Aber waren solche Angaben nicht früher sogar fester Bestandteil solcher Tests bei PCGH?
Wir testen nicht gezielt darauf.
Ich bin ja seit der Erstausgabe "dabei" und zu dem Zeitpunkt bereits beruflich in der IT unterwegs gewesen. Soll heißen, ich gehöre wohl zu den älteren Lesern und daher kann "früher" auch "sehr viel früher" bedeuten

. Ich habe aber gerade einmal wahllos nicht ganz so weit zurück ins Archiv gegriffen und z. B. in der Ausgabe 05/2017 habt ihr bei CPU-Tests den Energiebedarf noch aufgeschlüsselt. Nicht das beste Beispiel, aber zeigt, dass ihr das durchaus früher gemacht hattet. Darauf wollte ich hinaus. //Edit: Zur Vollständigkeit: Ihr hattet in der Ausgabe bspw. den Energieverbauch des Systems im Leerlauf abzgl. Grafikkarte und einigen anderen Szenarien getestet.
Während
@PCGH_Torsten mit immer der gleichen CPU verschiedene Mainboards testet und Werte festhält, vergleiche ich verschiedene CPUs mit dem gleichen Board (pro Sockel). Die Kritik war damals beispielsweise: Niemand kombiniert einen Ryzen 5 7500F mit einem High-End-X670E für 800 Euro. Stimmt ja auch. Nur dann kann ich mir die Angabe des Idle in dem Moment auch sparen, verstehst du?
Dann haben diejenigen aber anscheinend den Sinn des jeweiligen Vergleichs im Kontext Energiebedarf einer CPU (nicht der Plattform) nicht verstanden. Unabhängig davon, welches Board jemand mit dieser CPU in der Praxis verwenden würde, aus der Differenz zu anderen CPUs auf derselben Plattform ergeben sich eben die Unterschiede und darum soll es doch bei einem Vergleich der CPU-Leistungsaufnahme gehen. Dass jemand dann eben mit einem abgespeckteren Board entsprechend niedrigere Werte erzielen kann, sollte klar sein. Solange ihr das Testdesign sowie das Testziel des Aufbaus kommuniziert und dieses mit eurem Testdesign valide erreicht, solltet ihr euch nicht von einzelnen Kritikern davon abhalten lassen. Ihr werdet es sowieso nie allen Recht machen können, nach diesem Argument dürftet ihr gar nichts mehr testen. Völlige Freiheit von Stör- oder konfundierenden Variablen ist hier eh nicht oder nahezu nicht zu erreichen, da selbst auf kleinster Ebene bereits die Werte der Sensorik sich unterscheiden können.
Hingehen wäre die Aussage "Niemand kombiniert einen Ryzen 5 7500F mit einem High-End-X670E" bspw. im Kontext einer Kaufberatung oder dem Vergleich der Plattformen natürlich stimmig. Kommt halt immer auf das definierte Ziel eines Artikels/Tests an.
Neben den IPC-Benchmarks und noch anderen, nicht veröffentlichten Tests sind die Idle-Angaben eine Sache, über die ich final noch nicht entschieden habe, in welcher Form ich sie nun am besten aufbereiten kann. "Idle" ist am Ende auch abhängig vom Gehäuse, der Belüftung, RGB-Elementen, dem Monitor, der Soundanlage ... da hängt noch so viel mehr dran, als nur die Angabe der CPU. Deshalb ist "Idle" individuell zu betrachten und schwer zu "testen".
Dass dies kein einfaches Unterfangen ist, ist mir völlig bewusst. Hatte ich ja auch in meinem Text bereits erwähnt.
Ich persönlich finde neben einem (möglichst) reinen "idle"-Bedarf ein Niedriglastszenario interessant. z.B. Youtube UHD Video, etc.
Weshalb würdest du für einen CPU-Energiebedarfsvergleich abgesehen von Monitor, Maus, Tastatur weitere Peripherie anschließen wollen? Peripherie wie Lautsprecher, Drucker etc. oder RGB, Gehäuselüfter, usw. würde ich bspw. für einen CPU-Energiebedarfsvergleich exkludieren. Möglichst minimal notwendige Konfiguration, offenes Testbench im klimatisch geeigneten Raum, RGB soweit wie möglich auf dem verwendeten Mainboard deaktivieren, etc.
Anders herum: Die Leute denen der Idle immer so verdammt wichtig ist, die sollten einfach Ihren Rechner ausmachen, wenn sie doch so lang im Leerlauf sind.
Das Interesse rührt wohl auch daher, dass viele im Sprachgebrauch "idle" mit Niedriglast (Browsing, YouTube, Office-Programme, etc.) gleichsetzen.
Davon abgesehen soll es auch Menschen geben, die den Rechner nicht nur privat und/oder nur zum Spielen nutzen. Da gibt es auch längere Phasen mit geringer Last. Aber auch, wenn man gerade vielleicht nicht aktiv etwas am Rechner macht, den Rechner nicht jedes Mal ausschalten möchte im beruflichen Kontext.
Zur Not konnte man eben bisher vom tatsächlichen "idle"-Energiebedarf auch häufig zumindest ansatzweise auf die etwaige Leistungsaufnahme bei Niedriglastszenarien schließen. Nicht optimal, ich weiß. Daher finde ich es gut, wenn auch Niedriglast-Szenarien getestet werden, so wie es manche machen oder machten.