Der "Naturwissenschaften" Thread

AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Dunkel deshalb weil man sie (bisher) nicht entdeckt hat.

Ich meinte eigentlich eher den "Materie"-Teil des Namens, das "dunkel" kann ich mir gerade noch selber denken ;).
Aber 90% der Anforderungen an dunkle Materie scheinen so ziemlich das genaue Gegenteil der Eigenschaften von herkömmlicher Materie.


Wieso man ein Schwarzes Loch, Loch nennt? Einerseits, weil alles hineinfällt, wie eben in ein Loch wenn du drüber läufst und weil an der Singularität die Raumzeitkrümmung unendlich ist, da an einem unendlich kleinen Punkt eine Masse mit unendlicher Dichte ist, sprich du fällst hinein, wobei was heißt "du", die Subatomaren Teilchen die von dir noch übrig sind fallen hinein.

Nö, es fällt eben nichts "rein". Es fällt etwas in die Richtung des "Lochs" und dann kollidiert es irgendwann dazwischen (ausgenommen eine geringe Zahl von Teilchen, die zufällig eine stabile Umlaubahn darum erwischt). Bist du schon mal mit einem Loch kollidiert? Oder hast du eine unendliche Singularität der Raumzeitkrümmung daran beobachtet? Ich nicht, dabei kenne ich sogar noch Endlospapier mit ganz vielen Löchern! Mir ist auch nie ein Loch mit Masse begegnet.

Kurz gesagt sind "schwarze Löcher" also über eine Reihe von Merkmalen definiet, die das genaue Gegenteil eines normalen Loches darstellen ;). Ich könnte es ja noch verstehen, wenn man erst eine dunkle Stelle im All entdeckt hätte, auf die sich vieles zubewegte um dann zu verschwinden. Aber tatsächlich waren schwarze Löcher ja zunächst eine Theorie um Gravitation aus dem scheinbaren Nichts/unsichtbaren zu erklären. ("dunkle Materie" wäre da eigentlich der passendere Begriff werden, denn schwarze Löcher sind dunkel und Materie.)


Kann es sein, dass du in der Lage bist, Dinge die ohnehin schon kompliziert sind, noch komplizierter zu machen?:D

Definitiv :daumen: Und ich hab sogar Spaß dran :D
Aber meiner Erfahrung ist es auch sehr lehrreich, Überlegungen bis ins irrational überspitzte anzustellen und Zusammenhänge bis ins letzte Detail zu zerlegen. Wenn man das nämlich erfolgreich schafft und die Logik erstmal kapiert hat, kann man darauf in beliebige Richtungen aufbauen. Leider ist es in (Astro-)Physik oft schwer, irgendwelche Texte zu finden, die sich wirklich mit der fundamentalen Logik beschäftigen, ohne in Mathematik abzudriften.


Gravitationswellen wurden schon mehrfach gemessen. Inzwischen gab es dafür einen Nobelpreis.

No shit sherlock...
Die Frage war, ob ihre Geschwindigkeit gemessen wurde. Das ist der Unterschied zwischen "ich kann registrieren, dass die Raumzeit nicht statisch ist" und "ich kann exakt messe, wie die Raumzeit schwingt, dabei einzelne Wellen identifizieren und bei einer zeitlich leicht versetzten Messung an einem zweiten Ort wiederversetzen und das so Präzise, dass ich den Durchlauf einer Schwingung auf 0,1 ms* genau stoppen kann"
(*:Präzisionsanforderung zur Verifizierung von Lichtgeschwindigkeit, wenn die beiden Messpunkte einen Erddurchmesser auseinander liegen. Bei kürzeren Abständen wird entsprechend höhere Präzision benötigt)

Und die Ausbreitungsgeschwindigkeit einer Gravitationswelle sagt die allgemeine Relativitätstheorie ebenfalls voraus -- eben Lichtgeschwindigkeit. Ergo kann sich Gravitation maximal mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, aber eben auch nicht mit weniger.

"Die Relativitätstheorie hat recht weil die Relativititätstheorie das so sagt" :wall:
Gravitation schert sich einen Dreck um Vorhersagen. Ers wenn eine Geschwindigkeitsmessung eine Ausbreitung mit c gemessen hat, dann bestätigt das die Relatitivätstheorie, aber bis dahin ist das eine postulierte Eigenschaft und keine naturwissenschaftliche Beobachtung wie die Existenz von Gravitationswellen als solche.

Na ja, irgendwie muss man das halt nennen.
Und wir kennen die Keplerschen Gesetze. Im Sonnensystem verhalten sich die Planeten exakt so, wie die Keplerschen Gesetze das voraussagen. Doch die Milchstraße selbst verhält sich nicht so. Ergo muss es da noch etwas geben, das dafür sorgt, dass sich die Galaxie so bewegt wie sie sich bewegt.
Und da kam man eben auf den Begriff der dunklen Materie. Da nur Masse Schwerkraft erzeugen kann, muss es Masse sein. Weil wir sie aber nicht sehen können, ist es eben dunkle Materie.

Naheliegender wäre da ja erstmal "dunkle Masse", wenn das gesuchte Ding nur Masse hat, sich aber sonst in zahlreichen Eigenschaften von Materie unterscheidet ;)

Und die Dunkle Materie kann auch nicht überall sein. Im Sonnensystem ist sie nicht. Sie ist nur außerhalb der Galaxie. Und ist 5x häufiger vorhanden als die leuchtende Materie.
Und bisher gibt es nur Theorien aber keinerlei empirische Belege. Noch tappen alle um Dunklen.

Genauer gesagt: Bislang hat man nichts weiter als die Feststellung "unsere Gleichungen gehen nicht auf" "es sei denn, wir denken uns an diversen Stellen des Universums noch 5-6mal mehr Materie hin, als es unseren Beobachtungen nach gibt". Ggf. erinnert das nicht ohne Grund an die Bewegungsgleichungen der späten Ptolemäiker und wir finden irgendwann eine Lücke in den Gleichungen von Kepler/Newton/Einstein
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Es wurde ja schonmal die sehr gewagte These aufgestellt, dass Dunkle Materie freie Quarks sind, die sich zu einer "Suppe" zusammengetan haben und sich nicht von uns detektieren lassen.

Die Quarks zerfallen sofort. Das ist ja das Problem.


No shit sherlock...
Die Frage war, ob ihre Geschwindigkeit gemessen wurde. Das ist der Unterschied zwischen "ich kann registrieren, dass die Raumzeit nicht statisch ist" und "ich kann exakt messe, wie die Raumzeit schwingt, dabei einzelne Wellen identifizieren und bei einer zeitlich leicht versetzten Messung an einem zweiten Ort wiederversetzen und das so Präzise, dass ich den Durchlauf einer Schwingung auf 0,1 ms* genau stoppen kann"
(*:Präzisionsanforderung zur Verifizierung von Lichtgeschwindigkeit, wenn die beiden Messpunkte einen Erddurchmesser auseinander liegen. Bei kürzeren Abständen wird entsprechend höhere Präzision benötigt)

Kannst du nachlesen.
US-Forscher messen die Geschwindigkeit der Schwerkraft (Archiv)

"Die Relativitätstheorie hat recht weil die Relativititätstheorie das so sagt" :wall:
Gravitation schert sich einen Dreck um Vorhersagen. Ers wenn eine Geschwindigkeitsmessung eine Ausbreitung mit c gemessen hat, dann bestätigt das die Relatitivätstheorie, aber bis dahin ist das eine postulierte Eigenschaft und keine naturwissenschaftliche Beobachtung wie die Existenz von Gravitationswellen als solche.

Die Vorhersagen der Relativitätstheorie haben sich bisher als völlig richtig erwiesen. Die Gravitationswellen sind da keine Ausnahme.

Naheliegender wäre da ja erstmal "dunkle Masse", wenn das gesuchte Ding nur Masse hat, sich aber sonst in zahlreichen Eigenschaften von Materie unterscheidet ;)

Und was soll Masse sein? Keine Materie? Energie oder was?

Genauer gesagt: Bislang hat man nichts weiter als die Feststellung "unsere Gleichungen gehen nicht auf" "es sei denn, wir denken uns an diversen Stellen des Universums noch 5-6mal mehr Materie hin, als es unseren Beobachtungen nach gibt". Ggf. erinnert das nicht ohne Grund an die Bewegungsgleichungen der späten Ptolemäiker und wir finden irgendwann eine Lücke in den Gleichungen von Kepler/Newton/Einstein

Das ist der derzeitige Konsens und andere Ansätze haben sich als haltlos erwiesen. Du kannst dir ja gerne eine andere Theorie ausdenken. Mal sehen, was bei raus kommt.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?


Thx.

Und was soll Masse sein? Keine Materie? Energie oder was?

Könnte damit in Zusammenhang stehen. Was genaues zu sagen fällt schwer, wenn niemand was genaues weiß. :)
Was man aber weiß: Es ist keine normale Materie und die Unterschiede beschränken sich nicht nur auf die fehlende Sichtbarkeit.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Könnte damit in Zusammenhang stehen. Was genaues zu sagen fällt schwer, wenn niemand was genaues weiß. :)
Was man aber weiß: Es ist keine normale Materie und die Unterschiede beschränken sich nicht nur auf die fehlende Sichtbarkeit.

Na ja. Materie ist ja nach unserem Verständnis von E=mc² nichts anders als geronnene Energie.
Materie kannst du nicht unendlich verdichten. Energie kann man unendlich verdichten. Wenn wir uns also die dunkle Materie betrachten, muss es letztendlich auch geronnene Energie sein. Es ist aber eben Materie, die mit der uns bekannten Materie nicht wechselwirkt, bzw. sie wechselwirkt nicht mit elektromagnetischen Wellen. Das ist für uns das größte Problem.
Wie kann man etwas begreiflich machen, was wir nicht verstehen?
Es gibt Ansätze, was dunkle Materie sein kann, aber keine empirischen Belege. Bisher ist als alles Rätselraten. Ausschließen kann man sicher nichts, aber es muss etwas sein, das zu dem passt, was wir wissen. Denn wir haben ja auch Vorhersagen für anderes gemacht, sei es Gravitationswellen oder das Higgs Feld. Ich glaube jedenfalls nicht, dass sich dunkle Materie als das entpuppen wird, von dem wir heute noch gar keine Ahnung haben. Es wird etwas sein, das irgendwo schon herumgeistert.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Es ist aber eben Materie, die mit der uns bekannten Materie nicht wechselwirkt, bzw. sie wechselwirkt nicht mit elektromagnetischen Wellen. Das ist für uns das größte Problem.
Aber wenn sie nicht wechselwirkt wie hat sie dann Einfluss auf die sichtbare Materie? Sie muß doch irgendwie wechselwirken. Da muß es ja eine Verbindung geben.
Erst durch die Beobachtungen von Galaxien und ihren Strukturen hat man ja erst auf dunkle Materie geschlossen.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Aber wenn sie nicht wechselwirkt wie hat sie dann Einfluss auf die sichtbare Materie? Sie muß doch irgendwie wechselwirken. Da muß es ja eine Verbindung geben.
Erst durch die Beobachtungen von Galaxien und ihren Strukturen hat man ja erst auf dunkle Materie geschlossen.

Die Masse wirkt eben. Masse krümmt die Raumzeit. Ein Lichtstrahl durchläuft den gekrümmten Raum und dadurch kann man überhaupt merken, dass der Raum gekrümmt ist.
Aber elektromagnetische Wellen wechselwirken eben nicht. Die dunkle Materie nimmt keine Photonen auf oder gibt welche ab.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Na ja. Materie ist ja nach unserem Verständnis von E=mc² nichts anders als geronnene Energie.

Über den Ausdruck "geronnen" könnte man streiten, aber von der Intention her richtig. Aber da fängts ja gleich wieder an: "Gerinnt" Energie haben wir Materie. Gerinnt dunkle Energie haben wir aber keine dunkle Materie.

Materie kannst du nicht unendlich verdichten. Energie kann man unendlich verdichten. Wenn wir uns also die dunkle Materie betrachten, muss es letztendlich auch geronnene Energie sein.

Wobei wir keine Kenntnisse über die Verdichtungsmöglichkeiten dessen haben, was wir dunkle Materie geben. Vielleicht könnte es sie auch konzentriert geben? Vielleicht gibt es sie konzentriert? Wir können sie ja nicht beobachten, genaugenommen sehen wir außer Gravitationsanomalien gar nichts von ihr.

Es ist aber eben Materie, die mit der uns bekannten Materie nicht wechselwirkt, bzw. sie wechselwirkt nicht mit elektromagnetischen Wellen. Das ist für uns das größte Problem.

Wobei ich das eher als praktisches Problem betrachte. Eine Eigenschaft ("Sichtbarkeit") ist halt anders - gut, das zeichnet sie halt aus. Was ich persönlich viel faszinierender finde, ist die meines Wissens nach unregelmäßige Verteilung beziehungsweise den zugrunde liegenden Mechanismus. Würde sich dunkle Materie wie normale Materie verhalten, müsste sie sich auch ähnlich verteilen. Praktisch haben wir eine Häufung sichtbarer Materie innen in der Galaxie und eine Häufung von dunkler Materie in den Außenbereichen oder drum herum (ob sie sich mitbewegt, können wir ja nicht sehen - wäre aber naheliegend, wenn dunkle Materie nicht sogar von orbital-Mechanismen ausgeschlossen ist) und oben drein auch noch eine fleckige Verteilung (aber bitte nicht klumpen!) zwischen den äußeren Bereichen sichtbarer Materie.
Das erscheint doch vorn bis hinten unlogisch respektive es erfodert einen ganzen Wust weiterer Erklärungen.?
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Über den Ausdruck "geronnen" könnte man streiten, aber von der Intention her richtig. Aber da fängts ja gleich wieder an: "Gerinnt" Energie haben wir Materie. Gerinnt dunkle Energie haben wir aber keine dunkle Materie.

Das liegt ja wieder daran, dass wir das so nennen. Dunkle Energie hat nichts mit dunkle Materie zu tun.
Dunkle Materie ist Masse, die ausschließlich durch ihre Schwerkraft wirkt und mit sonst gar nichts.
Dunkle Energie wirkt dort, wo die Schwerkraft nicht die Oberhand hat.
Was aber jetzt dunkle Energie ist, weiß kein Mensch und es gibt auch keine Theorie, die irgendwo sinnvoll wäre.
Dunkle Materie muss ja aus Materie bestehen denn nur Masse kann Schwerkraft ausüben. Wir wissen ja noch nicht mal, ob es kalte oder warme dunkle Materie gibt, da sie ja keine Stahlung abgibt. Theoretisch -- also meine persönliche Meinung -- müsste dunkle Materie aber heiß sein. Denn sie muss direkt nach dem Urknall entstanden sein, als das Universum heiß war. Und da sie keine Strahlung abgeben kann, kann sie sich auch nicht abkühlen. Ergo müsste sie heiß sein.
Oder sie gibt Energie ab über eine Form von Strahlung, die nicht elektromagnetischer Natur ist sondern was völlig Neues ist.
Da muss einfach weiter und weiter geforscht werden.

Wobei wir keine Kenntnisse über die Verdichtungsmöglichkeiten dessen haben, was wir dunkle Materie geben. Vielleicht könnte es sie auch konzentriert geben? Vielleicht gibt es sie konzentriert? Wir können sie ja nicht beobachten, genaugenommen sehen wir außer Gravitationsanomalien gar nichts von ihr.

Ja, eben, außer ihrer Schwerkraftwirkung kennen wir nichts davon. Aber nichtsdestotrotz muss es ja Materie sein, denn was anderes wirkt nicht über die Schwerkraft. Du kannst noch so viele Photonen auf einen Haufen zusammendrücken. Da ist keine Schwerkraft.
Also muss es Materie sein. Die Frage ist eben, welche Art Materie das ist. Unsere Materie besteht letztendlich nur aus Up und Down Quarks, Elektronen und Neutrinos. Alles andere ist nicht stabil.
Dunkle Materie muss auch ein zentrales Elementarteilchen haben, aus das es besteht.

Wobei ich das eher als praktisches Problem betrachte. Eine Eigenschaft ("Sichtbarkeit") ist halt anders - gut, das zeichnet sie halt aus. Was ich persönlich viel faszinierender finde, ist die meines Wissens nach unregelmäßige Verteilung beziehungsweise den zugrunde liegenden Mechanismus. Würde sich dunkle Materie wie normale Materie verhalten, müsste sie sich auch ähnlich verteilen. Praktisch haben wir eine Häufung sichtbarer Materie innen in der Galaxie und eine Häufung von dunkler Materie in den Außenbereichen oder drum herum (ob sie sich mitbewegt, können wir ja nicht sehen - wäre aber naheliegend, wenn dunkle Materie nicht sogar von orbital-Mechanismen ausgeschlossen ist) und oben drein auch noch eine fleckige Verteilung (aber bitte nicht klumpen!) zwischen den äußeren Bereichen sichtbarer Materie.
Das erscheint doch vorn bis hinten unlogisch respektive es erfodert einen ganzen Wust weiterer Erklärungen.?

Ja, das ist interessant und sicher Teil der Forschung. Sehe ich auch so. Wieso verteilt sich die dunkle Materie nur in einem Halo? Wieso ist sie nicht völlig homogen verteilt innerhalb des Universums?
Es muss ja einen Grund geben, wieso die dunkle Materie nach dem Urknall Blasen gebildet hat, in der die leuchtende Materie dann hineingefallen ist.
Und man muss sich schon was hinbiegen, damit das auch so passt.
Nur fixieren sich forscher ja nicht auf eine Sache. Es gibt unzählige Überlegungen. Es gibt Theorien, die ohne dunkle Materie auskommen (Lichtermüdung und so). Nur haben die anderen Theorien sich als bisher nicht richtig herausgestellt, da sie falsche Voraussagen gestellt haben, bzw. Beobachtungen nicht bestätigen konnten.
Derzeit ist die Dunkle Materie das beste Konzept, das es für das gibt, was wir beobachten und messen, das die Kosmologie derzeit zu bieten hat.
Ob es am Ende die richtige ist oder ob doch was völlig neues erdacht werden muss, wird sich zeigen.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Ja, wie man sich das vorstellen muss, ist so eine Sache. Die dunkle Materie bildet ein Halo und die leuchtende Materie fällt in das Gravitationspotenzial hinein und bildet eine Galaxie. Daher sind alle Galaxien von dunkler Materie umgeben. Aber dunkle Materie gibt es eben nicht innerhalb einer Galaxie, da dunkle Materie nicht klumpen kann.

Wobei ich das eher als praktisches Problem betrachte. Eine Eigenschaft ("Sichtbarkeit") ist halt anders - gut, das zeichnet sie halt aus. Was ich persönlich viel faszinierender finde, ist die meines Wissens nach unregelmäßige Verteilung beziehungsweise den zugrunde liegenden Mechanismus. Würde sich dunkle Materie wie normale Materie verhalten, müsste sie sich auch ähnlich verteilen. Praktisch haben wir eine Häufung sichtbarer Materie innen in der Galaxie und eine Häufung von dunkler Materie in den Außenbereichen oder drum herum (ob sie sich mitbewegt, können wir ja nicht sehen - wäre aber naheliegend, wenn dunkle Materie nicht sogar von orbital-Mechanismen ausgeschlossen ist) und oben drein auch noch eine fleckige Verteilung (aber bitte nicht klumpen!) zwischen den äußeren Bereichen sichtbarer Materie.
Das erscheint doch vorn bis hinten unlogisch respektive es erfodert einen ganzen Wust weiterer Erklärungen.?

Der "Halo" wäre in der Theorie ein Ellipsoid mit einer Dichteverteilung p ~ 1/R². Das ist also keine Ellipsenschale oder sowas und die Dunkle Materie wäre auch innerhalb der Galaxie. Dabei muss man aber bedenken, dass die Gesamtmasse zwar groß ist, die Dichte aber gering und EM-Wechselwirkung wohl nicht gegeben - ein Nachweis oder eine Spürbarkeit im Maßstab eines Sonnensystems oder noch kleiner kann man da vergessen.

Doch die DM bewegt sich durch die Gravitation mit und die Bewegung ist auch durch den Gravitationslinseneffekt nachweisbar. Zudem hat man durch ein scheinbar gegenseitiges Bremsen eventuell ein Indiz für eine Wechselwirkung mit sich selbst gefunden.
Eine vollständig homogene Verteilung hättest Du btw. nur ohne jegliche Wechselwirkung. Aber das ist hier ja nicht so, von daher gibt es natürlich Häufungen.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Eine vollständig homogene Verteilung hättest Du btw. nur ohne jegliche Wechselwirkung. Aber das ist hier ja nicht so, von daher gibt es natürlich Häufungen.

Aber keine Verklumpung. Immerhin hab ich noch nichts davon gehört, dass man Planeten aus dunkler Materie gefunden hat.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Ja, eben, außer ihrer Schwerkraftwirkung kennen wir nichts davon. Aber nichtsdestotrotz muss es ja Materie sein, denn was anderes wirkt nicht über die Schwerkraft. Du kannst noch so viele Photonen auf einen Haufen zusammendrücken. Da ist keine Schwerkraft.

Obacht, der Energie-Impulstensor sagt nichts zur Masse, auch Photonen (bzw. Energie -> bzw. die Impuls-Energie-Druck-Dichte) krümmen den Raum.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Obacht, der Energie-Impulstensor sagt nichts zur Masse, auch Photonen (bzw. Energie -> bzw. die Impuls-Energie-Druck-Dichte) krümmen den Raum.

Ja, die Einsteinschen Feldgleichungen. Hab ich zwar nicht im Kopf, aber schon mal gesehen.
Die dunkle Materie bewegt sich nach aktuellem Wissenstand nicht. Dass Photonen Energie besitzen ist klar, dass Energie und Materie äquivalent sind, ist auch bekannt. Aber ob sich dunkle Materie nach den Einsteinschen Feldgleichungen richtet, wissen wir nicht.

Dürfte doch auch nicht passieren, wenn zu wenig Dunkle Materie in zu viel Raum ist?

Es gibt 5x mehr dunkle Materie als leuchtende Materie im Universum und leuchtende Materie verklumpt zu Sternen, Planeten und Galaxien. Dunkle Materie macht das nicht.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

@Gimmick: Bist du Physiker?

Kommt mir fast so vor.:D

Studiert hab ich den Kram vor ein paar Jahren, aber Astronomie war da eher ein Randthema in verschiedenen Vorlesungen und dabei ging es dann auch eher um die klassischen Probleme.
Bei so abgespacetem Kram wie Dunkle Materie, Dunkle Energie, Higgs-Teilchen usw. bin ich also wirklich kein Experte. Aber es hilft dabei einige Aussagen mit Voricht zu genießen ;)

Die dunkle Materie bewegt sich nach aktuellem Wissenstand nicht. Dass Photonen Energie besitzen ist klar, dass Energie und Materie äquivalent sind, ist auch bekannt. Aber ob sich dunkle Materie nach den Einsteinschen Feldgleichungen richtet, wissen wir nicht.

Die muss sich bewegen.
1. Wechselwirkt sie über die Gravitation und der Halo scheint ja seine Form und Größe beizubehalten, d.h. die Teilchen an sich müssen sich irgendwie mit irgendeiner Verteilung bewegen.
2. Bewegen sich Galaxien relativ zueinander und der Halo bleibt nicht stehen.

Zu meinem Post gestern bzgl. möglicher Wechselwirkung mit sich selbst:
scinexx | Dunkle Materie weniger dunkel?: Erstes Indiz für Wechselwirkung der Dunklen Materie mit sich selbst

Vielleicht auch ganz interessant, wenn auch wahrscheinlich Dir und den anderen schon bekannt:
YouTube

Wichtigster Punkt in dem Vortrag:
Man weiß es nicht :D.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Auch die dunklen Sachen müssen ja irgendwie wechselwirken

mit unserer sichtbaren Materie,

ansonsten gäbe es ja keine beschleunigte Expansion des Universums. ;)

Vlt. ist ja dieses ganze Urknallmodell nicht ganz richtig,
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Die beschleunigte Expansion kommt ja nicht von der dunklen Materie sondern von der dunklen Energie und was das wiederum ist weiß heute niemand.
 
AW: Was ist Realität, Wahrheit oder Wirklichkeit?

Ja, das ist ja die Frage.

Ob man das als dunkle Materie oder Energie bezeichnet,
ist doch Wurst,

wir haben keinen blassen Schimmer davon,
was das überhaupt sein soll. :D
 
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