Fusion sehe ich leicht differenzierter.
Die US-Version mit dem Laser war ja lediglich die Beweisführung, dass es auch praktisch möglich ist, eine nennbare Energieausbeute zu erzeugen.
Rein kommerziell-technisch gesehen, ist die Laserversion eine Art Schuss in den Ofen...
Da sind die Reaktoren a la Tokamak (z. B. Iter)
mutmaßlich realitätsnäher für einen Dauerbetrieb, aber eben noch echt weit weg von einem kommerziellen Reaktor.
Was mich besonders nervt, ins solche unqualifizierten Presseberichte.
z. B. Welt:
Das stimmt so nicht, weder in Bezug auf umweltfreundlich (radioaktives Material), noch in Bezug auf billig.
Die besten Modelle sagen voraus, dass ca. 1/10 der produzierten Energie für den Eigenstrom daher halten muss.
Somit nach heutigen Kurswert ca. 6ct für die kWh.
Das ist an der Grenze zu Wasserkraft und etwas billiger als PV.
Die schlechtesten Modelle sagen aber 6/10 fürs Fusionskraftwerk voraus, damit wird es preislich unattraktiver als alles Regenerative oder Fossile, selbst Kernfission wäre billiger...
Realität ist, dass durch den hochenergetischen Beschuss durchaus radioaktives Material anfällt, dessen Radioaktivität jedoch nicht in 10.000den von Jahren, sondern bestenfalls nach ein paar Jahrzehnten die der Umgebung wieder erreicht.
Sprich wir werden es mit geringeren Mengen und eher mittelschwerem Endabfall zu tun bekommen, aber per Definition brauchts dafür auch Endlager, die wir noch nicht haben.
Als alter Tagträumer sehe ich Fusionskraftwerke als Entwicklungsschritt für interplanetare oder gar interstellare Antriebe, die schnell unterwegs sein müssen (also mit Besatzung).
Wir bekommen als Erde grob in einem Jahr so viel Energie von der Sonne ab, wie die Menschheit in 10.000 Jahren verbrauchen würde...^^
Zeit, diese kostenlose Energiequelle effizient und in Mengen zu nutzen.