Appellieren an den Endverbraucher der falsche Weg ?

Endet ja nicht schon an diesen Punkt.
Vergessen sollte man auch nicht das es scheinbar auch völlig ok ist unzählige Hektar Lebensraum für Tiere und Natur in Südamerika zu vernichten, nur das Veganer Früchte aus Monokulturen von Avocados, Mangos, Bananen, usw. essen können und sich nicht nur ganzjährig von rein regionalen Sauerkraut, Gurken, Kartoffeln und Saisonerdbeeren ernähren müssen. ;)

Ich glaube nicht, dass Veganer einen überproportionalen Anteil an Tropenflächen für ihre Ernährung brauchen. Durch die Futtermittelimporte und Lateinamerikanische Rinderhaltung kommen da auch bei omnivorer Lebensweise schnell riesige Rodungsgebiete zusammen, wenn man nicht aufpasst. Und aufpassen kann ein Veganer genauso bzw. die Mehrheit derselbigen wird es vermutlich genauso nicht machen, wie die Mehrheit der nicht-Veganer. Ist halt nur etwas peinlicher, als wenn man ganz offen zugibt, sich selbst über Tiere zu stellen ;) .
Aber z.B. Linsen und Bohnen, die sowieso weitaus besser schmecken als Tofu, wachsen bei uns wunderbar und nicht ohne Grund besteht deine Liste von Importnahrungsmitteln nur aus Obst, das sowieso nie die Hauptgrundlage einer Ernährung ist. Sowas kauft man, weil es lecker ist und das gilt sowohl für Fleisch- als auch für Keinfleischfresser. Selbst Wölfe mögen Beeren.


Das stimmt so nicht. Das wird in den Ernährungswissenschaften kontrovers diskutiert. Wenn Du nach Ernährungsempfehlungen suchst, kommt es darauf an, auf welche Quellen Du Dich beziehst. Die DGE bspw. ist da sehr konservativ. Es gibt allerdings ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse, die besagen, dass eine gut geplante vegane Ernährung gegenüber einer ausgewogenen omnivoren Ernährung GENAUSO empfehlenswert ist, wie bspw. hier nachzulesen ist:

Quelle: Pregnancy, Infants, and Children – Vegan Health

Das möchte ich so nicht stehen lassen. Dafür hat unangemessene Ernährung schon zu oft irreparable Schäden bei Kindern angerichtet.

Bereits deine garantiert nicht omnivor-vorbelastete, sondern eher cherrypicking betreibende Quelle (2 Zeilen aus einem ganzen Buch :ugly:) zitiert "exhibit good growth ... on most vegetarian and vegan diets when ... supplemented appropriately." nicht "exhibit equal growth on all vegan diets without supplementation" sowie "appropriately planned vegetarian, including vegan, diets are ... appropriate for all stages of the life cycle, including pregnancy, lactation, infancy, childhood, adolescence, older adulthood, and for athletes" nicht "appropriately planned vegan diets are appopriate for pregnancy, lactation and infancy". Das sind grundverschiedene Aussagen. Das zweite Zitat spricht über vegetarische Ernährungsweise in einer ganzen Reihe von Lebensabschnitten, wobei vegane Ernährung und frühe Kindheit jeweils nur eine Untergruppe sind, aber keineswegs besagt wird, dass jede Untergruppe mit jeder anderen eindeutig verknüpft ist. Die Aussagen "vegetarische, nicht vegane Ernährung ist für alle" und "vegane Ernährung ist für Erwachsene, nicht für Kinder" stecken definitiv drin, aber über "vegane Ernährung für Kleinkinder" wird keine eindeutige Aussage gemacht. Und das erste Zitat vermischt auch diffus Vegetarismus und Veganismus und packt dann noch Nahrungsergänzungsmittel oben drauf, was den ganzen Satz komplett entwertet. Denn man kann alle essentiellen Nährstoffe ergänzen, damit ist auch eine Ernährung nur synthetisiertem Zucker für jeden geeignet. Aber eine rein vegane Ernährung ohne tierische/tier-ähnliche Ergänzungsmittel ist für Kleinkinder schädlich und bereits bei rein vegetarischer Ernährung kann man viel falsch machen.

Das einige Ökotrophologen "kontrovers" darüber diskutieren, wieviel Defizit in der körperlichen und geistigen Entwicklung denn nun relevant wäre oder wieviel Chemie man als zwingenden Bestandteil in einer Ernährung einplanen sollte, ändert daran rein gar nichts. Wer die kommenden und gehenden allgemeinen Ernährungstipps der letzten Jahrzehnte verfolgt hat (oder einmal mit Studenten dieses Fachbereichs gemeinsame Veranstaltungen besuchen musste), der weiß, dass zwischen "wird kontrovers diskutiert" und "kann man als Grundlage für die eigene Gesundheit nehmen" noch mindestens 10 Jahre Bewährungsprobe "die sagen, das wäre so, aber ob das stimmt, wird sich zeigen müssen" liegen.

(Was jetzt nicht per se eine Kritik an den Forschungsergebnissen dieses Fachbereichs sein soll, wohl aber an die Art und Weise, wie diese jedes einzelne Mal in die Populärwissenschaft geschweige denn nicht-wissenschaftliche Öffentlichkeit getragen werden. Man kann halt nicht mit Menschen experimentieren und die beobachtbaren Unterschiede haben verdammt viele Korrelationen. Aber genau deswegen sollte man sich tunlichst mit Kausalaussagen und "gesicherten" Aussagen zu großen Abweichungen von etablierten Ernährungsmustern zurückhalten. Sonst verteufelt man wieder Eier für 20 Jahre, weil man die Mechanismen der Colesterinaufnahme und Verabreitung im Menschen gar nicht kennt, oder redet alle fünf Jahre wieder über Rotwein. Fakt ist halt leider, dass der Null-Datenschutz und die riesigen Medizinbudgets in den USA eine riesige Datengrundlage zum Thema schlechte Ernährung geschaffen haben, die es erlaubt, nahezu jede bewusst abweichende Diät - von Steinzeit über Atkins bis Vegan - als statistisch gesünder zu präsentieren. Aber das sagt wenig über die kausale Wirkungsweisen verschiedener durchdachter Ernährungen aus und wenn das Feld der gut erforschten Erwachsenen verlässt, kann es ebenso gefährlich werden, wie wenn man Lebenswandelspezifitäten nicht weiter kommuniziert.)

Veganismus in einem Land, in dem Speziesismus und Tierausbeutung herrscht, kann nicht 100% umgesetzt werden. Deswegen wird in diesem Kontext von LeidVERMEIDUNG gesprochen. Die gute Nachricht ist ja, dass es mehr Veganer*innen gibt und sich auch entsprechend um vegane Anbaualternativen bemüht wird - wie bspw. hier: PlantAge
Für den Erhalt von Bienen und Insekten wäre mehr Bioveganer Anbau ebenso sehr von Vorteil. Es gibt übrigens auch Wildbienen ...

Ein einem Land, in dem 83 Millionen Menschen ernährt werden müssen und das nicht größer als Deutschland ist, kommst du mit Bioveganem Landbau aber nicht weit. Schon rein Bio wird schwierig, auch wenn es in Kombination mit deutlich reduziertem Fleischkonsum und damit effizienterer Bodennutzung klappen könnte. Aber der Unterschied in der Wirkung zwischen künstlichem (konventionell) und tierischem Dünger (bio) ist auch relativ klein, verglichen mit dem Unterschied zwischen tierischem (bio) und gar keinem. Zudem sind einige essentielle Nährstoffe in bei uns heimischen Pflanzen eben in verdammt geringem Anteil vorhanden. Die kann man in einer Kuh und Käserei aufkonzentrieren oder auf chemischem Wege, aber die Menge an Ausgangsbiomasse wird dadurch nicht weiter verkleinert. Also entweder wechselst du auf Chemo-Vegan und produzierst diverses Zeug im Labor, haust Kunstdünger und genmanipuliertes Saatgut auf die Felder oder du wirst ohne Tierhaltung die Bevölkerung deutlich reduzieren müssen. Wenn ich historische Erträge nehme, vermutlich auf weniger als die Hälfte oder weniger als ein Viertel, damit lokale biovegane Ernährung ausreicht. Klingt für mich jetzt nicht gerade humanistisch.
 
Wieso sollte es die Gastronomie dann nicht mehr geben? Es gibt jetzt bereits vegane Gastronomie. Dann gäbe es eben mehr vegane.

Eine Nische die von einer Nische gerade so erhalten wird.


Zur veganen Ernährung:
Lustigerweise halten viele Veganer ~5 Jahre durch. Also echte, nicht solche: "Ich Esse keine Fleisch. Fisch und Geflügel sind kein Fleisch!"
Danach sind alle Reserven verbraucht die Leute Qusia tot.
Und delbst dann sind Die die ganze Zeit mit weltweit eingeflogenen Lebensmitteln und Ergänzungspillen am rumhampeln.

Vom Kalorienbedarf wäre pflanzlich besser. Mehr Kalorien pro Fläche.
Da wir aber immer mehr Menschen werden, klappt das irgendwie nicht.
Und das wir den Quark noch verschiffen müssen.

Immigration World Poverty and Gumballs 2010 - Immigration Doesn't Work - YouTube
Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.
.
 
Eine Nische die von einer Nische gerade so erhalten wird.


Zur veganen Ernährung:
Lustigerweise halten viele Veganer ~5 Jahre durch. Also echte, nicht solche: "Ich Esse keine Fleisch. Fisch und Geflügel sind kein Fleisch!"
Danach sind alle Reserven verbraucht die Leute Qusia tot.[...]

Wie viele davon kennst du persönlich? Oder wenn deine Aussage nicht auf der höchst wissenschaftlichen (*hust*) Methode namens Alltagsempirie beruht: Quelle?

Viele der langjährigen (also >5 Jahre) Veganerinnen und Veganer in meinem Bekanntenkreis benötigen das eine oder andere Zusatzpräparat, ja. Meist wegen vorbestehender gesundheitlicher Dinge. Darin sehe ich aber null Argument gegen eine ausgewogene, planvolle vegane Ernährung. Vor allem nicht wenn ich mir anschaue, wie sehr die "normale" Ernährung krank macht, insbesondere so, wie sie von den meisten Leuten praktiziert wird.
 
Ich kenne jemanden der hat fast ausschließlich Körnerbrot gegessen.
Die haben sich in seinem Darm schön abgelagert. Hat er eine schwere Entzündung bekommen.
Konnte sie ihm erstmal nen Meter rausnehmen.

Diese ganzen einseitigen Ernährungsweisen, auch gewisse Diäten, davon halte ich gar nichts.
Von veganer Lebensweise auch nichts. Vegetarisch geht ja noch.
Am besten ist eine ausgewogene Ernährung und das heisst für mich von allen etwas.
 
Vor allem nicht wenn ich mir anschaue, wie sehr die "normale" Ernährung krank macht, insbesondere so, wie sie von den meisten Leuten praktiziert wird.

Das ist ja ein Problem der Industrieländer. Man ernährt sich immer ungesund, weil überall zuviel Fett und Zucker drin ist.
Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, muss nicht automatisch auf Fleisch verzichten. Es geht immer darum, wie viel man isst.
Aber die Leute schauen bei Nahrungsmitteln leider nur noch aufn Preis. Hauptsache billig.
 
Ich kenne jemanden der hat fast ausschließlich Körnerbrot gegessen.
Die haben sich in seinem Darm schön abgelagert. Hat er eine schwere Entzündung bekommen.
Konnte sie ihm erstmal nen Meter rausnehmen.

Ich kannte mal einen, der hat sich beim Kartenspielen totgemischt. Lebt jetzt in Dortmund. :ugly:

Diese ganzen einseitigen Ernährungsweisen, auch gewisse Diäten, davon halte ich gar nichts.
Von veganer Lebensweise auch nichts. Vegetarisch geht ja noch.

Du kannst halten, was du willst. Aber zu einer Diskussion solltest du zumindest ein Argument mitbringen, mit dem du deine "Haltung" (sorry, ich hatte Kalauer zum Frühstück) erklärst und untermauerst. Oder? Mir wird jedenfalls nicht klar, WARUM du nichts von einer veganen Lebens- oder Ernährungsweise hältst.

Am besten ist eine ausgewogene Ernährung und das heisst für mich von allen etwas.

Ist eine ausgewogene Ernährung jetzt etwas subjektives, so dass das für jeden und jede etwas anderes heissen kann? Oder gibt es objektive, wissenschaftliche Kriterien für eine gesunde Ernährungsweise? (Das eine solche ausgewogen sein muss, ist ja irgendwie klar, daher ist eine "gesunde, ausgewogene Ernährung" etwa so wie "süßer Zucker" oder "alkoholhaltige Spirituose" :ugly:)
 
Ich kannte mal einen, der hat sich beim Kartenspielen totgemischt. Lebt jetzt in Dortmund. :ugly:
Wie kann der noch leben wenn er tot ist?:ugly:

Du kannst halten, was du willst. Aber zu einer Diskussion solltest du zumindest ein Argument mitbringen, mit dem du deine "Haltung" (sorry, ich hatte Kalauer zum Frühstück) erklärst und untermauerst. Oder? Mir wird jedenfalls nicht klar, WARUM du nichts von einer veganen Lebens- oder Ernährungsweise hältst.

Ist eine ausgewogene Ernährung jetzt etwas subjektives, so dass das für jeden und jede etwas anderes heissen kann? Oder gibt es objektive, wissenschaftliche Kriterien für eine gesunde Ernährungsweise? (Das eine solche ausgewogen sein muss, ist ja irgendwie klar, daher ist eine "gesunde, ausgewogene Ernährung" etwa so wie "süßer Zucker" oder "alkoholhaltige Spirituose" :ugly:)
Für mich ist eine ausgewogene Ernährung die, womit man durch die Aufnahme von Nahrung, alle wichtigen Nährstoffe zu sich aufnimmt und abdeckt.
Und vegan ist das ja scheinbar nur mit Zusatzprodukten - und Chemiepanschereien möglich.
Gerade für Säuglinge und kleine Kinder sehr ungeeignet.
 
Das ist ja ein Problem der Industrieländer. Man ernährt sich immer ungesund, weil überall zuviel Fett und Zucker drin ist.
Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, muss nicht automatisch auf Fleisch verzichten. Es geht immer darum, wie viel man isst.
Aber die Leute schauen bei Nahrungsmitteln leider nur noch aufn Preis. Hauptsache billig.

Viele Leute müssen halt vor allem auf den Preis gucken, weil das Zwiebelleder am Ende des Monats derart leer ist, dass es einen nicht mal mehr zum Weinen bringen kann. Zumindest implizit ist dieses Argument immer auch Armen-Bashing, deswegen halte ich auch nix von Mist wie dieser "Tierwohl-Abgabe". Aber das nur am Rande.
Ja, das ist ein Wohlstandsproblem. Aber eben dennoch kein Argument gegen Vegetarismus/Veganismus. Solange die "Durchschnittsernährung" absoluter Mist ist, hat man keine argumentative Grundlage, vegetarische und vegane Ernährungsweisen anzugreifen. Zumal die entsprechenden Angriffe in aller Regel auch eher von Leuten kommen, die mangels weitergehender Ahnung eben auch genau den krankmachendsten Ausprägungen der "normalen" Ernährung frönen.
 
Warum sollte man die vegane Ernährung angreifen?
Ich kritisiere dabei nur, dass die Produkte meines Erachtens alle viel zu teuer sind.
Da kostet das Käse Ersatz Produkt doppelt so viel wie das aus Milch und wenn man schaut, was da drin ist, sind das nur billigste Produkte.
Die Veganer lassen sich meiner Meinung nach abzocken.
Und natürlich die Fleisch Ersatzprodukte, die nur aus Chemie bestehen. Das muss meiner Meinung nach nicht sein.
 
Warum sollte man die vegane Ernährung angreifen?[...]

Wird doch ständig getan. Ist auch ein super simples psychologisches Phänomen: allein die Existenz von Menschen, die es anders machen als man selbst, stellt die vermeintliche Gewissheit, dass man schon alles richtig macht, auf der richtigen Seite steht und man sich wenigstens um das Thema keine Sorgen machen muss, in Frage. Insbesondere innerlich eher unsichere Menschen reagieren dann gerne mal mit Beissreflexen auf diese als Bedrohung für die Stabilität des eigenen "Systems" (also das, was unser Selbstbild, unser Selbstvertrauen, unseren - wahrgenommenen - Platz in der Gesellschaft etc. etc. ausmacht) wahrgenommene Präsenz. Bei von der Heteronormativität abweichenden geschlechtlichen oder sexuellen Identitäten genau das gleiche.

Auf einen pseudowissenschaftlichen bzw. pseudorationalen Angriff hatte ich ja direkt geantwortet und meine Argumentation auch darauf bezogen: solange die meisten Menschen sich "normal" ernähren und davon krank werden, kann man schlecht andere Ernährungsformen niedermachen, die zumindest nicht mehr krank machen. Dir habe ich keine "Angriffe" unterstellt, nur falls du das so wahrgenommen haben solltest :)

[...]
Ich kritisiere dabei nur, dass die Produkte meines Erachtens alle viel zu teuer sind.
Da kostet das Käse Ersatz Produkt doppelt so viel wie das aus Milch und wenn man schaut, was da drin ist, sind das nur billigste Produkte.
Die Veganer lassen sich meiner Meinung nach abzocken.
Und natürlich die Fleisch Ersatzprodukte, die nur aus Chemie bestehen. Das muss meiner Meinung nach nicht sein.

Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, "Chemie" zu essen, so lange mir klar ist, dass es welche ist und sie mir nicht heimlich untergejubelt wird. Nahrungsmittelchemie ist nicht böse, genau wie Gentechnik. Im Gegenteil, beides hat unglaubliches Potential zum Wohle der Menschheit und ist in Bezug auf Nachhaltigkeit (on the long run) unverzichtbar. Ihr Einsatz muss halt nur gut kontrolliert werden und transparent sein.
Ansonsten: ja klar, so lange es noch kein absolutes Überangebot gibt, kann die Nahrungsmittelindustrie natürlich horrende Summen für solche Ersatzprodukte verlangen und auch bekommen. Ich stecke allerdings nicht tief genug in betriebswirtschaftlicher Kalkulation drin, um beurteilen zu können, ob trotz billigster Rohstoffe die Produktion vegetarischer/veganer Ersatzprodukte aufgrund kleinerer Produktionsmengen nicht evtl. tatsächlich substantiell teurer ist als die Herstellung von Fleischprodukten in gigantischen Mengen. Skaleneffekte und so.
 
Die einzige Wahrheit über Fleisch ist schlicht und ergreifend diejenige, dass der Mensch sich mit tierischem Protein besser entwickelt. Lässt sich auch in der Anthropologie aufzeigen, der Mensch hat immer die Nähe zu Quellen tierischen Proteins gesucht, entweder durch Jagd, Zugang zu an Fischen reichen Gewässern oder Nutzviehhaltung. Und für tausende Jahre war das überhaupt kein Problem. Das Problem heute ist der Fleischkonsum der weit über den Bedarf hinausgeht weil Fleisch auf einmal billig ist und nicht wie früher etwas besonderes - und um den Bedarf zu decken muss eben, so die Logik, Massentierhaltung her, damit das überhaupt aufrecht erhalten werden kann.

Wollen wir was ändern, dann ist der Appell an den Endverbraucher der absolut falsche Weg - zumindest, wenn er nicht durch politische Richtlinien begleitet wird (Grüße gehen raus an NRWs Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser...). Solange es keine Regulation dieses Marktes gibt wird sich nichts ändern, vor allem wenn der Wille fehlt. Zu vielen Menschen fehlt das Bewusstsein, oder die monetäre Möglichkeit sich Fleisch aus nachhaltiger Zucht leisten zu können. Wenn man WIRKLICH was ändern wollte, dann nimmt man 10-20 Millionen € in die Hand, macht ein Forschungsprojekt mit Larven, Insekten, was halt kreucht und fleucht und schaut, was man hier effizient züchten kann. Sowas gibts ja bereits und dort wird massiv weniger Wasser & Fläche verbraucht und unfassbar viel weniger Abfall (tierische Ausscheidungen) produziert. Sowas könnte den Proteinbedarf an tierischem Protein decken und wäre weitaus weniger schädlich für das Klima.

Jaaaa, aber das ist ja Wurmfleisch...
Pff hat auch keiner das Pferd aus der Lasagne geschmeckt und es gibt mehr als genug Bürger die glauben Wurst kommt vom Metzger und nicht vom Schwein. Das sind gesellschaftliche Vorurteile weils "eklig" ist. Mal gesehen wie Blutwurst gemacht wird, oder Schweinezunge gegessen? Dem Hackfleisch an der Theke sieht man doch auch nicht direkt an was da verwurstet wurde. Wir könnten soviel wenn wir wollten. Wir könnten mehr kontrollieren um DioxinEier zu verhindern, wir wissen doch seit Jahren, dass Schlachtereien von Billiglöhnern betrieben werden, wir wissen doch seit Jahren, dass wir ein Gülleproblem kriegen, dass wir den Boden an manchen Orten durch die Entnahme von zuviel Grundwasser zu sehr verdichten und so dessen Regeneration behindern...
Wir wissen das doch alles aber wir machen immer noch so weiter. Und dann soll der Appell an den Endverbraucher helfen? Nur weil Politikbimbos wie die Klöckner Verantwortung abgeben wollen und sich nicht mit der Lobby anlegen wollen?

Bühne Frei für Hubert Aiwanger:
Für Aiwanger ist Fleisch nicht generell zu billig: „Teuer heißt nicht automatisch besser. Es wird weiterhin preiswertes Fleisch geben, aber auch ausgewähltere Qualität für die, die es sich leisten *können. Die Debatte darf sich nicht zuspitzen auf die Bevormundung, dass Fleisch einmal die Woche reicht. Für einen Büromenschen auf dem Vegan-Trip vielleicht – für den Bauarbeiter nicht. Wenn der nur einmal die Woche Fleisch kriegt und nur Salat, fällt er am dritten Tag vom Gerüst runter,“ behauptet Aiwanger

Und der Baurisch... äääh Bayrische Stammtisch frohlockt, jawoll, endlich einer der mal sagt wie es ist. (Gut, dass der Herr von Ernährung keinen blassen Dunst zu haben scheint, unwichtig). Nur ist das halt wie immer der direkte Dolchstoß für jeden Appell.
Fleisch muss billig bleiben weil ohne gehts nicht. War so, ist so, bleibt so. Die Wahrheit dahinter lautet aber: War nicht immer so, ist aber jetzt so, sollte besser so bleiben, dann kann ich Staatsminister bleiben weil weiter CSU gewählt wird.

Blos keine neuen Wege gehen, sonst könnte man am Ende ja selbst dabei verlieren. Wir wir in 30 Jahren all die Menschen ernähren wollen, naja, kümmern den Aiwanger wohl eher nicht mehr. Warum auch dem Sprichwort "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not" irgendeinen Glauben schenken. Warum denn heute die Weichen für morgen stellen wenn man sich Gestern zurückwünscht.
Nein, Appelle an Endverbraucher helfen garnichts. Es wird immer billig gekauft werden, denn wenn es ein Schnäppchenland auf dieser Erde gibt, dann sind wir das.
 
Es geht nicht um das Wohl des Menschen, sondern das Wohl der Tiere. Tiermord bleibt Tiermord.
 
Es geht nicht um das Wohl des Menschen, sondern das Wohl der Tiere. Tiermord bleibt Tiermord.

Die Tiere werden ja gezüchtet um gegessen zu werden.
Das haben Menschen vor 10.000 Jahren auch schon gemacht. Nur heute wird das eben in einem industriellen Maßstab gemacht, der nicht mehr gut ist.
 
Zurück