Bedingungsloses Grundeinkommen - Modelle - Auswirkungen - Pro - Kontra

Versetz dich mal in die Lage eines Managers zum Beispiel. Der muss oft 24h erreichbar sein, weils seinem Chef in Australien z.B. scheis egal ist, obs in DE gard 4uhr morgens ist.
Und was legal und was nicht ist, ist bei solchen Positionen eh egal oder bei solch großen Unternehmen :ugly:

Zumal Du in solchen Positionen in der Regel auch keinen Anwesenheits- sondern einen Leistungsvertrag hast. Da zählen Arbeitszeiten logischerweise nicht, weil es dem Arbeitgeber völlig gleichgültig ist und auch sein kann, ob Du die vertaglich vereinbarte Leistung in 5 Stunden / Woche oder in 50 schaffst.
 
Was sagt ihr zum Fakt, es gibt einfach nicht mehr genuegend Arbeit fuer alle und auf Dauer koennen wir einfach nicht jeden - auf Teufel komm raus - in Arbeit stecken?
Mal die Gretchenfrage "will einer/will einer nicht arbeiten" (:schief:), aussen vor gelassen.

BGE sieht ja, sofern ich richtig informiert bin, vor, erst mal jedem Buerger des Landes einen bestimmten Betrag ohne Bedingung jeden Monat zur Verfuegung zu stellen, lassen wir es mal 1000 € sein... im Gegenzug entfallen dafuer AUSNAHMSLOS alle anderen staatlichen Hilfen/Verguenstigungen/Subventionen.

Man kann ein Fass mit Gift trinken, um vorherzusagen, es werden dann SICHERLICH nicht mehr alle Menschen von sich aus freiwillig arbeiten gehen, aber genau so wird es auch weiterhin Menschen geben, die - uebers BGE hinaus - arbeiten gehen wollen, schon allein weil es dem Menschen immanent gegeben ist, sich nicht mit dem Vorhandenen zufrieden geben zu wollen, er geht dann arbeiten, weil er sich ein paar Dinge goennen will, uebers BGE hinaus, nicht weil er einfach gerne arbeitet (und hier braucht mir keiner einen vom Pferd zu erzaehlen, die meisten Menschen gehen arbeiten, weil sie es muessen, weil sie Angst vor Ausgrenzung haben, nicht weil sie es soooooo gerne machen).

Es gibt da so einige Studien (googelt halt, wenn es euch wirklich interessiert), von weitaus Grosskopperten als ich es bin, die ein BGE nicht fuer vollkommen schwachsinnig halten - es ist natuerlich eine hochgradig emotionale Debatte, da nehme ich mich nicht von aus, denn wir sind nun mal im Glaubensgrundsatz erzogen worden: nur wer etwas leistet, hat auch Anspruch auf ein (halbwegs) gutes Leben und Teilnahme an sozialer/gesellschaftlicher Abwechslung.
Ich z. B. hab' Probleme einem Penner was zu geben, wir sind einfach unheimlich gepraegt durch Vorurteile, wir sehen nur die Fassade, tiefer wollen wir nicht sehen, da uns die dahinter liegenden Schicksale nicht interessieren - Probleme haben wir alle selbst genug, also wollen wir uns nicht auch noch die der anderen aufhalsen.

Nur kann ich ja nicht mich oder Opa Schlumpf als Allweisheit nehmen, Veraenderungen gehen nur, wenn die Masse mitzieht... und ueber 80 Millionen Menschen in einem kleinen Land wie der BRD, welches ueberwiegend obrigkeitstreu ergeben ist, ueberwiegend "ruhig gestellt" wird, da geht es nicht von heute auf morgen.

BGE halte ich schon aus dem Punkt fuer gut, weil es dann endlich mit der andauernden Verunglimpfung und Hetze von Arbeitslosen aufhoeren wuerde, denn arbeitslos zu sein, sollte nicht bedeuten, ein Mensch dritter Klasse zu sein, welcher sich den ganzen Tag nicht sinnvoll zu beschaeftigen weiss.
Und wir haben ja schon heute BGE, nennt sich ALG II (ugs. Hartz IV), der Druck ist so gross fuer nicht ganz unbetraechtliche Teile unter uns, um Jobs anzunehmen, die zwar etwas hoeher als Hartz IV liegen, aber immer noch niedrig genug sind, um staatlich aufstocken zu muessen.
Davon muessen wir weg, denn jemand der trotz Arbeit gerade mal ueber die Runden kommt, um Miete, Energie und Lebensmittel bezahlen zu koennen, der lebt nicht wirklich. Den Hinweis mit "Er/Sie kann sich doch fortbilden und/oder haette doch einfach statt Krankenschwester/Bauarbeiter/etc. zu werden, studieren gehen koennen!" = geschenkt! Kann nicht nur Haeuptlinge geben!

Wer will in einer Gesellschaft leben, in der man Feindbilder braucht, um sich jeden Tag die eigene Ueberlegenheit bestaetigen lassen zu koennen?
Wer will in einer Gesellschaft leben, in der Gewinne privatisiert werden, Verluste aber sozialisiert werden?
Wer will in einer Gesellschaft leben, in der viele unfrei sind, weil sie gar keine Wahl haben als sich der Diktatur des Kapitals beugen zu muessen, dabei aber nicht sehend, sie sind nur Marionetten ohne eigenes, selbstbestimmtes Leben?

Das Leben sollte (theoretisch) mehr sein als "der Lebenssinn besteht aus Arbeit, Shoppen und Party". Es wird immer Menschen geben, die arbeiten - BGE hin oder her.
Geld selbst kann man sich gar nicht verdienen, es ist einfach nur ein Tauschmittel - es ist keine gottgegebene Belohnung, Geld ist DA, es ist immer DA, es zirkuliert, es kommt aus der Druckerpresse, nicht vom Geldbaum.

Wacht endlich mal auf, lasst euch doch nicht permanent von der gesetzten Parteienoligarchie fuer dumm und daemlich verkaufen und ausverkaufen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt da so einige Studien (googelt halt, wenn es euch wirklich interessiert), von weitaus Grosskopperten als ich es bin, die ein BGE nicht fuer vollkommen schwachsinnig halten - es ist natuerlich eine hochgradig emotionale Debatte, da nehme ich mich nicht von aus, denn wir sind nun mal im Glaubensgrundsatz erzogen worden: nur wer etwas leistet, hat auch Anspruch auf ein (halbwegs) gutes Leben und Teilnahme an sozialer/gesellschaftlicher Abwechslung.
Ich z. B. hab' Probleme einem Penner was zu geben, wir sind einfach unheimlich gepraegt durch Vorurteile, wir sehen nur die Fassade, tiefer wollen wir nicht sehen, da uns die dahinter liegenden Schicksale nicht interessieren - Probleme haben wir alle selbst genug, also wollen wir uns nicht auch noch die der anderen aufhalsen.

Das werde ich nie verstehen. Abgesehen von der ganzen Debatte hier, ist es mir durchaus schon öfter aufgefallen, daß manche Menschen geradezu aggressiv auf Penner reagieren. Aber warum? Das sind arme Säue. Die auch noch fertig zu machen, ist mindestens genauso krank, wie auf Leute am Boden noch einzutreten. Das tut man einfach nicht.

(Wobei ich keinesfalls unterstellen möchte, daß genau Du so reagierst. Mir ist das eben nur bei anderen Menschen leider schon aufgefallen.)

Ob man denen was gibt, ist natürlich jedem selbst überlassen, aber ich finde es eher schwer, an einem vorbeizugehen und meinen Geldbeutel nicht zu öffnen.
 
Wenn jemand Penner wird hat das doch einen Grund und ich finde dass die Gesellschaft ihm lieber auf die Beine helfen soll als ihn aus der Gesellschaft auszuschließen.
Und das geht nur mit Sozialmaßnahmen.
 
Ach, oeffne die Augen Mann! Gaebe es genuegend Arbeit fuer alle, dann haetten wir auch kein Hartz IV! Ist doch logisch!
Das hat auch nichts mit Anspruchsdenken zu tun, denn den wohlfeil stets aufgefuehrten im grossen Stil abkassierenden Hartz IV Untermenschen, den gibt es nicht!

Und ich will auch nichts hoeren von diesem unertraeglichen Gewaesch a lá " 'ne Freundin von mir arbeitet im Jobcenter, boaaah ey, ich sag' dir, nur faule Schweine, koennte man die bloss vergasen, ey, ich sag' dir!" - denn persoenlich kennt in aller Regel niemand einen Betroffenen, schon allein um sein Feindbild nicht beschaedigt zu sehen.

Ich wuensche keinem, sich jemals vorm Schreibtisch eines mies gelaunten Sachbearbeiters im Jobcenter einfinden zu muessen, jegliche Drecksarbeit (und ob du die Baumschule abgeschlossen hast oder zuletzt leitender Ingenieur beim Dammbau warst INTERESSIERT DA NIEMANDEN) annehmend muessend, ansonsten Verweigerung des EIGENTLICH im GG verankerten Lebensminimums.

Fallt nicht auf die Hetze der BILD und der etablierten Parteien herein, Hartz IV ist bewusst eingefuehrte Verarmung der Massen - jeder soll stets in Furcht vorm sozialen Totalabstieg leben muessen, jeder soll stets verfuegbar sein.
 
@Colonel Faulkner

Habe deine beiden letzen Beiträge gelesen und was das mit der Arbeit betrifft, Arbeit gibt es genug aber es gibt auch mehr als genug die Arbeit suchen. Es liegt nicht einfach daran das manche nicht arbeiten wollen, sondern sie bekommen einfach keine Arbeitsstelle und ich weiss wovon ich rede, ich bin seit über einem Jahr Arbeitslos zwar weil ich selber gekündigt habe, aber wenn ich Heute noch bei dem Arbeitgeber gewesne wäre ich würde jeden Tag ausrasten, weil ich dort einfach Schlecht behandelt wurde und ohne Respekt und das von vielen.
Wegen dem Penner hast du Recht dem sollte schon geholfen werden aber man will einfach nicht sich selber ausgrenzen und dann andere sagen hören "Der da gibt dem Penner Geld, ist der etwa Reich?" und schon steht die Person schlecht da obwohl sie nur helfen wollte. Betteln ist übrigens auch nicht erlaubt, habe schon oft Polizisten gesehen die Bettler verwarnt haben.
Für Geld würden viele alles tun egal was sogar töten und Geld ist eben nunmal die grösste Droge die es gibt.Aber manche kapieren nicht das Geld einfach nur Geld ist und nichts weiter. Man wird nicht einfach von allen ausgegrenzt weil amn nicht reich ist, ich habe Freunde schon seit Jahren die zu mir halten auch wenn ich Arbeitslos bin und wenn eine Frau mich nicht will weil ich nicht reich bin dann soll sie doch einen Millionär heiraten.^^
 
@Colonel Faulkner

Nunja das ist deine Meinung.

Um wieder aufs BGE (was kein Hartz4 ist!!!) zurückzukommen.
Schon alleine unsere Ausgaben im Sozialbereich sind riesig, wie will man dann erst ein BGE bezahlen? Stimmt genau, es wird nie möglich sein.
 
Geld regiert die Welt. Und wer regiert das Geld?

Geb den Leuten ihre Freiheit zurück, schaff den rießigen Staatsapparat weitesgehend ab und steck die Bänker in Gefängnisse.
Dann können wir über BGE reden, dann ist auch mehr Kohle beim Einzelnen da, um so etwas zu finanzieren.

Was willst du jetzt mit noch mehr Ausgaben in diesen Staat mit Kommunismuseffektivität. Ein Arbeiter ohne Kinder frisch aus der Uni ist mit 70% Abgaben dabei. Wie viel sollen es denn sein? 90%?
 
Über ein BGE kannst du in San Marino oder in Luxenbug oder Lichtenstein sprechen, aber nicht in einem 80 Millionen Staat. Es wird nie finanzierbar sein, außer jeder bekommt nur 1€.
 
Wenn sich Leute freiwillig erklären, das zu bezahlen, dann sollen sie das machen.
Freiwillig heißt, dass die entscheiden, die das bezahlen würden. Demokratie heißt nicht, dass Leute darüber abstimmen einen anderen auszurauben.
 
Wenn sich Leute freiwillig erklären, das zu bezahlen, dann sollen sie das machen.
Freiwillig heißt, dass die entscheiden, die das bezahlen würden. Demokratie heißt nicht, dass Leute darüber abstimmen einen anderen auszurauben.

Wäre schön wenn Demokratie so funktionieren würde, wenn du für Nein stimmst und die Mehrheit für ja dann hast Pech gehabt mal sehen ob sich daran was ändern wird. Aber glaube weniger das da etwas geändert wird.
 
Wenn ich für BGE bin zahle ich, wenn ich dagegen bin zahle ich nicht. So einfach ist das, Problem gelöst.
 
Und was haben die Bankmitarbeiter bitte mit der Finanzierbarkeit des BGE zu tun?

Hier redet keiner von "Bankmitarbeitern". Die haben doch meistens selbst keine Ahnung. Frag mal deine Beraterin in der Spaßkasse wo die Kohle herkommt wenn du einen Kredit aufnimmst.

Was ich meine sind die Leute die was zu sagen haben, auch Bankster genannt.
 
Welches Land ist schoenste Land von die ganze weite Welt? :)
Dies ist unser schoenes Deutschland nur, Land unserer ruhmreichen Ahnen, Land der Tuechtigen und Aufrechten, Land der Dichter und Denker, ich lieb' dir doch so sehr, oh mein schoenes Deutschland! :hail:
 

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Was sagt ihr zum Fakt, es gibt einfach nicht mehr genuegend Arbeit fuer alle und auf Dauer koennen wir einfach nicht jeden - auf Teufel komm raus - in Arbeit stecken?

Arbeit gibt es (mehr) als genug. Lohn ist das Problem.

Imho läuft deswegen auch die ganze Debatte in eine komplett falsche Richtung. "Arbeit muss sich wieder lohnen"? In einer Marktwirtschaft kann man sich diese Forderung sparen, die kann nur einen Teil der Gesellschaft zu Last der anderen vorranbringen. Was wir bräuchten ist "Arbeitgeben muss sich wieder lohnen". Deutschland ist z.B. führend darin, für viel Geld Dinge zu automatisieren (angefangen bei Produktionsprozessen bis zum automatischen Staubsauger), obwohl wir zuwenig Geld und zuviele Leute, die Dinge erledigen könnten, haben :rollen:


Über ein BGE kannst du in San Marino oder in Luxenbug oder Lichtenstein sprechen, aber nicht in einem 80 Millionen Staat. Es wird nie finanzierbar sein, außer jeder bekommt nur 1€.

Je kleiner der Staat, desto unmöglicher wird ein BGE. Am ehesten könnten es die USA oder China einführen. Das größte Probelm beim BGE sind letztlich nicht die normalen Bürger des Landes. Wie schon mehrfach festgehalten wurde: Die bekommen ohnehin eine ganze Reihe von Mindestleistungen. Bislang über einen unglaublich aufgeblähten Bürokratieapparat, garniert mit absurden Subventionsmaßnahmen für eine Scheinwirtschaft und mit massiver Drangsalierung - aber sie bekommen es. Finanziell profitieren von einem BGE würden somit in erster Linie die unteren Einkommensschichten und in relativ geringerem Maße (weil deren normales Einkommen höher ist) auch die höheren, aber nicht die Armen. Die erhalten "nur" ein bißchen Selbstständigkeit zurück. De facto wirkt das BGE (und seine Gegenfinanzierung) also ähnlich, wie eine Steuerreform, die das Abgaben-/Nutzenverhältniss auf höhere Schichten verschiebt.

DER Unterschied kommt aber, wenn man sicht nicht-Bürger des Landes anguckt. Bislang gibt es eine Reihe verschiedener Wege für einen nicht-Deutschen in Deutschland soziale Leistungen zu erhalten. Die sind auch zwingend weiterhin notwendig, denn sonst bliebe Personen, die hier Leben und arbeitslos werden, nur der Weg in die Kriminalität. Aber diese Wege sind z.T. mit recht hohen Hürden versehen, die bei einem bedingungslosen Grundeinkommen entfallen würden.
Und damit haben wir einen extremen Anreiz für potentielle Einwanderer und das wäre dann keine reine Umverteilungsaktion mehr (die ja so schon nicht realisierbar ist), sondern ein richtig dicker Punkt an Mehrkosten, ohne dass es zu einer Mehrleistung kommt -> unfinanzierbar. Aufgrund der Freizügigkeit wäre "EU-weit" die kleinste Ebene, auf der wir ein BGE praktizieren könnten und selbst dann hätten wir einen hohen Druck illegaler Einwanderung und bräuchten eine Grenzsicherung nach US-Vorbild (Das mit den zwei Ozeanen links und rechts wird aber schwierig) oder ein totale staatliche Kontrolle über Gesellschaftsprozesse, wie in China (was dann aber unterm Strich nicht wirklich ein Fortschritt wäre).
 
Hier redet keiner von "Bankmitarbeitern". Die haben doch meistens selbst keine Ahnung. Frag mal deine Beraterin in der Spaßkasse wo die Kohle herkommt wenn du einen Kredit aufnimmst.

Was ich meine sind die Leute die was zu sagen haben, auch Bankster genannt.

Ich wollte eigentlich was inhaltsreicheres schreiben, aber ich ahne, daß das keinen Zweck hätte. Wenn man manche Dinge einfach auf eine bestimmte Art und Weise sehen will - und sei sie noch so falsch - ist jede Gegenrede meist pure Atemverschwendung.

Arbeit gibt es (mehr) als genug. Lohn ist das Problem.

Imho läuft deswegen auch die ganze Debatte in eine komplett falsche Richtung. "Arbeit muss sich wieder lohnen"? In einer Marktwirtschaft kann man sich diese Forderung sparen, die kann nur einen Teil der Gesellschaft zu Last der anderen vorranbringen. Was wir bräuchten ist "Arbeitgeben muss sich wieder lohnen". Deutschland ist z.B. führend darin, für viel Geld Dinge zu automatisieren (angefangen bei Produktionsprozessen bis zum automatischen Staubsauger), obwohl wir zuwenig Geld und zuviele Leute, die Dinge erledigen könnten, haben :rollen:

Das heißt also, Du wärst für deutlich niedrigere Löhne bzw. eine deutlich größere Lohnspreizung. Man muß nämlich immer betrachten, wie produktiv eine bestimmte Arbeit im Verhältnis zu anderen Arbeiten ist. Ein großer Fabrikhof kann bspw. von 5 Personen in Handarbeit den ganzen Tag gekehrt werden. Keine Frage. Aber keiner von denen kann über 2 Euro die Stunde bekommen, weil der saubere Hof an sich so gut wie keinen wirtschaftlichen Wert hat. Um negative Folgen der Verschmutzung abzuwehren, dürfte es reichen, einmal im Monat mit der Kehrmaschine drüber zu gehen. Aber das ist eben viel billiger als 5 Arbeiter, von denen keiner mit 2 Euro Stundenlohn zufrieden sein dürfte. Das Anspruchsdenken der Menschen hat sich in den letzten 50 Jahren eben deutlich gewandelt. Wenn persönliche Qualifikationen damit nicht schritthalten, bleibt nur die Arbeitslosigkeit.

Anderes Beispiel: in den 50er und 60er Jahren hatten meine Großeltern ein Hausmädchen, das 6 Tage die Woche 8 Stunden am Tag für die Hausarbeit da war. Und das als Ehepaar mit nur einem Verdiener. Und mein Großvater war auch lediglich Lehrer. Mehr nicht. Später haben die dann auch immer mehr verlangt, sodaß die Arbeitszeiten zurückgefahren werden mußten.
Und jetzt frage ich: Welcher Lehrer mit Ehefrau und drei Kindern, der zur Miete wohnt, könnte sich heutzutage nur aus seinem Gehalt eine Vollzeitkraft für den Haushalt leisten? Keiner. Und das liegt nicht daran, daß Lehrergehälter abgenommen hätten oder Beamte prinzipiell keine Haushaltshilfe wollen würden.

Man mag es gut oder schlecht finden, daß die Menschen heute auch für einfachste Arbeiten deutlich mehr Geld erwarten als vor 40 Jahren. Aber wenn man es gut findet, kann man auf der anderen Seite nicht darüber jammern, daß soviele Personen ohne Job sind.
 
Man mag es gut oder schlecht finden, daß die Menschen heute auch für einfachste Arbeiten deutlich mehr Geld erwarten als vor 40 Jahren. Aber wenn man es gut findet, kann man auf der anderen Seite nicht darüber jammern, daß soviele Personen ohne Job sind.
Dann sollte man mal einen Blick auf die Lebenshaltungskosten werfen. Miete + Nebenkosten fressen einen schon auf, Rücklagen für Repearaturen usw ( wenn einem überhaupt noch was an Luxus bezahlbar ist was für Gutverdienende Standard wäre ). Vieles was früher Gratis war kostet heute Geld, wie zb Arztbesuche, Behandlungskosten Medikamente usw. Wenn man für die Arbeit auf ein Auto angewiesen geht es in die nächste Runde wie Spritpreise oder hohe Steuern weil man nur Geld für eine Dreckschleuder hat.
 
Das heißt also, Du wärst für deutlich niedrigere Löhne bzw. eine deutlich größere Lohnspreizung. Man muß nämlich immer betrachten, wie produktiv eine bestimmte Arbeit im Verhältnis zu anderen Arbeiten ist. Ein großer Fabrikhof kann bspw. von 5 Personen in Handarbeit den ganzen Tag gekehrt werden. Keine Frage. Aber keiner von denen kann über 2 Euro die Stunde bekommen, weil der saubere Hof an sich so gut wie keinen wirtschaftlichen Wert hat. Um negative Folgen der Verschmutzung abzuwehren, dürfte es reichen, einmal im Monat mit der Kehrmaschine drüber zu gehen. Aber das ist eben viel billiger als 5 Arbeiter, von denen keiner mit 2 Euro Stundenlohn zufrieden sein dürfte. Das Anspruchsdenken der Menschen hat sich in den letzten 50 Jahren eben deutlich gewandelt. Wenn persönliche Qualifikationen damit nicht schritthalten, bleibt nur die Arbeitslosigkeit.

Nein. Ich bin für einen deutlich geringeren Anteil der Lohnkosten im Vergleich zu anderen Ausgabepunkten, vor allem dem Ressourcenverbrauch und der Finanzierung staatlicher Leistungen.
Um dein gewaltig hinkendes Beispiel aufzugreifen: Ein Kehrer, der es mit seiner Halbtagsstelle schafft, innerhalb eines Monats jeden Teil des Geländes einmal zu kehren, sollte nicht teurer sein, als die Herstellungs-, Betriebs- und Wartungskosten einer Maschiene, die diese Arbeit übernimmt.

Wege dies zu erreichen wäre z.B. eine Verlagerung der Abgabenlast weg von lohngebundenen Kosten (insbesondere von diversen Pauschalen, wie sie derzeit z.B. im Gesundheitssystem grassieren, denn dann entlastet man primär diese einfachen Bereiche und erreicht eine Verringerung der Nettolohnspreizung) und hin zu firmengebundenen Kosten (insbesondere solchen, die mit gesamtvolkswirtschaftlichen Nachteilen in Verbindung stehen, also z.B. dem Import von Verbrauchsstoffen).
Die Finanzierung des Arbeitslosensystems ist hier besonders perfide: Man bestraft den Arbeitgeber mit Abgaben dafür, dass er jemanden einstellt und man bestraft den Arbeitnehmer mit Abzügen dafür, dass er einen Job annimmt, während man umgekehrt Leute, die Arbeitsplätze vermeiden, damit belohnt, dass man die dann Arbeitslosen auf Kosten der eben genannten versorgt - und am Ende wundert man sich, dass dieses System kein Anreiz ist, Arbeitsplätze zu schaffen :schief:

Um mich auch mal an einem Beispiel zu versuchen:
Derzeit sind die Abgaben auf Produkte, Energie, Infrastruktur, Lohn und Lohnnebenkosten in Deutschland z.B. so gestaltet, dass es billiger ist, einen Mitarbeiter jeden zweiten Tag ans andere des Landes fahren zu lassen (wofür das -oftmals nicht ganz kleine- Fahrzeug, dessen Unterhalt, der Treibstoff und eine entsprechende Straßenakpazität benötigt werden), anstatt vor Ort einen zweiten Mitarbeiter zu beschäftigen. Selbst die Möglichkeit, zwei halbe Stellen zu schaffen (da der Gesamtarbeitsaufwand ja nicht steigt und die benötigten Überkapazitäten für schwankendes Arbeitsaufkommen und Synchronisation kleiner ausfallen dürften, als der bisherige Zeitaufwand auf der Straße) scheint für sehr viele Unternehmen unattraktiv zu sein, weil schon allein die Kosten pro Arbeitnehmer (ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit) zu schnell zu hoch ausfallen.
 
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