etwas, das Masse anzieht.

Ich verstehe die Argumentation schon. Aber andererseits haben wir auch die Argumentation "Materie interagiert mit elektromagnetischer Strahlung. Was nicht mit EM interagiert ist keine Materie. Was keine Materie ist, ist keine Masse". Beide Aussagen sind inkompatibel, (mindestens) eine unserer Theorien ist also falsch. Und obwohl nichts weiter über das Phänomen wissen, zeigen alle auf die Gravitationstheorien und sagen: "Die sind unzweifelhaft richtig". :ka:


Der Raum hat sich aber während des Urknalls mit Überlichtgeschwindigkeit ausgedehnt. Wie willst du da letztendlich Materie entwickeln? Meiner Meinung nach einfach schwer zu sagen, dennoch bin ich eben der Meinung, dass die dunkle Materie eher da gewesen sein muss als die leuchtende Materie.

Gut, den Zeitrahmen hätte ich etwas weiter gefasst formulieren müssen: Nicht exakt zum Urknall, auch nicht die ersten paar Sekunden danach. Wir brauchen die dunkle Materie erst, um die Bildung von Materieansammlungen zu erklären, aus denen sich Protogalaxien bilden konnten. Das ist schon ein gutes Stück später - aber wenn die dunkle Materie da schon vollständig existiert haben soll, muss sich trotzdem während einer im Vergleich zu heute recht heißen Phase des Universums gebildet haben. Die Materie ist seitdem weiter abgekühlt, hat Energie abgegeben und wurde nur dadurch so langsam, dass sie Galaxien in ihrer heutigen Form bilden konnte. Wenn die dunkle Materie aber nicht EM-interagiert, konnte sie keine Energie abgeben (zumindest nicht auf uns bekanntem Wege - man kann natürlich noch einen weiteren neuen Mechanismus dazu dichten) und hätte demnach bis heute eine Temperatur/Teilchengeschwindigkeit, mit der sie sich nicht an der Bildung von Galaxien beteiligen kann, weil sie die Fluchtgeschwindigkeit selbiger überschreitet. Wenn dunkle Materie aber gar nicht zur Galaxienbildung beitragen kann, dann löst sie auch nicht unser Problem mit den Bewegungsgleichungen der beobachten Galaxien :confused:
Damit sie das kann, muss dunkle Materie zusammengefasst also
- kalt sein, obwohl sie in einer heißen Phase des Universums entstanden ist,
- sich fein verteilen, obwohl gravitationserzeugende Teilchen einander anziehen und damit eigentlich klumpen sollten,
- asymmetrisch um die sichtbare Materie einer Galaxie verteilt sein, obwohl beide Substanzen den gleichen Gravitationsgesetzen folgen und sich somit abseits von Zufall symmetrisch verteilen sollte,
- nicht EM interagieren, obwohl sie ein typisches Masseteilchen ist.

Genauer gesagt müssen umgekehrt unsere Theorien zur Geschichte des Universums und der Teilchenbildung, unsere Theorien zur Gravitation, unsere Theorien zu Orbitalmechaniken und unsere Theorien zu EM Strahlung fehlerhaft sein. Die Alternativhypothese lautet "es gibt keine Dunkle Materie, unsere Theorien zu Gravitation und/oder Orbitalmechaniken liefern auf galaktischen Maßstäben fehlerhafte Ergebnisse"
Occam würde klar für letzteres sprechen, denn es würde nur 1-2 Fehler bedeuten und die obendrein auch noch Theorien, die auch bei der Existenz dunkler Materie ohnehin als fehlerhaft angenommen werden müssen.

Na ja, es verhält sich ja an sich nicht anders. Es wirkt durch die Masse als Schwerkraft. Es verformt die Raumzeit und sorgt dafür, dass Galaxien nicht auseinander fliegen.
Das sind Punkte, die sich nicht von der Hand weise lassen, bzw. wenn es keine Materie ist, dass muss es etwas sehr komisches sein, das eben die Raumzeit krümmen kann.

Fängt ja schon damit an, dass die Raumzeit nur für andere knüpft, aber keine typischen Masse/Schwerkraft-Auswirkungen auf seinesgleichen hat (klumpen). Es muss also nicht "dann" etwas sehr komisches sein, sondern es muss so oder so etwas sehr komisches sein. Und bei einem so hat 3-4 merkwürdige Eigenschaften, beim anderen so haben wir erst mal nur eine Merkwürdigkeit.

Und die Gesetze, die wir erkannt haben, gelten nun mal überall. Müssen auch. die Gesetze des Elektromagnetismus, die unsere Sonne zum Plasmaball machen, gelten auch auf der Erde und woanders in der Galaxie.

Aber sie gelten nicht für dunkle Materie. Und dieses These finde ich merkwürdig, denn wir können recht genau erforschen, wie EM auf Masseteilchen wirkt. Wir können deutlich weniger genau erforschen, wie sich Gravitation über mehrere 100000 Lichtjahre auswirkt. Und jetzt sagen wir "bei ersterem irren wir, aber bei letzterem liegen wir mit Sicherheit richtig"?

Und meiner Meinung nach müssen wir die Dunkle Materie ermitteln, denn sonst verstehen wir die Gravitation an sich sowieso nicht.

Mein Tip: Wenn wir Gravitation wirklich verstehen, werden wir keine dunkle Materie mehr brauchen um die Welt zu erklären.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Sorry, missverständlich ausgedrückt: Energie und Materie sind eng verwandt. Deswegen würde man das gleiche von Dingen annehme, die "dunkle Energie" und "dunkle Materie" genannt werden. Ist aber nicht der Fall, weswegen mindestens einer der Namen schlecht gewählt ist - aber darin sind wir uns ja schon einig ;)

Wie gesagt, irgendwie hat man der Sache einen Namen gegeben, auch wenns nicht unbedingt treffend ist. Aber in Namen vergeben sind Menschen ja schon immer sehr merkwürdige Wege gegangen.

Ich verstehe die Argumentation schon. Aber andererseits haben wir auch die Argumentation "Materie interagiert mit elektromagnetischer Strahlung. Was nicht mit EM interagiert ist keine Materie. Was keine Materie ist, ist keine Masse". Beide Aussagen sind inkompatibel, (mindestens) eine unserer Theorien ist also falsch. Und obwohl nichts weiter über das Phänomen wissen, zeigen alle auf die Gravitationstheorien und sagen: "Die sind unzweifelhaft richtig". :ka:

Interessant finde ich ja inzwischen den Ansatz, dass das, was wir Materie nennen, nicht mal Materie ist. Klopfen wir mit unsere Faust auf einen Tisch, fühlt sich das sehr nach fester Materie an. Schauen wir aber genauer hin, besteht eigentlich alles nur aus Vakuum und Energie. Die Quarks werden durch Gluonen zusammengehalten. Diese Gluonen sind zwar Elementarteilchen, aber sie müssen masselos sein, denn sonst würde das Standardmodell der Elementarteilchen nicht funktionieren. Wenn aber die Bindungsenergie 95% der Masse eines Protons ausmacht, das Austauschteilchen der Kraft aber masselos ist, wo kommt dann die Masse überhaupt her?
Ich will im Grunde genommen darauf hinaus, dass wir noch nicht mal unsere eigene Materie, bzw. die leuchtende Materie richtig verstanden haben. Selbst da stochern wir noch sehr im Dunkeln. Daher ist es für mich nicht verwunderlich, dass wir keine Ahnung haben, was dunkle Materie überhaupt ist -- jetzt mal unabhängig davon, wie man sie sonst bezeichnen könnte.

Gut, den Zeitrahmen hätte ich etwas weiter gefasst formulieren müssen: Nicht exakt zum Urknall, auch nicht die ersten paar Sekunden danach. Wir brauchen die dunkle Materie erst, um die Bildung von Materieansammlungen zu erklären, aus denen sich Protogalaxien bilden konnten. Das ist schon ein gutes Stück später - aber wenn die dunkle Materie da schon vollständig existiert haben soll, muss sich trotzdem während einer im Vergleich zu heute recht heißen Phase des Universums gebildet haben. Die Materie ist seitdem weiter abgekühlt, hat Energie abgegeben und wurde nur dadurch so langsam, dass sie Galaxien in ihrer heutigen Form bilden konnte. Wenn die dunkle Materie aber nicht EM-interagiert, konnte sie keine Energie abgeben (zumindest nicht auf uns bekanntem Wege - man kann natürlich noch einen weiteren neuen Mechanismus dazu dichten) und hätte demnach bis heute eine Temperatur/Teilchengeschwindigkeit, mit der sie sich nicht an der Bildung von Galaxien beteiligen kann, weil sie die Fluchtgeschwindigkeit selbiger überschreitet. Wenn dunkle Materie aber gar nicht zur Galaxienbildung beitragen kann, dann löst sie auch nicht unser Problem mit den Bewegungsgleichungen der beobachten Galaxien :confused:
Damit sie das kann, muss dunkle Materie zusammengefasst also
- kalt sein, obwohl sie in einer heißen Phase des Universums entstanden ist,
- sich fein verteilen, obwohl gravitationserzeugende Teilchen einander anziehen und damit eigentlich klumpen sollten,
- asymmetrisch um die sichtbare Materie einer Galaxie verteilt sein, obwohl beide Substanzen den gleichen Gravitationsgesetzen folgen und sich somit abseits von Zufall symmetrisch verteilen sollte,
- nicht EM interagieren, obwohl sie ein typisches Masseteilchen ist.

Dass die dunkle Materie vor der leuchtenden Materie entstanden ist, ist ja nur mein eigener Gedanke. Ich habe keine Ahnung, ob es da überhaupt eine Theorie gibt, wann wie dunkle Materie entstanden ist.
Ich beziehe mich halt darauf, dass die Milchstraße in etwa so alt ist wie das Universum selbst. Ergo muss die Milchstraße vielleicht 10 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden sein. Vielleicht auch 50 Millionen Jahre oder 100 Millionen Jahre danach. Da will ich mich gar nicht festnageln.
Das Universum selbst war nach 380.000 Jahren so kühl, dass sich Materie bilden konnte, denn ab dann hatten die Photonen nicht mehr die Energie, die Elektronen aus dem Atom zu schlagen.
Die Frage ist jetzt -- gab es die dunkle Materie da schon oder kam sie doch erst später dazu?
Das sind Fragen, auf die keiner eine Antwort hat und ich habe bisher auch noch kein Video gesehen, das sich mit der Thematik überhaupt befasst.
Schauen wir aber ins Teleskop, schauen wir auch in die Vergangenheit und wenn man sich Galaxien in 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung anschaut, verhalten die sich exakt so wie eine Galaxie aus der lokalen Gruppe. Ergo muss auch dort Materie sein, die die leuchtende Materie umgibt, damit diese eben nicht auseinander driften kann.
Und ob und wie dunkle Materie wechselwirken kann, entzieht sich derzeit unserer Beobachtung. Vielleicht sind unsere Instrumente auch noch nicht genau genug um das zu erkennen. Das kann sich in 50 Jahren ändern. Wer weiß.

Genauer gesagt müssen umgekehrt unsere Theorien zur Geschichte des Universums und der Teilchenbildung, unsere Theorien zur Gravitation, unsere Theorien zu Orbitalmechaniken und unsere Theorien zu EM Strahlung fehlerhaft sein. Die Alternativhypothese lautet "es gibt keine Dunkle Materie, unsere Theorien zu Gravitation und/oder Orbitalmechaniken liefern auf galaktischen Maßstäben fehlerhafte Ergebnisse"
Occam würde klar für letzteres sprechen, denn es würde nur 1-2 Fehler bedeuten und die obendrein auch noch Theorien, die auch bei der Existenz dunkler Materie ohnehin als fehlerhaft angenommen werden müssen.

Vielleicht ist unsere Überlegen, was Materie überhaupt ist, auch fehlerhaft, bzw. nicht vollständig. Und das mit der Vollständigkeit ist immer so eine Sache. Die Newtonsche Gesetze waren nicht vollständig, erst die allgemeine Relativitätstheorie hat das erweitert. Diese wieder kann aber auch nicht vollständig sein, weil sie eben die Quantenphysik nicht mit einschließen kann. die Quantenphysik an sich kann auch nicht vollständig sein -- sie ist aber in dem Bereich fehlerlos, denn sonst würde unsere Technologie, die darauf basiert, ja nicht funktionieren -- denn sie kann die Gravitation nicht mit einschließen.
Die allgemeine Relativitätstheorie kann nicht falsch sein, denn sonst würde unsere Technologie nicht funktionieren.
Das gleiche gilt für die Quantentheorie.
Beides ist aber nicht vollständig, da sie sich gegenseitig ausschließen. Will man aber Materie, Gravitation, Energie verstehen, muss man eine Theorie entwickeln, die alles mit einschließt.
Ob das die Stringtheorie ist, weiß ich persönlich nicht. Mathematisch sieht sie ja schick aus. Empirisch leider nicht überprüfbar. Und das ist eben das Problem.

Fängt ja schon damit an, dass die Raumzeit nur für andere knüpft, aber keine typischen Masse/Schwerkraft-Auswirkungen auf seinesgleichen hat (klumpen). Es muss also nicht "dann" etwas sehr komisches sein, sondern es muss so oder so etwas sehr komisches sein. Und bei einem so hat 3-4 merkwürdige Eigenschaften, beim anderen so haben wir erst mal nur eine Merkwürdigkeit.

Na ja, die Unbestimmtheitsrelation ist an sich schon eine sehr komische Sache.
Der Tunneleffekt ist eine noch merkwürdigere Sache.
Trotzdem existieren sie und ohne sie würde das ganze System an sich nicht funktionieren. Von daher überrascht es mich nicht, dass auch die Gravitation an sich Merkwürdigkeiten mit sich bringt. Alleine schon, dass die Zeit in einem Schwerefeld langsamer abläuft, ist ja schon suspekt. Aber man konnte es nachweisen.

Aber sie gelten nicht für dunkle Materie. Und dieses These finde ich merkwürdig, denn wir können recht genau erforschen, wie EM auf Masseteilchen wirkt. Wir können deutlich weniger genau erforschen, wie sich Gravitation über mehrere 100000 Lichtjahre auswirkt. Und jetzt sagen wir "bei ersterem irren wir, aber bei letzterem liegen wir mit Sicherheit richtig"?

Wir haben sehr gut verstanden, wie Materie und Strahlung miteinander wechselwirken.
Daher erstaut mich ja auch immer wieder, wieso es noch Leute gibt, die den von Menschen beschleunigten Klimawandel ablehnen. Dabei zeigt ja gerade die Wechselwirkung von Strahlung und Materie genau das. Wir haben es so gut verstanden, wir haben daraus Technologien entwickelt. Ergo können wir nicht so falsch liegen. Trotzdem gibt es außerhalb der Ölindustrie und des Oval Office noch Menschen, die das nicht verstehen können oder wollen.
Na ja, Gravitation wirkt immer anziehen, lässt sich nicht abschirmen, lässt sich aber bestens Berechnen, denn sonst könnten wir ja keine Vorhersagen über Sonnen und Mondfinsternisse treffen oder voraussagen, dass der Stern Wega in 20.000 Jahren dort sein wird, wo heute der Polarstern ist. Meiner Meinung nach schon erstaunlich, wenn man bedenkt, seit wann wir den Sternhimmel überhaupt erst wissenschaftlich beobachten.
Von daher habe ich jetzt vollstes Vertrauen in die Wissenschaft, dass sie sehr gut Voraussagen bezüglich Ereignisse, die mit der Gravitation zu tun haben, machen kann.
Gravitation mögen wir noch nicht bis ins letzte Detail verstanden haben -- keine Frage -- aber die Auswirkungen können wir bestens erfassen.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Na ja, Gravitation wirkt immer anziehen, lässt sich nicht abschirmen, lässt sich aber bestens Berechnen, denn sonst könnten wir ja keine Vorhersagen über Sonnen und Mondfinsternisse treffen oder voraussagen, dass der Stern Wega in 20.000 Jahren dort sein wird, wo heute der Polarstern ist. Meiner Meinung nach schon erstaunlich, wenn man bedenkt, seit wann wir den Sternhimmel überhaupt erst wissenschaftlich beobachten.
Oder die Raumfahrt (Flug zum Mond), Satelliten, GPS, ISS usw. Das würde alles nicht funktionieren wenn man das nicht genau berechnen könnte.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Oder die Raumfahrt (Flug zum Mond), Satelliten, GPS, ISS usw. Das würde alles nicht funktionieren wenn man das nicht genau berechnen könnte.

Und das ist ja der Witz an sich.
Die Keplerschen Gesetze funktionieren in unserem Sonnensystem sehr gut. Wendet man sie aber für die Galaxie an, funktionieren sie nicht, bzw. verhält sich die Galaxie anders als berechnet. Nach unserem Verständnis müssten sich die Spiralarme der Galaxie langsamer bewegen. Das tun sie aber nicht.
Man könnte jetzt sagen, dass die Gravitation nur bei uns so funktioniert und im Universum gibt es eine andere. Das widerspricht aber eben dem, was wir in anderen Sonnensysteme oder überhaupt bei Sternen sehen. Ein Stern unterliegt ja der Gravitation wie alles andere auch. Unsere Sonne ist bestens untersucht. Schauen wir uns andere Sonnen an, die auch 1 Sonnemasse haben, verhält sich dieser Stern genauso wie unser Stern. Ergo muss die Gravitation gleich wirken. Ergo stimmt was mit den Galaxien nicht. Da muss also was sein, das dafür sorgt, dass sich die Galaxien so bewegen, wie sie sich eben bewegen.
Und da rauchen eben die Köpfe. Wir beobachten etwas, das eigentlich nicht sein kann.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Und das ist ja der Witz an sich.
Die Keplerschen Gesetze funktionieren in unserem Sonnensystem sehr gut. Wendet man sie aber für die Galaxie an, funktionieren sie nicht, bzw. verhält sich die Galaxie anders als berechnet. Nach unserem Verständnis müssten sich die Spiralarme der Galaxie langsamer bewegen. Das tun sie aber nicht.
Man könnte jetzt sagen, dass die Gravitation nur bei uns so funktioniert und im Universum gibt es eine andere. Das widerspricht aber eben dem, was wir in anderen Sonnensysteme oder überhaupt bei Sternen sehen. Ein Stern unterliegt ja der Gravitation wie alles andere auch. Unsere Sonne ist bestens untersucht. Schauen wir uns andere Sonnen an, die auch 1 Sonnemasse haben, verhält sich dieser Stern genauso wie unser Stern. Ergo muss die Gravitation gleich wirken. Ergo stimmt was mit den Galaxien nicht. Da muss also was sein, das dafür sorgt, dass sich die Galaxien so bewegen, wie sie sich eben bewegen.
Und da rauchen eben die Köpfe. Wir beobachten etwas, das eigentlich nicht sein kann.
Das die Naturgesetze überall gleich sind im Universum steht wohl ausser Frage.;)
Die Theorien wurde immer genauer. Die Gravitationtheorie von Newton ist genauer als die von Kepler und die von Einstein als die von Newton. Kommt aber wohl auch auf die Anwendungsbereiche an.
Teilweise wird ja die von Newton immer noch verwendet soviel ich weiß.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Steht bei Wikipedia

Quelle: Proton – Wikipedia

Halbwertszeit 10^32 Jahre. Das heisst doch das dann damit die Hälfte der geschätzen "Lebensdauer" erreicht ist, oder nicht?

Halbswertszeit ist nicht die "halbe Lebensdauer", sondern die Zeit nach der die Hälfte der Teilchen zerfallen ist.
Du kannst auch ein einzelnes Teilchen der Sorte A mit einer Halbwertszeit von einer Minute fünf Minuten lang beobachten und nichts passiert, oder ein Teilchen der Sorte B mit einer Halbwertszeit von 10 Minuten schon nach einer Minute zerfallen sehen.
Es ist nur eine statistische Größe, die mit größerer Teilchenzahl immer präziser mit der Beobachtung übereinstimmt.

Sorry, missverständlich ausgedrückt: Energie und Materie sind eng verwandt. Deswegen würde man das gleiche von Dingen annehme, die "dunkle Energie" und "dunkle Materie" genannt werden. Ist aber nicht der Fall, weswegen mindestens einer der Namen schlecht gewählt ist - aber darin sind wir uns ja schon einig ;)

Atom aus dem Altgriechisch für "unteilbar", Welle-Teilchen-Dualismus, Spin... man darf den Namen nicht zuviel Bedeutung zumessen.
Dunkle Materie und Dunkle Energie heißen einfach nur so, weil man sie nicht sehen kann, bzw. sie keine EM-Wechselwirkung zeigen. Man sagt zu einzelnen schnellen Partikeln auch, dass sie "heiß" sind, obwohl Hitze und Temperatur im Alltag nicht das selbe wie Geschwindigkeit ist.

Ich verstehe die Argumentation schon. Aber andererseits haben wir auch die Argumentation "Materie interagiert mit elektromagnetischer Strahlung. Was nicht mit EM interagiert ist keine Materie. Was keine Materie ist, ist keine Masse". Beide Aussagen sind inkompatibel, (mindestens) eine unserer Theorien ist also falsch. Und obwohl nichts weiter über das Phänomen wissen, zeigen alle auf die Gravitationstheorien und sagen: "Die sind unzweifelhaft richtig". :ka:

Masse ist nur ein Attribut und i.A. sagt man eher "Matrie ist, was Masse hat", wobei man wieder aufpassen muss, weil nicht genau klar ist, was Masse ist ;).
Die allg. Relativitätstheroe ist zumindest sehr gut falsch :D
Die "Gesetze" heißen zwar Gesetze, aber letztendlich beschreiben sie ja ein Problem nur in ausreichender Näherung. DIe Quantenmechanik und die allg. RT haben schon so viele Vorhersagen getroffen, die dann auch nachgewisen wurde, ein dicker Schnitzer ist da nicht drin ;)

Damit sie das kann, muss dunkle Materie zusammengefasst also
- kalt sein, obwohl sie in einer heißen Phase des Universums entstanden ist,
- sich fein verteilen, obwohl gravitationserzeugende Teilchen einander anziehen und damit eigentlich klumpen sollten,
- asymmetrisch um die sichtbare Materie einer Galaxie verteilt sein, obwohl beide Substanzen den gleichen Gravitationsgesetzen folgen und sich somit abseits von Zufall symmetrisch verteilen sollte,
- nicht EM interagieren, obwohl sie ein typisches Masseteilchen ist.

Bei einer so niedrigen Teilchendichte wie im All bei irgendwelchen Gasen ist vorallem erstmal die elektrostatische Anziehung die treibende Kraft zur Verklumpung und nicht die Gravitation.
Bei Neutrinos hat man auch sehr lange gebraucht um eine Wechselwirkung nachzuweisen - daher dachte man auch eine Zeit lang, dass DM evtl. aus Neutrinos bestünde.

Was heißt außerdem typisch? Masse, die wir sehen wechselwirkt natürlich über dem EM-Feld, sonst würden wir sie nicht sehen. Nach meinem Stand überwiegt aber die Gesamtmasse der DM die der sichtbaren Materie, womit eine EM-Wechselwirkung ja fast schon eher untypisch wäre :D.


Genauer gesagt müssen umgekehrt unsere Theorien zur Geschichte des Universums und der Teilchenbildung, unsere Theorien zur Gravitation, unsere Theorien zu Orbitalmechaniken und unsere Theorien zu EM Strahlung fehlerhaft sein. Die Alternativhypothese lautet "es gibt keine Dunkle Materie, unsere Theorien zu Gravitation und/oder Orbitalmechaniken liefern auf galaktischen Maßstäben fehlerhafte Ergebnisse"
Occam würde klar für letzteres sprechen, denn es würde nur 1-2 Fehler bedeuten und die obendrein auch noch Theorien, die auch bei der Existenz dunkler Materie ohnehin als fehlerhaft angenommen werden müssen.

Dazu hier: Minute 19:20
YouTube
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Halbswertszeit ist nicht die "halbe Lebensdauer", sondern die Zeit nach der die Hälfte der Teilchen zerfallen ist.
Du kannst auch ein einzelnes Teilchen der Sorte A mit einer Halbwertszeit von einer Minute fünf Minuten lang beobachten und nichts passiert, oder ein Teilchen der Sorte B mit einer Halbwertszeit von 10 Minuten schon nach einer Minute zerfallen sehen.
Es ist nur eine statistische Größe, die mit größerer Teilchenzahl immer präziser mit der Beobachtung übereinstimmt.
Achso war das... danke für die Richtigstellung.;)
 
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