Der Fall Mindfactory - Heise übernimmt!

Wenn sich Mindfactory von diesem Preiskampf hat ziehen lassen, wo genau trägt da der Kunde die Schuld?

"Der Kunde" ist lediglich eine personifizierte Form der über die letzten 20 Jahre gewachsene Situation am Markt. Preisvergleichsportale informieren die Kunden über die aktuelle Markt- und Preislage. Die Listenform gibt vor, wer ganz oben steht und dementsprechend am wahrscheinlichsten angeklickt wird. Lediglich mögliche subjektive Wahrnehmungen bestimmter Kunden relativieren diese rein Preis getriebene Sichtweise. Das ist aber definitiv nicht genug, um diesen Listeneffekt auszugleichen. MF hat dieses Spiel bis ins Extreme beherrscht.

Und nun bekommen die Kunden ihre Quittung für dieses Listensystem.

- lokale Händler mit Vor-Ort-Service > weitgehend ausgestorben
- RMA-Abwicklung > gibt die Marge nicht her, Gewährleistungsvorgänge werden zu Garantieabwicklungen degradiert und zum Hersteller verschoben
- Beratungsleistung > kostet extra. Nicht im Listensystem inkludiert, daher "der Kunde" nicht bereit dafür zusätzlich zu bezahlen
- FAR-Abwicklung > nicht von der knappen Marge umfasst. Rückläufer werden grenzwertig als Neuware verkauft. Sperrung von Kundenkonten ganz normal
- Generell geringe Rücklagen und Liquiditätssicherung bei den Händlern > Gefahr von möglichen Insolvenzen stark erhöht. Verlust von Käuferrechten mangels Durchsetzungsfähigkeit.

So, und nun wundern sich die Leute, dass der Handel aufgrund extremer Nachfrage anfängt in Produktgruppen (Grafikkarten) Margen einzurechnen, die es lange Jahre vorher nicht gab. Schon mal gefragt, warum speziell Caseking so richtig zulangt? 1. weil es die Nachfrage hergibt und 2. weil sie es müssen, um nicht unter die Räder zu kommen. Insbesondere Caseking muss das so machen, denn wenn sie es nicht so machen würden, tja siehe Post #1
 
Ich sehe hier in dem Fall nicht, dass die momentane Situation durch schlechte Geschäfte zu stande kam. Das ist alles sehr plötzlich passiert, innerhalb von ein paar Tagen. Mir scheint es demnach sehr plausibel zu sein, dass so etwas, wie eine plötzliche, sehr hohe Forderung des Finanzamtes zu diesem Chaos geführt hat.
 
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Mir scheint es demnach sehr plausibel zu sein, dass so etwas, wie eine plötzliche, sehr hohe Forderung des Finanzamtes, zu diesem Chaos geführt hat.
Angenommen das ist der Fall - dann ist doch naheliegend, dass der oberste Listenplatz auf geizhals den Pokerclock beschreibt vielleicht damit erkauft wurde, die Steuerlast zu... optimieren und das nun womöglich die Konsequenz daraus ist?
 
Gestern hat MF von meinem Anwalt eine Mahnung zugestellt bekommen, nachdem sie die gesetzliche Frist von 14 Tagen für eine Rückerstattung gebrochen hatten. Bis jetzt auch keine Reaktion.
Naja, ich denke die haben derzeit viel zu tun. Zumal nur weil die Mahnung zugestellt wurde heißt das jetzt nicht das man innerhalb weniger Stunden eine Antwort bekommt. Die werden das an ihre Rechtsabteilung oder ihren Anwalt weiter reichen und dort dürfte das bearbeitet werden, hinzu kommt das in der Mahnung ja wohl auch Fristen gesetzt wurden. Und man kann davon ausgehen das Mindfactory die Fristen ausnutzen wird.
Vor Mitte nächster Woche würde ich jetzt nicht mit einer Antwort warten.

Davon ab herrscht ja gähnende Leere im Shop. Gestern Abend waren nur noch 8 CPU's gelistet, alles Intel. Das sonstige Sortiment scheint auch recht dünn zu sein.
 
Screenshot 2025-03-15 150808.png Screenshot 2025-03-15 151409.png

Nicht mal eine einzige RTX Karte oder AMD CPU.
 
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Man kann vorzüglich spekulieren, aber dieser scheinbar plötzliche Exodus spricht wohl tatsächlich sehr für eine hohe Nachforderung, die nicht beglichen werden kann.

Ansonsten könnte ich mir auch vorstellen, dass das Reagieren der Preissuchmaschinen auf diese Praktiken (immer schnell minimal günstiger als der aktuell günstigste Anbieter), auch seinen Tribut gezollt hat. Mindfactory hat halt teils versucht mit ihren im Vergleich recht hohen Versandkosten den Verlust der günstigen Angebote auszugleichen. Dann kam bei Idealo und Co. der Button "günstigster Gesamtpreis".
 
"Der Kunde" ist lediglich eine personifizierte Form der über die letzten 20 Jahre gewachsene Situation am Markt. Preisvergleichsportale informieren die Kunden über die aktuelle Markt- und Preislage. Die Listenform gibt vor, wer ganz oben steht und dementsprechend am wahrscheinlichsten angeklickt wird. Lediglich mögliche subjektive Wahrnehmungen bestimmter Kunden relativieren diese rein Preis getriebene Sichtweise. Das ist aber definitiv nicht genug, um diesen Listeneffekt auszugleichen. MF hat dieses Spiel bis ins Extreme beherrscht.

Und nun bekommen die Kunden ihre Quittung für dieses Listensystem.

- lokale Händler mit Vor-Ort-Service > weitgehend ausgestorben
- RMA-Abwicklung > gibt die Marge nicht her, Gewährleistungsvorgänge werden zu Garantieabwicklungen degradiert und zum Hersteller verschoben
- Beratungsleistung > kostet extra. Nicht im Listensystem inkludiert, daher "der Kunde" nicht bereit dafür zusätzlich zu bezahlen
- FAR-Abwicklung > nicht von der knappen Marge umfasst. Rückläufer werden grenzwertig als Neuware verkauft. Sperrung von Kundenkonten ganz normal
- Generell geringe Rücklagen und Liquiditätssicherung bei den Händlern > Gefahr von möglichen Insolvenzen stark erhöht. Verlust von Käuferrechten mangels Durchsetzungsfähigkeit.

So, und nun wundern sich die Leute, dass der Handel aufgrund extremer Nachfrage anfängt in Produktgruppen (Grafikkarten) Margen einzurechnen, die es lange Jahre vorher nicht gab. Schon mal gefragt, warum speziell Caseking so richtig zulangt? 1. weil es die Nachfrage hergibt und 2. weil sie es müssen, um nicht unter die Räder zu kommen. Insbesondere Caseking muss das so machen, denn wenn sie es nicht so machen würden, tja siehe Post #1
Heutzutage lohnt es sich aufgrund des Retourenverhaltens der Kunden einfach nicht, überhaupt noch Support zu bieten. (B2C)

Nahezu alle Kunden die über Preisvergleiche kaufen, haben sehr hohe Ansprüche bei gleichzeitig einen absolut dreisten Rücksendeverhalten. Viele missbrauchen das Widerrufsrecht als "ich kann ja mal testen" oder "oh jetzt 20€ günstiger, schicke ich Retoure".

Auch der Rücksendebetrug steigt stetig.

Das Widerrufsrecht dürfte es in meinen Augen in dieser Form überhaupt nicht geben.

Die aktuelle Entwicklung in der Retourenquote in Deutschland ist beängstigend und die Schäden enorm.

Bei keiner Regulierung kann dies sehr schwer in Zukunft für die Händler werden.


Amazon als Big Player kann dies als einziger durch die ganze Querfinanzierung abfedern.
Alle anderen werden schlichtweg irgendwann nicht mehr mithalten können.
 
Amazon als Big Player kann dies als einziger durch die ganze Querfinanzierung abfedern.
Alle anderen werden schlichtweg irgendwann nicht mehr mithalten können.
Erstens über Querfinanzierung, aber auch über die schiere Größe und dadurch offene Möglichkeiten wie problematische Kunden schlicht rauswerfen.
Amazon hat ein internes "Ratingsystem", bei dem jeder Account anhand seines Kaufverhaltens (Umsatz, Regelmäßigkeit, Alter, Rücksendungen/Reklamatioonen und einige weitere Parameter) eine Bewertung hat. Ist diese gut ist amazon sehr kulant, ist diese schlecht ist die Kulanz nicht mehr vorhanden und ab einem gewissen Schwellwert gibts auch "Sanktionen" dass der Account beispielsweise bestimmte Warengruppen oder Werte nicht mehr kaufen kann oder ganz gesperrt wird.
Sowas kannste als kleiner(er) Händler eher nicht machen, zumindest nicht in so einer ausgefeilten Art.

Um den Bogen zu Mindfactory zu schlagen: Wenn man mit der Marge an der absoluten Mindestgrenze ist (oder offenbar darunter) gibts natürlich keinerlei Spielraum für Kulanz oder ähnliches (selbst ein Minimum an Flexibilität das sogar für BEIDE Parteien günstiger gewesen wäre gab es nicht wie ich damals im Blog ausführlicher beschrieben habe).

In der globalisierten Internetshopwelt ist das Konzept "billig billig klick nach mir die Sintflut verklag mich doch" ganz offensichtlich lukrativer als ein "Preis mit Marge dafür guter Kundenservice" - und dass das so ist sind die Leute auch einfach selber Schuld.
 
genau so sehe ich das auch.Guter Service der kostet halt eben,darum sind die ganz billigen auch nicht so gut.Da wo der Preis normal ist oder etwas höher ist die Sicherheit auch besser.Darum ist es wenn es zu billig ist,da schaue ich meistens,wo ist da der Haken daran.Nun ja nicht einfach blind kaufen.
 
Heutzutage lohnt es sich aufgrund des Retourenverhaltens der Kunden einfach nicht, überhaupt noch Support zu bieten. (B2C)

Das FAR stammt der Idee nach eigentlich aus den 90er. Aus einer Zeit als der Quelle-Katalog das Fernabsatzmedium Nr. 1 war und der Otto-Katalog die stärkste Konkurrenz. Internet war noch nicht einmal Neuland und Amazon noch der Regenwald, aus dem später die verkauften Bücher gemacht wurden. Das hat man dann 20 Jahre später noch einmal "verbraucherfreundlicher" gestaltet.

Das FAR müsste dringend reformiert werden. Der Verbraucher muss nicht mehr so krass bei Fernabsatzverträgen über Kaufsachen geschützt werden, weil diese Vertragsart nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel geworden ist. Willkür und Missbrauch nehmen überhand und schaden merklich den Marktteilnehmern und Verbrauchern. Aber wehe man erdreistet sich ernsthaft "verbraucherschützende Regeln" aufweichen zu wollen. Mistgabel und Scheiterhaufen bitte!

Es würde wohl schon viele FAR-Vorgänge verhindern, wenn der Händler einen Pauschalbetrag für den entstandenen Aufwand einbehalten könnte.
 
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Klar haben Konsument:innen das Recht. Machen dies allerdings viele Kund:innen, dann hat dies Auswirkungen auf die Angebotsstruktur. An sich sollte Niedrigpreisstrategie zu mehr Marktanteil führen und hierdurch Mitbewerberinnen verdrängen.
Inwieweit diese Strategie bei Mindfactory womöglich nicht zum Erfolg geführt hat, bleibt wohl offen bis offizielles bekannt ist.
Nochmal - die Konsument:innen haben das Recht, müssen dann aber auch mit den Konsequenzen (weniger Anbieterinnen, Geschäftesterben in Innenstädten) leben. An diesem Punkt will ich Deine Händlerinnen/Mitbewerberinneliste um Amazon ergänzen. Die Konkurrenz und Präsenz/Dominanz dieses Konzern ist sicher nicht zu unterschätzen. Amazon ist im Internet allgegenwärtig, wenn es um Angebote von Hardware geht. Inhaltlich passt sich hieran folgender Inhalt ein ...


Zu berücksichtigen ist sicher die negative Reallohnentwicklung vieler Menschen in Deutschland. Diesen ist sicher kein Vorwurf zu machen, dass sie sich aus Ermangelung an Geld bei ihren Käufen an günstigen Angeboten orientieren. Allerdings lässt sich der Vorwurf an eine durchaus große Menge an Konsument:innen richten, die ohne Not bei Billigshops oder aus Bequemlichkeit bei Konzernen wie Amazon kaufen. Von solchen Konsument:innen und deren Rechtfertigungen kann mensch auch hier im Forum lesen. Die Polemik "Geiz ist geil" trifft durchaus auf einige Leute zu, so mein Eindruck. Gesellschaftlich gesehen und viele weitere Konsumbereiche einbeziehend hat das gewisse Ausmaße erreicht. Mensch denke an den Trend der Mittelschicht bei Aldi & Co einzukaufen. Das sind dann Strategien nicht nur des Erhalts sondern auch der Erweiterung des Wohlstands. Nach dem Motto: Was an der einen Stelle gespart wird, kann an anderer, neuer Stelle ausgegeben werden bspw. ein weiterer Urlaubsflug. So formt sich das Bild vom entgrenzten Konsum im noch(!) vorhandenen Überfluss auf Kosten der eigenen Lebensgrundlagen aufgrund der Natur- und Klimazerstörungen die mit der für den Konsum verbundenen Produktion bzw. Bereitstellung der Dienstleistungen einhergehen.

Edit: klar, zwar mache ich vieles bezüglich Konsum nicht, gänzlich kann und würde ich mich von der Kritik aber nicht ausnehmen.
Letztendlich hat die "Geiz ist Geil" Mentalität dazu geführt, dass es keine lokalen Computerläden mehr gibt. Dann muss sich der Billigheimer, der bei Geizhals.de einkauft, bei Reklamations-und Gewährleistungsansprüchen eben mit Mindfactory und Co. herumschlagen.

Und wenn Dubaro einen PC zusammenbaut der in Summe dasselbe kostet, wie die Einzelteile auf Geizhals.de, dann kann Compterservice Schmitt in Buxtehude nicht lokaler Dienstleister sein. Zumal bei Dubaro evtl. dann Mitarbeiter sitzen, die kein Weinhnachts -oder Urlaubsgeld bekommen und für Mindestlohn schuften müssen.

Hinzu kommt: Gespart wird dann online beim Service. Wenn dann ein glasklarer Gewährleistungsfall vorliegt, dann bietet Mindfactory und Co. eben nur den Zeitwert der Grafikkarte als Entschädigung an. Und bei unklaren Fällen wird verzögert und abgelehnt.

Schön diese Geiz-Welt...
Dann werde ich in Zukunft keine PC Teile mehr kaufen. Mindfactory war seit 15 Jahren der einzige Laden mit akzeptablen Preisen. Ich werde bestimmt keinem Alternate oder sonstigen Betrügern Geld in den Rachen werfen für ihre Abzockpreise.
Ich rate dringend von diesen Webshops auf Grund von fragwürdigen Geschäftspraktiken (Scalper) ab:
- Galaxus
- Caseking
 
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Letztendlich hat die "Geiz ist Geil" Mentalität dazu geführt, dass es keine lokalen Computerläden mehr gibt. Dann muss sich der Billigheimer, der bei Geizhals.de einkauft, bei Reklamations-und Gewährleistungsansprüchen eben mit Mindfactory und Co. herumschlagen.
Corona hat ihnen sehr geschadet. Ein Händler sagte mir als er dichtmachte, daß die Leute wegen Corona ihre Sachen nicht mehr reparieren lassen, sondern online Neue bestellen. Alle drei PC-Läden in meiner Umgebung sind nun weg.


Schön diese Geiz-Welt...
Das ist schon abartig, wie die geizen. Fahren nach Österreich, weils ein paar Cent mehr Pfand dort gibt.
 
Sind die liquiden Mittel aufgebraucht? Gibt es offene Rechnungen?

Oder hat man, nachdem der Kreditversicherer Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells angemeldet hat, einfach mal darüber nachgedacht und ist zur Einsicht gekommen, dass man besser aussteigen sollte?

Wenn deine Kredite nicht verlängert werden, dann sind die liquiden Mittel aufgebraucht, sofern man den Kredit benötigt.

Ich hab gerade mal geschaut und es gibt aktuell noch stellenanzeigen von Mindfactory in allen Bereichen. Zwar ziemlich generell gehalten und alle "ab sofort", jedoch stellen Firmen eigentlich keine Stellenanzeigen mehr online, wenn es wirklich den Bach runter geht.

Da irrst du dich und zwar gewaltig. Es ist eine weit verbreitete Strategie, Einstellungen einfach nur vorzugaukeln. Damit es Wachstum und Prosperität vorgegaukelt. Du bestätigst es ja.

Es ist leider eine Tatsache: wenn man sich bewirbt, dann landet eine gewisse Zahl der Bewerbungen im (heute virtuellen) Papierkorb. Besonders bei 08/15 Stellenangeboten, die da schon seit Jahren stehen.

Nur ganz kurz. Betriebswirtschaftlich ist es keine Strategie oder besser vorprogrammierter Untergang immer der Preisgünstigste Anbieter sein zu wollen.

ALDI sagt nein.

Aber ist ist halt eben das Problem, dass man weg vom Fenster ist, wenn jemand günstigeres kommt. Das ist ein Problem. Generell sollte man da auch realistisch sein: in dem Bereich ist die Insolvenz langfristig die Regel.

Mindfactory war so günstig, dass eher die Käufer die Abzocker waren.

Teile der Hardwareszene sind wirkliche Geizhälse. Es ist doch nicht schön, wenn ein Unternehmen wie Mindfactory 7€ an einer CPU verdient.

Niemand hat Mindfactory dazu gezwungen, die günstigsten zu sein.

Und auch das gehört zur Wahrheit dazu: Mindfactory hat sich nicht darum geschert, dass sie, mit ihrem Geschäftsmodell, haufenweise kleine und mittlere Läden in den Ruin treiben. Dann kann man gleich den Onlinehandel verbieten, wollen einige ja am liebsten. Dann gehört aber auch zur Wahrheit, dass die ganzen Warenhäuser davon gelebt haben, haufenweise kleine Läden in den Ruin zu treiben.

Wenn man es zu Ende denkt, dann müßten nur noch kleine Buden, mit 1-2 Angestellten erlaubt sein und die müßten mit garantierten Gewinnen versorgt werden, ähnlich der Buchpreisbindung. Da würden viele dumm dreinschauen, wenn die RTX 5070 nicht unter oder über 999€ verkauft werden dürfte, weil Nvidia das so festgelegt hat.
 
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Der Fall Mindfactory erinnert mich an Atelco.

War früher mein Lieblingslieferant für komplette Pc`s da dann 5 Jahre Garantie, obwohl nicht der billigste Anbieter.
(Da durfte man sogar einen PC in Einzelteilen bestellen, selbst zusammen bauen, und hatte trotzdem die erweiterte 5-Jahresgarantie :hail:)

Atelco hat aber wahrscheinlich das kostenintensive Ladengeschäft das Rückgrat gebrochen.

Ich weiß nur das Bekannte meines Cousins damals, kurz vor Insolvenz, in Vorkasse PC's bestellt hatten und ihr Geld nicht wiedergesehen haben (bzw. nur einen geringen Bruchteil) da Privatgläubiger ziemlich hinten anstehen gegenüber den Hauptgläubigern (und sei es nur weil sie juristisch nicht so gut vertreten sind...).

Deshalb bin ich @Pokerclock echt dankbar, dass er das Problem so frühzeitig der Community mitgeteilt hat.
Hat mit Sicherheit vielen Leuten Geld oder mindestens Nerven gespart :daumen:.

PS: Wenn Mindfactory in irgendeiner Form weiter bestehen kann, würde es mich natürlich freuen.
 
Wenn deine Kredite nicht verlängert werden, dann sind die liquiden Mittel aufgebraucht, sofern man den Kredit benötigt.

Die Preisfrage ist hier, ob MF gerade einen Kredit benötigt, um anstehende Verbindlichkeiten zu bedienen. Genug "Bargeld" für den 5000er Drop scheinen sie ja gehabt zu haben. (Das könnten sie aber auch verzweifelt zusammengekratzt haben, um den Schein zu wahren... ;-))

Allerdings ist MF nicht gerade klein und wird entsprechende "laufende Kosten" haben. Ohne Einnahmen sind da schnell eventuelle Reserven weg.

Gibt es in diesem Bereich eigentlich auch "Kauf auf Kommission"?


Frag mal einen ALDI Zulieferer, warum ALDI das kann. Die haben Eigenmarken und ihre Lieferanten/Produzenten fest im Würgegriff. Ich stelle mir gerade vor, die MF bei Jensen Huang anruft: "Du lieferst uns (und nur uns!) ab jetzt die 5090FE für 1500$, oder Du bist raus!" :ugly:
 
"Der Kunde" ist lediglich eine personifizierte Form der über die letzten 20 Jahre gewachsene Situation am Markt. Preisvergleichsportale informieren die Kunden über die aktuelle Markt- und Preislage. Die Listenform gibt vor, wer ganz oben steht und dementsprechend am wahrscheinlichsten angeklickt wird. Lediglich mögliche subjektive Wahrnehmungen bestimmter Kunden relativieren diese rein Preis getriebene Sichtweise. Das ist aber definitiv nicht genug, um diesen Listeneffekt auszugleichen. MF hat dieses Spiel bis ins Extreme beherrscht.

Und nun bekommen die Kunden ihre Quittung für dieses Listensystem.


Ehrlich gesagt, habe Preisvergleichportale bei PC Hardware nie genutzt. Mir war völlig egal wer ganz „oben“ steht.

Ich Entscheide immer, wer hat die meiste Auswahl und hat auch vom Support einen guten Ruf. Da ich immer weiß was ich will, vom Tower angefangen, diesen gibt es oft nicht überall, war mir Support wichtiger als 10€ zu sparen.

MF nutzte ich seit Jahren nicht mehr, weil ihr Support damals einfach mies war.
 
Und nun bekommen die Kunden ihre Quittung für dieses Listensystem.

- lokale Händler mit Vor-Ort-Service > weitgehend ausgestorben

In der globalisierten Internetshopwelt ist das Konzept "billig billig klick nach mir die Sintflut verklag mich doch" ganz offensichtlich lukrativer als ein "Preis mit Marge dafür guter Kundenservice" - und dass das so ist sind die Leute auch einfach selber Schuld.

Die Mär vom guten Vor-Ort-Service scheint sich hartnäckig zu halten, obwohl auch der zunehmend im örtlichen Einzelhandel gestrichen wurde. Bsp. gefällig?

Vor Ort ein Netzteil erworben, welches alles andere als günstig war. Dummerweise segnete das Netzteil nach Ablauf der ersten 6 Monate das Zeitliche. Konsequenz - obwohl vor Ort erworben und dafür reichlich gelöhnt - ich musste in Vorkasse gehen, sofern ich denn den Rechner übergangslos weiternutzen wollte. Irgendwann erfolgte eine Gutschrift.

Dummerweise hab ich dem Laden weiterhin die Treue gehalten und im späteren Verlauf eine Grafikkarte erworben, welche von Beginn an mit Treiberabstürzen auf sich aufmerksam machte. Als ich dies vor Ort monierte, erntete ich nur ein Schulterzucken.

Hinzuzufügen wäre noch, dass wir/ich bis dato ausschließlich vor Ort orderten, zum einen aus Gewohnheit und zum anderen, weil die schöne online Welt uns noch nicht so vertraut war.

Mittlerweile hat in unserer Großstadt (> 500 000 Einwohner) auch die letzte Klitsche dicht gemacht, eben jene Filiale, welche mit so herausragendem Service aufwartete. Bliebe noch zu klären, warum der Laden mit solch fürstlichen Preisen aufwartete?

Online hingegen gab es rein gar nichts zu beanstanden, von der Preisgestaltung mal ganz zu schweigen. Apropos Preisentwicklung: Dass auf Grund des Preisanstiegs der ein oder andere Hersteller/Händler auf der Strecke bleiben wird, sollte nicht weiter verwundern, schließlich wird nach wie vor weit über Bedarf hergestellt. Bis dato ließ sich der überschüssige Kram per Reduzierung an dem Mann bringen, ohne hingegen dürfte es sich schwierig gestalten, Kaufanreize in entsprechender Form zu setzen.

Der Geiz ist Geil Vorwurf erscheint mir auch reichlich abgedroschen, läuft dies doch bei uns wie auch anderswo unter haushalten und wird millionenfach erfolgreich praktiziert, weil a: Geld nicht auf Bäumen wächst und b: Ausgaben im Allg. generell auf den Prüfstand gestellt werden.
 
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