Ich kann deine Argumentation nicht so ganz nachvollziehen.
Sie scheint eher ein Hin- und Herwinden zu sein.
Du versuchst dabei auch beide Haswell Plattformen gegeneinander auszuspielen und genau dann die Plattform zu wechseln, wenn deine Argumentation an einem Punkt scheitert.
Auch prallst du mit der "Zukunftssicherheit" der Skylake-Plattform.
Nun betrachten wir doch mal eben diese "Zukunftssicherheit". Ich beschränke mich jetzt nur noch auf eine Haswell-Plattform, die dir wegen der Kerne ein Dorn im Auge ist: Haswell-E
Sockel 2011-3 bekommt noch 1 Update (Broadwell-E). Wer sagt dir den, dass es bei Sockel 1151 anders ist. In der Vergangenheit hat Intel nach spätestens 2 Prozessorgenerationen immer die Plattform gewechselt.
Sockel 1155: Sandy + Ivy
Sockel 1150: Haswell + Broadwell
Sockel 1151: Skylake + Canonlake.
Sockel 2011-3: Haswell-E und Broadwell-E
Davon ab, wer mit gesunden Menschenverstand wechselt wenn er jetzt einen Skylake/Haswell-E Prozessor hat in 1-2 Jahren auf Canonlake/Broadwell-E?
Keiner den ich kenne. Denn 400 € für einen Zugewinn von 5-10%? Grade CPU und Board sind doch die Komponenten die mit am längsten im PC verweilen ... Oft sogar länger als das Netzteil.
Aber da wären ja noch die neuen Features:
Nun Haswell-E verfügt über jedes dieser neuen Features.
Ich habe mal zur Übersicht eine kleine Tabelle angefertigt:
Die von dir vielbeschworenen Featues sind nur bei Haswell-E sinnvoller angebunden, da hier mehr Lanes zur Verfügung stehen und somit mehr Kommunikation gleichzeitig stattfindet.
Desweitern ist DDR 4 hier im Quad-Channel angebunden, was eine größere Bandbreite bedeutet.
Und jetzt noch zum Thema Gaming:
- Beide Prozessoren lassen sich ungefähr auf den gleichen Takt übertackten. Also hier kein Punkt für eine der beiden Seiten.
- Wenn eine dedizierte Grafikkarte zum Einsatz kommt (und in welchen Gaming-Rechner ist das nicht der Fall), hat sich das sowieso wieder erledigt.
Aber jetzt will ich noch kurz auf ein Paar Dinge in Sachen Gaming eingehen, die hier wohl geflissentlich übersehen werden:
1. Streaming: Immer mehr Gamer streamen ihre Spiele. Und das nicht nur auf Twitch für die Öffentlichkeit, sondern auch im Privaten Rahmen für ein paar Freunde. Steam hat erst kürzlich ein entsprechendes Feature eingebaut.
2. Serverhosting: Grade in vielen Koop-Spielen gibt es die Möglichkeit auf einem der Rechner einen Server zu Hosten, der dann für die Berechnungen zuständig ist.
Bei diesen beiden Punkten habe ich aber einen massiven Vorteil, wenn die 2 "für Gaming nutzlosen"-Kerne genau diese Aufgaben übernehmen und ich trotzdem immer noch die gleiche Gaminggeschwindigkeit habe.
Und noch was zu Thema "Zukunftssicherheit" und mehrere Kerne.
Dir ist schon bewußt, dass die Spielkonsolen (die ja leider Gottes den Ton angeben), Mehrkernprozessoren haben. Es wäre naiv anzunehmen, dass die Programmierer davon in Zukunft keinen Nutzen ziehen werden insbesondere da die Konsolen ja per se nicht die Performancekünstler sind.
So dann vergleichen wir jetzt noch mal: In Sachen "normalen" Gaming sind beide CPUs gleich auf. Sollte aber etwas mehr gebraucht werden, dann ist der Haswell-E mit seinen 6 Kernen und 12 Threads einwandfrei im Vorteil.
Wo also genau ist Skylake die bessere Plattform?
Gleichauf in vielen Punkten ... aber besser in keinem.
Auf die Kosten gehe ich jetzt nicht ein, denn das Argument hat dich ja auch nicht gestört, als es andersrum war (Stichwort: Skylakeverfügbarkeit) und soll auch nicht Thema sein, denn hier geht es nur darum welche Plattform in Sachen Gaming mehr bietet eben "Der bessere Gaming-PC".
Über den Nutzen in allen anderen Bereichen brauchen wir erst gar nicht reden. Dort hat Haswell-E sowieso die Nase vorne.